Woran denkst du, wenn du „Bad Gastein“ hörst? Vermutlich hast du dasselbe Bild im Kopf wie wir noch vor kurzer Zeit, nämlich gar keines. Bad Gastein kennen wir höchstens aus den ausschweifenden Erzählungen unserer lieben Oma, das war es dann auch schon wieder. Als wir vor wenigen Wochen nach langer Fahrt erstmals einen Blick auf das kleine Städtchen werfen durften, konnten wir gar nicht glauben, dass man uns ein solches Juwel so lange vorenthalten hatte. Wir haben da einen kleinen Tipp für euch: Setzt euch ins Auto und besucht Bad Gastein. Wieso? Nun ja, lest selbst. In diesem Artikel verraten wir euch unsere Tipps für einen Urlaub in Bad Gastein.

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1. Das Hoteldorf Grüner Baum und sein Fluss

Mitten durch das Hoteldorf Grüner Baum im Kötschachtal fließt ein Fluss. Klingt kitschig? Ist es auch. Der Ausblick von unserem Zimmer war so unbeschreiblich schön, da finden wir keine Worte. Wir glauben ja, dass man Natur mehr und mehr zu schätzen lernt, je älter man wird. Bei uns beiden beobachten wir das zumindest. Zurück zum Fluss: 2 von 100 Gästen fühlen sich durch das Rauschen des Flusses negativ beeinträchtigt. Die Chancen stehen also gut, dass du das Rauschen lieben wirst, genau wie wir. Besser als jede Meditation, sagen wir dir. Der Fluss begrüßt dich am Morgen gemeinsam mit den ersten Sonnenstrahlen und er begleitet dich in den Schlaf. Nach langer Zeit ist uns wieder einmal bewusst geworden, dass man gar nicht weit wegfahren muss, um gigantische Natur zu erleben. „Es ist wie in Neuseeland“, hat Romeo gesagt. Stimmt, bloß erspart man sich einen 30-stündigen Flug und ordentlich viel Geld.

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Und sonst? Tja, selbst wenn dieser Fluss dort nicht läge, würden wir das Hoteldorf Grüner Baum wohl zu einem der schönsten Flecken Österreichs küren. Was wir besonders schätzen: Alles ist Bio. Und mit „alles“ meinen wir wirklich alles: Selbst der Schnittlauch auf der Frittatensuppe. Und die Sonnenblumenkerne im Müsli. Und der Wein. Und das Bier. Und wisst ihr was? Alles schmeckt gleich sooooo viel besser.

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2. Bad Gastein ist ein Freilichtmuseum

Es macht ein bisschen traurig, durch Bad Gastein zu spazieren. Die verfallenen Gebäude haben vor einigen Jahrzehnten bestimmt geglänzt. Hinter einem Glasfenster entdecken wir ein Plakat einer Veranstaltung. 1997. Die dicke Staubschicht lässt vermuten, dass sich seit damals niemand mehr um dieses Haus gekümmert hat. Wir begegnen vergleichsweise wenigen Menschen und fühlen uns ein wenig einsam. Und nichtsdestotrotz: Bad Gastein hat Charme. Wir lieben die Gasteiner Ache, die sich ihren Weg mitten durch den Ort bahnt und wir lieben die Art, wie hier Gebäude in den steilen Hang gebaut sind. Ganz besonders hat es uns das Grand Hotel de l’Europe angetan. Unser erster Gedanke: Hier hat sich Wes Anderson die Inspiration für seinen Film „Grand Budapest Hotel“ geholt. Trotz all der Verlassenheit fühlen wir, dass Bad Gastein wieder zum Leben erweckt werden möchte. Es ist ein bisschen wie ein stummer Hilferuf, von dem man hofft, dass er erhört wird.

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3. Und sie schmecken doch: Cremeschnitten

Cremeschnitte. In diesem Wort steckt soviel Omi, soviel Kindheit, soviel Schlagobers, soviel Zucker. Mit Cremeschnitten ist es doch immer gleich: Jedes Mal glauben wir, sie schmecken lecker und jedes Mal werden wir eines besseren belehrt. Sie schmecken nämlich einfach nicht, oder zumindest nicht nach dem, was wir uns erwarten. Und dann kam das Café Gamskar. An alle Cremeschnitten-Hasser und jene, die ihr Leben lang von Cremeschnitten enttäuscht worden sind: Hopp hopp mit euch ins Café Gamskar. Genießt die Cremeschnitte und genießt die umwerfende Aussicht.

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4. Nichts entspannt mehr als eine Wanderung in den Bergen

Wir brauchen keine Massage und kein 5-Sterne-Hotel, um abzuschalten. Gebt uns einfach die Berge! Wenn uns vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass das einmal aus unserer Feder stammen würde, hätten wir sie oder ihn für verrückt erklärt. Hätten wir damals gedacht, dass wir irgendwann einmal freiwillig in kurzer Zeit 500 Höhenmeter erklimmen werden würden? Dass wir sogar noch weiter marschieren, obwohl wir das Tagesziel bereits erreicht haben? Dass wir all die Anstrengung auch noch verdammt gut finden? Nie im Leben! Genau das ist in Bad Gastein mit uns auf der Poserhöhe passiert. Wir bleiben dabei: Mit der Natur und uns ist es wie mit dem Kürbiskernöl, das uns als Kind verhasst war: Es brauchte Zeit, uns daran zu gewöhnen. Und mittlerweile können wir nicht mehr ohne. Manche Dinge ändern sich dann aber doch nicht: Das Beste an der Wanderung war nämlich der Topfenstrudel zur Belohnung. Zugegeben.

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Wart ihr schon dort und habt noch weitere Tipps für Urlaub in Bad Gastein? Wir freuen uns über eure Kommentare!

Vielen Dank an das Hoteldorf Grüner Baum, das uns freundlicherweise eingeladen hat. Unsere Meinung bleibt davon unberührt.