Dass Andalusien schön sein soll, hatte man uns gesagt. Dass wir es mögen würden in den Palästen der Alhambra. Dass man uns beneiden würde um dieses hübsche Reiseziel. Eine Sache jedoch hatte man uns verschwiegen. Niemand hatte uns vorab verraten, wie lohnenswert ein Ausflug in die Gebirgsregion der Alpujarras am Südhang der Sierra Nevada ist. Wer uns auf Instagram folgt, der hat bereits einen kleinen visuellen Einblick in die gigantische Berglandschaft erhalten. Heute folgt die geballte Ladung landschaftlicher Schönheit. Here we go.

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Unsere Homebase: Lanjarón

Lanjarón, am Fuße der Sierra Nevada gelegen, ist nicht nur auf den ersten Blick ein verschlafenes Dörfchen. Dass die Uhren hier anders – nämlich langsamer – ticken, merken wir spätestens, als wir einen ersten Spaziergang ins „Zentrum“ wagen (der Hotelangestellte besitzt Humor). Wir begegnen kaum anderen Menschen, und wenn, dann haben sie es sich gerade auf einer der Parkbänke gemütlich gemacht und grüßen, ganz genügsam, mit tiefen Lachfalten in ihrer vom Sommer gegerbten Haut, vorbeigehende Menschen – uns.

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Die drei weißen Dörfer: Pampaneira, Bubión und Capileira

Wer es schon einmal bis nach Lanjarón geschafft hat, der kann gar nicht anders, als weitere 30 Minuten bis nach Pampaneira, Bubión und Capileira zu fahren. Mit jeder Kurve wird die Landschaft spektakulärer, bis schließlich wie aus dem Nichts drei weiße Dörfer vor der Windschutzscheibe auftauchen. Wie Schneereste vom letzten Winter stechen sie aus der kargen Landschaft hervor. Alle drei Dörfer sind winzig klein und doch könnten wir Stunden in den engen Gässchen verbringen.

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Treveléz

Unser nächstes Ziel: Treveléz, eine der höchstgelegenen Gemeinden Spaniens. Den engen Kurven folgend, schlängelt sich unser Auto immer tiefer in die Gebirgskette der Sierra Nevada hinein. Andere Verkehrsteilnehmer sind rar geworden, hier in den Schluchten und Tälern der Alpujarras. Erst, als wir Treveléz erreichen, begegnen wir wieder anderen Individuen. 800 Menschen wohnen in Treveléz. Für die Alpujarras ist das viel. Und wirklich, zumindest der Hauptplatz ist städtischer als jener von Pampaneira oder Bubión. Wer zwei Mal abbiegt, befindet sich aber gleich wieder in leeren Gassen. Das Gefühl, durch ein idyllisches Dorf zu spazieren, werden wir also nicht einmal in der wichtigsten Stadt der Alpujarras los.

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Jeep Tour durch die Sierra Nevada

Ist es möglich, dieses Pensum an landschaftlicher Schönheit noch einmal zu übertreffen? Am darauffolgenden Tag startet unsere Jeep Tour durch die kargen Gebirgszüge der Sierra Nevada. Es ruckelt und rumpelt, als sich unser schon etwas in die Jahre gekommener Jeep seinen Weg entlang der verlassenen Schotterstraße in die Höhe bahnt. Mit jedem Aussteigen, jedem Ein- und Ausatmen in dieser einsamen Landschaft nehmen wir mehr Entschleunigung mit, mehr Ruhe, mehr Gelassenheit – nicht wissend, dass die Krönung der Abgeschiedenheit noch folgen würde: O Sel Ling. Das buddhistische Meditationszentrum übt auf uns mehr Faszination als jeder andere Ort in den Alpujarras aus.

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Tipps für deinen Road Trip durch die Alpujarras/Sierra Nevada

Unterkunft

Hotel Alcadima: Das wohl schönste Hotel in ganz Lanjarón. Luxus darf man sich nicht erwarten, aber die Anlage ist wirklich liebevoll gestaltet und auch die Zimmer sind sehr nett. Vom Abendessen waren wir sehr begeistert, das war wirklich lecker.

Fortbewegung

Direkt am Flughafen Málaga kann man ganz bequem das Mietauto abholen. Von dort benötigt man ca. 1 1/2 Stunden bis Lanjarón. Die Hauptstraßen sind mit dem eigenen Auto problemlos befahrbar. Wenn man allerdings weiter in die Berge möchte, geht das nur über Schotterstraßen und in diesem Fall ist eine Jeep Tour (z.B. jene von Nevadensis) empfehlenswert.

Restauranttipps

Cafeteria Denebola (Lanjaron): Hier haben wir eines der wohl besten und günstigsten Nutella-Croissants unseres Lebens gegessen.
Meson La Fragua (Tevelez): Sehr hübsch gelegenes Restaurant mit Ausblick, leckeres Essen (es gibt auch vegetarische Gerichte).
Casa Diego (Pampaneira): Nettes Restaurant gleich beim Hauptplatz, gute Speisen und sehr freundliche Kellnerinnen.

Unser Lieblingsort

O Sel Ling: Das Meditationszentrum könnte genauso gut in Tibet stehen. Sehr lohnenswert!

Unser Video zum Road Trip


Vielen Dank an Granada Tourismus und Spanien Tourismus für die Einladung in die wunderschönen Alpujarras.