Noch einen Schritt weiter und dann wird uns bewusst: Hier kommen wir so rasch nicht mehr heraus. Wer einmal einen Fuß in die engen Gassen der Medina (Altstadt) von Fès gesetzt hat, weiß, wovon wir sprechen. Die Medina von Fès ist das verwinkeltste Labyrinth, in dem wir jemals waren.

Ein Aufenthalt in Fès darf unserer Meinung nach bei keiner Marokko-Reise fehlen. In diesem Artikel zeigen wir dir die schönsten Sehenswürdigkeiten in Fès und verraten dir unsere Tipps für einen Rundgang durch die älteste Medina Marokkos.

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1. Sehenswürdigkeiten und Highlights in der Medina von Fès

Die Medina von Fès wird dich überrollen – genau wie uns. Anfangs waren wir uns sicher: Sollen wir es hier mögen oder hassen? Mal waren wir fasziniert, dann angewidert, mal begeistert, mal entsetzt. Gerüche, Geschmäcker, Geräusche – wohl niemand hier bleibt von der Überforderung der Sinne verschont.

Wir würden nicht sagen, Fès sei besonders schön oder besonders elegant, das ganz bestimmt nicht. Aber die Medina ist ein Spektakel, das man so schnell nicht vergisst. Die folgenden Highlights solltest du nicht verpassen.

Bab R’cif: Das Eingangstor zur Medina von Fès

Wir starten unseren kleinen Rundgang am lebendigen Bab R’cif, dem östlichen Eingangstor zur Medina von Fès. Dass sich hinter einem so weitläufigen Platz hunderte, ja tausende enge Gassen verstecken, kann man sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht so recht vorstellen.

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Die Gerbereien von Fès: Chouara Tanneries

Los geht’s in Richtung Norden. „Immer der Nase nach“, sagte man uns. Und es stimmt. In den Chouara Tanneries von Fès – also den Gerbereien – wird nach traditioneller Methode Leder per Hand gegerbt. Je näher wir den Gerbereien kommen, desto bestialischer wird der Geruch. Eigentlich wollen wir uns die Tanneries aus sicherer Entfernung von einer der Terrassen ansehen, doch dann nimmt uns ein Mann ins Innere mit.

Die Eindrücke überschlagen sich. Es ist laut und unfassbar dreckig, die Sonne brennt, überall Tierhäute, Wasser spritzt von allen Seiten. Das Schlimmste jedoch ist der unerträgliche Gestank. Vorsichtig gehen wir weiter, achten darauf, nirgends zu streifen. Zu groß ist der Ekel.

Ein kurzes gestelltes Lächeln für das Foto, dann zeigt uns der Mann den Weg zu einer der Terrassen. Es ist nämlich so: Jeder Ledershop besitzt eine Terrasse. Die Angestellten des Ladens werden versuchen, dich zur Terrasse zu locken. Eintritt für die Terrassen zahlst du keinen. Man hofft, dass du im Anschluss eine Tasche kaufen wirst. Arabische Verkaufsstrategie.

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Unser Tipp für einen Besuch der Gerbereien

Wenn dir von Gerüchen schnell übel wird, dann beobachte die Arbeiter lieber von einer der Terrassen aus sicherer Entfernung. Die meisten Terrassen gehören zu einem Ledershop, einige wenige auch zu Cafés. Du musst nur vorbeigehen – einer der Mitarbeiter wird dich garantiert ansprechen. Anschließend wird man dich natürlich dazu drängen, etwas zu kaufen. Wir haben einfach dankend abgelehnt und unserem „Guide“ ein kleines Trinkgeld gegeben.

Wir haben noch ein kurzes Video mit Eindrücken aus den Gerbereien mitgebracht. Sieh es dir unbedingt in HD an.

Medersa Attarine: Ehemalige Koranschule

In vielen Städten Marokkos zählen ehemalige Koranschulen zu den schönsten Sehenswürdigkeiten – so auch in Fès. Die Medersa Attarine befindet sich direkt in der Medina und ist unbedingt einen Besuch wert. Wir lieben die typisch marokkanischen Fliesen, die Mosaike und die ruhige, beschauliche Stimmung.

Besuchen kannst du die Medersa Attarine unabhängig von deiner Religion (dies ist in Marokko nicht immer der Fall). Wir mussten bei unserem Besuch ein kleines Eintrittsgeld (20 Dirham) bezahlten. Tipp: Such dir am besten ein Zeitfenster zwischen den großen Reisegruppen. Wir haben etwas abgewartet und hatten die Medersa Attarine ganz für uns allein – unbezahlbar.

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Kairaouine / Qarawīyīn-Moschee

Gleich neben der Medersa Attarina liegt die Kairaouine Moschee, die gleichzeitig eine Universität ist. Wenn du kein Muslim bzw. keine Muslimin bist (so wie wir), ist dir der Zugang zur Moschee leider verwehrt. Durch eines der vielen Tore darfst du jedoch einen Blick in das Innere werfen.

Einer der Mitarbeiter hat uns auch angeboten, mit unserer Kamera ein paar Fotos zu knipsen. So konnten wir immerhin anschließend anhand der Schnappschüsse erahnen, was wir verpasst haben.

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Die Souks (Märkte) in der Medina von Fès

Auf den ersten Blick wirkt die Medina von Fès wie ein einziger Souk, also Markt. Die einzelnen Souks sind allerdings – zumindest in gewissem Maße – thematisch gegliedert. Mal stehen Obst und Gemüse zum Verkauf, mal ist es Handwerk (z.B. Lampen und Accessoires), mal Gewürze.

Wir haben für unsere Wohnung eine hübsche, orientalische Lampe gekauft und wurden vom Shop-Betreiber sogar in die dazugehörige „Fabrik“ geführt. Wenn du so wie wir auf orientalisches Interieur stehst, wird die Medina von Fès wie ein kleines Paradies für dich sein. Den herzallerliebsten Gewürzverkäufer haben wir übrigens auf unserem Weg von der Kairaouine Moschee Richtung Westen gefunden.

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Bab Bou Jelod

Unsere Entdeckungstour endet am Bab Bou Jelod, dem blauen Tor. Wir haben beide keine Klaustrophobie, aber in dem Moment, als wir wieder die Sonne erblicken können, sind wir beide froh. Von hier könnten wir nun ein Petit Taxi nehmen, das uns zurück zum Ausgangspunkt bringt. Wir entscheiden uns für den Fußweg zurück durch die Medina.

2. Tipp für Essen und Trinken in Fès: Café Clock

Das Café Clock ist unter westlichen Touristen einer der beliebtesten Treffpunkte in der Medina – und das zurecht. Die kleine Oase liegt versteckt in einem Hinterhof und ist perfekt geeignet, um eine Pause vom Trubel der Medina einzulegen. Das Café Clock liegt in der Nähe des Bab Bou Jelod.

3. Übernachten: Hotel-Tipp für Fès

Wir haben zwei Nächte im wundervollen Karawan Riad verbracht, das wir dir sehr empfehlen können. Ohne zu übertreiben, ist dieses Riad die wunderschönste Unterkunft, in der wir jemals übernachtet haben. Das Riad wurde von zwei französischen Paaren vor 10 Jahren gekauft und mit eigenen Händen renoviert. Es gibt keine klassischen Zimmer, sondern Suiten – jede davon ist einem bestimmten Thema entsprechend ausgestattet.

Eines der Highlights des Karawan Riad ist dessen Dachterrasse, von der man beim Frühstück einen atemberaubenden Blick auf die Medina von Fès genießt. Einziger Wermutstropfen: Das Karawan Riad ist relativ teuer. Wenn du dir aber etwas Besonderes gönnen möchtest, dann können wir dir das Karawan Riad von Herzen empfehlen.

Lese-Tipp: Wir haben auch ein eigenes Review über das Karawan Riad verfasst.

Hier kannst du das Hotel buchen: Karawan Riad

4. Noch mehr Eindrücke: Unser Video aus Fès

5. Weitere Tipps für deine Reise


Transparenz: Einladung & Affiliate Links

Wir wurden vom Karawan Riad auf die Übernachtungskosten für zwei Nächte eingeladen. Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

Warst du schon einmal in Fès und hast noch weitere Tipps für Sehenswürdigkeiten? Wie hat es dir gefallen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.