Das, was wir euch heute erzählen, können wir selbst nicht so recht glauben. Seit einigen Wochen sieht Kathi immer und immer wieder das Foto von S. an. Er lebt nahe London, hat Kinder und Enkelkinder, reist viel und setzt sich für den Tierschutz ein. Immer und immer betrachtet Kathi das Foto jenen Mannes, dessen Vater in Wien geboren und zu Zeiten des 2. Weltkriegs emigriert war. Es ist das Foto eines Mannes, mit dem Kathi verwandt ist.

Aber einmal von Anfang an: Wir machen einen DNA-Test

Warum, um alles in der Welt, macht man überhaupt einen DNA-Test, fragt ihr euch? Berechtigte Frage. Beginnen wir von vorne. Letztes Jahr – es muss im Herbst gewesen sein – wurden wir auf Facebook und YouTube auf ein ganz besonderes Video aufmerksam: „The DNA Journey“. Die Reise-Suchmaschine momondo hatte Menschen aus aller Welt gebeten, einen DNA-Test zu machen, um ihnen zu zeigen, woher sie stammen. „This video went viral“ würde man jetzt im Englischen sagen. Auf Deutsch: bis heute wurde es auf YouTube über 17 Millionen Mal (!) angesehen. Storytelling vom Feinsten: die kurdische Studentin erfährt, dass sie aus der Türkei stammt. Der Deutschland-Hasser hat Wurzeln in Deutschland. Und so weiter und so fort – einfach ein perfekt inszeniertes Marketingvideo, das Gänsehaut verursacht. Die Kernaussage: Wir Menschen sind alle in gewisser Weise miteinander verbunden. Wir haben mehr gemeinsam, als uns trennt. Let’s open our world! Aber seht am besten selbst.

momondo wollte die Kampagne auch in diesem Jahr weiterführen und – TADAAA, hier kamen wir ins Spiel. Als Markenbotschafter wurden wir gebeten, die Message in die Welt (in unserem Fall an euch hihi) zu tragen. Daher durften wir kostenlos unsere DNA testen und somit herausfinden, woher wir stammen. Oder konkret ausgedrückt: unsere DNA sollte mit der DNA von Menschen aus anderen Regionen verglichen werden. Wer uns kennt – und wenn auch nur im Geringsten – der weiß, dass Neugier unser zweiter Vorname ist. Beschlossene Sache: wir machen einen DNA-Test!

ancestry-dna-erfahrungen

„Wie viel Spucke muss da rein?“
„Bis zur Linie!“
„So viel? Ich hab doch gar nicht so viel Spucke im Mund“

Wenn ihr noch nie einen DNA-Test gemacht habt (davon gehen wir jetzt einmal aus), dann lasst euch gesagt sein: es braucht kurioserweise mehr Spucke als gedacht. (Wir dachten ja immer, die DNA ist schon im kleinsten Molekül vorhanden, aber denkste.) Irgendwie haben wir es dann aber doch geschafft, die beiden kleinen Reagenzgläschen vollzufüllen. Unsere DNA. Unsere Geschichte. Puh! Plötzlich wurde uns ein bisschen mulmig. Waren wir bereit zu erfahren, woher wir stammen? Was, wenn das Ergebnis uns total überfordern würde?

Viel Zeit nachzudenken, hatten wir nicht, denn unsere Reise nach Vancouver stand an. Somit hatten wir vor unserem Abflug gerade noch genügend Zeit, die beiden Reagenzgläschen zuzukleben, in der entsprechenden Box zu verstauen und in den Postkasten zu werfen. Tschüss, DNA! Gute Reise!

Unsere DNA-Ergebnisse

Um ehrlich zu sein: wir dachten ja, dass unsere beiden Ergebnisse die wohl langweiligsten überhaupt sein würden. Kathi – so glaubte sie zumindest – weiß über ihre Familiengeschichte ziemlich gut Bescheid: Deutschland und Österreich durch und durch. Vielleicht noch ein bisschen Tschechien. That’s it. Und auch Romeo hatte sich nicht viel Spannenderes erwartet.

Um es kurz zu machen: Es kam dann doch ein bisschen anders.

Denn als vor ein paar Wochen die Ergebnisse in unserem Postfach landeten, mussten wir schlucken. Kathi hatte einen „Match“. Mit jemandem, der den Mädchennamen ihrer Mutter trägt. BAMM, das saß. Das konnte kein Zufall sein. Wer ist dieser Mann? Wie steht er zu Kathi in Verhältnis? Wo lebt er? Was ist seine Geschichte?

Bevor wir die kuriose Geschichte aufklären, möchten wir euch erstmal unsere Ergebnisse zeigen.

Kathi über ihre Ergebnisse des DNA-Tests

„77 Prozent Westeuropa. Das war irgendwie klar. Doch Moment mal, Österreich, jenes Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin, wird Osteuropa zugerechnet und da steht bei meinen Ergebnissen: „low confidence“. Wenn man also 1 und 1 zusammenrechnet, dann wird plötzlich klar: Meine DNA stimmt mit den Menschen aus Österreich weniger überein als mit jenen aus Italien und Griechenland. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich mich im Süden so wohl fühle?“

DNA Kathi momondo

Romeo über seine Ergebnisse des DNA-Tests

„Ich als alter Ahnenforscher – ja ihr hört richtig, ich habe für meine Diplomarbeit wochenlang in den Archiven dieses Landes recherchiert – finde es ja besonders interessant zu wissen, wo in der Welt meine DNA überall verstreut ist. Dass meine Gene so stark in Deutschland verankert sein sollen, überrascht mich dann aber doch. Ungarn, Tschechien und Griechenland hatte ich allerdings erwartet. Das schreit nach weiterer Forschung. Schade nur, dass ich keinen Match wie Kathi abgegriffen habe.“

DNA Romeo momondo

Die Aufklärung des mysteriösen „Matches“

„Dear Katharina, I believe we are related.“

Zack. Der Name und die Verwandtschafts-Wahrscheinlichkeit von „extremely high“ hatten es schon vermuten lassen, aber die Zeilen dieser E-Mail ließen uns trotzdem kurz die Luft anhalten.

Also es ist so: Der Vater von S. ist gebürtiger Österreicher und wanderte während es 2. Weltkriegs nach Großbritannien aus. Sein Cousin blieb zurück. Dieser Cousin ist Kathis mittlerweile verstorbener Opa. Das bedeutet auch: Kathis Ururgroßvater ist der Urgroßvater von S: Ein und dieselbe Person im Stammbaum. Apropos Stammbaum. Den haben wir seither um viele, viele Verwandte ergänzt. Der besagte Onkel in London hat nämlich mittlerweile einige Nachfahren. Und damit nicht genug: Kathi hat erfahren, dass sie auch ziemlich nahe Verwandte in Amerika hat. Und zwar nicht wenige. Wie naiv zu glauben, Österreich wäre der Mittelpunkt ihrer Familiengeschichte.

In diesem Sinne: Let’s open the world!


momondo hat uns zwei DNA-Kits kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, dass wir Teil eurer Kampagne sein durften.