Zahme Hirsche sowie eindrucksvolle Tempel und Schreine – und das in Kombination. Das ist es, was Nara ausmacht. Einst war Nara die Hauptstadt Japans, daher beherbergt das Stadtzentrum immer noch eine Fülle an sehenswerten Tempeln und Schreinen.

Wie die Hirsche dazu passen, fragst du dich? Ganz einfach: Sie leben dort. Und das schon seit Jahrhunderten. Daher leisten dir die neugierigen Tiere beim Sightseeing in Nara Gesellschaft. Nara ist das perfekte Ziel für einen Tagesausflug von Osaka oder Kyoto. Unsere besten Tipps für Nara verraten wir dir in diesem Blogartikel.

1. Nara: Das erwartet dich in der Tempel-Stadt

Nara ist eines der Highlights jeder Japan-Rundreise. Ähnlich wie in Kyoto findest du auch in Nara unzählig viele Tempel und Schreine auf relativ engem Raum. In Nara kannst du also ins historische Japan eintauchen und genau das macht einen Besuch so spannend.

Abseits der Tempel und Schreine fanden wir die traditionellen japanischen Gärten in Nara besonders sehenswert. Japanische Gärten vereinen alle Klischees, die man so im Kopf hat: Symmetrisch geschnittene Bäume, Wege durchs Moos und natürlich ein hübsches Teehaus im Zentrum.

Nara ist nur einen Katzensprung von Kyoto und Osaka entfernt. Im Zweifelsfall würden wir dir eher empfehlen, den Tagesausflug von Osaka aus zu machen, so wie wir das getan haben. Der Grund: In Kyoto allein gibt es schon so viele Tempel zu sehen. Der Kontrast zwischen Nara und dem modernen Osaka ist viel größer.

Nara Tipps

Wie komme ich in Nara von A nach B?

Die meisten Tempel und Schreine in Nara stehen in Gehweite zueinander. Du kannst also prinzipiell alles zu Fuß gehen. Wir selbst haben das auch getan mit Ausnahme des letzten Weges zurück zum Bahnhof. Da waren wir ziemlich müde und haben uns daher ein Taxi genommen. So als Richtwert: Wir haben über den gesamten Tag in Nara etwa 15 Kilometer zu Fuß zurückgelegt.

Alternativ ist in Nara auch das Busnetz recht gut ausgebaut: Es gibt mehrere Buslinien, wobei für touristische Zwecke die gelben Buslinien Nr. 1 und 2 am meisten genutzt werden. Diese Linien fahren einmal im Kreis und halten an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Buslinie Nr. 2 im Uhrzeigersinn Buslinie Nr. 1 gegen den Uhrzeigersinn).

Ein Tagesticket für alle Buslinien kostet 500 Yen. Dieses kaufst du am besten direkt nach deiner Ankunft in Nara am Bahnhof. Wenn du nur die eine oder andere Strecke mit dem Bus zurücklegen möchtest, dann kannst du dein Ticket auch direkt im Bus kaufen (Einzelfahrt 210 Yen).

2. Die schönsten Sehenswürdigkeiten: Tempel, Schreine und Gärten in Nara

In diesem Kapitel zeigen wir dir, welche Tempel, Schreine und Gärten wir an einem Tag in Nara besichtigt haben. Wir haben die Sehenswürdigkeiten in der Reihenfolge unseres Besuchs aufgelistet, sodass du dich ebenfalls daran orientieren kannst. All unsere Tipps findest du außerdem am Ende des Artikels in einer Karte eingezeichnet.

Hirsche im Nara-Park

Der Nara-Park ist genau genommen ein riesiges Areal, in dem sich einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Naras befinden. Dennoch möchten wir den Nara-Park separat anführen. Auf den vielen Grünflächen des Nara-Parks begegnest du nämlich den Hirschen, für die Nara so berühmt ist.

Die Hirsche machen es sich entweder in Grüppchen unter dem Schatten der Bäume bequem oder aber sie sind auf der Suche nach etwas Essbarem. Mittlerweile wissen die Hirsche natürlich, dass sie von BesucherInnen gefüttert werden. An den Parkeingängen kannst du nämlich Tierfutter kaufen. Vorsicht: Die Hirsche sind sehr, sehr zutraulich. Sobald sie die Cracker erschnuppern, werden die Hirsche dich verfolgen, bis du sie rausrückst.

Für dich zur Info: Bei fast allen Sehenswürdigkeiten, die wir gleich auflisten (mit Ausnahme der Gärten), wirst du ebenfalls auf Hirsche treffen. Sie sind einfach überall und gehören zum Stadtbild Naras dazu.

Tōdai-ji Tempel

Der berühmteste Tempel in ganz Nara, dem wohl jede/r einen Besuch abstattet, ist der Tōdai-ji Tempel. Die Besonderheit dieses Tempels: Er ist aus Holz erbaut. Genauer gesagt ist der Tōdai-ji Tempel sogar das größte Holz-Gebäude der Welt. Verrückt, oder?

Entsprechend seiner Bekanntheit ist der Andrang beim Tōdai-ji Tempel natürlich enorm. Schulklassen, Reisegruppen & Co.: Besinnliche Ruhe suchst du hier vergeblich. Dennoch solltest du dir den Tempel nicht entgehen lassen. Das Bauwerk ist spektakulär anzusehen.

Im Inneren des Tōdai-ji Tempels thront ein über 15 Meter hoher Buddha, der ebenfalls sehr sehenswert ist. Insgesamt ist das Areal allerdings ziemlich rasch besichtigt.

Infos zum Besuch des Tōdai-ji Tempels

Öffnungszeiten: 7:30 bis 17:30 Uhr
Eintritt: 1.000 Yen

Buddha Nara

Isuien Garden

Der vermutlich bekannteste japanische Garten in Nara ist der Isuien Garden. Alle Vorstellungen, die du so von einem japanischen Garten hast, werden hier Realität: Ein Weg durchs Moos, ein Pfad über einen Fluss, ein See, in dem sich die Pflanzenwelt spiegelt und ein Teehaus, in dem du deinen Matcha genießen kannst.

Entgegen unserer Erwartung hielt sich der Andrang bei unserem Besuch in Grenzen, sodass wir den Garten ganz in Ruhe genießen konnten.

Im Ticket ist auch der Besuch des dazugehörigen Museums inklusive, das sich allerdings offenbar nicht unbedingt lohnen soll. (Wir haben die Zeit stattdessen im benachbarten Garten verbracht – mehr dazu gleich.)

Infos zum Besuch des Isuien Garden

Eintritt: 900 Yen
Öffnungszeiten: 9:30 bis 17 Uhr

Isuien Garden

Yoshikien Garden

Direkt neben dem Eingang zum Isuien Garden befindet sich auch der Eingang zum weniger bekannten Yoshikien Garden. Wenn schon, denn schon, haben wir uns gedacht und daher beiden Gärten einen Besuch abgestattet.

Der Yoshikien Garden ist ein wenig kleiner als der Isuien Garden, aber unserer Meinung nach nicht weniger sehenswert. Auch hier wartet ein wunderschöner japanischer Garten auf dich. Das hölzerne Teehaus ist außerdem ein tolles Fotomotiv.

Da der Eintritt ohnehin kostenlos ist und beide Gärten Tür an Tür liegen, würden wir dir empfehlen, gleich beiden Gärten zu besichtigen. Wer weiß, wie schnell du wieder japanische Gartenkunst zu Gesicht bekommst.

Infos zum Besuch des Yoshikien Garden

Eintritt: Kostenlos, wenn du deinen Reisepass vorzeigst
Öffnungszeiten: 9 bis 17 Uhr

Kasuga-Taisha Schrein

Unser Besuch beim Kasuga-Taisha Schrein am späten Nachmittag war eines unserer persönlichen Highlights in Nara. Mit den hunderten moosbewachsenen Laternen aus Stein ist der Schrein definitiv einer dieser Orte unserer Japan-Reise, die in Erinnerung bleiben. Der Schrein ist in einem Waldstück gelegen, daher sind auch hier sehr viele Hirsche anwesend, die nicht selten zwischen den Stein-Laternen hervorblicken.

Den Kasuga-Taisha Schrein kannst du kostenlos besichtigen. Für den Innenbereich des Schreins, der aus mehreren roten Bauwerken und vielen, vielen Laternen besteht, werden 500 Yen fällig. Wir hatten ziemliches Glück: Wir waren an diesem Tag annähernd die Letzten, die gerade noch Zutritt erhielten. Somit konnten wir das Areal (fast) komplett alleine erkunden. Untertags soll hier drinnen wohl sehr viel los sein.

Wir können dir daher nur wärmstens dazu raten, den Kasuga-Taisha Schrein ebenfalls am Nachmittag zu besuchen. (Achtung – die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit. Wir waren um 16 Uhr beim Ticketschalter des Inneren Schreins.) Anschließend empfiehlt sich der Spaziergang zum Nigatsudo-Tempel, um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Näheres verraten wir dir gleich.

Infos zum Besuch des Kasuga-Taisha Schreins

Öffnungszeiten: Je nach Jahreszeit zwischen ca. 6:00 (bzw. 6:30) und 17 (bzw. 18) Uhr. Der Innenbereich des Schreins schließt früher.
Eintritt: Kostenlos; Innerer Schrein 500 Yen

Nara Sehenswürdigkeiten Tipps

Nigatsu-dō Tempel

Der unserer Meinung nach perfekte Ort, um sich den Sonnenuntergang in Nara anzusehen, ist der Nigatsu-dō Tempel. Er befindet sich auf einer Anhöhe oberhalb des Tōdai-ji Tempels (und gehört genau genommen sogar zu diesem dazu).

Untertags soll hier wohl sehr viel los sein, doch bei unserem Besuch zum Sonnenuntergang waren nur sehr wenige Menschen vor Ort. Die Tempelhalle selbst hat dann zwar schon geschlossen, doch die Atmosphäre ist mindestens genauso magisch. Wir können dir nur wärmstens empfehlen, den kurzen Fußmarsch in Angriff zu nehmen und dir den Ausblick von hier oben anzusehen. Für uns war der Besuch des Nigatsu-dō Tempels der perfekte Tagesabschluss unseres Ausflugs nach Nara.

Infos zum Besuch des Nigatsu-dō Tempels

Eintritt: Kostenlos
Öffnungszeiten: Das Tempelgelände hat rund um die Uhr offen. (Die Halle selbst schließt bereits um 17:30 Uhr.)

Nigatsu dō Tempel

3. Weitere sehenswerte Orte und Tipps für Nara

Mochi-Meister Nakatanidou

Schon einmal Mochi probiert? Die kleinen, klebrigen japanischen Reisküchlein mit ihrer seltsamen Konsistenz liebt oder hasst man. Falls du sie testen möchtest, dann ist Nara der passende Ort dafür: Im Stadtzentrum befindet sich nämlich die Mochi-Bäckerei namens Nakatinadou, die im ganzen Land bekannt ist.

Hier arbeitet der schnellste Mochi-Meister der Welt. Dazu muss man wissen: Der Mochi-Teig wird bei der Zubereitung mit einem Hammer geschlagen – und das passiert hier in einer verrückt schnellen Geschwindigkeit, bei der man Sorge um die Finger des Mochi-Meisters hat.

Bei Nakatinadou kannst du den ganzen Tag während der Öffnungszeiten bei der Produktion der Mochis zusehen. Um einen Blick auf die Hauptattraktion, nämlich das Schlagen des Mochi-Teigs, zu werfen, kann es aber schon einmal ein bisschen dauern.

Generell ist der Laden natürlich ziemlich touristisch, aber die Mochis schmecken dafür wirklich gut. Wir haben uns sogar Nachschub geholt. Ein kleiner Hinweis: Nicht zu schnell essen und genügend trinken. Es gibt tatsächlich immer wieder Personen, die an Mochis ersticken.

Altstadt Nara (= Naramachi)

Das einstige Handelsviertel heißt Naramachi und ist so etwas wie die Altstadt von Nara. In den kleinen Gässchen reiht sich ein Holzhaus ans nächste. In den Häusern sind immer wieder Boutiquen, Galerien oder kleine Shops untergebracht.

Wir hätten uns Naramachi lebendiger vorgestellt – bei unserem Besuch war es hier sehr ruhig. Falls du also vom Tempel-Trubel genug hast, dann ist Naramachi genau der richtige Ort für dich.

Okumura Commemorative Museum

Ganz zufällig sind wir hier vorbeigekommen und sofort hängen geblieben. Vor der Tür wird nämlich mit „resting place free of charge“ geworben und unsere müden Beine konnten eine Pause gut vertragen.

Das unscheinbare Okumura Commemorative Museum liegt vor den Toren des berühmten Tōdai-ji Tempels. „Museum“ ist angesichts der Größe der Ausstellung ein bisschen übertrieben. Anhand einiger Exponaten kannst du etwas über Erdbeben sowie eine erdbebensichere Bauweise erfahren. Vieles ist allerdings nur auf Japanisch angeschrieben.

Das Hauptmotiv, hier vorbeizuschauen, ist sicherlich der kostenlose Tee und die ruhige Atmosphäre. Gerade, weil es bei unserem Besuch draußen sehr heiß war, haben wir den Zwischenstopp sehr genossen.

4. Karte: Alle Sehenswürdigkeiten auf einen Blick

Damit du dir einen besseren Überblick für deinen Tagesausflug nach Nara verschaffen kannst, haben wir alle Sehenswürdigkeiten und Highlights in dieser Karte eingezeichnet.

5. Anreise nach Nara

Nara besitzt zwei Bahnhöfe: Je nachdem, welchen Zug du nimmst, steuerst du entweder die Kintetsu Nara Station oder die JR Nara Station an. Einen sehr großen Unterschied gibt es nicht, wobei die Kintetsu Nara Station etwas näher an den touristischen Sehenswürdigkeiten liegt (15 Gehminuten bis zum Tōdai-ji Tempel).

Wir empfehlen dir, die Route von deinem Hotel (in Kyoto bzw. Osaka) aus via Google Maps zu checken und gegebenenfalls auch via Hyperdia eine geeignete Verbindung zu suchen.

Von Osaka

Von Osaka aus gibt es mehrere Optionen, nach Nara zu gelangen. Solltest du einen Japan Rail Pass besitzen (nähere Infos hier: Japan Reisetipps), dann wirst du vermutlich die Yamatoji Line (JR) nehme. Die Fahrt ist im Japan Rail Pass inkludiert.

Eine etwas schnellere Alternative, die allerdings mit dem Japan Rail Pass nicht abgedeckt ist, ist die Kintetsu Nara Line. Sie bringt dich – wie der Name schon verrät – zur Kintetsu Nara Station und damit etwas näher an die Altstadt Naras als die JR-Züge.

Unser Hoteltipp für Osaka: Moxy Osaka

Von Kyoto

Wenn du einen Japan Rail Pass besitzt, dann fährst du von Kyoto am besten mit einem JR-Zug (Miyakoji Line) nach Nara. Die Fahrt damit ist nämlich in deinem Pass inkludiert. Achte darauf, dass du keinen Local Train nimmst, der an unnötig vielen Haltestellen stehen bleibt.

Ohne Japan Rail Pass ist die Kintetsu Kyoto Line die Strecke deiner Wahl. Die schnellste Verbindung bringt dich in ca. 35 Minuten von Kyoto nach Nara – genau genommen zur Kintetsu Nara Station und damit (wie schon oben beschrieben) etwas näher an die touristischen Highlights als die JR-Züge.

Unser Hoteltipp für Kyoto: Enos Ango Tomi II


Transparenz: Einladung & Affiliate Links

Wir wurden von All Nippon Airways (ANA) nach Japan eingeladen – vielen herzlichen Dank für diese tolle Möglichkeit! Damit ihr euch auskennt: Hin- und Rückflug sowie das Programm für die ersten 5 Tage (Tokio, Hakone, Osaka) wurden in finanzieller Hinsicht von ANA übernommen. In der Programmgestaltung waren wir frei – wir waren die gesamte Zeit über auf eigene Faust unterwegs. Wir entschieden uns, unseren Aufenthalt in Japan auf eigene Kosten zu verlängern.

Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

Warst du schon einmal in Nara? Welche Tempel und Schreine waren deine Highlights? Hast du noch weitere Tipps für Nara? Wir freuen uns sehr auf deinen Kommentar!