Kyoto. Oder: Japan in Perfektion. Kein anderer Stopp auf unserer Reise durch Japan hat uns so sehr in die Kultur Japans eintauchen lassen wie Kyoto. Eine Reise nach Kyoto bedeutet tagelanges Staunen: Geishas und Gärten, Tempel und Schreine, Geschichte und Tradition.

Kyoto bedeutet aber zunächst einmal auch Überforderung. Es gibt in Kyoto so unfassbar viele Sehenswürdigkeiten, dass man im ersten Moment keine Ahnung hat, wo man beginnen soll. Damit dir die Reiseplanung leichter fällt, verraten wir dir in diesem Artikel unsere Highlights und besten Tipps für Kyoto.

1. Kyoto: Die traditionsreiche Stadt im Überblick

Kyoto ist für viele das absolute Highlight ihrer Japan-Reise. Das hat einen Grund: Die Stadt ist voller Traditionen und das komplette Gegenteil zum modernen Tokio oder Osaka. In Kyoto stehen so viele Tempel und Schreine, dass du niemals alle besichtigen wirst können.

So geschichtsträchtig Kyoto ist, so beliebt ist es naturgemäß auch bei Reisenden: An den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kyoto herrscht zu fast jeder Tageszeit dichtes Gedränge. Lass dich von menschenleer wirkenden Fotos bitte nicht täuschen. Diese wurden mit ziemlicher Sicherheit entweder aus einer günstigen Perspektive oder sehr, sehr früh am Morgen aufgenommen.

Wir gehören ja selbst zur Schar an TouristInnen, daher meinen wir das auch gar nicht negativ. Es ist aber wichtig, dass man sich darauf einstellt, um nicht enttäuscht zu sein. Dennoch: Das Flair von Kyoto ist so zauberhaft schön, dass man es einfach erlebt haben muss.

Kyoto Japan Tipps

Wie lange soll ich in Kyoto bleiben?

Kyoto bedeutet Sightseeing und Tempel-Hopping von früh bis spät. Das finden manche Menschen ziemlich bald ziemlich eintönig. Wir haben häufig gelesen, dass man mindestens eine Woche für Kyoto einplanen sollte. Das würden wir daher so allgemein nicht behaupten.

Wenn du nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehen möchtest und gar nicht so sehr der Typ für viel Sightseeing bist, dann reichen etwa drei Nächte. Da musst du aber natürlich auf vieles verzichten.

Du kannst auch problemlos eine ganze Woche in Kyoto mit Aktivitäten füllen – auch zwei, wenn du möchtest. Das Angebot an sehenswerten Tempeln, Schreinen und Gärten ist schier endlos.

Wir selbst haben alle in diesem Artikel aufgelisteten Sehenswürdigkeiten in fünf Tagen (vier Nächten) besichtigt. Sonderlich gestresst haben wir uns nicht, obwohl wir dazu sagen müssen, dass wir immer den ganzen Tag auf den Beinen waren. Ein Tag mehr Zeit hätte uns aber auch nicht gestört.

Reiseführer für Kyoto

Vermutlich möchtest du so wie wir auch nicht ohne Reiseführer nach Japan reisen. Da stellt sich natürlich die Frage: Kauft man sich einen Gesamt-Japan-Reiseführer oder lieber für jeden bereisten Ort einen separaten? Wir selbst haben uns für Variante Nummer zwei entschieden, da die Gesamt-Reiseführer viel zu viele Ecken Japans abdecken und nur ein Bruchteil auf unserer Reiseroute stand.

Variante 1: Lonely Planet Kyoto

Dieser sehr ausführliche Reiseführer ist empfehlenswert, wenn du mehrere Tage in Kyoto verbringst und auch an Hintergrundinfos interessiert bist. Der Reiseführer ist nur auf Englisch verfügbar.

Hier kannst du den Reiseführer kaufen: Lonely Planet Kyoto

Variante 2: Lonely Planet Pocket Kyoto & Osaka

Die abgespeckte Variante. Dieser Reiseführer gibt einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kyoto und Osaka. Auch dieser Reiseführer ist nur auf Englisch verfügbar.

Hier kannst du den Reiseführer kaufen: Lonely Planet Pocket Kyoto & Osaka

Variante 3: Lonely Planet Japan

Wenn du dich für einen Reiseführer entscheidest, der Gesamt-Japan abdeckt, dann können wir dir jenen von Lonely Planet empfehlen. Er ist auch auf Deutsch verfügbar.

Hier kannst du den Reiseführer kaufen: Lonely Planet Japan (auf Deutsch)

2. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kyoto: Die 5 Top-Highlights

Vermutlich geht es dir so wie uns vor unserer Japan-Reise: Du fühlst dich von der Fülle an Tempeln und Sehenswürdigkeiten in Kyoto schlichtweg erschlagen. Keine Sorge – du bist nicht allein!

Damit du dir gleich zu Beginn einen besseren Überblick verschaffen kannst, listen wir im Folgenden fünf der absoluten Highlights in Kyoto auf. Wir haben hier einen guten Mix aus klassischen Must-Sees sowie jenen Sehenswürdigkeiten gewählt, die uns persönlich einfach sehr gut gefallen haben.

Alle Sehenswürdigkeiten, die wir dir vorstellen, findest du außerdem am Ende des Blogartikels in einer Karte eingezeichnet. Unser Tipp: Um dich von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu navigieren, empfehlen wir dir Google Maps bzw. die Karten-App auf dem iPhone. Das funktioniert in Japan wirklich gut.

Kiyomizu-dera Tempel

Keinesfalls verpassen darfst du den Kiyomizu-dera Tempel. Er ist einer der wichtigsten Tempel in Kyoto und auch einer unserer Lieblingsorte. Der Kiyomizu-dera Tempel befindet sich auf einer Anhöhe, weshalb du von hier oben einen wunderbaren Blick genießt.

Das Hauptgebäude des Kiyomizu-dera Tempels wird derzeit renoviert und ist bis angeblich März 2020 eingerüstet. Das ist natürlich schade, aber dennoch lohnt sich ein Besuch unserer Meinung nach auf jeden Fall. Wie fast alle Tempel in Japan besteht auch der Kiyomizu-dera Tempel aus zahlreichen Bauwerken, sodass es abseits des Hauptgebäudes ebenfalls einiges zu entdecken gibt.

Unser Tipp: Für einen Sonnenuntergang wäre die kleine Aussichtsplattform direkt nach dem Eingang des Tempels (rechter Hand) perfekt, wenn der Kiyomizu-dera Tempel seine Pforten nicht pünktlich um 18 Uhr schließen würden. Wir selbst waren daher um etwa 17 Uhr beim Tempel, um die schönste Zeit des Tages auch wirklich bis zur letzten Sekunde auszukosten. Schon ungefähr eine Viertelstunde vor Schluss wird man vom Personal freundlich aber bestimmt gebeten, das Gelände zu verlassen.

Infos zum Besuch des Kiyomizu-dera Tempels

Öffnungszeiten: 6 bis 18 Uhr
Eintritt: 300 Yen

Kiyomizu dera Tempel

Fushimi Inari-Taisha Schrein

Der Fushimi Inari-Taisha ist der wohl bekannteste Shintō-Schrein in Kyoto. Wir kennen niemanden, der Kyoto verlässt, ohne den Schrein besichtigt zu haben. Das Highlight ist hier gar nicht so sehr die Haupthalle des Schreins selbst, sondern dessen Torii – so nennen sich die Eingangstore von Shintō-Schreinen. Auf einen Berg schlängelt sich hier ein Pfad aus tausenden roten Torii.

Der Andrang ist enorm. Besonders am Fuße des Berges, also am Beginn des Weges, möchte man am liebsten wieder umdrehen. Aber keine Sorge: Je höher man geht, desto ruhiger wird es.

Wichtig zu wissen: Wenn du den gesamten Weg bis zur Spitze gehen möchtest, dann bist du locker zwei bis eher drei Stunden unterwegs. Den besten (und einzig wirklich guten) Ausblick hast du allerdings schon etwas früher (nach ungefähr 30-45 Minuten) bei der sogenannten Yotsutsuji-Kreuzung.

Was ist die beste Tageszeit für einen Besuch?

Fast alle Reiseberichte, die wir gelesen hatten, empfehlen, zum Sonnenaufgang zu kommen. Diese Meinung teilen wir nur bedingt. Denn: Von der Aussichtsplattform an der Yotsutsuji-Kreuzung blickst du Richtung Westen und somit Richtung Sonnenuntergang. Wir selbst waren daher ebenfalls zum Sonnenuntergang unterwegs und haben diese Entscheidung zu keiner Sekunde bereut.

Zum Sonnenaufgang herrscht beim Schrein allerdings sicherlich auch eine besondere Atmosphäre. Wenn du in der Früh kommen möchtest, dann solltest du wirklich sehr, sehr früh dort sein. Ab etwa 8 Uhr soll der Schrein schon völlig überlaufen sein.

Infos zum Besuch des Fushimi Inari-Taisha

Öffnungszeiten: Rund um die Uhr
Eintritt: Kostenlos

Fushimi Inari Taisha Tipps

Kinkaku-ji: der Goldene Pavillon

Der Kinkaku-ji ist wohl eines der berühmtesten Fotomotive in ganz Kyoto. Die oberen Etagen dieses Tempels sind mit Blattgold überzogen, daher wird er auch Goldener Pavillon genannt. Der Anblick des Tempels, der sich im Teich spiegelt, ist einfach wunderschön anzusehen.

Das denken sich auch viele andere, denn der Kinkaku-ji gehört zu den absoluten Highlights in Kyoto. Kein Witz: Hier herrscht so großer Andrang, dass man auf den ersten Metern sofort wieder flüchten möchte. Wir sind trotzdem nicht wirklich der Meinung, dass es sich lohnt, früh zu kommen, denn der Blick ist und bleibt derselbe und in den Tempel hinein darfst du ohnehin nicht.

Der Kinkaku-ji ist somit einer jener Tempel, der am schnellsten von allen besichtigt ist. Es gibt zwar eine Gartenanlage, aber trotzdem bist du ziemlich schnell durchspaziert. Ob sich die vergleichsweise recht lange Anreise wirklich lohnt, bleibt jedem selbst überlassen. Wir sind jedenfalls froh, den Tempel gesehen zu haben.

Infos zum Besuch des Kinkaku-ji

Öffnungszeiten: 9 bis 17 Uhr
Eintritt: 400 Yen

Kinkaku ji Kyoto

Das Geisha-Viertel Gion im Stadtteil Higashiyama

Das traditionelle Gion ist das bekannteste Viertel in ganz Kyoto. Hier reiht sich ein Holzhäuschen ans nächste und das Flair ist unbeschreiblich magisch. Gion ist auch als Geisha-Viertel bekannt und das aus gutem Grund: Die Chance, eine Geisha zu treffen, ist hier besonders hoch.

Und was sollen wir sagen: Wir Glückskinder sind tatsächlich an einer echten Geisha vorbeispaziert. So schnell konnten wir gar nicht schauen, stand sie vor uns. Wir haben aus Respekt kein Foto gemacht (es ist aber prinzipiell kein Problem, wenn du danach fragst).

Der Hype um Geisha-Fotos in Kyoto ist enorm: Davon konnten wir uns in der Hanamikoji-dori überzeugen – jener Straße, in der die Wahrscheinlichkeit, eine Geisha zu sehen, recht hoch ist. Vor den Lokalen, in denen Geishas arbeiten, werden die Türen regelrecht belagert. Die Chance, einen Blick auf eine echte Geisha zu erhaschen, ist am größten um etwa 17:30 Uhr, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit ist.

Ähnlich traditionell wie Gion ist auch der südliche Teil von Higashiyama, genauer gesagt die Gegend rund um die beiden Straßen Ninen-Zaka und Sannen-Zaka, die sich schon auf dem Weg Richtung Kiyomizu-dera Tempel befinden. In diesem Viertel findest du auch den berühmten Blick auf den Hōkan-ji Tempel (auch Yasaka-Pagode genannt).

Dass wir diesen Straßenzug so leer fotografieren konnten, war pures Glück. Wir waren etwa um 18:15 Uhr dort und einige FotografInnen hatten ihr Stativ aufgebaut, sodass sich daran für kurze Zeit niemand vorbeigetraut hat – zack, da haben wir abgedrückt.

Kennin-ji Tempel

Von allen Tempeln, die sich im historischen Stadtteil befinden, erinnern wir uns besonders gerne an unseren Besuch des Kennin-ji zurück. Der ist tatsächlich der älteste Zen-Tempel Japans und befindet sich nur einen Katzensprung von der bekannten Hanamikoji-dori entfernt. Es lohnt sich also, den Tempel mit einem Besuch von Gion zu kombinieren.

Der Kennin-ji ist nicht ganz so arg überlaufen wie andere Tempel – ganz besonders nicht, wenn man so wie wir am späteren Nachmittag kommt, kurz bevor der Tempel schließt. So konnten wir die Zen-Atmosphäre ohne Trubel genießen.

Die langen Gänge mit den typisch japanischen Shōji (den Fenstern) sind tolle Fotomotive. Das denken sich übrigens auch viele andere, daher wirst du im Kennin-ji überdurchschnittlich viele Frauen in Kimonos zu Gesicht bekommen. Auch sehenswert: Die Decke der Dharma-Halle ziert ein imposantes Drachen-Gemälde.

Infos zum Besuch des Kennin-ji Tempels

Öffnungszeiten: 10 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16:30)
Eintritt: 500 Yen

Kennin ji Tempel

3. Weitere Tempel und Sehenswürdigkeiten in Kyoto für mehr Zeit

Das war natürlich noch lange nicht alles. In diesem Kapitel stellen wir dir weitere Sehenswürdigkeiten und Orte vor, die wir in Kyoto besichtigt haben. Einige davon sind sehr bekannt, andere wiederum richtige Geheimtipps.

Nijō Castle

Die Burg Nijō (oder Nijō Castle genannt) ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kyoto und dementsprechend auch viel besucht. Sie wurde während der Edo-Zeit erbaut, genauer gesagt Anfang des 17. Jahrhunderts zu Ehren des Shoguns.

Die Burg Nijō ist eine weitläufige Anlage, zu der auch ein riesiger Park sowie Burggräben gehören. Du kannst dich hier also problemlos mehrere Stunden aufhalten. (Mindestens 1,5 Stunden solltest du vor Ort auf jeden Fall einplanen.)

Das Hauptgebäude nennt sich Ninomaru Palast. Diesen besichtigst du im Rahmen eines Rundwegs, bei dem du an unzähligen Räumlichkeiten vorbeikommst. Nicht wundern: Das Parkett des Ninomaru Palast quietscht bei jedem Schritt und wird daher auch als „Nachtigallenboden“ bezeichnet. Leider ist im Inneren das Fotografieren verboten.

Infos zum Besuch des Nijo Castle

Öffnungszeiten: 8 bzw. 8:45 bis 17 bzw. 18 Uhr je nach Jahreszeit (letzter Einlass eine Stunde vor Schließung); der Ninomaru Palast hat etwas kürzer geöffnet als das restliche Areal und schließt meist um 16 Uhr
Eintritt: 1.000 Yen

Nijo Castle Kyoto

Kodai-ji Tempel

Dieser sehr schöne Tempel liegt etwas abseits des Trubels von Higashiyama. Die hügelige, weitläufige Landschaft und die wunderschön angelegten Zen-Gärten sind definitiv das, was uns von unserem Besuch am stärksten in Erinnerung blieb.

Im Kodai-ji findest du auch einen Bambuswald, der zwar in puncto Größe nicht mit dem berühmten Pendant in Arashiyama mithalten kann, aber dennoch sehenswert ist. Vorsicht: Auch den Mücken gefällt’s in diesem Bambuswald recht gut.

Unser Tipp: Den Kodai-ji kannst du als einen der wenigen Tempel in Kyoto in manchen Wochen im Jahr auch bei Dunkelheit (bis etwa 21:30 Uhr) besichtigen. Der Tempel und die Gärten werden dann mit speziellen Lichtinstallationen beleuchtet.

Infos zum Besuch des Kodai-ji Tempels

Öffnungszeiten: 9 bis 17:30 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr; in manchen Wochen im Jahr bis 21:30 Uhr)
Eintritt: 600 Yen

Kodai ji Tempel

Pontochō Alley

Diese schmale, stimmungsvolle Gasse mit den niedrigen Holzhäusern verläuft parallel zum Flussufer. Hier reiht sich ein Restaurant ans nächste, weshalb vor allem abends jede Menge los ist. Untertags wirkt die Straße zwar etwas ausgestorben, aber fotogen ist sie dennoch.

In der Pontochō Alley soll die Chance, einer Geisha zu begegnen gar nicht so klein sein. So oder so: Ein Zwischenstopp lohnt sich auf jeden Fall, wie wir finden.

Pontocho Alley

Arashiyama Bamboo Forest

Im Westen von Kyoto, genauer gesagt im Stadtteil Arashiyama, liegt der berühmt-berüchtigte Bambuswald. Es gibt wohl kaum einen Reisebericht über Kyoto, in dem du kein Foto des Bamboo Forest finden wirst. Und es gibt wohl keine andere Sehenswürdigkeit in Kyoto, die so sehr gehypt ist wie der Bambuswald.

Aber was ist der Bamboo Forest genau? Ohne dich jetzt enttäuschen zu wollen, aber das Wort „Forest“ geht leider ein bisschen an der Realität vorbei. Der Bamboo Forest ist genau genommen eine etwa 100 Meter lange Allee. Du befindest dich also in keinem weitläufigen Wald, sondern bist den Bamboo Forest wirklich binnen weniger Minuten abgegangen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass der Bambuswald hoffnungslos überlaufen ist. Um ein Foto ohne Menschenmassen zustande zu bringen, kommen ganz viele zum Sonnenaufgang. Wir selbst haben es andersrum gemacht: Wir waren am späten Nachmittag dort. Ob wir es bereut haben? Keine Sekunde. Es war zwar vermutlich etwas mehr los als zeitig in der Früh, aber alles in allem hat uns der Bambuswald ohnehin gar nicht so sehr gefesselt.

Infos zum Besuch des Bamboo Forest

Öffnungszeiten: Rund um die Uhr
Eintritt: Kostenlos

Otagi Nenbutsu-ji Tempel

Kommen wir zu einem unserer persönlichen Highlights in Kyoto, dem Otagi Nenbutsu-ji. Als wir auf dem Reiseblog ohtheplaces Fotos von den moosbewachsenen Steinfiguren gesehen haben, wussten wir: Da müssen wir hin.

Der Otagi Nenbutsu-ji liegt im westlich gelegenen Stadtteil Arashiyama, etwa eine halbe Stunde zu Fuß vom berühmten Bamboo Forest entfernt. Mit dem Taxi sind es überhaupt nur ein paar Minuten. Falls du es zeitlich unterbringst, dann können wir dir einen Ausflug zu diesem Tempel nur wärmstens ans Herz legen.

Auf einem relativ überschaubaren Areal stehen hier Hunderte, wenn nicht Tausende verwitterte Steinfiguren. Außer uns waren nur wenige andere BesucherInnen vor Ort. Den Otagi Nenbutsu-ji kann man also (nicht zuletzt aufgrund seiner abgeschiedenen Lage) ruhigen Gewissens noch als Geheimtipp bezeichnen.

Unser Tipp: Nur wenige Minuten vom Otagi Nenbutsu-ji liegt der Adashino Nenbutsu-ji. Auch diesen können wir wärmstens empfehlen. Mehr dazu verraten wir dir gleich.

Infos zum Besuch des Otagi Nenbutsu-ji Tempels

Öffnungszeiten: 8 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16:45 Uhr)
Eintritt: 300 Yen

Kyoto Tempel Figuren

Adashino Nenbutsu-ji Tempel

Wenn du es schon bis zum Otagi Nenbutsu-ji geschafft hast, dann solltest du auch beim Adashino Nenbutsu-ji vorbeischauen. Der liegt nämlich direkt auf dem Rückweg Richtung Zentrum von Arashiyama und ist ebenfalls sehr sehenswert.

Auch hier findest du ein Meer aus Steinfiguren (Buddha-Figuren um genauer zu sein). Wir konnten gar nicht aufhören zu fotografieren, weil der Tempel einfach dermaßen fotogen ist.

Zum Adashino Nenbutsu-ji gehört auch ein kleiner Bambuswald. Der kann in puncto Größe zwar nicht mit dem bekannten Bamboo Forest mithalten, dafür hast du diesen Wald hier aber (fast) für dich alleine.

Infos zum Besuch des Adashino Nenbutsu-ji Tempels

Öffnungszeiten: 9 bis 16:30 Uhr (im Winter angeblich nur bis 15:30 Uhr)
Eintritt: 500 Yen

Tenryu-ji Tempel

Der Tenryu-ji ist der bekannteste Tempel im Stadtviertel Arashiyama. Vom Bamboo Forest erreichst du diesen Tempel in wenigen Minuten zu Fuß.

Je nach gewähltem Ticket besichtigst du hier entweder nur den Garten oder aber auch die Räumlichkeiten des Tempels von innen. Wir haben uns für Letzteres entschieden. Zwar ist der Tempel im Inneren nicht so spektakulär wie manch ein anderer, doch wir mochten den minimalistischen Stil mit den Tatami-Matten sehr.

Der Rundweg durch den Garten führt einmal um den Tempel herum, sodass du auch ohne entsprechendem Ticket einen Blick ins Innere der Tempelräume werfen kannst. Der Garten mit dem See ist wirklich wunderschön angelegt. Uns hat’s hier sehr gut gefallen!

Infos zum Besuch des Tenryu-ji

Öffnungszeiten: 8:30 bis 17:30 Uhr bzw. 17 Uhr (im Winter); letzter Einlass eine halbe Stunde vor Schluss
Eintritt: 500 Yen (nur Garten), 800 Yen (Garten und Tempel)

Ginkaku-ji Tempel

Der Ginkaku-ji (nicht zu verwechseln mit dem Kinkaku-ji) ist auch als Silberner Pavillon bekannt. Entgegen seinem Namen sucht man Silber allerdings vergeblich. Macht aber nichts, denn hier steht – unserer Meinung nach – ohnehin die prächtige Zen-Gartenanlage im Mittelpunkt.

Zum Glück ist der Tempel nicht ganz so arg überlaufen, sodass man den Garten relativ in Ruhe auf sich wirken lassen kann. (Wir sagen bewusst „relativ“, denn natürlich ist auch hier einiges los.) Ins Auge sticht der Sandgarten mit dem massiven Sandkegel. Der Garten des Ginkaku-ji ist an einem Hang gelegen, den du auch erklimmen kannst. Ein Pfad führt dich an Moosgärten vorbei zu einer kleinen Anhöhe, von der du einen netten Blick genießt.

Infos zum Besuch des Ginkaku-ji Tempels

Öffnungszeiten: 8:30 bis 17 Uhr bzw. 9 bis 16:30 Uhr (im Winter)
Eintritt: 500 Yen

Ginkaku Kyoto

Philosophenweg

Der wohl bekannteste Spazierweg in Kyoto trägt den Namen Philosophenweg. Er führt etwa zwei Kilometer entlang eines kleinen Bachs und verbindet den Ginkaku-ji mit dem Viertel rund um den Nanzen-ji. Auf dem Weg kommst du an einigen anderen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Der Philosophenweg ist besonders zur Kirschblüte sehr beliebt, denn dann verwandelt sich der Philosophenweg in eine Allee aus hunderten, blühenden Kirschbäumen. Außerhalb der Kirschblüte gehört der Philosophenweg unserer Meinung nach nicht zu den ganz großen Highlights von Kyoto.

Philosophenweg Kyoto

Tofuku-ji Tempel

Wenn du in der Nähe des Fushimi Inari-Taisha bist und noch einen weiteren Tempel besichtigen möchtest, dann können wir dir den Tofuku-ji empfehlen. Diesen erreichst du in etwa 10 Minuten zu Fuß.

Der Tofuku-ji ist einer der größten und auch weitläufigsten Tempel, die wir in Kyoto besucht haben. Auf dem Areal findest du mehrere Sehenswürdigkeiten, darunter das imposante Sammon-Tor, welches als das älteste Zen-Tor Japans gilt. Ebenfalls sehenswert ist der Hojo Garden, ein wunderschöner Zen-Garten.

Der Tofuku-ji ist auch für die Tsutenkyo Brücke bekannt, eine 100 Meter lange, überdachte Holzbrücke. Im Herbst soll der Blick von der Brücke auf die farbigen Blätter der Bäume besonders schön sein.

Infos zum Besuch des Tofuku-ji

Öffnungszeiten: 9 bis 16:30 Uhr bzw. bis 16 Uhr im Winter; letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss
Eintritt: 400 Yen für den Hojo Garden, 400 Yen für die Tsutenkyo Brücke

Tofuku Kyoto

Kyoto Tower

Kyoto ist nicht unbedingt jene Stadt, die für ihre Vielzahl an Aussichtspunkten bekannt ist wie es etwa Tokio ist. Der Kyoto Tower ist allerdings eine Ausnahme: Von hier oben hast du einen fantastischen 360-Grad-Blick über Kyoto.

Die Aussichtsplattform befindet sich auf etwa 100 Metern. Weil Kyoto alles andere als ein Meer aus Hochhäusern ist, fühlt sich das schon ziemlich hoch an. Viele Tempel kannst du in der Ferne erblicken, wie beispielsweise den Kiyomizu-dera.

Unser Tipp: Falls du wenig Zeit hast, dann würden wir auf den Kyoto Tower eher verzichten. Nicht, dass es sich nicht lohnen würde, das nicht. Doch der Reiz und die Faszination von Kyoto liegt unserer Meinung nach ganz klar im Erkunden der traditionellen Tempel. Die Panoramaansicht von Kyoto ist definitiv nicht das, das uns von unserer Zeit in Kyoto am stärksten in Erinnerung geblieben ist.

Infos zum Besuch des Kyoto Towers

Öffnungszeiten: 7 bis 21 Uhr (letzter Einlass 20 Minuten vor Schluss)
Eintritt: 770 Yen

Kyoto Tower Ausblick

4. Tipps für Essen & Trinken: Unsere liebsten Restaurants und Cafés in Kyoto

Engine Ramen

Wie überall in Japan ist es auch in Kyoto nicht ganz einfach, vegetarische Speisen zu finden. Zum Glück haben wir uns vorab informiert und das Engine Ramen gefunden: Hier gibt es nämlich köstliche vegetarische und vegane Ramen zu fairen Preisen. Das Ambiente entspricht einer typischen japanischen Ramen-Bar. Wir würden wiederkommen!

Stardust

Wow! Das war unser Gedanke, als wir diesen Concept Store betreten haben. Das Ambiente ist so beruhigend, dass man sich am liebsten stundenlang aufhalten möchte. Das Stardust serviert auch vegane Gerichte – wer mehr als nur einen Mittags-Snack essen möchte, muss allerdings vorab reservieren. (Wir kamen ohne Reservierung und mussten uns mit der Tagessuppe zufriedengeben, die aber wirklich vorzüglich war.) Absolut empfehlenswert!

Vermillion

Wenn du in der Nähe vom Fushimi Inari-Taisha Schrein bist und Lust auf einen Kaffee hast, dann solltest du hier unbedingt vorbeischauen. Im Vermillion gibt’s nämlich perfekten Espresso – genau wie man sich das wünscht.

% Arabica

Noch ein Kaffee-Tipp: Das % Arabica hat mittlerweile mehrere Standorte in ganz Kyoto. Hier gibt’s hervorragenden Kaffee. Der Iced Cappuccino war bei der Hitze ein wahrer Segen!

5. Transport innerhalb von Kyoto

In der „Altstadt“ von Kyoto (d.h. in Gion bzw. Higashiyama) kannst du zwar vieles zu Fuß erreichen, doch einige Sehenswürdigkeiten (z.B. der Bamboo Forest oder der Goldene Pavillon) liegen recht weit abseits. Für diese Strecken bist du auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Es gibt U-Bahnen bzw. Züge, aber auch jede Menge Buslinien.

Ein genereller Tipp: Die schnellste Verbindung von A nach B in Kyoto kannst du über Google Maps bzw. über die Karten-App auf dem iPhone checken. Das funktioniert in Japan überraschend gut!

U-Bahn und JR-Züge in Kyoto

Wir selbst haben die meisten Strecken mit der U-Bahn bzw. den JR-Zügen zurückgelegt. Das Netz ist zwar lange nicht so gut ausgebaut wie jenes in Tokio, doch man kommt an die meisten Sehenswürdigkeiten recht nah und vor allem schnell heran.

Wenn du einen Japan Rail Pass hast, kannst du die JR-Züge kostenlos benutzen. Weitere Infos und Tipps dazu findest du in diesem Blogartikel: Reiseroute durch Japan & Zugfahren.

Für die Fahrt mit den U-Bahnen empfehlen wir dir die Suica-Card, die du auch in anderen großen Städten (z.B. Tokio und Osaka) nutzen kannst. Nähere Infos findest du in diesem Artikel: Japan Reisetipps.

Busse in Kyoto

In Kyoto gibt es ein überdurchschnittlich gut ausgebautes Busnetz. Wir selbst haben Busse nur für nicht ganz so weit entfernt gelegene Ziele genutzt, da du damit doch langsamer unterwegs bist als mit den U-Bahnen bzw. Zügen.

Es gibt ein spezielles Tagesticket (600 Yen), mit dem du einen ganzen Tag alle Buslinien in Kyoto nutzen kannst. Dieses Ticket kannst du z.B. in der Kyoto Station oder bei U-Bahn-Stationen kaufen. Ein Tagesticket lohnt sich nach drei Busfahrten. Solltest du also nur selten den Bus nutzen, dann bist du besser beraten, wenn du Einzeltickets kaufst (entweder scannst du deine Suica-Card oder bezahlst bar).

Taxifahren in Kyoto

Last but not least: Wir haben uns hin und wieder auch ein Taxi genommen. Das ist definitiv das teuerste Verkehrsmittel, aber natürlich auch das bequemste. Wir empfehlen es dir besonders für kurze Strecken (5-10 Minuten), die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mühsam zu erreichen sind.

Ein Taxi kannst du ganz einfach vom Straßenrand herbeiwinken. Wenn das Schild leuchtet, dann ist das Taxi frei. Vorsicht: Die Türen öffnen und schließen immer automatisch.

Taxi Kyoto Preis

6. Unser Hotel-Tipp für Kyoto

In Kyoto haben wir im wunderbaren Enso Ango Tomi II Hotel übernachtet, das wir dir wärmstens empfehlen können. Das Boutique-Hotel ist eines von mehreren Hotels derselben Kette – alle Häuser befinden sich in Gehweite zueinander. In der Lounge gibt’s den ganzen Tag über kostenlose Snacks und Getränke.

Die Zimmer sind für Japan-Verhältnisse sehr geräumig. Die Lage des Hotels ist ziemlich zentral: Das traditionelle Viertel Gion kannst du beispielsweise zu Fuß erreichen.

Unser Fazit: Wir würden keine Sekunde zögern, wieder hier zu übernachten. Der Abschied fiel uns echt schwer, weil wir uns in diesem Hotel so wohlgefühlt haben.

Hier kannst du das Hotel buchen: Enso Ango Tomi II Hotel

7. Karte: Alle Highlights und Tipps für Kyoto im Überblick

Damit du dir einen besseren Überblick verschaffen kannst, haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und unsere Highlights in Kyoto in dieser Karte eingezeichnet. So kannst du gut erkennen, welche Tempel du miteinander kombinieren kannst.


Transparenz: Affiliate Links

Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

Auf den Flug nach Japan wurden wir von All Nippon Airways (ANA) nach Japan eingeladen! Auch das Programm für die ersten 5 Tage (Tokio, Hakone, Osaka) wurden in finanzieller Hinsicht von ANA übernommen. Wir entschieden uns, unseren Aufenthalt in Japan auf eigene Kosten zu verlängern und (u.a.) Kyoto zu bereisen.

Warst du schon einmal in Kyoto? Welche Tempel und Schreine waren deine Highlights? Hast du noch weitere Tipps für Kyoto? Wir freuen uns sehr auf deine Erfahrungen!