Amsterdam. Wenige Städte lösen in uns so sehr das Gefühl aus, richtig zu sein. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – das ist es, was unseren spontanen Aufenthalt am besten beschreibt. Selten haben uns die Architektur der Stadt, die Atmosphäre und die Mentalität der Menschen gleichermaßen begeistert. Hier passt es, hier fühlen wir uns wohl. Während wir so durch die Straßen spazierten, schmiedeten wir schon Pläne, hier eines Tages leben zu wollen. Das hat Amsterdam mit uns gemacht – in nur 3 Tagen.

Gewohnt haben wir in einem ganz bezaubernden Apartment mitten in der Innenstadt, im Blue Sheep Bed & Breakfast. Wenn ihr euch entscheidet, hier zu übernachten (und das würden wir euch wirklich ans Herz legen), dann bucht unbedingt das Apartment im obersten Stock: Es ist so wunderbar sonnendurchflutet und man muss sich dort einfach wohlfühlen.

Dachgiebel-Amterdamm

Blue-Sheep-Amsterdamm

Unterkunft-Tipp-Amsterdamm

Klassische Sightseeing-Tipps für Amsterdam können und wollen wir euch hier nicht liefern. Amsterdam ist zu schön, um es auf Hotspots zu reduzieren. Das bedeutet nicht, dass es hier nicht ganz wunderbare Museen und Ausstellungen gibt. Die gibt es ganz bestimmt. Wir haben sie jedoch nicht besucht, wir waren zu sehr mit uns selbst und unserer Beziehung zu dieser Stadt beschäftigt. Der einzig wirklich brauchbare Tipp, den wir euch geben können: Lasst euch treiben! Und das bedeutet gleichzeitig: Geht so viel wie möglich zu Fuß! Beobachtet die Menschen, die aus ihren winzigen Vorgärten Wohlfühloasen machen! Saugt die offene, freundliche Mentalität auf! Genießt jede Minute! Versucht, auf hektisches Sightseeing-Abklappern weitgehend zu verzichten! Ehrlich, das ist das Beste, was ihr machen könnt! Und dann werdet ihr diese Stadt genau so lieben, wie wir es tun.

Amsterdamm-Chillen

Amsterdamm-Lifestyle

Wenn ihr so durch die Straßen spaziert, werdet ihr merken, dass hier etwas grundlegend anders ist, als in Österreich oder Deutschland: Die Menschen verstecken sich nicht, sie öffnen die riesigen Fenster, schieben die Vorhänge zur Seite. Sie verbarrikadieren sich nicht in ihren vier Wänden. In Amsterdam kann man Menschen in Büros und Wohnungen von der Straße aus beobachten. Man kann sich von der Inneneinrichtung inspirieren lassen, die Menschen beim Kochen oder Fernsehen beobachten. Das alles wirkt auf uns mitteleuropäisch geprägte Bürger gleichermaßen faszinierend wie befremdlich. Man fühlt sich als Voyeur, ein bisschen wie ein Eindringling. Und doch können wir dieser Eigenheit sehr viel abgewinnen: Die offenen Fenster strahlen die Weltoffenheit aus, die wir hier in Österreich bei den Menschen so sehr vermissen.

Amsterdamm-Häuserfront

Amsterdamm-Gracht

Blumen-Fahrrad-Amsterdamm

Noch etwas ist anders: Fahrräder. Überall Fahrräder. Klein, groß, jung, alt, einfach jeder ist mit dem Rad unterwegs. Die Stadt wirkt dadurch lebendig und doch entschleunigt. Mehr Radverkehr bedeutet nämlich gleichzeitig weniger Autoverkehr. Man hat ein bisschen das Gefühl, dass das Rad für die Menschen in Amsterdam ein bisschen so etwas wie das Auto für den Wiener ist: Der ganze Stolz. Jeder pflegt es, richtet es hübsch her, stellt es zur Schau. Blumenketten hier, Aufkleber dort, tief liegend, klappbar – an Kreativität mangelt es jedenfalls nicht. Die vielen Räder verleihen der Stadt Flair. Man bekommt binnen kürzester Zeit Lust, es den anderen gleich zu tun.

Fahrräder-in-Amsterdamm

Brücken-in-Amsterdamm

Sommertage-in-Amsterdamm

Okay, hier folgt nun doch noch die obligatorische To-Do-Liste (Wir möchten ja niemanden enttäuschen): Da gibt es zunächst einmal die 9 straatjes (wundervolles Viertel voller wunderbarer Geschäfte), das Jordaan-Viertel (netter Mix aus Cafés, Lokalen und Geschäften) die Gegend um den Albert Cuypmarket (Gewusel, Gewusel, Gewusel), Haarlemmerstraat und Haarlemmerijk (lebendiges Viertel mit vielen Vintage-Shops), den Vondelpark (sehr grün, sehr schön, sehr viele Menschen), den bekannten I-Amsterdam-Schriftzug beim Museumsplein (noch mehr Menschen), das Anne Frank Haus (hat uns bei unserem ersten Besuch vor einigen Jährchen gut gefallen) und last but not least: das Rotlichtviertel.

Letzteres zu besuchen, wird in jedem Reiseführer quasi gefordert. Das Rotlichtviertel ist in unseren Augen nichts anderes als ein mehr oder weniger spektakuläres Fotomotiv für die mit Profi-Nikon-Kameras ausgestatteten japanischen Reisegruppen. Befremdlich ist es, durch die engen Gassen zu gehen und Männer und Frauen die Damen in den Schaufenstern fotografieren zu sehen. Das Rotlichtviertel wirkt inszeniert, arrangiert, wie eine Sehenswürdigkeit. Gut, es ist eine Sehenswürdigkeit. Aber das meinen wir nicht positiv. Schöner, ruhiger, angenehmer ist es nachts beim Grachtengürtel. Man kann das Rotlichtviertel nicht ignorieren, es ist gedanklich noch immer präsent. Hin und wieder muss man Seltsames ausblenden, die unglücklichen Gesichter der jungen Frauen sind dennoch da. In unseren Köpfen. Aus den Augen aus dem Sinn. Und dann besinnen wir uns wieder auf unser Amsterdam, picken uns das Beste heraus. Schließlich muss man manchmal egoistisch sein. Jetzt sind wir egoistisch. Wir lieben unser Amsterdam: Das, in dem wir nur freundlichen Menschen begegnen und wo den ganzen Tag die Sonne scheint. Dass der Alltag anders aussieht, ist uns bewusst. Und doch kann Reisen bloß immer nur einen Ausschnitt des Alltags berühren. Unser Ausschnitt aus Amsterdam war großartig!

Amsterdam bei Nacht


Wart ihr schon einmal in Amsterdam? Wir freuen uns auf eure Tipps und Kommentare!