„Laut, schmutzig, voller Smog“? Viel hatten wir uns von Jakarta nicht erwartet und wurden aber eines besseren belehrt. In diesem Artikel auf unserem Reiseblog verraten wir euch unsere Tipps für Jakarta.

„Besser gleich auslassen.“, „Selbst eine Nacht in diesem Moloch ist zuviel.“ So wurde die Stadt in diversen Reiseberichten im Internet beschreieben. Kurzum: unsere Vorfreude hielt sich in Grenzen (schön ausgedrückt, denn eigentlich hatten wir so gar keine Lust). Wir hatten uns auf das Schlimmste eingestellt und waren am Ende positiv überrascht. Die negative Meinung, die über Jakarta herrscht, können wir nur teilweise teilen. Ja, der Verkehr ist haaresträubend, und ja, laut und schmutzig ist es mitunter auch. Aber von einer asiatischen Großstadt erwartet man sich ja auch kein idyllisches Landleben, oder?

Transport in Jakarta: KRL Bahn

Zwei Nächte verbrachten wir in Jakarta, konnten aber aufgrund unserer Flugzeiten nur einen vollen Tag zur Stadterkundung nutzen. Der erste unserer Tipps für Jakarta: Fahrt mit der Bahn! Der Verkehr auf Jakartas Straßen kann einem den letzten Nerv rauben, wie wir später selbst feststellen mussten. Das Wort „Stau“ bekommt hier eine neue Bedeutung. Mit der Bahn („KRL Jabodetabek“), die mit unserer S-Bahn zu vergleichen ist, seid ihr schneller und günstiger unterwegs. Eine Kombi aus Bahn und Taxi (Bluebird!) ist unserer Meinung nach ideal. Wenn ihr bei der Bahnstation erstmal verwirrt seid und keinen Plan habt, welchen Zug ihr nehmen sollt: Keine Sorge, so ging es uns auch. Die Mitarbeiter sind aber größtenteils sehr hilfsbereit und freundlich.

Monas Tower

Zunächst haben wir uns zu Fuß zum Nationaldenkmal, dem Monas Tower, aufgemacht. Klingt modern und beeindruckend, oder? – Ist aber schlicht und ergreifend ein simpler Turm. Nett fanden wir die Stimmung um das Denkmal herum: Außer uns waren ausschließlich Einheimische anwesend, die in Grüppchen um den Tower saßen und quatschten oder mit ihren Kindern spielten. Scheint, als wäre der Monas Tower ein bisschen das asiatische Pendant zum Wiener Burggarten. Man bezahlt im Übrigen einen geringen Eintrittspreis, wobei noch einmal extra Kosten anfallen, wenn man zur Spitze des Turms möchte. Darauf haben wir aber nicht zuletzt aufgrund der langen Schlange verzichtet.

Istiqlal-Moschee

Relativ planlos liefen wir weiter und sahen nicht allzu weit entfernt eine Moschee, die ziemlich groß wirkte. Dort angekommen kam auch schon ein Typ auf uns zu. Ob man denn diese Moschee hier besuchen könnte, wollten wir wissen. „Of course, follow me!“. Zwei Minuten später fanden wir uns in bademantelähnlichen Gewändern wieder und waren bereit für unsere Privatführung. Ziemlich rasch haben wir erfahren, dass die Moschee wahrlich groß ist: Sie ist nämlich die größte Moschee Südostasiens. Laut unserem Guide passen insgesamt 200.000 Menschen hinein – ziemlich kuschelig. Richtig schön fanden wir das Innere der Moschee zwar nicht unbedingt, aber sie war einfach riesig und daher sehr beeindruckend. Unsere Führung führte uns auch vorbei an einer Riesentrommel aus Kuhfell. Fragt uns bitte nicht, wofür das Ding genau verwendet wird. Wie man auf dem folgenden Foto erkennt, hatte Romeo aber Spaß damit.

Nach etwa 15 Minuten war unsere Privatführung zu Ende. „Maybe you want to pay for me now.“ Okay, wollen wir, obwohl davon vorher nicht die Rede war. Wieder einmal waren wir zu naiv. Egal, wir sind froh, die Moschee gesehen zu haben. 5 Dollar war uns der Spaß wert. Später haben wir im Übrigen im Internet gelesen, dass von manchen Reisenden nach der Führung Summen von 50 Dollar und mehr verlangt wurden – da hatten wir offenbar Glück. Am besten, ihr vereinbart den Betrag schon im Vorhinein.
Istiqlal-Moschee // Jalan Veteren 1 // Jakarta

Jakarta Cathedral

Aus der Moschee herausgetreten, sahen wir genau gegenüber eine katholische Kirche – was für ein Gegensatz! Lustigerweise fand darin gerade eine Hochzeit statt und die feierliche Kirchenmusik stand im unglaublichen Kontrast zum Muezzin, den wir gerade noch gehört hatten.
Jakarta Cathedral // Jalan Kathedral 7B // Jakarta

Altstadt: Jakarta Kota

Später fuhren wir mit der Bahn nach Kota, einem Viertel im Norden Jakartas. In der holländischen Kolonialzeit war es das Zentrum der Stadt, heute stehen hier viele Museen und alte, teils renovierte, Gebäude. Inmitten der Straßenstände, Musiker und jungen Menschen fühlt man sich ein bisschen wie an einem südeuropäischen Urlaubsort.
Jakarta Kota // Taman Fatahillah

Sehr kreativ fanden wir die indonesische Version unseres Riesenrads.

Wenn ihr in der Gegend auf der Suche nach etwas Essbarem seid, dann legen wir euch das Gazebo Cafe ans Herz: Leckeres, authentisches Essen und im Innenhof kann man sehr nett und wettergeschützt sitzen. Um dort hinzugelangen, geht ihr vom großen Platz (Jakarta Kota) vorbei am Cafe Batavia und überquert die breite Straße. Über einen recht versteckten Eingang gelangt ihr zum Gazebo Cafe. Hier haben wir im Übrigen zum ersten Mal Tahu Telor gegessen und lieben gelernt: Eine Art Omelett mit Tofu, Gurken, Erdnüssen und Soja-Sauce.
Gazebo Café // Jalan Kunir 58 // Jakarta

Auf unserem Rückweg zur Bahn machten wir erstmals Bekanntschaft mit Interviewpartner-suchenden indonesischen Schulmädchen. Offenbar verhält es sich hier mit dem Englisch Unterricht ähnlich wie in Thailand: Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe, Interviews mit englischsprechenden Touristinnen und Touristen zu führen. Da haben wir uns natürlich gerne zur Verfügung gestellt. „Miss, Photo please!“ – Na klar doch, gerne! Zu dem Zeitpunkt waren wir noch ziemlich naiv und ahnten nicht, welche Ausmaße dies annehmen würde.

Wie ihr seht: stinkendes, dreckiges, hässliches Jakarta? Nö, bestimmt nicht überall! Unfreundliche Menschen? Auch nicht so wirklich! Klar, wir sind uns dessen bewusst, dass es unglaublich arme Gegenden gibt. Wir wissen sehr wohl, dass Menschen hier teilweise in Wellblech-Hütten hausen uns das ist wirklich schlimm. Das wollen wir keineswegs verharmlosen. Was wir aber mit unserem Beitrag sagen möchten: Jakarta hat auch schöne Seiten! Vor allem junge Menschen sind wirklich aufgeschlossen und an Gesprächen interessiert. Und auch die übrigen Menschen, auf die wir getroffen sind, waren durchwegs freundlich und hilfsbereit. Man kann auch mal etwas gut finden, was andere Blogger hassen. Nehmt die Meinung anderer Menschen über eine bestimmte Destination wahr, aber macht euch stets selbst ein Bild davon. Das ist so wichtig!


Wart ihr schon einmal in der indonesischen Metropole und habt vielleicht auch Tipps für Jakarta? Verratet sie uns doch in den Kommentaren – wir freuen uns!