Einmal im Leben in der Wüste übernachten – im Oman kann dieser Traum Realität werden. Die Wüste Wahiba Sands im Norden des Omans eignet sich perfekt für ein Wüstenabenteuer wie aus 1001 Nacht.
Möchtest du in der Wüste übernachten und suchst noch nach richtig hilfreichen Tipps und persönlichen Erfahrungen? Auf unserem Reiseblog bist du genau richtig. Wir verraten dir, in welchem Camp wir übernachtet haben (Spoiler: Große Empfehlung) und versorgen dich mit vielen praktischen Infos und Reisetipps.
Inhalt
- 1. Wüste Wahiba Sands im Oman: Unsere TOP Tipps im Überblick
- 2. Das musst du über die Wüste Wahiba Sands wissen
- 3. Anreise in die Wüste: Tipps & Erfahrungen
- 4. Übernachten in der Wüste: Unser Tipp
- 5. Aktivitäten in der Wüste: Wissenswertes & Erfahrungen
- 6. Praktische Reisetipps: Kleidung, Sicherheit, Strom etc.
1. Wüste Wahiba Sands im Oman: Unsere TOP Tipps im Überblick
Für alle, die es kurz und bündig wollen, folgen hier unsere wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick. Ausführliche Erfahrungen und Tipps findest du im Laufe dieses Blogartikels.
- Anreise: Auf eigene Faust möglich und empfehlenswert – Allradantrieb und Druck aus den Reifen lassen sind allerdings ein MUSS!
- Übernachten: Es gibt viele Camps – von basic bis luxuriös. Wir haben im Infinity Camp übernachtet und haben es geliebt.
- Erleben: Unbedingt zum Sonnenuntergang auf die Dünen klettern – einer unserer Lieblingsmomente im Oman.

2. Das musst du über die Wüste Wahiba Sands wissen
- Die Wüste Wahiba Sands (auch „Rimal Al Wahiba“ oder „Scharqiyya Sands“ genannt) ist Omans bekannteste Wüste (nicht allerdings die größte des Landes).
- Die Wüste liegt etwa zwei Stunden von der Hauptstadt Maskat entfernt. Sie erstreckt sich von Norden nach Süden über ungefähr 180 Kilometer.
- Berühmt ist die Wüste Wahiba Sands für ihre gigantischen orange-roten Dünen. Sie sind teilweise bis zu 100 Meter hoch. Die Wüste ist allerdings nicht komplett vegetationslos. Zwischen den Dünen wachsen stellenweise Büsche.
- Vor allem der Norden der Wüste ist touristisch gut erschlossen. Es gibt hier zahlreiche Camps, in denen du übernachten kannst.
- Jeder kann (mit etwas Vorbereitung und dem passenden Auto!) auf eigene Faust in die Wüste fahren. Es gibt allerdings keine Straßen/Pisten im klassischen Sinn, sondern man orientiert sich an den vorhandenen Reifenspuren.
- Im Sommer ist ein Besuch der Wüste aufgrund der heißen Temperaturen absolut nicht zu empfehlen. Sehr viele Camps schließen auch ab Mai oder spätestens Juni und eröffnen dann erst wieder im September oder Oktober.



3. Anreise in die Wüste: Tipps & Erfahrungen
Das Wichtigste vorab: 4×4 & Druck aus den Reifen lassen
Zunächst einmal die wichtigste Info: JA, es ist mit etwas Vorbereitung problemlos möglich, auf eigene Faust in die Wüste zu fahren. Dazu sind zwei Dinge unbedingt notwendig:
- Ein Auto mit Allradantrieb (=4×4), ansonsten besteht die Gefahr, im Sand steckenzubleiben.
- Druck aus den Reifen zu lassen, um die Auflagefläche der Reifen zu vergrößern und ein Einsinken im Sand zu verhindern.
Wir selbst hatten einen Toyota Fortuner (gebucht via Sunny Cars) und können dieses Auto für eine Fahrt in die Wüste sehr empfehlen. (Gut zu wissen: Fahrten in die Wüste sind laut Mietwagenbedingungen häufig nicht erlaubt! In der Realität hält sich niemand daran und alle fahren trotzdem in die Wüste.)
Den Reifendruck haben wir an dieser Tankstelle verringert. (Genauer gesagt an der Rückseite der Tankstelle.) Der Ort wurde uns von unserem Camp empfohlen. Der Mitarbeiter hat uns für 1 OMR den Druck aus den Reifen gelassen. (Die negativen Bewertungen können wir nicht bestätigen – bei uns hat es einwandfrei funktioniert.)
Von der Tankstelle sind es dann noch einmal einige Kilometer bis zur Wüste (teils asphaltiert, teils Schotter). Das ist natürlich etwas ungewohnt und man muss mit dem verringerten Reifendruck vorsichtig fahren, aber alles halb so wild.
Wo genau fährt man in die Wüste?
Das bringt uns zum nächsten Punkt: Wie kommt man überhaupt in die Wüste bzw. wo befindet sich die Zufahrt? Die Haupteinfahrten befinden sich südlich der Orte Al Wasil und Bidiyya. Hier führen mehrere Pisten mehr oder weniger parallel in die Wüste. Welche Zufahrt du konkret am besten nutzt, verrät dir dein Camp nach der Buchung.
Praktische Tipps und Erfahrungen zum Fahren in der Wüste
- Es gibt in der Wüste keine abgesteckten oder gar befestigten Wege! Du orientierst dich an den vorhandenen Reifenspuren bzw. Fahrrillen.
- Die meisten Camps sind über eine solche regelmäßig befahrene Piste mehr oder weniger direkt erreichbar. Also keine Sorge: Du musst nicht blindlinks abbiegen und orientierungslos über hohe Dünen fahren. (Bzw. besser gesagt: Das solltest du auch nicht tun, wenn du unerfahren bist!)
- Wie fühlt es sich an, über Sand zu fahren? Manchmal holprig, mitunter auch ein bisschen so, als würde man „schweben“. Es ist auf jeden Fall ein kleines Abenteuer, aber man gewöhnt sich relativ schnell daran.
- Halte die Geschwindigkeit möglichst konstant. Wir sind ca. 40km/h gefahren, wurden aber von Einheimischen durchaus auch mal mit ca. 60km/h überholt.
- Vermeide unbedingt abruptes Bremsen/Lenkmanöver, da dann die Gefahr besteht, im Sand steckenzubleiben. Versuche auch beim Anfahren, möglichst sanft mit wenig Gas loszufahren.
- Falls es dir wider Erwarten doch passiert, dass du im Sand steckst: Versuche erstmal, den Rückwärtsgang zu nehmen. Oft reicht das schon aus. Und im Notfall: Keine Panik. Gerade auf den Hauptwegen ist man untertags nicht allein. Uns sind sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt mehrere Autos entgegengekommen. Und grundsätzlich gilt: Auf den Hauptwegen, die zu den Camps führen, ist es sehr unüblich, steckenzubleiben.
- Last but not least: Vorher tanken bzw. mit ausreichend gefülltem Tank in die Wüste fahren – Tankmöglichkeiten gibt es in der Wüste keine.



4. Übernachten in der Wüste: Unser Tipp
Die meisten Unterkünfte in der Wahiba Sands Wüste sind Camps, bestehend aus mobilen Zelten. Ganz vereinzelt übernachtest du auch in gemauerten Unterkünften und einige wenige verfügen kurioserweise sogar über einen Pool.
Wir selbst entschieden uns für eine authentische, aber dennoch vergleichsweise luxuriöse Unterkunft und übernachteten im Infinity Camp, welches wir von ganzem Herzen empfehlen können.
Das Infinity Camp besteht nur aus vier Zelten. Du darfst dich daher auf eine persönliche, familiäre Atmosphäre freuen. Ein weiterer Vorteil ist die Lage des Camps. Es befindet sich nämlich relativ abgeschieden und nicht (wie viele andere Camps) direkt innerhalb der ersten Kilometer der Wüste. Man hat hier also wirklich das Gefühl „mitten in der Wüste“ zu sein.
Die Zelte sind zwar einfach, aber sehr geschmackvoll mit einem Hauch Boho-Vibes eingerichtet. Wir haben uns richtig wohl gefühlt. Was du wissen solltest: Scheint die Sonne, wird das Zelt zur Sauna. In der Nacht hingegen kann es relativ kühl werden. (Wir haben im Februar allerdings dank der dicken Decken nicht gefroren.) Strom gibt es im Zelt keinen (nur Licht), allerdings im großen Gemeinschaftszelt, was für uns für eine Nacht völlig ausgereicht hat.
Zu jedem Zelt gehört auch ein privates Badezimmer, das sich nebenan befindet. In Anbetracht der Tatsache, dass man sich fernab der Zivilisation befindet, ist der Komfort ziemlich hoch. Und man duscht hier mit Blick auf die Sterne – ziemlich coole Sache.
Frühstück und Abendessen werden in Buffet-Form im Gemeinschaftszelt gereicht. Beides war richtig gut – sogar besser als so mach Essen in teuren Hotels im Oman.
Unser Fazit: Ein einmaliges Erlebnis von Anfang bis zum Ende. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, was auch am wunderbaren Personal lag. Große Empfehlung – wir würden sofort wieder hier buchen.
Hier kannst du deine Übernachtung buchen: Infinity Camp




5. Aktivitäten in der Wüste: Wissenswertes & Erfahrungen
Was macht man eigentlich an einem Ort, an dem es „nichts“ gibt außer Sand? Nun, eines schon einmal vorneweg: Man glaubt es kaum, aber gerade wenn man nur eine Nacht in der Wüste Wahiba Sands bleibt, vergeht die Zeit so unfassbar schnell. Ankommen – entspannten – Sonnenuntergang – Abendessen – schlafen – Sonnenaufgang – Frühstück und dann ist es auch schon wieder an der Zeit, die Koffer zu packen.
Wir selbst haben uns daher dafür entschieden, die Zeit ganz ohne „Action“ zu genießen und die Ruhe der Wüste bewusst zu erleben. Somit haben wir keine extra Aktivität gebucht. Es gibt aber für Abenteuerlustige viel zu erleben. Was genau, das verraten wir dir in diesem Kapitel.
Sonnenaufgang / Sonnenuntergang in den Dünen
Der Klassiker! Den Sonnenuntergang und/oder den Sonnenaufgang von den Dünen aus zu beobachten, ist unserer Meinung nach ein absolutes Pflichtprogramm.
Im Infinity Camp gibt es dafür praktischerweise eine Art Leiter, über die du den recht steilen Anstieg der ersten Düne relativ einfach erreichst. Von dort kannst du dann, wenn du möchtest, noch weiter gehen (sehr zu empfehlen).
Das Ambiente hier oben war einmalig. Wir waren ganz allein und haben rundherum nichts als Sand gesehen. Beim Sonnenaufgang hatten wir übrigens wettertechnisch kein Glück (es war unglaublich neblig), darauf solltest du grundsätzlich vorbereitet sein und am besten gleich den Sonnenuntergang am Ankunftstag in den Dünen verbringen.
Sandboarden
Recht beliebt ist es, mit einem Board die Düne herunterzufahren. Sandboarden ähnelt stark dem Snowboarden, ist aber etwas weniger schnell. Viele Camps stellen Sandboards zur Verfügung, die du dir einfach schnappen kannst.
Dune Bashing
Wer Lust auf einen Adrenalinkick hat, der kann eine Dune-Bashing-Fahrt buchen. Auch diese wird in den meisten Camps angeboten. Du fährst hier in relativ hoher Geschwindigkeit und teils in abenteuerlicher Schräglage die Dünen entlang.
Kamelreiten
Wird überall angeboten, ist allerdings im Hinblick auf ethischen Tourismus fragwürdig. Oft werden Kamele unter schlechten Bedingungen gehalten. Das konnten wir vom Infinity Camp zwar so nicht sagen, denn hier ging es den Tieren, soweit wir das beurteilen können, gut. Unsere Meinung: Es gibt überall Kamele in der Wahiba Sands Wüste – wir sehen ihnen lieber zu, als dass wir auf ihnen reiten.
Ballonfahrt
Abschließend noch ein Tipp für all jene, die auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Erlebnis in der Wahiba Sands Wüste sind. Wie wäre es mit einer Ballonfahrt zum Sonnenaufgang? Du kannst dabei die grandiose Dünenlandschaft aus der Vogelperspektive betrachten – und das zum allerschönsten Morgenlicht. Ballonfahrten werden nur vereinzelt angeboten, wir haben aber eine Empfehlung, wo du diese buchen kannst.
Hier buchen: Ballonfahrt Wahiba Sands Wüste


6. Praktische Reisetipps: Kleidung, Sicherheit, Strom etc.
Last but not least findest du in diesem Kapitel noch einige praktische Tipps, um dein Wüstenabenteuer möglichst gut vorbereiten und planen zu können.
Kleidung
In der Wüste wird es nachts kühler als anderswo im Oman. Ein Pullover bzw. gegebenenfalls je nach Jahreszeit auch eine leichte Jacke (z.B. dünne Daunenjacke), sollten unbedingt mit ins Gepäck. Der kälteste Monat ist üblicherweise der Jänner. Wir selbst waren im Februar und fanden es weniger kühl als gedacht. Dank der dicken Decken im Infinity Camp haben wir auch nachts nicht gefroren.
Untertags bietet sich helle, weite und lange Kleidung an, die vor der Sonne schützt. Geschlossene Schuhe hatten wir kein einziges Mal an. Birkenstock, aus denen man den Sand schnell entfernen kann, waren unsere Wahl. (Je nachdem, wie heiß der Sand ist, können aber auch geschlossene Schuhe besser geeignet sein.)
Snacks
Es gibt in der Wüste keine Geschäfte, in denen man etwas zu essen oder trinken kaufen kann. Obwohl man in den Camps üblicherweise gut versorgt wird, empfehlen wir dennoch, ein paar (hitzeresistente) Snacks mitzubringen (z.B. Nüsse, Datteln). Viele Camps bieten aber zwischen den Mahlzeiten auch Snacks an, falls man Hunger bekommt.
Sicherheit
Aufenthalte in der Wüste Wahiba Sands sind grundsätzlich sehr sicher. Der Oman gilt als extrem gastfreundliches Land und in der Wüste sieht es nicht anders aus. Das größte Risiko ist wohl im Sand steckenzubleiben (was wir aber auch als relativ gering erachten, sofern man sich an Empfehlungen hält).
Schlangen und Skorpione leben zwar in der Wüste, eine Begegnung ist jedoch sehr unwahrscheinlich, da die Tiere Menschen meiden. Da sie nachtaktiv sind, ist ein Zusammentreffen am ehesten noch in der Dämmerung bzw. abends möglich. Wir selbst haben weder eine Schlange noch einen Skorpion gesehen. Was wir aber manchen würden: Schuhe, die vor dem Zelt stehen, ausklopfen, bevor man sie anzieht. Und nachts gegebenenfalls geschlossene Schuhe tragen.
Handyempfang & WLAN
Vereinzelt gibt es je nach Netzanbieter in der Wüste zwar Handyempfang – verlassen solltest du dich aber keinesfalls darauf. Was es jedoch in den allermeisten Camps gibt, ist WLAN.
Strom
Ob bzw. in welchem Ausmaß Strom zur Verfügung steht, hängt von deinem Camp ab. Im Infinity Camp hatten wir z.B. in den Zelten nur Licht. Steckdosen standen im allgemeinen Bereich zur Verfügung, was für uns völlig ausreichend war. (Deine elektronischen Geräte kannst du somit während des Frühstücks/Abendessens laden.) Gegebenenfalls könntest du auch eine Powerbank mitnehmen.


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Warst du schon einmal in der Wüste im Oman? Wie hat es dir gefallen? Möchtest du noch weitere Tipps bzw. deine Erfahrungen ergänzen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar unterhalb dieses Blogartikels.