Die wohl schönste Wanderung Neuseelands“, sagen viele. Und wir müssen zugeben: So ganz unrecht haben sie damit nicht. Fest steht: Der Tongariro Alpine Crossing erfordert ein wenig Fitness, ist aber für fast jede/n machbar. Du möchtest den Trek ebenfalls gehen, und willst wissen, was dich erwartet? Dann lies mal schön weiter. Wir verraten dir nämlich ein paar Tipps. 

Route-Neuseeland-4-Wochen

1. Tongariro Alpine Crossing: Tipps für Anfahrt & Unterkunft

Wir wählten den winzigen Ort Ohakune als Ausgangsbasis für unsere Wanderung. Wir übernachteten in der Station Lodge, einer Art Jugendherberge, die wohl im Winter von Schulski-Klassen als Quartier genutzt wird. Die BesitzerInnen waren total freundlich, die Zimmer einfach, aber sauber, die riesige Küche gut ausgestattet. Die Umgebung war trotz der unmittelbar in der Nähe liegenden Eisenbahnschienen sehr idyllisch, das viele Grün und den Ausblick auf die Berge mochten wir sehr. Einziger Nachteil: Es war unglaublich kalt! Vor allem in der Nacht froren wir trotz halbwegs dicker Decken sehr. Geheizt wird dort im Sommer nämlich nicht und die NeuseeländerInnen befanden das vorherrschende Wetter vermutlich als hochsommerlich. Ans Heizen dachten die wohl nicht im Traum.

Als Reiseführer hatten wir übrigens den Stefan-Loose-Reiseführer Neuseeland dabei. Damit sind wir super gut zurechtgekommen. Klare Empfehlung!

Ohakune-Fluss

2. Die richtige Ausrüstung für den Trek

  • Schuhe: Unbedingt empfehlenswert sind feste Schuhe. Es müssen keine halbhohen Bergstiefel sein. Wir haben uns für unsere Scarpa-Schuhe entschieden. Sie sind für diese Wanderung wirklich perfekt. Kleine Randnotiz: wir haben auch zwei Personen mit Flip Flops gesehen. Das würden wir euch definitiv nicht empfehlen!
  • Jacke: Nehmt am besten eine wind- und wasserfeste Jacke mit (wie z.B. diese hier). Oben auf dem Berg kann es extrem windig bis stürmisch sein. Unterhalb würden wir eine warme Weste oder Jacke empfehlen wie z.B. diese Softshell Jacke von Jack Wolfskin.
  • Hose: Je nach Jahreszeit muss es nicht zwingend eine lange Hose sein. Kathi war z.B. mit einer 3/4-Leggins (Sporthose) von Nike unterwegs und Romeo hatte überhaupt eine kurze Hose an.
  • Verpflegung: Nehmt genügend Wasser mit (mind. 1,5 Liter pro Person). Außerdem hatten wir Nüsse, Kekse und belegte Brote mit dabei. Auf dem Berg gibt es keine Möglichkeit, etwas zu kaufen!
  • Sonnenbrille, Sonnencreme und Kappe können ebenfalls nicht schaden.
  • Solltet ihr die Wanderung im Winter machen, dann holt euch am besten in eurer Unterkunft Tipps für die Ausrüstung ein. Die Wanderung führt über alpines Gelände, das solltet ihr nicht vergessen.

3. Das Tongariro Alpine Crossing

Die Wanderung geht los: Zuerst gemütlich

Den darauffolgenden Tag widmeten wir voll und ganz dem Tongariro Alpine Crossing. Von einem Bus wurden wir etwa gegen sieben Uhr morgens abgeholt. Ursprünglich gab es einen öffentlich zugänglichen Parkplatz (Mangatepopo Carpark), der jedoch für Privatautos mittlerweile gesperrt ist. Das bedeutet, dass man sein Auto einige Kilometer abseits parken und den Weg zum Start der Wanderung zu Fuß zurück legen kann oder aber man eine Fahrt mit einem der örtlichen Busunternehmen buchen kann. Ärgerlich ist, dass man um die Busfahrt nicht herum kommt, es sei denn man nimmt einen um einiges längeren Fußweg in Kauf. Wenn die gesamte Route offen ist (was nicht immer der Fall ist), muss man sich aber ohnehin eine Alternative überlegen, denn die Wanderung endet in diesem Fall an einem ganz anderen Punkt (Ketetahi Carpark).

Zurück zur Wanderung: Zunächst geht es total eben dahin, fast schon zu gemütlich, möchte man meinen. Erster Gedanke von uns, die wir nur mittelmäßig sportlich, jedoch sehr enthusiastisch waren: „Also von mir aus könnts ruhig ein bisschen fordernder werden“ – Wird es auch, keine Sorge.

Der erste steile Aufstieg

Nach einundhalb Stunden erreicht man die letzte Toilette und ab diesem Punkt geht es ständig bergauf. Meist sind es Treppen, die älteren Semester möchten ja schließlich auch etwas von der Wanderung haben. Gedanken, die man noch im Tal hatte, tauchen hier nicht mehr auf. Mittlerweile jagt ein „Wann sind wir endlich oben?“ das nächste. Oder wie hatte der Besitzer unserer Unterkunft so schön gesagt: „You go up, up and up. And when you think you’re almost there, then you go up, up and up again“. Besser könnte man diesen Streckenabschnitt wohl nicht beschreiben. Kleines Detail am Rande (wir wollen euch jetzt die Illusion nicht nehmen, aber es gehört gesagt): Man ist nicht alleine, denn an einem durchschnittlichen Tag gehen etwa 1500 andere Hobby-BergsteigerInnen dieselbe Route. Nach etwa 2 Stunden erreichten wir den Schicksalsberg aus Herr der Ringe. Die Landschaft war einfach gewaltig!

Tongariro-roter-Vulkan

Tongariro-Mordor

Fast am Gipfel

Der letzte Abschnitt war der steilste und windigste. Geröll und Steine machten die Sache zu einer rutschigen Angelegenheit, die wir nicht ganz ungefährlich fanden. Spätestens beim Ausblick auf die Emerald Lakes und den Blue Lake waren jedoch alle Anstrengungen vergessen. Auf dem ersten Streckenabschnitt im Tal sahen wir im Übrigen tatsächlich einen sehr motivierten Menschen mit FlipFlops – das finden wir dann doch sehr optimistisch und würden wir definitiv nicht empfehlen!

Emerald-Lakes-Tongariro

Nehmt euch schon aus dem Ort genug Wasser und Nahrung mit, oben angekommen werdet ihr es brauchen und unterwegs gibt es absolut keine Chance auf etwas Ess- oder Trinkbares! Wir hatten Sandwiches, Nüsse und Kekse sowie 3 Liter Wasser mit. Obwohl es total kalt und windig war, war dieser Moment da oben am Gipfel einer der eindrucksvollsten unserer Neuseelandreise. Der Ausblick war einfach unbeschreiblich, unwirklich, surreal.

Tongariro-Alpine-Crossing

Da die Strecke ab den Emerald Lakes leider aufgrund der Aktivität des Vulkans gesperrt war, erfolgte der Abstieg wie gesagt auf demselben Weg zurück. Das war dann ein bisschen „langweilig“ – sofern man bei der Umgebung überhaupt von langweilig sprechen darf. Aber wir wären einfach gern die restliche Strecke gegangen. Naja, macht nichts, so konnten wir immerhin auch mal von oben sehen, was wir alles bergauf gegangen waren. Auf diesem Foto hier kann man den Weg ganz gut erkennen.

Tongariro-Alpine-Crossing-Weg

Wieder „nach Hause“

Die Rückreise nach Ohakune erfolgt wieder per Bus. Der Bus wird euch eine Uhrzeit mitteilen, zu der er vom Parkplatz abfahren möchte. Bis dahin sollte man sich wieder im Tal befinden. Aber keine Angst, erstens ist die Zeit wirklich großzügig berechnet und zweitens hat der Fahrer eine Liste mit all euren Namen und fährt nicht ohne euch wieder zurück. Sofern ihr keine Extremsportler seid, nehmt euch für den restlichen Tag bestenfalls nichts mehr vor, denn wir waren abends wirklich erledigt. Vor allem der Wind und die Kälte hatten uns zugesetzt. Dennoch war diese Wanderung einfach unglaublich eindrucksvoll und wir würden sie jederzeit wieder machen, wenn wir könnten! Ehrlich, lasst sie nicht aus!

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Habt ihr das Tongariro Alpine Crossing ebenfalls schon gemacht? Wir freuen uns über eure Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren!

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