So sehr wir uns in Vancouver Downtown auch verliebt haben, wir konnten das Land ohne einen Mini-Road-Trip durch die Region British Columbia einfach nicht verlassen. Vancouver eignet sich hervorragend für kurze Ausflüge in die Natur, denn die Wildnis Kanadas beginnt direkt von den Toren der Stadt.

Nach kurzer Recherche stand fest: unser Road Trip sollte uns von Vancouver bis nach Whistler, dem Olympiadorf 2010, führen. Bereit für den wohl spektakulärsten Tagesausflug unseres bisherigen ReisebloggerInnen-Daseins?

1. Capilano Suspension Bridge

Wie es sich anfühlt, auf einer frei schwingenden Seilbrücke in 70 Metern Höhe über einen reißenden Fluss zu spazieren? Ziemlich wackelig, das können wir versprechen! Die Capilano Suspension Bridge ist eine der Sehenswürdigkeiten Vancouvers und befindet sich mitten im Stadtgebiet im Viertel „North Shore“. Die Capilano Suspension Bridge ist Teil des gleichnamigen Parks – man könnte auch Vergnügungspark dazu sagen. Erwarte dir also keine abgeschiedene Wildnis, wenngleich die Natur wirklich beeindruckend ist.

Capilano Suspension Bridge

Noch ein wichtiger Tipp zum Besuch der Capilano Suspension Bridge

Die beeindruckende Hängebrücke ist die wohl meist fotografierte Sehenswürdigkeit ganz Vancouvers. Das bedeutet, dass du vor allem in der Hochsaison entweder sehr früh oder sehr spät kommen solltest, um den Menschenmassen möglichst zu entgehen (check am besten die Website für aktuelle Öffnungszeiten). Wir waren zunächst morgens dort, haben unseren Besuch dann aber aufgrund des Regens auf den späten Nachmittag verschoben.

2. Sea to Sky Gondola in Squamish

Nun aber raus aus der Stadt! Wir folgen dem beeindruckenden Sea to Sky Highway Richtung Norden. Links von uns das Meer, rechts die nebelumhüllten Berge – und wir? Wir sind vom ersten Augenblick Feuer und Flamme für diese atemberaubende Landschaft. Dass Kanadas Natur ziemlich beeindruckend sein soll, hatten wir schon erwartet. Aber mit solchen Ausblicken und das nur wenige Kilometer nach der Stadtgrenze hatten wir nicht gerechnet.

Den ersten Stopp (von unzähligen „Halt-mal-kurz-an-ich-muss-ein-Foto-machen-Stopps“ einmal abgesehen) legen wir nach etwa einer Stunde in Squamish ein. Der Grund: Uns zieht es hinauf auf den Berg! Mit der Sea to Sky Gondola durchbrechen wir die hartnäckige Nebeldecke. Am Gipfel angekommen genießt man an schönen Tagen eine beeindruckende Fernsicht auf das Bergpanorama von British Columbia. Wir müssen bei unserem Besuch leider ein bisschen unsere Fantasie spielen lassen, denn die Berggipfel blitzen nur ab und zu aus dem Nebel hervor. Zum Glück ist die Fernsicht nicht der einzige Grund für unseren Besuch: die Hängebrücke am Berggipfel steht ihrer kleinen Schwester in Vancouver um nichts nach.

Sea to Sky Gondola Tipps

Sea to Sky Gondola Aussicht

Sea to Sky Gondola Hängebrücke

Noch ein paar Infos zum Besuch der Sea to Sky Gondola

Die Fahrt mit der Sea to Sky Gondola zur Summit Lodge dauert nur etwa 10 Minuten. Ein Roundtrip kostet etwa 40$ und ist jeden einzelnen Cent wert. Das Restaurant am Berggipfel haben wir ebenfalls getestet und waren überrascht von der guten Qualität der Speisen. Oben angekommen kannst du aus mehreren Wanderwegen wählen. Plane für deinen Besuch etwa 2 Stunden ein, wenn du dich nicht stressen möchtest.

3. Alta Lake

Ist das etwa ein Sonnenstrahl, der da aus den Wolken hervorblitzt? Wenn uns Kanada eines lehrt, dann, dass sich das Wetter im Stundentakt um 180 Grad wenden kann. Während unsere Finger am Gipfel der Sea to Sky Gondola kurz vorm Erfrieren waren, so genießen wir am Ufer des Alta Lakes nahe Whistler Frühlingswetter.

Wir wollten unbedingt Halt an einem See machen und haben uns kurzerhand für den Alta Lake entschieden. Trotz der Nähe zu Whistler ist der See sehr idyllisch gelegen. Außerdem ein Pluspunkt für uns: man kann mit dem Auto fast direkt beim See parken.

Alta Lake Kanada

Tipps Alta Lake

4. Olympiadorf Whistler

Und plötzlich stehen wir vor den fünf metallenen Olympischen Ringen. Whistler Mountain, British Columbia – Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010. Wow! Geplant haben wir das ja nicht unbedingt, aber jetzt, wo wir schon so weit gekommen waren, wollten wir das ehemalige Olympiadorf unbedingt auch noch besuchen.

In Whistler hat sich ein sehr sympathisches Zentrum mit Flaniermeile, Cafés und Shops herausgebildet. Ein bisschen wehmütig sind wir übrigens auch, denn unsere Zeit reicht leider nicht für eine Fahrt mit der „PEAK 2 PEAK Gondola“. „This is a MUST“, hat uns der Kanadier Kenneth noch am Vortag gepredigt. Wenn man seinen Aussagen Glauben schenken darf, dann muss eine Fahrt mit der Seilbahn eines der beeindruckendsten Bergerlebnisse überhaupt sein. Seufz. Beim nächsten Mal! Dieser Teil Kanadas hat uns bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen – so viel steht fest.

5. Cypress Mountain Lookout

Ein bisschen traurig und zugleich überwältigt von der Naturschönheit Kanadas treten wir also unsere Heimreise an. Und wenngleich wir dies auf demselben Weg tun, über den wir gekommen sind, so ist das Bild ein gänzlich neues. Von der anderen Seite befahren hat man auf dem Sea to Sky Highway nämlich gleich ganz neue Ausblicke auf die imposante, schneebedeckte Gebirgslandschaft.

Rechtzeitig vor Sonnenuntergang erreichen wir den Aussichtspunkt auf Cypress Mountain – jenem Berg vor den Toren der Stadt, von dem man einen Panoramablick auf Vancouver hat. Einziges Manko: Man benötigt unbedingt ein eigenes Auto, denn zum Lookout fahren keine öffentlichen Busse. Folgt einfach der Cypress Bowl Road bergaufwärts. Der Aussichtspunkt liegt rechterhand auf halber Strecke zum Skigebiet Cypress Mountain.

Cypress Mountain Ausblick

Mietauto & Parken: Weitere Tipps für einen Tagesausflug von Vancouver nach Whistler

British Columbia ist denkbar einfach auf eigene Faust zu bereisen. Wir haben unser Mietauto wie immer über Sunny Cars gebucht. Der Vorteil: Bei einer Buchung via Sunny Cars erhältst du eine Vollkasko-Versicherung. Das bedeutet: Im Schadensfall wird dir die Selbstbeteiligung erstattet und du kannst den Roadtrip ruhigen Gewissens genießen. (Uns hat tatsächlich schon mal jemand einen ordentlichen Kratzer ins Auto gemacht und Sunny Cars hat uns ohne Probleme den Selbstbehalt erstattet.)

Du kannst ruhigen Gewissens die kleinste Autoklasse wählen. Autos in Kanada sind ebenso wie in den USA tendenziell überdimensioniert und höchst komfortabel. Die Preise für ein Mietauto sind ziemlich moderat: Der rote Ford auf dem Foto hat uns für 24 Stunden gerade einmal 50 Euro gekostet. Hinzu kamen noch einmal etwa 40 Euro fürs Tanken (für die oben beschriebene Strecke).

Parken in Vancouver ist entweder in Parkhäusern oder auf der Straße möglich. In Downtown Vancouver findet man auf der Straße meist nur „metered parking“, also fix vorgegebene Parkplätze, an denen jeweils ein Parkautomat angebracht ist. Hab hierfür genügend Kleingeld dabei. Die Kosten variieren je nach Stadtviertel und Tageszeit.

Auto mieten Vancouver

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Hast du auch schon einen Tagesausflug von Vancouver nach Whistler oder gar einen Road Trip durch Kanada gemacht? Wir freuen uns sehr über deine Erfahrungen und Tipps!