Du planst eine Reise nach Karimunjawa? Hervorragend! Karimunjawa ist ein wunderschönes Fleckchen Erde. Im folgenden Artikel findest du unsere Tipps für eine Reise an diesen idyllischen Ort in Indonesien.

Es benötigt ein wenig Vorbereitung und genügend Zeit, um nach Karimunjawa zu reisen. Wir waren von Yogyakarta bereits viele, viele Stunden unterwegs, als wir endlich am späten Abend Jepara erreichten, den Ort, von dem die Fähren ablegen. Guesthouse gesucht, gefunden („Sriya“), drei Stunden geschlafen, um dann um fünf Uhr morgens vom Taxi Richtung Hafen abgeholt zu werden.

Dort war so zeitig in der Früh bereits die Hölle los. Auf der Fähre selbst tummelten sich vor allem Einheimische, die mit Kind, Kegel und Ziege reisten. Kurz nachdem die Fähre abgelegt hatte, begannen die Menschen um uns, kleine Plastiksäckchen aus ihren Taschen zu kramen. Der hohe Wellengang machte besonders den Kleinsten zu schaffen. Zur Halbzeit setzten wir uns die Kopfhörer auf – sicher ist sicher, denn wenn es etwas gibt, von dem uns auf einem Boot schlecht wird, dann sind es die Geräusche derer, die sich übergeben.

Ehrlich gesagt: Die Strapazen könnten noch viel schlimmer sein und es würde sich dennoch lohnen, diese Trauminsel zu besuchen. Es ist nämlich – kurz gesagt – verdammt geil dort! Hier kommen unsere Tipps für Karimunjawa.

Anreise nach Karimunjawa

Die geläufigste Variante, Karimunjawa zu erreichen, ist per Boot. Es gibt derzeit zwei Häfen, von denen man nach Karimunjawa reisen kann: Semarang und Jepara. Unsere Erfahrung beschränkt sich auf die Anreise via Jepara.

Je nach Wochentag und Laune kann man sich entweder für die langsame Fähre oder das Schnellboot entscheiden. Auf dieser Website findet ihr die ungefähren Abfahrts- und Ankunfszeiten. Ganz stimmen die Uhrzeiten definitiv nicht, denn unsere Fähre legte noch vor 7 Uhr morgens von Jepara ab. Es zahlt sich somit aus, sich vorab zu versichern, ob das Boot a) überhaupt fährt (Wetter, Wind, whatever) und b) die Zeiten korrekt sind. Wenn ihr euch für das Schnellboot entscheidet (zu den Vor- und Nachteilen kommen wir noch), dann ruft am besten direkt bei der Telefonnummer an, die auf der Website angegeben ist (eine indonesische Simcard ist hier sicherlich von Vorteil). Solltet ihr in der Hochsaison (Juli bis August) mit der Fähre fahren, könnt ihr auch vorab am Hafen anrufen, um euch ein Ticket hinterlegen zu lassen – das kostet meist ein paar Rupiah mehr. Somit haben wir uns den Ticketkauf um fünf Uhr morgens erspart. (Ihr seht, die Anreise nach Karimunjawa wird über kurz oder lang zu einem Wahnsinns-Geschäft mit TouristInnen werden.)

Mit der Fähre benötigt man etwa sechs Stunden, das Schnellboot erreicht Karimunjawa innerhalb von knapp zwei Stunden. Deutlich sicherer haben wir uns auf der Fähre gefühlt. Klar schwankt der riesige Kahn ganz ordentlich, es ist aber auszuhalten. Die Fahrt mit dem Schnellboot war wirklich gruselig. Es würde uns nicht wundern, bald in den Medien von einem Unglück zu lesen. Nettes Detail am Rande: Plastiksäckchen sind im Preis inkludiert und werden vom Kabinenpersonal vorab ausgeteilt. Preislich halten sich beide Varianten im Rahmen: Für ein Ticket mit der Fähre zahlt man etwa 60.000 IDR, eine Fahrt mit dem Schnellboot kostete uns ungefähr 140.000 IDR. Nicht unwesentlich für eine sichere Anreise nach Karimunjawa ist im Übrigen auch der Wellengang. Die aktuelle Prognose könnt ihr hier ansehen. Zur Erklärung: Rosa und/oder pinke Flächen in der Gegend um Karimunjawa im Idealfall meiden!

Sollte das letzte Boot schon abgelegt haben, bleibt immer noch die Möglichkeit, ein Fischerboot samt Fahrer anzuheuern. Auf Karimunjawa haben wir tatsächlich eine Gruppe Deutscher getroffen, die sich diese acht Stunden Horrorfahrt angetan hatten, eingepfercht auf einem Mini-Boot, dessen Motor auf hoher See plötzlich ausfiel. Auch preislich ist eine solche Überfahrt außergewöhnlich: An die 7.000.000 IDR kostete der Spaß insgesamt.

Und (um die Anreisemöglichkeiten zu vervollständigen): Per Flugzeug (Cessna 8-Sitzer) kann man Karimunjawa ebenfalls erreichen. Aus Kostengründen kam diese Variante für uns nicht in Frage.

Reiseführer für Karimunjawa

Wir haben für Indonesien zwei Reiseführer, die wir abwechselnd nutzen: Den englischen Indonesia-Lonely-Planet sowie jenen von Stefan Loose auf Deutsch. In beiden Reiseführern findet Karimunjawa Erwähnung (was ja in Anbetracht der Abgeschiedenheit nicht selbstverständlich ist). Jener von Lonely-Planet ist allerdings kürzlich als Neuauflage herausgekommen und ist somit aktueller.

Unterwegs vor Ort

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es keine, daher ist man auf ein Moped angewiesen. Das kann man sich für 75.000 IDR pro Tag mieten. Helme gibt es übrigens ebenfalls keine: „No helmet, no police, no problem“, wie unsere Guesthouse-Besitzerin meinte. Die Straßen sind zwar an manchen Stellen in abenteuerlichem Zustand, dafür gibt es kaum Verkehr (von den Nachbarskindern auf dem Fahrrad oder Moped abgesehen).

Karimunjawa Motorrad Tipps

Mit dem Moped kann man viele Strände gut erreichen: Schöne Sonnenuntergänge erlebt man am Tanjung Gelam Beach. Wie Robinson Crusoe fühlten wir uns am einsamen Barakuda Beach, als wir mit bloßen Händen eine Kokosnuss öffneten, das Kokoswasser tranken und das leckere Fruchtfleisch aßen.

Die vielen, kleinen Inseln erkundet man am besten mit dem Fischerboot. Ein Tages-Schnorchelausflug kostet etwa 200.000 IDR pro Person.

Unterkunft in Karimunjawa

Man kann es Eddie, dem genügsamen Franzosen, gleich tun: Nicht im Voraus reservieren und sich damit zufrieden geben, dass man in einem fensterlosen Zimmer mit traditionell-indonesischem Badezimmer Unterschlupf findet – Hocktoilette und Wasserbecken anstelle einer Dusche inklusive. Oder aber ihr macht es so wie wir und bucht ein Zimmer im traumhaft schönen Ayu Hotel. Ganz abgesehen vom liebevoll gestalteten Haupthaus, sind auch die Bungalows wunderschön. In unserem Freiluft-Badezimmer haben wir uns trotz nächtlichem Spinnen-Angriff sehr wohl gefühlt. Auch kulinarisch wurden wir versorgt: Das Frühstück war sehr lecker und auch abends wurden wir verköstigt. Die Atmosphäre ist sehr familiär, daher: klare Empfehlung für das Ayu Hotel und jede der 429.000 IDR pro Nacht wert.

Sonstige Tipps für Karimunjawa

Genügend Bargeld mitbringen! Es gibt zwar einen Bankomaten, der war jedoch während unseres Aufenthalts nie zugänglich. Untertags gibt es keinen Strom, sondern nur zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Internet ist auf Karimunjawa ebenfalls rar. Das Cafe Amore in der Nähe des Hafens bietet WLAN an. Einfach durchfragen, jeder kennt das Cafe Amore, denn es ist wohl das größte und bekannteste Restaurant auf der ganzen Insel.

Last but not least zeigen wir euch noch ein paar Impressionen von der Trauminsel. Besucht sie, solange es noch so idyllisch zugeht, wie jetzt!

Strand Karimunjawa Tipps

Tipps für Karimunjawa

Sonnenuntergang Karimunjawa Tipps

Wir haben von unserer Indonesien-Reise auch ein Video gemacht, in dem Karimunjawa ebenfalls vorkommt. Enjoy!


Wart ihr schon einmal auf dieser Trauminsel? Was sind eure Erfahrungen und Tipps für Karimunjawa?

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