Wenn man das erste Mal ein Foto der türkisblauen Soča zu Gesicht bekommt, könnte man denken, Photoshop sei im Spiel. Dem ist allerdings nicht so. Die Farbe des Flusses sieht in Wirklichkeit sogar noch magischer und kräftiger aus als auf den Bildern. Das Soča-Tal ist mit seinen Schluchten und Klammen daher nicht umsonst für viele das schönste Naturspektakel in Slowenien.

Wasserfälle, Stromschnellen, Hängebrücken & dazu natürlich das unwirkliche Türkis des Alpenflusses – wir wagen mal zu behaupten, dass die Natur in Slowenien kaum irgendwo so reizvoll ist wie im Soča-Tal.

In diesem Blogartikel zeigen wir dir, warum sich das Soča-Tal unbedingt auf deiner Reiseroute durch Slowenien befinden sollte. Wir verraten dir unsere liebsten Stopps und Sehenswürdigkeiten und lassen natürlich unsere selbst erprobten Tipps da.

1. Reise ins Soča-Tal: Infos im Überblick

Die Soča entspringt in den Julischen Alpen im Norden Sloweniens. Anschließend bahnt sie sich ihren Weg Richtung Süden, um in Italien (als “Isonzo”) ins Meer in den Golf von Triest zu fließen.

Das Soča-Tal ist ein Mekka für AbenteurerInnen: Von Rafting über Canyoning bis hin zum Kajakfahren ist alles möglich. Hinzu kommen unzählige kurze und längere Wanderungen zu Wasserfällen und anderen Naturspektakeln.

Die beste Reisezeit fürs Soča-Tal

Wir persönlich fanden den Frühling ideal. Zu dieser Jahreszeit ist im Soča-Tal nämlich lange nicht so viel los wie im Sommer. Auf vielen Wanderwegen waren wir (fast) die einzigen Menschen.

Laut der Mitarbeiterin unseres Hotels soll Bovec und Umgebung in den Sommermonaten allerdings sehr voll werden. Dafür jedoch hast du natürlich den Vorteil, dass du in der Soča baden gehen kannst, was im Frühling und Herbst weniger einladend ist.

Wie viel Zeit soll ich für das Soča-Tal einplanen?

Selten ist es uns schwieriger gefallen, einen konkreten Zeitraum zu nennen. Der Grund: Du könntest das Tal theoretisch an einem Tag durchfahren und bei einigen Highlights anhalten. Du könntest aber genauso gut eine Woche hier verbringen. Wandermöglichkeiten gibt es zur Genüge.

Wir selbst blieben eine Nacht im Soča-Tal – genauer gesagt im Ort Bovec. (Unser Hotel zeigen wir dir am Ende des Artikels.) Im Nachhinein betrachtet, wären wir gerne länger geblieben. Ob du die Zeit lieber an einem Ort verbringen möchtest oder unterwegs an mehreren Orten halten möchtest, ist Geschmackssache.

2. Die schönsten Orte im Soča-Tal: Highlights & Tipps

Entlang des Soča-Tals gibt es unzählige lohnenswerte Zwischenstopps. Dabei ist es prinzipiell komplett egal, ob du von Süden nach Norden oder umgekehrt reist. Wir selbst kamen vom Süden, genauer gesagt von Piran, und beschreiben unsere Highlights daher auch in dieser Reihenfolge. Am Ende des Blogartikels findest du eine interaktive Karte mit allen Orten und Sehenswürdigkeiten.

Durchs Vipava-Tal nach Kanal ob Soči

Vom Süden (Piran) kommend entschieden wir uns, die laut Navi schnellste Route im wahrsten Sinne des Wortes links liegen zu lassen. Stattdessen fuhren wir auf Anraten von Kathis Papa (einem Slowenien-Kenner) durchs malerische Vipava-Tal. Am liebsten hätten wir hier einen längeren Zwischenstopp mit einer Wanderung eingelegt, doch das war leider zeitlich nicht drin.

Auf die Soča triffst du schließlich zum ersten Mal nördlich von Nova Gorica. Ab hier fährst du praktisch ohne Unterbrechung am Flussufer entlang. Die Versuchung ist groß, sich von der Farbe ablenken zu lassen (an diesem Abschnitt noch eher grün als türkis). Die kurvige Straße wird allerdings deine vollste Aufmerksamkeit fordern.

Den ersten Halt machten wir im pittoresken Kanal ob Soči. Die Steinbrücke samt Kirchturm und Fluss ist selbst bei Regen ein Postkartenmotiv, wie man sieht.

Via Tolmin nach Kobarid

Anschließend führt die Straße weiter Richtung Norden in den etwas größeren Ort Tolmin. (Mit “größer” meinen wir, dass es hier beispielsweise einen Hofer-Supermarkt gibt.)

Wenn du genügend Zeit hast (die wir leider nicht hatten), dann könntest du in Tolmin bei den angeblich sehr schönen Schluchten von Tolmin (“Tolminska Korita”) vorbeischauen, die sich nur wenige Autominuten außerhalb des Ortszentrums befinden. Ein rund 1,5-stündiger Rundwanderweg führt dich durch diese spektakuläre Klamm.

Von Tolmin geht es weiter nach Kobarid, einem der bekanntesten Orte im Soča-Tal.

Museum von Kobarid

Das wohl meistbesuchte Bauwerk in Kobarid ist das örtliche Museum. Kobarid war während des 1. Weltkriegs Schauplatz mehrerer grauenvoller Schlachten. Das Museum erzählt auf sehr spannende Art und Weise die Geschichte Kobarids.

Eintritt: 7 Euro

Kobarid Museum

Napoleonbrücke bei Kobarid

Kurz außerhalb des Ortszentrums von Kobarid gelangst du zur markanten Napoleonbrücke, die nur einen Brückenbogen besitzt. Einst marschierten hier Napoleons Truppen – daher der Name. Ein netter Fotospot, oder?

Napoleonbrucke Kobarid

Kozjak Wasserfall

Der Kozjak Wasserfall (“Slap Kozjak”) ist mit Sicherheit einer der schönsten Wasserfälle Sloweniens. Von der Napoleonbrücke sind es nur wenige Minuten mit dem Auto, ehe du den dazugehörigen Parkplatz erreichst. Letzterer befindet sich in der Nähe des Campingplatzes.

Vom Parkplatz erreichst du den rund 15 Meter hohen Kozjak Wasserfall in ungefähr 30 Gehminuten. Zunächst überquerst du eine wahrlich schwindelerregende Hängebrücke. Anschließend führt dich ein Waldweg zum ersten Wasserfall, ehe es durch eine mystische Schlucht zum eigentlichen Highlight geht, dem großen Kozjak Wasserfall.

Bovec

Von Kobarid sind es schließlich nur noch etwa 20 Minuten bis Bovec – jenem Ort im Soča-Tal, den wir für unsere Übernachtung ausgewählt hatten. Bovec ist jener Ort im Soča-Tal, der die meisten Unterkünfte beherbergt. Wir verstehen auch, warum: hier gibt es genügend Platz. Bovec ist zwar von spektakulären Gipfeln umgeben, liegt jedoch nicht wie die meisten anderen Orte in einem schmalen Tal, sondern eher auf einer Ebene.

Boka Wasserfall

Vom höchsten Wasserfall Sloweniens hätten wir uns ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Das liegt nicht daran, dass der Boka Wasserfall (“Slap Boka”) nicht beeindruckend ist, ganz und gar nicht. Allerdings ist der Aussichtspunkt dann doch zu weit weg, um den Wasserfall in seiner gesamten Pracht bestaunen zu können. Hinzu kam, dass der Wasserfall bei unserem Besuch relativ wenig Wasser hatte.

Den Standard-Aussichtspunkt erreichst du nach etwa 15 Gehminuten von der Hauptstraße aus. (Parken beim Hotel Boka möglich). Er brachte uns aber leider nicht so nahe an den Wasserfall heran, wie wir uns das gewünscht hätten.

Beim nächsten Mal würden wir uns wohl für den anspruchsvolleren Aufstieg zum Wasserfall entscheiden, welcher auf der rechten Seite des Wasserfalls verläuft und offenbar nicht ganz ungefährlich sein soll.

Große Soča-Tröge (“Velika Korita”)

Wow! Den Tipp, Velika Korita zu besuchen, bekamen wir von der Mitarbeiterin unseres Hotels (Hotel Sanje ob Soči). Ihr zufolge muss man diesen Ort im Soča-Tal gesehen haben. Und was sollen wir sagen: Recht hat sie!

Die Velika Korita sind wohl zweifellos das beeindruckendste Naturspektakel rund um Bovec. Mit einer unglaublichen Kraft peitscht das Wasser hier durch die enge Schlucht.

Wir selbst haben die Großen Soča-Trögen nach einer kurzen Wanderung vom Parkplatz nahe des Campingplatzes erreicht. (Den genauen Standort haben wir dir auf der Karte am Ende des Artikels eingezeichnet). Du wanderst hier auf der rechten Seite der Soča flussaufwärts. Der Weg ist kaum beschildert – laut der Mitarbeiterin unseres Hotels zählen die Großen Soča-Tröge zu den eher unbekannten Sehenswürdigkeiten.

Je nachdem wie weit du dich traust, kannst du dich auch immer wieder ganz nah an die Klippen herantasten. Halbwegs schwindelfrei solltest du in diesem Fall allerdings sein. Vor der kleine Holzbrücke schließlich nutzen wir die Chance und kletterten ein Stück nach unten, um aus dieser Perspektive einen Blick in die Schlucht zu werfen.

Wenn dir nicht so nach Abenteuer ist, dann haben wir einen Tipp, wie du die Velika Korita ganz gemütlich sehen kannst: Auf der Höhe der großen Hängebrücke gibt es entlang der Hauptstraße (auf der anderen Seite des beschriebenen Wanderwegs) einen kleinen Parkplatz. Von dieser kannst du immerhin einen spektakulären Blick in die Tiefe werfen.

Velika korita

Šunik Wasserhain (“Šunikov vodni gaj”)

Der Šunik Wasserhain ist ebenfalls ein kleiner Geheimtipp, der sich unweit des Soča-Tals bei Lepena befindet. Auf einem etwa halbstündigen Rundweg wanderst du über Waldwege, Hängebrücken und Holzstege einmal rund um kaskadenartige Wasserfälle.

Je weiter du kommst, desto lauter wird das Rauschen und desto imposanter wird auch der Anblick der Wasserfälle. Alles in allem: Idyllischer geht es kaum! Diesen Ort können wir nur wärmstens empfehlen.

Sunik Wasserhain

Vršičpass

Eines der Highlights in Slowenien haben wir uns bis zuletzt aufgehoben: die Überquerung des Vršičpasses. Das ist zwar nicht der schnellste Weg zurück nach Österreich, mit Sicherheit aber der spektakulärste. In 50 Haarnadelkurven geht es über den imposanten Gebirgspass von Trenta nach Kranjska Gora. Die Kurven der Nordseite bestehen teilweise noch aus Kopfsteinpflaster.

Der Vršičpass ist mit 1.611 Metern der höchste Pass Sloweniens. Im Winter (bei viel Schnee) ist er regelmäßig gesperrt. Aber keine Sorge: Die Info, dass der Pass erst ab Mai geöffnet hat, stimmt so nicht. Im Jahr 2019 etwa konnte man den Pass schon im Februar wieder befahren.

Kranjska Gora

Letztlich landeten wir doch schneller als gedacht auf der anderen Seite des Passes am Jasna-See. Dass der See künstlich angelegt ist, ist zwar nicht zu übersehen, trübt die traumhafte Kulisse jedoch kaum. Falls du einen kurzen Zwischenstopp einlegen möchtest: Die Terrasse der Villa Triglav bietet sich für einen schnellen Kaffee perfekt an.

Kranjska Gora selbst ist unspektakulär, doch wir haben noch einen ganz besonderen Tipp für dich. Nur wenige Minuten vom Ortszentrum entfernt befindet sich ein Naturjuwel der besonderen Art. Da staunten wir nicht schlecht, als wir das Naturreservat Zelenci erreichten.

Die Kulisse mit dem Holzsteg, dem grünen See sowie den Bergen am Horizont ist einmalig. Du erreichst das Naturreservat Zelenci ganz bequem nach einem rund 10-minütigen Spaziergang von der Hauptstraße.

3. Unsere Unterkunft im Soča-Tal

Für unsere Übernachtung im Soča-Tal entschieden wir uns für den Ort Bovec. Unsere Wahl fiel auf das Hotel Sanje ob Soči, welches wir sehr empfehlen können.

Zugegeben: Von außen sieht das Hotel stylisher aus, als die Zimmer sind. Die Apartments sind nämlich eher zweckmäßig eingerichtet, dafür aber ziemlich geräumig. Wir haben uns jedenfalls sehr wohl gefühlt. Unser Apartment lag im ersten Stock, daher hatten wir von unserer Terrasse einen schönen Blick auf die Berggipfel.

Die MitarbeiterInnen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit und hatten stets super Tipps auf Lager. Toll ist auch das Frühstück: Es werden ganz viele regionale Spezialitäten angeboten, darunter beispielsweise hausgemachte Marmeladen und Käse aus der Region.

Hier kannst du das Hotel buchen: Hotel Sanje ob Soči

Sanje ob Soci

4. Karte: Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Soča-Tal auf einen Blick

Damit du dich besser orientieren kannst, haben wir dir unsere persönlichen Tipps für das Soča-Tal in einer Karte markiert.


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Hast du schon einmal eine Reise ins Soča-Tal gemacht? Welche Orte haben dir am besten gefallen? Wir freuen uns sehr auf deinen Kommentar mit deinen Tipps und Empfehlungen.