So nah und so unterschätzt! Klosterneuburg grenzt sogar direkt an Wien, aber wir wagen einmal zu behaupten: Viele Wiener waren noch nie dort. Warum eigentlich nicht? Das haben wir uns auch gefragt.
Klosterneuburg besitzt mit dem Stift Klosterneuburg nicht nur eine unglaublich eindrucksvolle Sehenswürdigkeit, sondern darüber hinaus eine wirklich nette Altstadt und viele Natur-Highlights rundherum. Auch in kulinarischer Hinsicht gibt’s hier den einen oder anderen richtigen Geheimtipp.
Du möchtest wissen, wie der perfekte Tagesausflug nach Klosterneuburg aussieht? In diesem Blogartikel verraten wir dir unsere persönlichen Tipps.
1. Was du über Klosterneuburg wissen musst
- Klosterneuburg ist die drittgrößte Stadt in Niederösterreich.
- Klosterneuburg grenzt direkt an Wien – genauer gesagt an den 19. und 21. Bezirk.
- Seit Jahrhunderten ist Klosterneuburg für Weinbau berühmt. Daher gibt es rund um Klosterneuburg auch viele tolle Heurige bzw. Buschenschanken.
- Wahrzeichen und wichtigste Sehenswürdigkeit in Klosterneuburg ist das Stift Klosterneuburg, das mitten in der Altstadt thront.



2. Sehenswürdigkeiten in Klosterneuburg: Unsere Tipps
Klosterneuburg ist historisch in zwei Bereiche geteilt: Die Obere und die Untere Stadt. In der Oberen Stadt auf dem Hügel thront allen voran das imposante Stift. Die Untere Stadt liegt unten im Tal an der Donau. Hier befand sich einst das Händlerviertel. Von einem zum anderen Stadtviertel kannst du einfach zu Fuß gehen.
Stift Klosterneuburg
Klosterneuburgs mit Abstand wichtigste Sehenswürdigkeit und Herzstück der Stadt ist das imposante Stift Klosterneuburg. Die markanten, neugotischen Türme der Stiftskirche sind weithin sichtbar und prägen das Stadtbild von Klosterneuburg.
Das Stift thront auf dem kleinen Hügel in der Oberen Stadt. Vor Ort hast du mehrere Möglichkeiten für einen Besuch:
- Stiftsgarten: Ausgewählte Bereiche des Stiftsgarten sind kostenlos zugänglich. Du kannst also einfach ein bisschen das Ambiente genießen. Unser Tipp: Verpasse keinesfalls den etwas versteckt gelegenen Leopoldihof. Auch die Orangerie ist sehr sehenswert, kann aber leider nur an sehr ausgewählten Tagen im Jahre oder im Rahmen einer Gartenführung besichtigt werden.
- Stiftskirche: Die prunkvolle barocke Stiftskirche ist prinzipiell kostenlos zugänglich. Wenn gerade kein Gottesdienst stattfindet, ist der Kircheninnenraum allerdings durch ein Schmiedeeisengitter versperrt. Wer die Kirche ausgiebig erkunden möchte, muss eine Führung buchen („Große Stiftsführung“). Dasselbe gilt auch für den Kreuzgang.
- Innenräumlichkeiten im Stift Klosterneuburg: Wer genug Zeit und Interesse mitbringt, dem empfehlen wir auf jeden Fall den Besuch des eigentlichen Stiftes. So kannst du nämlich u.a. die Schatzkammer, das Stiftsmuseum und den prunkvollen Marmorsaal besuchen. Auch hier gilt: Wer noch mehr sehen möchte, muss die „Große Stiftsführung“ buchen. Nur so kannst du beispielsweise einen Blick auf den berühmten Verduner Altar in der Leopoldskapelle werfen, eines der bedeutendsten Kunstwerke des Mittelalters.
- Weinkeller: Das Stift Klosterneuburg ist nicht nur eines der größten, sondern auch das älteste Weingut in Österreich. Den dazugehörigen Weinkeller kannst du im Rahmen einer Weinkellerführung besichtigen.
Öffnungszeiten, Preise & weitere Infos: Stift Klosterneuburg (offizielle Website)





Rathausplatz
Ebenfalls in der Oberen Stadt auf dem Hügel, direkt hinter dem Stift Klosterneuburg, findest du schon die nächste wichtige Sehenswürdigkeit, nämlich den Rathausplatz.
Wie es der Name schon verrät, thront hier das hübsche Rathaus von Klosterneuburg. Auf dem Platz finden immer wieder Veranstaltungen statt, darunter z.B. der wöchentliche Bauernmarkt (jeden Freitag Vormittag).
Unser Tipp: Im Nordwesten des Platzes gelangst du zu einem der unserer Meinung nach schönsten Fotospots in Klosterneuburg, nämlich zur kleinen historische Brücke, die über die Hundskehle führt. (Wenn du die Hundskehle bergab spazierst, landest du direkt in der Unteren Stadt.)


Niedermarkt
Der Niedermarkt ist einer der zentralen Plätze in der Unteren Stadt und auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. (Hier befindet sich beispielsweise auch der zentrale Bahnhof im Zentrum von Klosterneuburg.)
Der Niedermarkt war im Mittelalter der Markplatz der Stadt. Hier kamen Händler zusammen und verkauften u.a. Brot, Fleisch und vieles mehr. Später diente der Platz als Gerichtsplatz.
Der Platz wurde leider im 20. Jahrhundert durch viele Umbauten bzw. Abrisse verändert, aber einige sehenswerte alte Bürgerhäuser blieben zum Glück erhalten, darunter etwa der markante Schrannenhof. (Hier ist heute ein Hotel untergebracht.)


Stadtplatz
Von Niedermarkt gelangst du direkt zum Stadtplatz. Gemeinsam bilden die beiden Plätze quasi das Herzstück der Unteren Stadt von Klosterneuburg.
Am Stadtplatz findet jeden Samstag Vormittag (März bis Dezember) der Wochenmarkt statt. Regionale Händler verkaufen hier u.a. frisches Gemüse und Obst, Käse, Fleisch und Honig.
Unser Tipp: Am Stadtplatz liegt auch das sehr empfehlenswerte französische Bistro La Marchande – perfekt für eine Kaffee- und Kuchenpause zwischendurch.


Albertina Klosterneuburg
Das wichtigste Museum und die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit außerhalb der historischen Altstadt von Klosterneuburg ist die Albertina (ehemals Essl Museum). Sie gehört zur gleichnamigen Albertina in Wien.
Gezeigt werden nationale und internationale Werke der Gegenwartskunst nach 1945, darunter u.a. Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik und Skulpturen.
Die Ausstellungsbereiche sind sehr großzügig und lichtdurchflutet gestaltet. Unser Fazit: Wer etwas für Kunst übrig hat, darf das Museum bei eine Tagesausflug nach Klosterneuburg auf gar keinen Fall verpassen.
Öffnungszeiten & weitere Infos: Albertina Klosterneuburg (offizielle Website)

Museum Gugging
Ein zweites bekanntes Museum in Klosterneuburg ist das Museum Gugging. Auch dieses liegt außerhalb der Altstadt von Klosterneuburg in Maria Gugging. Das Museum ist weltweit einer der führenden Ausstellungsorte für Art Brut.
Genauer gesagt werden Werke der Kunstschaffenden aus Gugging gezeigt. Parallel dazu gibt es auch wechselnde Sonderausstellungen.
Das Museum selbst ist übrigens in einem ehemaligen Krankenhausgebäude der Psychiatrie untergebracht. Einen Besuch wert sind auch der Museumsshop und das Museumscafé.
Öffnungszeiten & weitere Infos: Museum Gugging (offizielle Website)


3. Highlights in der Natur in und rund um Klosterneuburg
Strombad Kritzendorf
Nostalgisches Strandbad-Feeling direkt an der Donau findest du im Strombad Kritzendorf. Das Strombad Kritzendorf war einst eines der ersten Freiluftbäder Österreichs.
Mittlerweile wird das Bad offiziell nicht mehr als Freibad betrieben. Die große Liegewiese und den Zugang zum Wasser kannst du jedoch trotzdem nutzen. (Ohne Badeaufsicht und auf eigene Gefahr, wohlgemerkt!)
Leider merkt man die Folgen des Hochwassers immer noch. Nichtsdestotrotz ist ein Besuch wirklich ein nettes, sehr entspanntes Erlebnis. Vor allem zum Sonnenuntergang im Sommer ist es hier fein.
Unser Tipp: Ein super Lokal zum Einkehren ist die Fischerin, die sich ungefähr 10 Minuten zu Fuß entfernt vom eigentlich Strombad-Areal befindet. Hier gibt’s südostasiatisch inspirierte Küche mit Blick auf die Donau.


Klosterneuburger Weinhügel
Westlich der Altstadt von Klosterneuburg erhebt sich der sogenannte Klosterneuburger Weinhügel. Hier wachsen vor allem weiße Rebsorten, allen voran Grüner Veltliner und Riesling.
Die Weinberge bieten sich perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang bzw. eine Weinwanderung an, denn von hier oben genießt du einen großartigen Panoramablick aus der Ferne auf Klosterneuburg samt Stift.
Sehr beliebt ist etwa die Runde zur sogenannten Reblaus, ein Denkmal, das an das Jahr 1867 erinnert, als in der Gegend die Reblaus zum allerersten Mal in Österreich amtlich festgestellt wurde.
Unser Tipp: An einigen Tagen im Sommer (meist Wochenende) schenkt die Weingärtnerei Lindnerhof bei Schönwetter unter dem Motto „Achterl & Jauserl“ direkt beim Reblaus-Denkmal Wein aus. Man sitzt mitten in den Weinreben – einfach herrlich!
Hier findest du die Streckenbeschreibung: Rundwanderung zum Reblaus-Denkmal (Komoot)
(Um alternativ auf dem schnellsten Weg direkt zum Reblaus-Denkmal zu gelangen, parkst du am besten beim Oberen Stadtfriedhof. Von dort sind es gut 5 Minuten zu Fuß.)

Ausflug zur Redlinger Hütte
Lust auf einen Ausflug ins Grüne? Dann können wir einen Spaziergang zur Redlinger Hütte wärmstens empfehlen. Die Hütte befindet sich im Herzen des Wienerwalds, wenige Kilometer außerhalb des Klosterneuburger Stadtzentrums.
Die Redlinger Hütte ist ausschließlich zu Fuß zu erreichen. (Die Forststraße ist für den regulären Verkehr gesperrt.) Von der letzten Parkmöglichkeit (siehe dazu unsere Karte am Ende des Artikels) dauert der Spaziergang (leicht bergauf) ungefähr 15 Minuten. Alternativ kannst du auch eine längere Rundwanderung absolvieren.
Die Hütte selbst ist urig und serviert bodenständige Küche (z.B. belegte Brote, Käsespätzle, Knödel mit Saft). Es gibt genügend vegetarische und sogar vegane Optionen. Der Ausflug bietet sich auch ideal mit Kindern an, es gibt nämlich einen kleinen Spielplatz.



4. Essen & trinken: Kulinarische Tipps für Klosterneuburg
Würde man vielleicht nicht erwarten, aber Klosterneuburg hat uns in kulinarischer Hinsicht richtig überrascht. Es gibt tolle Heurige, charmante Cafés und so einige Geheimtipps, die wir dir in diesem Kapitel vorstellen.
- La Marchande: Unser liebstes Café in Klosterneuburg! Dieses authentische französische Bistro befindet sich im Herzen der Altstadt und ist wirklich ein Juwel. Du kannst entweder zum Frühstück kommen oder dir mittags die frischen Quiches schmecken lassen. Außerdem werden ausgezeichnete Kuchen und Torten serviert. Wer ein feines Mitbringsel für Zuhause sucht, wird im kleinen Feinkost-Laden ebenfalls fündig. Unser Fazit: Unbedingt vorbeischauen.
- Weingut Ubl-Doschek: Absoluter Geheimtipp! Der Heurige vom Weingut Ubl-Doschek sollte unbedingt auf deiner Liste stehen. Er befindet sich in idyllischer, leicht erhöhter Lage außerhalb des Zentrums von Klosterneuburg. Einmal angekommen, ticken die Uhren gleich langsamer. Serviert werden Produkte aus eigener Herstellung sowie von bekannten, regionalen Produzenten. Die Qualität der Speisen ist hoch, das Ambiente auf der Terrasse traumhaft.
- Die Fischerin: Südostasiatische Küche mit Blick auf die Donau – klingt vielleicht kurios, ist aber eine der besten Kombinationen, die man sich vorstellen kann. Wer also Lust auf Tom Yam, Pad Thai und Co hat, ist hier genau richtig. Das Ambiente auf der Terrasse direkt am Wasser ist herrlich. Parken kannst du am besten beim Strombad Kritzendorf. (Vor Ort gibt es nur wenige Parkplätze.) Vom Strombad trennt dich nur ein gemütlicher, ca. 10-minütiger Spaziergang am Wasser vom Lokal.




5. Karte: Alle Sehenswürdigkeiten & Tipps im Überblick
Zur besseren Orientierung haben wir dir abschließend noch in dieser Karte alle Tipps eingezeichnet. Du findest hier sowohl alle wichtigen Sehenswürdigkeiten (rote Markierungen) als auch unsere Tipps für Cafés und Restaurants (grüne Markierungen). Und nun wünschen wir dir eine wunderbare Zeit in Klosterneuburg!
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Warst du schon einmal in Klosterneuburg? Welche Sehenswürdigkeiten möchtest du noch ergänzen? Verrate uns doch gerne deine Tipps in den Kommentaren. Wir freuen uns!