Unsere Tipps für Delhi im Überblick findet ihr am Ende des Artikels!

Nun sind wir also in Indien. Zu Beginn des Jahres hatten wir noch nicht die leiseste Ahnung, dass wir keine drei Monate später den indischen Subkontinent bereisen werden. Und jetzt sind wir hier, in Delhi, in einem fensterlosen Hotelzimmer und hoffen, dass es der Jetlag gut mit uns meint. Und hoffen, dass sich unsere negativen Vorurteile nicht bestätigen werden. Und hoffen, dass wir das Essen vertragen werden. Und hoffen und hoffen und schlafen endlich ein.

Guten Morgen, chaotisches Delhi

Der Wecker klingelt um 7.30. Somit ist es nach unserer Zeitrechnung in Wien… nein, besser nicht darüber nachdenken! Im Morgenlicht besuchen wir die Jama Masjid, die riesige Freitagsmoschee. Außer uns sind nur ein paar Gläubige anwesend, die zum Beten gekommen sind. Perfektes Licht, perfekte Stimmung, perfekter Delhi-Start.

Delhi-Jama-Masjid-Moschee

Delhi-Moschee

Delhi-Moschee-Gebetsraum-1

Wir haben uns dazu entschlossen, an einer Stadtführung von Salaam Baalak Trust teilzunehmen (danke, liebe Marianna für den Tipp!). Das Konzept: Ehemalige Straßenkinder führen uns durch ihre Stadt – durch Gassen, die wir sonst niemals betreten würden. Vorbei an versteckten Tempeln, die uns niemals aufgefallen wären. Wir schlürfen Chai und essen indische Kekse. Einen besseren Einstieg für Indien hätten wir uns nicht erträumen können. Mit uns sind die beiden Jungs Lalid und Khursheed unterwegs. Sie geben auf uns Acht, lotsen uns durch die turbulente Altstadt, sie bringen uns zum Lachen, aber auch zum Nachdenken. Als Khursheed uns seine Geschichte erzählt, werden wir ganz still. Wir sind mittlerweile in jenem Heim angekommen, das jahrelang sein Zuhause war. Jetzt nicht mehr. Er verdient jetzt sein eigenes Geld als Guide und kann sich von seinem Lohn ein Zimmer in Delhi leisten.

Enge-Gassen-Delhi

Old-Delhi-Streettour

Altstadt-Delhi

Heruntergekommenes-Haus-Delhi

Historisches-Gebäude-Delhi

Salaam-Baalak-Trust-Delhi

Red Fort und das erste Mittagessen in Delhi

Um die Mittagszeit ist unsere Schonfrist dann aber endgültig vorbei: Wir schlagen uns allein durch die indische Metropole. Obwohl: „Allein“ ist relativ, denn mit uns sind noch die Italienerin Martina und ein britisches Paar unterwegs. Und trotzdem sind wir erstmal eins: ein klein wenig überfordert. Vom Ticket-System der Metro. Von der Schlange vorm Schalter. Von der beginnenden Hitze und den Menschenmassen in der U-Bahn. Irgendwie schaffen wir es aber doch bis zum Red Fort, wohl eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Delhis. Um ehrlich zu sein: „Kann man sehen, muss man aber nicht“ lautet unser Resümee. Vielleicht hat der aufkommende Hunger unsere Euphorie gebremst?

Rotes-Fort-Delhi

Red-Fort-Delhi

Nun, mit indischem Essen und uns ist das so eine Sache: Zu diesem Zeitpunkt können wir das erste Curry auf indischem Boden schon kaum mehr erwarten. Und doch: wenn wir uns so umsehen, gibt uns die Hygiene hier ein wenig zu bedenken. Im sehr authentischen Restaurant Karim’s essen wir ein hervorragendes Shahi paneer samt knusprigem Naan-Brot. Sorgen unbegründet – bitte weiter so!

Eine kurze Pause und ein indischer Abschluss

Die Müdigkeit – jetzt hat sie uns! Da kommt uns unser stockfinsteres Hotelzimmer ja gerade recht. (Merke: Kein Nachteil ohne Vorteil.) In der Ferne hören wir die Autohupen, in der Nähe die ächzende Klimaanlage – und schon sind wir eingeschlafen.

Zu großen Schandtaten ist unser Körper abends nicht mehr bereit, definitiv nicht. Doch der Hunger treibt uns noch einmal auf die Straße. In einer Fahrradrikscha lassen wir uns zum Guesthouse von Martina bringen. Im hauseigenen Restaurant erfahren wir zum ersten Mal, was indische Zuverlässigkeit bedeutet: Von drei Gerichten kommen zwei falsch. Von zwei Getränkebestellungen kommt eine überhaupt nicht. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Wir werden uns daran gewöhnen müssen.

Shahi-paneer

Unsere Tipps für Delhi im Überblick

1. Sehenswürdigkeiten in Delhi

Jama Masjid

Die Jama Masjid, oder auch „Freitagsmoschee“ genannt, ist die größte Moschee Indiens. Einen Besuch können wir euch sehr empfehlen. Wir waren morgens dort und fanden diese Zeit für einen Besuch perfekt. Der Eintritt kostet 100 Rupien pro Person (Der Lonely Planet sagt, es sei kostenlos – von uns wurde allerdings Geld verlangt). Tücher/Mäntel zur Verhüllung werden vor Ort ausgeteilt.

Red Fort Delhi

Das Red Fort ist eine Festungsanlage in Delhi. Wir fanden es zwar sehenswert, sind aber der Meinung, dass man es nicht unbedingt sehen muss, wenn die Zeit knapp ist. Der Eintritt kostet 500 Rupien.

Stadtführung durch Delhi mit ehemaligen Straßenkindern

Unbedingt empfehlenswert ist eine Tour mit Salaam Baalak Trust. Ehemalige Straßenkinder führen euch durch die Altstadt Delhis und zeigen euch versteckte Gassen und Moscheen. Die Führung dauert 3 Stunden und kostet 500 Rupie pro Person.

2. Essen und Trinken in Delhi

Karim’s: Recht einfaches, aber sehr leckeres Restaurant in der Alstadt, das auch von Einheimischen besucht wird. Wir haben für unser Mittagessen insgesamt ca. 300 Rupie pro Person bezahlt (inkl. Getränke).

3. Reiseführer-Tipp für Indien und Delhi

Für unsere Indien-Reise haben wir uns den Lonely-Planet-Reiseführer Rajasthan, Delhi & Agra gekauft. Der hat uns immer gute Dienste geleistet – klare Empfehlung!

4. Transport innerhalb von Delhi

Der Verkehr in Indien ist Chaos pur und es dauert oft viel länger, um von A nach B zu gelangen, als man denkt. Ihr habt prinzipiell 3 Möglichkeiten:

  1. „Rickshaw“: ähnlich dem motorisierten Tuk Tuk. Der Fahrer wird ziemlich sicher das „Taxometer“ nicht einschalten wollen. Ihr müsst also vorab über den Preis verhandeln. Geht davon aus, dass der Fahrer euch ziemlich sicher erst einmal einen überzogenen Preis nennt. Wir haben meist um die 50 Rupien pro Fahrt (je nach Distanz auch mal mehr) bezahlt.
  2. Metro: Hier haben wir recht gute Erfahrungen gemacht. Wenn man mit der Metro fährt, ist man auf den chaotischen Straßenverkehr nicht angewiesen, allerdings kann auch die Metro extrem überfüllt sein. Für eine einfache Fahrt müsst ihr euch vor eurer Fahrt am Schalter einen „Token“ kaufen. Eine Fahrt kostet dann um die 10 Rupien. Alternativ gibt es auch eine Metro Card, die ihr aufladen könnt (quasi eine Prepaid Karte) oder die Tourist Card (die teuerste Variante mit 250 Rupien für 3 Tage plus 50 Rupien Einsatz). Mit der Tourist Card könnt ihr die Metro unbegrenzt nutzen.
  3. Taxi: In Delhi könnt ihr außerdem mit dem Taxi fahren. Eine Fahrt kostet etwa doppel so viel wie eine Fahrt mit der Rickshaw.

Kennt ihr auch unser Indien-Video?


Transparenz: erlebe-fernreisen war so freundlich, uns vor Ort in Indien einzuladen. Damit waren unsere Kosten für Unterkünfte und den Transport gedeckt. Die Flüge sowie einige Aktivitäten (darunter auch die Stadtführung) haben wir selbst bezahlt.

Wart ihr schon in Delhi und habt noch weitere Reisetipps? Hinterlasst uns doch einen Kommentar mit eurem Erfahrungsbericht – wir freuen uns!