Vorhang auf für eines unserer allerliebsten Reiseländer. Obwohl Neuseeland am anderen Ende der Welt liegt, waren wir bereits zwei Mal dort. Schon bei unserer allerersten Neuseeland-Reise im Jahr 2013 haben wir uns Hals über Kopf in dieses wunderschöne Land verliebt – so sehr, dass klar war: Wir werden wiederkommen.

Und das taten wir auch. 2018 haben wir unseren zweiten Roadtrip durch Neuseeland gemacht. Und einmal mehr haben wir gemerkt: In Neuseeland sind wir glücklich. Die unendliche Weite, die von diesem Land ausgeht, fasziniert uns. So sehr, dass wir uns sogar vorstellen könnten, nach Neuseeland auszuwandern – wenn, ja wenn es nicht so unfassbar weit weg von Europa wäre.

Dieser Blogartikel ist unser ganz persönlicher Reiseguide für einen Roadtrip durch Neuseeland. Wir erzählen dir, worauf du in der Planung achten solltest und verraten dir all unsere Reisetipps.

1. Vorbereitung: Vor deiner Neuseeland-Reise

Was dich in Neuseeland erwartet

Zerklüftete Küsten, unendliche Weiten, schroffe Gebirgszüge, blitzblaue Seen. In Neuseeland steht ganz klar die Natur im Fokus. Und die ist wirklich spektakulär. Neuseeland ist eines jener Länder, dem es gelungen ist, uns tagtäglich aufs Neue zu begeistern.

Neuseeland besteht aus zwei Inseln: Der Nord- und der Südinsel. Während auf der kleineren Nordinsel immerhin über 3 Millionen Menschen leben, hat die größere Südinsel gerade einmal 1 Million Einwohner. Ein kurioses Detail: Auf über 4 Millionen Einwohner kommen mehr als 30 (!) Millionen Schafe.

Neuseeland ist sehr dünn besiedelt. Das merkt man vor allem auf der Südinsel. Oft ist man hier stundenlang in einsamen Landstrichen unterwegs. Kaum Bewohner, keine Tankstellen, selbst Gegenverkehr ist selten. Und ja: Hier und da stellt sich in Neuseeland ein Gefühl der Einsamkeit ein. Als Reisende hat uns das überhaupt nicht gestört – ganz im Gegenteil!

Denn wenn man einmal genug von einsamer Natur hat, dann gibt es ja noch die urbane Seite Neuseelands: In der Großstadt Auckland und in der Hauptstadt Wellington ist einiges los.

Mount Cook Nationalpark

Reisedauer: Wie viel Zeit soll ich für Neuseeland einplanen?

Eine Antwort, die dich vermutlich nicht zufrieden stellt: so viel Zeit wie möglich! Neuseeland ist unfassbar vielfältig. Selbst, wenn du drei Monate in Neuseeland unterwegs bist, wirst du immer noch neue Ziele finden.

Wir selbst waren jeweils einen Monat in Neuseeland. Das klingt vielleicht viel – ist es aber nicht. Bei beiden Roadtrips mussten wir mit unserer Zeit sorgsam umgehen, um möglichst viel zu sehen. Meist haben wir ca. 2 Nächte an einem Ort verbracht, ehe wir weitergefahren sind.

Du musst auch bedenken, dass mit den ewig langen Flügen schon einmal einiges an Zeit draufgeht. Hinzu kommt, dass die Zeitverschiebung zu Österreich und Deutschland unglaubliche 12 Stunden beträgt. Wenn du anfällig für Jetlag bist (so wie wir es sind), dann solltest du das ebenfalls einkalkulieren.

Wir haben uns unterwegs mit vielen, vielen Reisenden unterhalten: Von einer Reisedauer von gerade einmal 10 Tagen (die sind irre!) bis hin zu einem halben Jahr oder länger war alles dabei. Die meisten jedoch pendeln sich irgendwo bei einer Reisezeit zwischen 3 und 5 Wochen ein.

Unserer Meinung nach kannst du in einem Monat sehr viel sehen und auf jeden Fall die Highlights in Neuseeland erkunden. Bei weniger als 3 Wochen würden wir uns an deiner Stelle für eine der beiden Inseln entscheiden (unsere Wahl fiele auf die Südinsel).

Queenstown Hill Ausblick

Klima: Die beste Jahreszeit für einen Neuseeland-Roadtrip

„In Neuseeland kannst du alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben.“ Wie oft hatten wir diesen Satz schon gehört, bevor wir zum ersten mal nach Neuseeland reisten. Und wir können bestätigen: Das Wetter in Neuseeland ist sehr wechselhaft: An einem Tag schüttet es und du frierst, am nächsten sitzt du mit T-Shirt in der Sonne.

Der neuseeländische Sommer

Von Dezember bis Januar herrscht in Neuseeland Sommer. In diese Zeit fallen auch die großen Sommerferien der Kiwis. Das Wetter ist im ganzen Land meist mild. Es regnet vergleichsweise wenig und in diesen Monaten genießt du üblicherweise auch die meisten Sonnenstunden.

Sommer ist aber nicht gleich Sommer: Ja, es gibt hochsommerliche Tage, an denen das Thermometer auf 30 Grad Celsius klettert. Aber es gibt auch verregnete Tage, an denen die Temperatur kaum 10 Grad erreicht. Je weiter südlich du reist, desto rauer wird grob gesprochen das Klima.

Was wir damit sagen möchten: Auch, wenn du im Sommer nach Neuseeland reist, hast du keine Garantie für gutes Wetter.  Darauf musst du dich auf jeden Fall einstellen, wenn du eine Reise nach Neuseeland planst.

Der neuseeländische Sommer ist auch Hauptreisezeit. Die Preise für Mietwagen und Camper vervielfachen sich (kein Scherz) und allgemein herrscht in den Unterkünften und auf den Campingplätzen Hochbetrieb. Aber: Lass dir nicht einreden, dass überall alles ausgebucht sein wird. Wir waren beide Male im Januar/Februar in Neuseeland (also zur absoluten Hochsaison) und haben immer noch spontan eine meist tolle Unterkunft gefunden.

Der neuseeländische Winter

Der Winter ist im Vergleich zum Sommer eine unbeliebtere Reisezeit. Folglich sind viel, viel weniger Touristen unterwegs. Wenn du kühle Temperaturen oder Wintersport liebst, dann ist der neuseeländische Winter (Juni bis August) vermutlich die beste Reisezeit für dich.

Der Winter ist die niederschlagreichste Jahreszeit. Allerdings: Nicht überall wird es so kalt, dass Schnee fällt – ganz im Gegenteil. In vielen Teilen des Landes ist das Wetter auch im Winter relativ mild. So herrscht in Auckland im Winter beispielweise eine durchschnittliche Höchsttemperatur von 14 Grad Celsius. Wie auch im Sommer gilt: Je weiter südlich du reist, desto kühler wird es meist.

Viele beliebte Wanderungen in Neuseeland führen durch alpines Gelände. Während es im Sommer in den Bergen „nur“ frisch wird, musst du dich im Winter auf Schnee und Eis einstellen. Vor allem auf der Südinsel musst du im Winter auch damit rechnen, dass die ein oder andere Straße gesperrt wird. Und: Campen ist im Winter natürlich weniger komfortabel.

Die Übergangszeiten

Weil viele der Hochsaison ausweichen möchten, sind auch Frühling und Herbst beliebte Reisezeiten. Das Wetter ist dann natürlich unbeständiger als im Sommer. Doch vor allem im Herbst (besonders in den Monaten März bis April) kannst du noch schöne Spätsommertage erleben. Tagsüber hat es im Herbst meist durchschnittlich zwischen 17 und 21 Grad Celsius.

Der ganz große Vorteil der Übergangszeiten ist, dass weniger Touristen unterwegs sind und die Preise (vor allem für Camper) viel niedriger sind als in der überteuerten Hochsaison.

Roys Peak Erfahrungen

Reiseführer für Neuseeland: Unsere Tipps

Wir geben’s zu: Bei gedruckten Reiseführern werden wir schwach. Zwar informieren wir uns über ein Reiseland immer auch sehr viel auf anderen Blogs (und wissen diese Geheimtipps auch sehr zu schätzen), dennoch können wir eine Reise niemals ohne Reiseführer starten.

Bisher haben wir schon drei unterschiedliche Reiseführer für Neuseeland gekauft und getestet und möchten dir im Folgenden von unseren Erfahrungen erzählen.

Stefan Loose Reiseführer Neuseeland

Unser allererster Neuseeland-Reiseführer war jener von Stefan Loose. Der Reiseführer stammt von einem deutschen Verlag und ist demnach auf Deutsch verfasst.

Das ganz klare Erkennungsmerkmal des Loose-Reiseführers ist (neben der auffälligen Farbe) die Tatsache, dass er sehr ausführlich und sehr gut recherchiert ist. Über 900 Seiten ist dieser Reiseführer dick und dementsprechend fällt er auch etwas schwerer ins Gewicht als andere.

Wir können dir den Stefan Loose Reiseführer für Neuseeland sehr empfehlen. Für uns bietet er das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hier kannst du den Reiseführer kaufen: Stefan Loose Reiseführer Neuseeland

Lonely Planet New Zealand

Etwas kompakter und damit auch leichter ist der klassische Lonely-Planet-Reiseführer. Bei unserer letzten Neuseeland-Reise haben wir die englische Ausgabe dieses Reiseführers genutzt.

Mit dem Lonely Planet bewegst du dich auf jeden Fall eher auf den „klassischen, touristischen“ Pfaden (was nicht unbedingt schlecht ist). Wir hatten das Gefühl, dass der Lonely Planet unter Touristen der Reiseführer Nummer 1 war.

Hier kannst du den Reiseführer auf Englisch kaufen: Lonely Planet New Zealand
Hier kannst du den Reiseführer auf Deutsch kaufen: Lonely Planet Reiseführer Neuseeland

Lonely Planet Best of New Zealand

Gleiche Marke, anderes Konzept: Wie der Name schon verrät, geht es in diesem Buch um die Highlights in Neuseeland. Diese sind auch wirklich toll beschrieben und es gibt immer wieder coole Geheimtipps. Die grafische Aufmachung dieses Reiseführers gefällt uns viel besser als die des klassischen Lonely Planet Reiseführers.

Allerdings: Im Fokus stehen die Highlights und der Rest wird komplett ausgespart. Tekapo und Mount Cook finden beispielsweise gar keine Erwähnung. Empfehlen können wir dir diesen Reiseführer also nur bedingt – etwa, wenn du wirklich nur für kurze Zeit durch Neuseeland reist oder auf der Suche nach einem Zweit-Reiseführer bist.

Hier kannst du den Reiseführer (Englisch) kaufen: Lonely Planet Best of New Zealand

Neuseeland Reisetipps

2. Transport in Neuseeland

Auto oder Camper?

Du kannst zwar auch mit dem öffentlichen Bus reisen oder sogar Trampen, wir empfehlen dir für Neuseeland aber auf jeden Fall ein eigenes Fahrzeug, um flexibel zu sein. Die vielleicht wichtigste Frage ist: Möchtest du auf deinem Roadtrip lieber mit einem Auto unterwegs sein und in Unterkünften schlafen oder ist ein Camper die richtige Wahl für dich?

Mit dem Mietauto durch Neuseeland

Wir selbst haben unsere Roadtrips durch Neuseeland bisher beide Male mit einem gemieteten Fahrzeug bestritten. Wir haben beide Male lange hin und her überlegt, ob wir nicht doch einen Camper wählen sollen, aber letztlich hat unser Komfortbedürfnis dann doch gesiegt.

Mit einem Mietauto unterwegs zu sein, hat mehrere Vorteile: Zunächst einmal sind die Mietkosten relativ überschaubar (vor allem in der Hochsaison, wenn die Preise für Camper durch die Decke schießen). Auch die Tankkosten fallen bei einem Auto bedeutend geringer aus als bei einem Campervan oder gar einem großen Wohnmobil. Deine Unterkunft kannst du jede Nacht neu wählen und hast somit die Übernachtungskosten auch ziemlich unter Kontrolle: Von einem Bett im Hostel-Schlafsaal bis hin zum Luxushotel hast du freie Wahl (prinzipiell zumindest – praktisch ist natürlich nicht immer alles verfügbar).

Der größte Nachteil ist ganz klar, dass du nicht in den Genuss der wunderschön gelegenen Campingplätze kommst. Also klar, du kannst auch im Auto schlafen, oder dir ein Zelt besorgen, aber die komfortabelste Camping-Option ist immer noch ein großes Wohnmobil oder zumindest ein Campervan.

Neuseeland Mietauto Tipps

Mit dem Camper durch Neuseeland

Camping ist in Neuseeland unter Reisenden aller Altersklassen extrem beliebt. Egal, ob mit Auto und Zelt, einem klapprigen Campervan oder dem luxuriösen Wohnmobil: Jede/r scheint zu campen.

Hier musst du eine wichtige Sache bedenken: „Freedom Camping“ in Neuseeland (also das Wildcampen in freier Natur) ist nur erlaubt, wenn dein Fahrzeug „self-contained“ ist, d.h. wenn es bestimmte Ausstattungsmerkmale hat (u.a. eine Toilette). Erst dann bekommst du den bekannten blauen Aufkleber und darfst in bestimmten Regionen frei stehen bleiben. „Freedom Camping“ ist allerdings nicht immer überall möglich (und die Gesetze werden zunehmend verschärft), daher musst du auf jeden Fall auch noch Budget für Campingplätze einkalkulieren.

Welche Mietwagen-Firma für Neuseeland?

Bei unseren beiden Neuseeland-Reisen haben wir uns für den Anbieter Sunny Cars entschieden, den wir dir sehr empfehlen können. Sunny Cars hat selbst keine eigene Flotte, sondern agiert als Vermittler. Das bedeutet, dass Sunny Cars vor Ort mit vielen lokalen Autovermietern (z.B. Hertz) zusammenarbeitet und dir das beste Angebot heraussucht.

Unsere Wahl fiel aus zweierlei Gründen auf Sunny Cars: Zum einen haben wir dort jedes Mal das günstigste Angebot gefunden. Und zum anderen (was fast noch wichtiger ist) bedeutet eine Buchung bei Sunny Cars automatisch, dass dir im Schadensfall die Selbstbeteiligung erstattet wird. Wenn also etwas passiert, dann musst du zwar zunächst den Selbstbehalt (den dir der lokale Autovermieter vorschreibt) bezahlen, bekommst alle Kosten aber anschließend von Sunny Cars wiedererstattet.

Das bedeutet auch, dass du bei der Abholung des Mietwagens beim lokalen Vermieter (also z.B. Hertz) keine zusätzliche Versicherung abschließen musst. Viele Mitarbeiter wissen zwar Bescheid, aber uns wurde trotzdem schon einmal eine zusätzliche Versicherung angeboten. Eine solche kannst du also bei Buchung via Sunny Cars ablehnen.

Weshalb die Sache mit der Erstattung der Selbstbeteiligung so wichtig ist? Aus Erfahrung können wir bestätigen: Ein Kratzer ist schneller passiert, als einem das liebt ist. Wir hatten unser Auto 2013 auf einem Parkplatz in Neuseeland abgestellt, als ein Unbekannter (wir waren gerade einkaufen) uns einen ziemlichen Kratzer in unser Auto gemacht hat. Die 250 Euro Selbstbehalt, die wir damals an den lokalen Autovermieter zahlen mussten, haben wir ganz unkompliziert von Sunny Cars erstattet bekommen.

Hier kannst du nach günstigen Mietautos suchen: Sunny Cars

Tekapo Tipps

Internationaler Führerschein

Zum Mieten ist fast immer ein internationaler Führerschein notwendig. Wir empfehlen dir unbedingt, schon zu Hause einen solchen anfertigen zu lassen. Falls du keinen dabeihast, findest du in diesem Blogartikel unsere persönlichen Erfahrungen, wie du auch ohne internationalen Führerschein ein Auto oder einen Campervan mieten kannst.

Mit dem Auto auf der Fähre zwischen Nord- und Südinsel

Solltest du deinen Mietwagen one-way buchen (also z.B. mit Abholung in Auckland und Retournierung in Christchurch), dann wirst du diesen zu 99 % nicht auf die andere Insel mitnehmen. Stattdessen gibst du ihn auf der einen Insel am Hafen ab und bekommst bei der Ankunft auf der anderen Insel ein neues Auto derselben Klasse ausgehändigt.

Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile: Der große Vorteil ist, dass du Geld sparst. Ein eigenes Auto auf der Fähre zu transportieren kostet ca. 200 NZD. Der Nachteil: Du musst das gesamte Auto (in dem du es dir schon schön wohnlich gemacht has) räumen und alles zusammenpacken. Aber keine Sorge: Der ganze Vermietungsprozess läuft ziemlich schnell ab, denn die Mitarbeiter sind da sehr geschult.

3. Reisekosten Neuseeland: So viel Geld benötigst du

Neuseeland ist kein günstiges Reiseland. Das hat zwei Gründe: Zunächst ist da natürlich einmal der lange und meist ziemlich teure Flug, der bezahlt gehört. Und zweitens: Auch das Preisniveau vor Ort ist nicht gerade niedrig.

Währung & Bezahlen in Neuseeland

Die neuseeländische Währung ist der Neuseeland-Dollar (abgekürzt NZD oder NZ$). Der Wechselkurs variiert, bei unserem Besuch entsprach 1 NZD etwa 0,60 EUR.

Mit der deutschen bzw. österreichischen Maestro- und Kreditkarte kannst du an den meisten Geldautomaten (ATMs) Geld abheben. Das Limit liegt meist bei 400 NZD. (Achtung: In Österreich musst du vorab bei der heimischen Bank die Geo-Control-Funktion deaktivieren.)

Sehr unterschiedlich sind die Gebühren beim Abheben. Zum einen bezahlst du nämlich oft eine Gebühr an die neuseeländische Bank. Diese variiert pro Transaktion zwischen 0 und 12 NZD. Um Geld zu sparen, haben wir meist den Maximalbetrag abgehoben. Meistens wird die Gebühr am Display angezeigt und du kannst die Transaktion gegebenenfalls noch rechtzeitig stornieren (wenn die Gebühren etwa bei 12 NZD liegen).

Zum anderen bezahlst du Spesen an deine heimische Bank. Diese Spesen variieren je nach Bank und je nach Karte (d.h. Maestro, Kreditkarte). Unser wichtigster Tipp: Informiere dich vorab bei deiner Bank, welche Gebühren eingehoben werden.

Wenn du in Neuseeland unterwegs bist, wirst du ziemlich schnell über den Ausdruck EFTPOS stolpern. EFTPOS ist ein innerneuseeländisches Bezahlungssystem, mit dem man über eine Karte nahezu überall bargeldlos bezahlen kann (vergleichbar mit der heimischen Maestro-Karte).

Daher wirst du auch schnell merken, dass in Neuseeland (anders als in Deutschland oder Österreich) ungewöhnlich viel mit Karte bezahlt wird. Das EFTPOS-System ist allerdings nur jenen vorbehalten, die in Neuseeland ein Konto besitzen. Als Tourist musst du mit deiner Kreditkarte bezahlen. Das heißt natürlich nicht, dass Barzahlen nicht möglich ist. Die Kiwis sind allerdings Fans der Kartenzahlung.

Wichtig ist, dass man sich in Neuseeland nicht auf ein Zahlungsmittel allein verlassen sollte. Eine Maestro-Karte und eine Kreditkarte sind unserer Meinung nach das Minimum. Bei uns kam es mehrmals vor, dass eine unserer Karten nicht funktionierte. Auch das Limit unserer Kreditkarte war schneller erreicht, als wir das vorher erwartet hatten.

Reisekosten in Neuseeland

Müssten wir die Preise in Neuseeland mit einem anderen Land vergleichen, würden wir spontan Deutschland oder Österreich nennen. Klar, manche Dinge sind in Neuseeland günstiger und andere wiederum teurer, aber alles in allem kommt der Vergleich etwa hin.

Wie teuer dein Neuseeland-Roadtrip letztlich wird, hängt stark von folgenden Faktoren ab:

  • Von der Art des Transports (Bus vs. Wohnmobil)
  • Von der Art der Unterkünfte (Hostel-Schlafsaal vs. komfortables Hotelzimmer)
  • Von der Art der Verpflegung (Selbstversorger vs. Restaurant-Besuche)
  • Und von der Frage, wie viele „Aktivitäten“ du dir leisten möchtest.

Was kostet in Neuseeland…?

  • 500gr Joghurt im Supermarkt: 4 NZD
  • 1 Liter Milch: 3 NZD
  • ein Glas Wein oder ein großes Bier in einem Lokal: 8-10 NZD
  • ein Bier im Supermarkt: ab 3-4 NZD
  • Coffee to go: 4,5 NZD
  • Mahlzeit in einem günstigen Restaurant: 15 NZD
  • Vodafone-Simkarte mit 8GB Daten: 86 NZD (bei Kauf direkt am Flughafen)
  • Helikopter-Flug über Queenstown: 315 NZD pro Person
  • Wassertaxi-Tour im Abel Tasman Nationalpark: 76 NZD pro Person

Unsere Neuseeland-Reisekosten

Vorab: Reisekosten sind etwas sehr Individuelles. Unsere Zahlen sollen dir also lediglich als Anhaltspunkt dienen. Es ist gut möglich, in Neuseeland viel günstiger zu übernachten und gleichzeitig kannst du auch viel mehr Geld liegen lassen.

Die angeführten Reisekosten beziehen sich auf unseren letzten Neuseeland-Roadtrip im Januar/Februar 2018. Wir waren mit dem Mietauto unterwegs und haben meist in mittelpreisigen Motels/Apartments übernachtet.

  • Mietauto: 1.338 Euro für knapp 3,5 Wochen (zweitgünstigste Autoklasse)
  • Unterkünfte: durchschnittlich 95 Euro pro Nacht (für uns beide)
  • Verpflegung: ca. 25 Euro pro Person pro Tag

Zu den Transportkosten kommen noch Tankgebühren hinzu. Diese variieren stark je nach Fahrzeug. Während wir mit unserem Auto relativ sparsam unterwegs waren, musst du für einen größeren Campervan schnell einmal das Doppelte kalkulieren.

Achtung: Ebenfalls nicht angeführt sind die Kosten für Aktivitäten, die in Neuseeland sehr schnell ins Geld gehen – sei es nun das Ticket für die Besucherplattform des Sky Towers in Auckland, die Fahrt mit der Gondola in Queenstown oder das Wassertaxi im Abel Tasman Nationalpark. Touren bzw. Aktivitäten sind in Neuseeland ganz schön teuer.

4. Einreise nach Neuseeland

Mit einem deutschen oder österreichischen Reisepass kannst du dich bis zu 3 Monate in Neuseeland aufhalten, ohne vorab ein Visum beantragen zu müssen. Diese Option nennt sich Visa Waiver.

Du bekommst im Flugzeug ein Formular ausgehändigt, das du ausfüllen und bei der Einreise abgeben musst (Kugelschreiber dabeizuhaben, ist eine gute Idee). Abgefragt wird hier z.B. in welchen Ländern du vorher warst oder ob du Wanderschuhe oder Camping-Equipment dabeihast. Sehr schmutzige Schuhe solltest du vorab putzen, denn in Neuseeland ist man sehr darauf bedacht, dass nichts eingeführt wird, das der heimischen Vegetation schaden könnte.

Nachdem du dein Gepäck vom Förderband geholt hast, gibst du das Formular bei der Einreise einem/r Grenzbeamten/in. Er/Sie wird dir einige Fragen stellen und gegebenenfalls musst du die Sachen auch herzeigen. Üblicherweise geht der Prozess aber sehr schnell über die Bühne.

Achtung (aus eigener Erfahrung!): Besonders streng ist man in Neuseeland mit frischen Lebensmitteln. Wir hatten bei unserer ersten Neuseeland-Reise irrtümlich einen Apfel im Handgepäck, den wir nicht deklariert haben. Ups. Nach einer 15-minütigen, sehr mühsamen Prozedur erhielten wir eine offizielle Ermahnung. Eigentlich wäre hierfür eine Strafe von unglaublichen 400 NZD vorgesehen.

Für sonstige Visa-Optionen (z.B. länger als 3 Monate, Arbeitsvisum etc.) können wir die offizielle Website Immigration New Zealand sehr empfehlen. Dort kannst du das Land deines Reisepasses und die Art deines gewünschten Neuseeland-Aufenthalts angeben und erhältst alle Optionen ausgespuckt.

Te Mata Peak

5. Highlights & Reiseroute

Genug der trockenen Vorbereitungs-Themen. Kommen wir nun zum wichtigsten Teil: Was kann man in Neuseeland alles sehen? Und: Wie plane ich einen Roadtrip, der mich zu den Highlights des Landes bringt?

In diesem Zusammenhang legen wir dir diesen Blogartikel von uns sehr ans Herz:

Unsere Reiseroute für Neuseeland

In diesem Artikel haben wir dir unsere persönlichen Highlights für einen Roadtrip durch Neuseeland zusammengefasst – inkl. Fahrzeiten, Optionen für Zwischenstopps und Unterkunftstipps. Du kannst die Strecke sowohl von Norden nach Süden als auch umgekehrt bereisen.

Um es kurz zu machen: Wenn du mindestens drei Wochen Zeit hast, dann kannst du sowohl Nord- und Südinsel bereisen. Bei weniger Zeit empfehlen wir dir, dich auf eine Insel zu konzentrieren (unsere Wahl fiele auf die Südinsel).

Nugget Point

6. Essen & Trinken in Neuseeland

Um ehrlich zu sein: Die Küche Neuseelands ist nicht unbedingt das, was uns von diesem Land besonders in Erinnerung bleibt. Nicht falsch verstehen: Man kann in Neuseeland sehr gut (und auch sehr teuer) essen, allerdings hat es zwischen uns und der Küche einfach nicht so sehr gefunkt wie etwa in Thailand oder Indien.

Die neuseeländische Küche ist von internationalen und vor allem europäischen Einflüssen geprägt. Zu den Klassikern in Neuseeland zählen neben Burgern und Steaks auch Fish & Chips und Pies, die traditionellerweise mit Fleisch gefüllt sind.

Es wird sehr viel Fleisch und Fisch gegessen. Als VegetarierIn ist das leider mitunter etwas mühsam. Zwar findet man immer irgendwie eine vegetarische oder vegane Alternative, aber leider ist das Angebot oft nicht sehr variantenreich. In größeren Städten ist es leichter: Dort eröffnen immer mehr Lokale und Restaurants, die gesunde vegetarische und vegane Gerichte anbieten.

Unsere Lieblingsrestaurants auf unserer Neuseeland-Reise waren übrigens:

Fergburger in Queenstown

Eine Institution schlechthin. Für die angeblich besten Burger des Landes musst du in Queenstown fast immer Schlange stehen. Aber: Es lohnt sich. Die meisten Burger werden mit Rindfleisch zubereitet, aber es gibt auch zwei vegetarische Alternativen.

Big Fig in Wanaka

Ein Gedicht! Unter dem Motto „Slow food served fast“ werden im Big Fig in Wanaka köstliche Gerichte und Salate serviert. Es gibt genügend vegetarische Alternativen.

The Corner Store in Dunedin

Richtig cooles, junges Café in Dunedin mit herrlichem Frühstück und Brunch.

Bauernmärkte in ganz Neuseeland

Und nicht zu vergessen natürlich die zahlreichen „Farmers‘ Markets“, die meist am Wochenende stattfinden, so z.B. der Otago Farmers Market in Dunedin.

Supermarkt & Selbstversorger

Weil es uns schlichtweg zu teuer war, ständig essen zu gehen, haben wir immer wieder selbst gekocht. In den meisten Motels hast du entweder eine eigene Küchenzeile oder aber du kannst die Gemeinschaftsküche nutzen.

Unterschätze auch hierfür die Kosten nicht: Einmal im Supermarkt ein bisschen frisches Gemüse und Käse gekauft und schon hast du eine Rechnung von 30 oder 40 NZD. Insgesamt kommt es dich aber natürlich günstiger, wenn du dich selbst versorgst.

Big Fig Wanaka

7. Übernachten und Unterkünfte in Neuseeland

In Neuseeland hast du grob gesprochen zwei Übernachtungs-Möglichkeiten:

1. Im eigenen Fahrzeug (Campervan, Wohnmobil)
2. In einer Unterkunft (Hostel, Motel, Hotel, Airbnb)

Wenn du mit dem Campervan oder Wohnmobil unterwegs bist, fallen die Übernachtungskosten niedriger aus. Aber: Ganz kostenlos geht es auch hier nicht, denn auch für Campingplätze sind Gebühren zu bezahlen.

Unterkünfte in Neuseeland

Wir waren bisher zweimal mit dem Mietauto in Neuseeland unterwegs und haben vorwiegend in Motels oder Apartments übernachtet. Wir haben bei der Buchung immer darauf geachtet, dass wir möglichst eine Kochmöglichkeit im Apartment haben. Viele Unterkünfte in Neuseeland sind übrigens noch etwas altbacken (bzw. in die Jahre gekommen), aber wir haben immer sehr gemütlich gewohnt.

Vorab oder spontan buchen?

Obwohl wir immer in der Hauptsaison (Januar/Februar) gereist sind, haben wir unsere Unterkünfte fast ausschließlich spontan gebucht, d.h. meist einen bis maximal zwei Tage vor Anreise – oft auch am selben Tag.

Der Nachteil ist natürlich, dass die richtig coolen Unterkünfte oft schon ausgebucht sind oder die Preise auch mal ansteigen können. Für uns persönlich überwiegen jedoch die Vorteile: Nur, wenn du spontan buchst, kannst du auf eventuelle Wetterumschwünge reagieren oder bestimmte Reiseziele nach Lust und Laune auslassen oder in deinen Roadtrip integrieren.

Ein richtig oder falsch gibt es nicht. Ob du deine Unterkünfte also lieber vor Reiseantritt durchbuchst oder eher spontan buchst, hängt zu 100 Prozent von deinen Vorlieben und deiner Art des Reisens ab. Vielleicht ist auch eine Kombination aus beiden Varianten etwas für dich? Bei Booking.com (hier haben wir fast immer gebucht) gibt es manchmal die Möglichkeit, bis einige Tage vor Anreise kostenlos zu stornieren. Wir nutzen diese Buchungsoption oft, wenn wir uns ein Storno oder Umbuchen offenlassen möchten.

Loft with a View Taupo

8. Sonstige Reisetipps für deinen Neuseeland-Roadtrip

Gesundheit: UV-Strahlung & Sandfliegen

Neuseeland ist in gesundheitlicher Sicht ein extrem sicheres Reiseland. Es gibt keine gefährlichen Tiere oder Insekten, die tropische Krankheiten übertragen.

Worauf du aufpassen musst, ist die hohe UV-Strahlung. Aufgrund der klaren, unverschmutzten Luft sind die Sonnenstrahlen in Neuseeland besonders intensiv. Wir empfehlen dir daher immer Sonnencreme aufzutragen, wenn du das Haus verlässt (das gilt besonders dann, wenn du in der Mittagszeit in den Bergen oder am Meer unterwegs bist). Du bekommst in Neuseeland wirklich schneller einen Sonnenbrand als dir lieb ist.

Ziemlich nervige Zeitgenossen sind die neuseeländischen Sandfliegen (oder Sandflies wie sie vor Ort genannt werden). Sandfliegen findest du in ganz Neuseeland, besonders aber in der Nähe von Flüssen und stehenden Gewässern. Gefährlich sind sie nicht, jedoch jucken die Bisse bei einigen Menschen höllisch. Unser Tipp in Sandfliegen-Gebieten ist das Tragen von langer Kleidung. Mitunter kann auch ein Moskito-Schutz notwendig sein (wir jedoch sind immer geflüchtet, bevor es soweit kam).

Reisestecker für Neuseeland

Um deine Geräte in Neuseeland am Strom anzustecken, benötigst du unbedingt einen Adapter. Die Netzspannung ist dieselbe (230 Volt), jedoch passt in die dreipolige Steckdose in Neuseeland kein zweipoliger Stecker aus Österreich oder Deutschland. Noch ein Tipp: Uns persönlich hätte ein Adapter nicht gereicht, da wir immer sehr viele Geräte aufladen (Handy, Laptop, Kameras). Wir haben uns vor Ort zwei Adapter gekauft. Günstiger ist es, wenn du diese schon zu Hause besorgst.

Hier findest du den passenden Adapter: Reisestecker für Neuseeland

Internet & Telefonieren

Wir haben uns gleich bei unserer Ankunft am Flughafen in Christchurch eine neuseeländische Simkarte mit 8GB Datenvolumen gekauft. Simkarten sind in Neuseeland nicht gerade günstig: Wir haben für unsere 8GB immerhin 86 NZD bezahlt. (Tipp: Am Flughafen selbst ist die Simkarte etwas günstiger.) In diesem Paket sind auch unlimitierte SMS & Minuten innerhalb Neuseelands sowie 200 freie SMS und 200 Minuten in bestimmte Länder (u.a. Deutschland, nicht aber Österreich) inkludiert.

Auch wenn eine solche Simkarte natürlich zunächst eine recht teure Investition ist, würden wir es jederzeit wieder so machen. Es ist einfach unglaublich praktisch, wenn man von unterwegs nach Unterkünften oder Infos suchen möchte. Natürlich gibt es auch günstigere Pakete (mit 1 GB oder 3 GB).

Erdbeben in Neuseeland

Neuseeland ist eines der erdbebenreichsten Länder der Welt. Rund 20.000 Erdbeben werden pro Jahr registriert – von denen natürlich nicht alle zu spüren sind. Für die Einwohner Neuseelands gehören kleinere Erdbeben zum Alltag. Aber auch als Tourist wirst du mit Erdbeben in Berührung kommen.

Wir selbst haben bei unseren beiden Neuseeland-Reisen immer zumindest ein Erdbeben miterlebt. Beide Male waren wir in Christchurch – jene Stadt, in der besonders viele Erdbeben registriert werden. Dass Erdbeben zu einer ernsten Bedrohung werden können, steht außer Frage. In vielen Unterkünften findest du daher Notfallpläne für den Ernstfall an der Zimmertür. Wir empfehlen dir trotzdem, dich dadurch nicht verrückt machen zu lassen. Verheerende Katastrophen sind glücklicherweise sehr, sehr selten.

9. Weitere Neuseeland-Artikel für die Planung deiner Reise

Unsere Neuseeland-Artikel für jeden bereisten Ort findest du gesammelt hier:


Transparenz: Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Coole Sache, oder? Für unseren Mietwagen in Neuseeland haben wir von Sunny Cars einen Rabatt bekommen – vielen lieben Dank! An unserer Meinung ändert sich daran überhaupt nichts. Wir haben schon mehrmals privat bei Sunny Cars gebucht (also den vollen Preis bezahlt) und immer gute Erfahrungen gemacht. 

Hast du schon einmal einen Roadtrip durch Neuseeland gemacht? Hat dich das Land auch so begeistert? Oder hast du noch weitere Tipps für uns? Wir freuen uns wie immer sehr auf deinen Kommentar!