Burma. Geheimnisvoll, unerschlossen, anders. Unser lieber Freund und Bruder Moritz bereiste 2012 mit seiner Freundin Rut dieses wunderbare Land. Als wir ihn wieder in Wien begrüßen durften, lauschten wir ganz gespannt seinen Geschichten. Heute, zwei Jahre und einen gemütlichen Abend voller Erzählungen später, haben es die Erinnerungen an seine Reise endlich auf diesen Blog geschafft. Es gab da einen Ort, der ihn scheinbar besonders fasziniert hatte, denn er kam immer wieder darauf zurück: Taungoo.

Moritz, wie bist du überhaupt auf Taungoo gekommen?

„In einem Forum habe ich von Dr. Chan gelesen, der in der Nähe von Taungoo ein Guesthouse besitzt. Der Eintrag las sich so spannend, dass wir beschlossen, dorthin zu reisen. Wir wussten gar nicht, ob es das Guesthouse immer noch gibt oder ob Dr. Chan wirklich existiert. Aber das Risiko nahmen wir in Kauf.“

„Von Yangon aus brachte uns ein Bus – trotz Reifenplatzer – nach Taungoo. Somit standen wir fünf Stunden später vor dem Guesthouse von Dr. Chan und waren erstmal ziemlich erleichtert, dass das Guesthouse überhaupt existierte. Und es sah noch dazu bewohnt aus. Glück gehabt! Wir wurden von Dr. Chan und seiner Familie sofort freundlich empfangen. Diese Herzlichkeit der Menschen macht Burma nach wie vor einzigartig.“

„Der Ausblick von unserer Terrasse auf die Reisfelder, das Frühstück und überhaupt das Essen – wir fühlten uns dort wirklich sehr wohl. Doch das Highlight, ja der eigentliche Grund, weshalb wir hierher gekommen waren, wartete noch auf uns.“

Jetzt sind wir neugierig. Was war denn das Highlight?

„Die Elefanten. Drei Stunden von Taungoo entfernt befindet sich, abseits der Zivilisation und mitten in den Wäldern Burmas, ein Elefanten-Arbeitscamp. Dutzende Elefanten helfen den Einwohnern hier beim Holzschlägern. Mit ihrer immensen Kraft können sie die schweren Baumstämme transportieren. Die Einwohner sind also auf sie angewiesen.“

Das heißt, die Elefanten werden gefangen gehalten?

„Das Schöne an der Sache ist, dass zwischen Betreuern und Elefanten eine große Bindung, ja fast schon eine Freundschaft besteht. Mittags, wenn die Elefanten ihre Arbeit getan haben, werden sie in den Dschungel entlassen. Sie können sich also frei bewegen. Uns wurde auch erzählt, dass es sowohl für die Elefanten als auch für die Menschen einschneidend ist, wenn der jeweils andere stirbt, was natürlich immer wieder passiert. Nicht nur der Betreuer trauert dann um „seinen“ Elefanten, sondern auch der Elefant trauert, wenn sein Betreuer stirbt. Klar, die Elefanten werden auch mal grob behandelt und mit Stöcken angetrieben. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass es den Tieren dort sehr gut geht, denn sie können sich, anders als zum Beispiel im Zoo, in ihrem natürlichen Lebensraum aufhalten.“

Und wie kommen die Elefanten aus dem Dschungel wieder zurück?

„Jeder Elefant hat seine eigene Holzglocke, die ihm um den Hals gebunden wird. Jede Glocke klingt anders. Frühmorgens machen sich die Betreuer auf den Weg und suchen im Dschungel nach „ihrem“ Elefanten. Am Klang der Glocke erkennen sie ihn schon von Weitem.“

 

Das klingt wirklich, als bestünde zwischen Mensch und Tier eine Bindung. Gibt es etwas, das dir von deinem Ausflug besonders in Erinnerung geblieben ist?

„Super war es, die Elefanten zu füttern. Die lieben ja Tamarind. Tamarind ist für Elefanten so, wie für uns etwas Süßes. Die stehen also total drauf. Und auf den Elefanten durch den Dschungel zu reiten, war auch ein ziemliches Erlebnis. Das ist schon eine wackelige Angelegenheit, auf dem Rücken eines Elefanten zu sitzen.“

Vielen Dank, lieber Moritz, dass du dir Zeit für uns und unsere Fragen genommen hast! Wir freuen uns auch sehr, dass wir deine Fotos auf unserem Blog veröffentlichen dürfen.


Wart ihr schon mal in Burma/Myanmar und habt Erfahrungen mit Elefanten gemacht?