„Da kommt ihr aber reichlich spät drauf, was ihr in Marrakesch gelernt habt“, wirst du dir jetzt denken. Ja, du hast recht: Seit unserer Marokko-Reise sind Monate vergangen. Allerdings: Selten war eine vergleichsweise kurze Reise einprägsamer als unser Roadtrip durch Marokko. Und so kam es, dass wir vor einigen Tagen wieder einmal die Fotos angesehen haben. Mit einem Grinsen. Und sofort waren all die Eindrücke wieder präsent. Ohne ein Zögern. Marrakesch ist der erste Stopp unserer Reise. Es ist der harmloseste Einstieg in ein wunderbares Land.

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1. Minztee schmeckt am besten mit Blick auf den Djemaa el Fna.

Das Schöne an marokkanischem Minztee: Er wird beinahe immer aus frischen Blättern zubereitet. So auch in den vielen Cafés rund um den Djemaa el Fna. Und wenn du den Geschmack in die Perfektion treiben möchtest, komm am besten kurz vor Sonnenuntergang und werde Zeuge, wie sich der Platz von Minute zu Minute verwandelt. Wir behaupten: Einen besseren Moment für Minztee gibt es nicht.

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Cafe-de-France-Marrakech-Minztee

2. Misstraue einem „La place – this way, Madam“ grundsätzlich immer!

Steht doch tatsächlich eine Junge vor uns und deutet uns den Weg zum Djemaa el Fna, zum ominösen „la place“, wie alle hier sagen. Blöd nur, dass direkt hinter seinem Kopf ein Schild in die entgegengesetzte Richtung zeigt. Spätestens jetzt leuchtet uns ein: Hier gibt es gar nicht so viele Fremdenführer, wie man meinen könnte, sondern stattdessen unzählige Menschen, die uns in ihr Restaurant oder ihr Geschäft locken möchten.

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3. Im „Nomad“ gibt’s den besten Lunch mit Ausblick.

Da haben wir es wieder: Die schönsten Spots der Stadt findet man ganz zufällig. So auch das Nomad. Wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde, als wir den unauffälligen Eingang betraten. Jetzt wissen wir es und können sagen: Ohne zu zögern, würden wir es absolut allen weiterempfehlen. Nicht nur, dass das Essen fantastisch schmeckt, die Dachterrasse ist einfach der absolute Wahnsinn. Blick auf den Atlas, Blick auf Marrakesch – Herz, was willst du mehr?

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Nomad-Marakesch

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4. Ganz egal, was du denkst: Es geht sich immer aus*!

Ein Leiterwagen, dazu ein Esel, ein dröhnendes Moped, dutzende Kinder und das alles in einer Gasse, die gerade einmal 2 Meter breit ist? (Auf einmal, versteht sich!) Geht sich aus, geht sich immer aus! Goldene Regel (und darauf verlässt sich hier wirklich jede/r): Wer kann, weicht aus. Und zwar bedingungslos! Sonst kann es schnell passieren, dass die Zehe unter dem Leiterwagen landet. Wollen wir ja nicht, oder?

* An unsere deutschen FreundInnen (wir ahnen ja schon, dass ihr uns nicht versteht): „Geht sich aus“ bedeutet soviel wie „Der Platz reicht allemal“.

Marrakesch-Medina-Esel

Marakesch-Taxifahrer

5. Das Maison de la Photographie heißt so, weil man darin so gut fotografieren kann.

Ha, das wäre natürlich eine kreative Namensgebung, ist aber natürlich falsch. Es heißt so, weil darin großartige Fotos zu sehen sind. Dass das Licht und die Atmosphäre im Maison einzigartig sind und zum Fotografieren einladen, ist ein netter Nebeneffekt. PS: Auf der Dachterrasse kann man gut essen und hat obendrein einen hübschen Ausblick.

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6. Komm‘ mit leerem Koffer und voller Geldbörse!

In wenigen Ländern haben wir so sehr den Drang nach Konsum wie in Marokko. Lampen, Teller, Fliesen, Gewürze – wir müssen uns beherrschen. Endlich einmal kein typischer Touri-Kitsch. Endlich einmal Dinge, die zu 100 Prozent unserem Geschmack entsprechen. Dinge, die wir ansehen und sofort wissen, wo in unserer Wohnung sie Platz finden würden. Endlich! Wenn wir etwas gelernt haben: Das nächste Mal lassen wir mehr Platz im Gepäck und kalkulieren einige Euros mehr für unser Shopping Budget ein. So machen wir das!

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Orientalische-Pölster-Marrakesch

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7. „Jardin Majorelle“ klingt aufregender als er ist.

Das ist er also, der Garten, in dem Yves Saint Laurent sich inspirieren ließ. Und so sehr wir uns bemühen (und wir lassen uns wirklich viel Zeit): uns gelingt es nicht. Kobaltblau und sonnengelb – wir können daran einfach nichts Ästhetisches finden, sorry! Es ist ruhig hier, ja. Das gefällt uns. Wir mögen die Kakteen mit ihren eingeritzten Liebesbotschaften. Die Vögel singen, der See glänzt. Und trotzdem denken wir gerade an die Medina, denken an den verrückten Djema el Fnaa. Das ist wohl der Kern des Übels: Wir suchen „Tausendundeine Nacht“ und nicht den „Garten der Idylle“.

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Kennt ihr schon unser Marokko-Video?


Und jetzt sind wir neugierig: Was habt ihr in Marrakesch gelernt? Verratet es uns doch in den Kommentaren. Wir freuen uns!