Unendliche Weite. Das Gefühl der Freiheit. Das Gefühl, nichts sei unmöglich, alles machbar. Roadtrips – wir werden nicht müde, es zu predigen – lassen auf Reisen die schönsten Gefühle entstehen.

Roadtrips in den USA setzen noch eins drauf. An Motels und Trucks vorbeibrausen, der Kaffeebecher in greifbarer Nähe, der Geschmack von Donuts auf der Zunge. Einfach einsteigen, fahren wohin man möchte, aussteigen wann immer es einem gefällt. Wir lieben Roadtrips.

Autobahn-nach-New-York

Als wir im Sommer wieder einmal nach New York reisten, war von Anfang an klar: Diesmal möchten wir mehr als nur Manhattan und Brooklyn sehen. Von einigen Freunden hatten wir gehört, Boston sei sehenswert. Nach ein wenig Recherche und Planung entstand unsere kleine, aber feine Route, die wir euch heute vorstellen möchten: Von New York über New Haven nach Boston und wieder zurück.

Wir beginnen unseren Ausflug in New Jerseys Newark, genauer gesagt am Avis-Schalter des Flufhafens. An dieser Stelle folgt auch gleich unser erster Tipp: Bucht euren Mietwagen im Voraus. Unsere Reservierung (die wir zugegebener Weise viel zu spät abschickten) schlug leider fehl, weshalb wir das Auto direkt vor Ort mieten mussten. Kapitaler Fehler! Denn der Preisunterschied war enorm.

Tipp 1: Zögert nicht, eine günstige Mietwagenoption schon von zu Hause aus zu buchen.

Nun gut, das hätte nicht sein müssen. Egal, nicht weiter darüber nachdenken. Nach wenigen Minuten in unserem weißen Flitzer war der Unmut fast vergessen. Vor uns: Die Straße. In den Ohren: Das derzeitige Lieblingsalbum der Beatsteaks. So düsten wir dahin und landeten: Im Jersey Gardens Outlet. 10 Minuten später. Willkommen in den Vereinigten Staaten!

Aus „Wir gucken nur mal eben schnell!“ wurden vier Stunden intensiven Shoppings gefolgt von einem Venti Starbucks-Cappuccino, der die Müdigkeit nach dem langen Flug und der Zeitverschiebung vertreiben sollte. Als wir wieder ins Freie traten, war die Sonne bereits untergegangen.

Tipp 2: Nutzt die Nähe des Jersey Garden Outlets zum Flughafen Newark. Und: Bucht einen Flug, der vormittags ankommt, denn dann habt ihr genügend Zeit im Outlet.

Unsere erste Etappe führte uns ins knapp 100 Meilen entfernte New Haven. Zu Dunkelheit und Müdigkeit gesellte sich Regen, der die Fahrt zunehmend mühsamer machte. Als wir New Haven endlich erreichten, fanden wir auf die Schnelle in der Stadt selbst natürlich keine günstige Unterkunft. Also: U-Turn und wieder stadtauswärts, um die Motels auszuchecken. So landeten wir in einem versifften, dreckigen Motel. Unser Zimmer roch nach einem Potpourri aus indischen Currys und Abfluss. Na dann gute Nacht.

Heruntergekommenes-Motel

Tipp 3: Motels finden sich bevorzugt außerhalb des Stadtkerns. In New Haven ist das „Best Way Inn“ Motel kein allzu heißer Tipp.

Dem Jetlag war es zu verdanken, dass wir am nächsten Morgen sehr zeitig aufwachten und rasch die Flucht aus der Geruchshölle ergreifen konnten. Unser Vorhaben für den heutigen Tag: Das Erkunden der Yale University. Ihr wisst schon, Gilmore Girls und so.

Yale-Universität-Flyer

Yale-Unicampus

Von einer Freundin wurde uns die tägliche, einstündige Führung ans Herz gelegt. Blöderweise startete diese erst um 14 Uhr und da wollten wir schon auf dem Weg Richtung Boston sein. Daher erkundeten wir den Campus auf eigene Faust. Außerdem – das wussten wir zwar schon im Vorhinein, aber anders konnten wir es nicht organisieren – fiel der Tag unseres Besuchs auf einen Samstag, an dem der Uni-Betrieb folglich nur sehr eingeschränkt vonstatten ging. Machte aber nichts, wir haben es sehr genossen, über das weitläufige Gelände zu flanieren!

Tipp 4: Besucht Yale unter der Woche! Wenn das nicht möglich ist, werdet ihr es dennoch lieben!

Yale-Campus

Mittags kehrten wir bei Shake Shack ein und stärkten uns für die gut zweistündige Fahrt nach Boston.

Tipp 5: „One Shack Burger“ geht immer! Pommes auch.

Wie gut, dass das Wrentham Outlet quasi am Weg lag. Wir können doch nicht schon wieder..? Nur ein kurzer Umweg, ach was soll’s. Und so landeten wir auch an diesem Tag in einem Outlet. Im Gegensatz zum Jersey Gardens Outlet ist das besagte Outlet nahe Boston in Form von kleinen Läden im Freien aufgebaut. Bei strahlendem Sonnenschein spazierten wir vorbei an Eis-, Burger- und Donut-mampfenden Amis.

Tipp 6: Wenn ihr dachtet, ihr wärt dem Konsum nicht verfallen, wart ihr noch nie in Amerika.

Wir erreichten unser Hotel in Boston am späten Nachmittag. Erschöpft sanken wir erstmal in die Betten. Nach einem abendlichen Spaziergang durch die Stadt kehrten wir im Dong Khanh Restaurant in der Harrison Avenue ein. Volltreffer: Leckeres, authentisches vietnamesisches Essen. Ein wahrer Lichtblick abseits von Burger & Co. Unbedingt empfehlenswert!

Dong-Khanh-Restaurant

Am nächsten Morgen frühstückten wir im sehr netten Metropolis Cafe in der Tremont Street (Dieses Granola – soooo köstlich). Unser Weg führte uns entlang der nahe gelegenen Newbury Street zum Boston Public Garden. Unser nächstes Vorhaben: Der Freedom Trail – eine Route durch Boston, an der bedeutende historische Sehenswürdigkeiten liegen.

Boston-goldene-Kuppel

Das Treiben um den Quincy Market gefiel uns besonders gut! Kathi hatte zu diesem Zeitpunkt schon mit einer lästigen Erkältung zu kämpfen (daher auch der leicht illuminierte Blick auf dem vorigen Foto), weshalb wir über die Mittagszeit eine Pause im Hotelzimmer einlegten.

Tipp 7: Auch touristische Trampelpfade können beeindrucken!

Boston-Quincy-Market

Das Mittagsschläfchen gab uns beiden wieder Kraft und so besuchten wir nachmittags die Harvard University. Wir flanierten durch das von Bäumen gesäumte Areal und erkundeten die unzähligen Backsteinhäuser auf dem Uni-Campus.

Harvard-Campus

Harvard-Bibliothek

Abends verschlug es uns nach North End, einem Viertel mit italienischem Flair. Eigentlich wollten wir uns eine Pizza im bekannten Regina einverleiben, doch vor dem Restaurant standen die Menschen Schlange und so genossen wir den Trubel des Kirtags, in den wir zufällig geraten waren. Hier ein Regentropfen, da noch einer, und binnen fünf Minuten schüttete es wie aus Kübeln. In einem auf (gefühlte) Minusgrade klimatisierten Diner genehmigten wir uns Bier und Burger.

Tipp 8: Auch im Hochsommer empfiehlt es sich, genügend winterfeste Kleidung mitzubringen.

Unser kleiner, aber feiner Ausflug endete ohne großes Trara in Dover, New Jersey, bei Romeos Verwandten, als uns sechs (in Worten 6) unterschiedliche Sorten an Cheesecake vorgesetzt wurden. Davon und darüber, was es New Jersey sonst zu sehen gibt, erzählen wir euch ein anderes Mal…

Hard Facts

Route-New-York-Boston

Zurückgelegte Meilen: 538
Das wären in Kilometern: 865,83
Venti-Cappucchino bei Starbucks: 6
Kosten insgesamt: viel. zu. viel

Und sonst?

Das Auto haben wir wieder am Flughafen New Jersey zurückgegeben. Von dort kommt man nämlich ganz easy und ohne Stress nach Manhattan. Beim nächsten Mal würden wir übrigens eine Nacht in Boston dranhängen! Und natürlich wäre es fein, Bostons Umgebung noch weiter zu erkunden. Und weiter nach New Hampshire zu fahren. Oder Vermont. Oder Maine. Beim nächsten Mal dann! Fest steht: Roadtrips – wenn auch nur für drei Tage – sind geil!