Megametropole Tokio. Es gibt weltweit keine Stadt, die mehr EinwohnerInnen hat, als Tokio. 9,5 Millionen sind es im Stadtgebiet. 37,5 Millionen in der Metropolregion. Irre, oder? Was bei einer Reise nach Tokio also unbedingt dazu gehört: Sich die gigantische Welt aus Beton von einer der Aussichtspunkte von oben anzusehen.

Tokio beherbergt – wie könnte man es auch anders erwarten – eine ganze Menge Aussichtsplattformen. Manche in schwindelerregender Höhe, manche kostenlos, manche im Freien, manche in einer Bar: Die Auswahl an Aussichtspunkten ist riesig.

Damit dir die Auswahl für deine nächste Japan-Reise leichter fällt, zeigen wir dir in diesem Blogartikel unsere liebsten Aussichtsplattformen in Tokio. Wir haben alle selbst besucht und erzählen dir von unseren Erfahrungen sowie den jeweiligen Vorteilen und Nachteilen.

Roppingi Hills Sonnenuntergang

1. Roppongi Hills Mori Tower („Tokyo City View“)

Einen der besten Ausblicke über Tokio hast du vom Dach des Mori Tower, der sich im Gebäudekomplex Roppongi Hills befindet. Der Aussichtspunkt nennt sich offiziell „Tokyo City View“.

Diese Aussichtsplattform hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen: Die höchste Etage, das sogenannte „Sky Deck“, ist eine Freiluft-Plattform. Daher kannst du hier einen ungetrübten 360-Grad-Blick über Tokio genießen. Mit dem Helikopterlandeplatz ist die Stimmung hier oben auch wirklich etwas Besonderes.

Wenn du es zeitlich schaffst, würden wir dir sehr empfehlen, zum Sonnenuntergang zu kommen. Leider geht die Sonne nicht hinter dem Tokyo Tower unter, sondern auf der anderen Seite, die weniger spektakulär ist – das wäre noch das Tüpfelchen auf dem i. Aber gut: Spektakulär ist der Ausblick dennoch. Bei klarer Sicht kannst du sogar den Fuji in der Ferne erspähen.

Unser Tipp: Nimm dir etwas zum Anziehen mit – besonders, wenn du abends kommst. Da oben auf dem Sky Deck bläst nämlich ganz schön der Wind. Apropos Sky Deck: Leider ist das Sky Deck nur bei schönem Wetter geöffnet. Bei starkem Wind oder Regen wird es geschlossen. Dann musst du dich mit der Indoor-Aussichtsplattform einige Stockwerke tiefer begnügen.

Infos zum Besuch der Aussichtsplattform am Mori Tower

Anfahrt: Die nächstgelegene U-Bahn-Station (Roppongi Station; erreichbar mit der Ōedo und der Hibiya Line) ist ca. 5 Gehminuten entfernt.
Öffnungszeiten: 11 bis 20 Uhr, letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss
Eintritt: 1.800 Yen für das Museum & Indoor-Aussichtsplattform plus 500 Yen für das Rooftop Sky Deck

Aussicht Tokio Tipps

Roppongi Hills Mori Tower

2. Ausblick vom Tokyo Tower

Kommen wir zu jenem Bauwerk, das wir gerade vom Mori Tower gesehen haben: dem Tokyo Tower. Wenn du beim Anblick an den Eiffelturm in Paris denkst, dann liegst du goldrichtig. Der Eiffelturm diente dem Exemplar in Tokio nämlich als Vorlage.

Im Tokyo Tower gibt es zwei Aussichtsplattformen: Das Main Deck in 150 Metern Höhe sowie das Top Deck in 250 Metern Höhe. Du kaufst dein Ticket entweder nur für das Main Deck oder für beide Aussichtsplattformen.

Wir selbst waren nur auf dem Main Deck – zum einen schien uns der dreifache Preis für 100 Höhenmeter mehr nicht gerechtfertigt und zum anderen finden wir es üblicherweise ohnehin spannender näher an den anderen Wolkenkratzern dran zu sein. Der Ausblick vom Tokyo Tower ist wirklich toll, weil du gefühlt sehr nah an der Stadt dran bist. Schade ist natürlich, dass man sich mit einem Blick durch Glasscheiben begnügen muss.

Eine Besonderheit ist das Skywalk Fenster: Hier kannst du durch ein trittsicheres Glas in die Tiefe blicken bzw. auch darüber spazieren.

Infos zum Besuch des Tokyo Towers

Anfahrt: zahlreiche U-Bahn-Stationen in der Nähe, z.B. Akabanebashi Station (erreichbar mit der Ōedo Line) – von dort gut 10 Gehminuten
Öffnungszeiten: 9 bis 23 Uhr (Main Deck), 9 bis 22:45 Uhr (Top Deck), letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss
Eintritt: 900 Yen (Main Deck), 2.800 Yen (Main & Top Deck)

Reiseroute Japan

3. Tokyo Skytree

Hoch. Höher. Tokyo Skytree. Das höchste Bauwerk Japans (und das zweithöchste der Welt!) beherbergt ebenfalls einen Aussichtspunkt. Genauer gesagt sind es sogar zwei: Einen in 350 Metern Höhe (Tembo Deck) und einen in 450 Metern Höhe (Tembo Galleria). Wir haben uns für den niedrigeren Aussichtspunkt entschieden, denn wir waren der Meinung, dass 350 Meter schon hoch genug sind.

Der Ausblick vom Tokyo Skytree ist völlig anders als von allen anderen Aussichtsplattformen: Er erinnert eher an die Ansicht aus dem Flugzeug. Tokio wirkt von so hoch oben wie eine Spielzeugstadt – was natürlich ebenfalls spektakulär anzusehen ist, aber einfach ein ganz anderes Gefühl ist.

Der Andrang im Skytree ist – wie wir es erwartet haben – relativ groß. Die Aussichtsplattform in 350 Metern Höhe (Tembo Deck) erstreckt sich über drei Ebenen, die alle gut gefüllt waren. Beim Tokyo Skytree gibt es daher auch Fast Entry Tickets, die aber bei unserem Besuch (Mai) nicht notwendig waren, da wir auch so ziemlich zügig nach oben fahren konnten. Solltest du aber zur Hochsaison (z.B. während der Kirschblüte) vor Ort sein, könnte sich diese Art von Ticket durchaus lohnen.

Hier kannst du dein Ticket vorab kaufen: Tokyo Skytree

Infos zum Besuch des Tokyo Skytree

Anfahrt: Die nächstgelegene U-Bahn-Station ist Oshiage Station (erreichbar mit der Asakusa, der Hanzōmon und der Tobu Line) oder noch direkter via Tokyo Skytree Station (erreichbar mit der Tobu Line). Bei beiden Stationen sind es nur ein paar Gehminuten bis zum Skytree.
Öffnungszeiten: 10 bis 22 Uhr, letzter Einlass 60 Minuten vor Schluss
Eintritt: Tembo Deck: 2.100 Yen (Mo bis Fr), 2.300 Yen (Sa bis So); Tembo Deck & Tembo Galleria: 3.100 Yen (Mo bis Fr), 3.400 Yen (Sa bis So)

Tokyo Skytree Tembo Deck

4. New York Bar: Die Bar aus „Lost in Translation“

Einmal dort sitzen, wo Scarlett Johansson und Bill Murray im Film „Lost in Translation“ übers Leben sinnieren – das konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Wer den Film gesehen hat, der wird sich von dieser Bar wohl genauso angezogen fühlen wie wir.

Schauplatz vieler Szenen dieses (wirklich sehenswerten!) Films ist die New York Bar, welche sich im 52. Stockwerk des Park Hyatt Hotels im Stadtteil Shinjuku befindet. Von der Bar hast du – wie könnte es auch anders sein – einen herrlichen Blick über Tokio.

Die Lage und die Popularität des Films bescheren der Bar allerdings ein hohes Preisniveau: Wir haben für insgesamt vier Cocktails tatsächlich 100 Euro bezahlt. Wären wir bis nach 20 Uhr geblieben, wären noch einmal 2.500 Yen Cover Charge pro Person hinzugekommen. Verrückt! Ab 20 Uhr spielt nämlich eine Jazzband live und daher wird so etwas wie Eintritt verrechnet. Wir haben es aber schlau gemacht: Um etwa viertel vor 8 haben wir die Rechnung verlangt und uns nach dem Bezahlen noch die ersten Töne der Jazzband angehört.

Alles in allem ist der Besuch ein teures, aber wirklich schönes Erlebnis. Immerhin gibt es kostenlose Nüsse zum Snacken – das rechtfertigt den Preis zwar nicht, aber gut. Wir empfehlen vor Sonnenuntergang zu kommen und dabei zuzusehen, wie in der ganzen Stadt die Lichter angehen. Wir hatten übrigens überhaupt kein Problem, einen Platz zu bekommen.

Infos zum Besuch der New York Bar

Anfahrt: Mehrere Optionen, z.B. zu Fuß (ca.15 Minuten) von Shinjuku Station (mehrere U-Bahnen und JR-Züge)
Öffnungszeiten: 17 bis 24 Uhr (Mo bis Do), 17 bis 1 Uhr (Do bis So)
Eintritt: nach 20 Uhr (So 19 Uhr) wird eine Cover Charge von 2.500 Yen verlangt
Preise: ca. 2.760 Yen (inkl. Service) pro Cocktail

New York Bar Tokyo

5. Tokyo Metropolitan Government Building

Der einzige kostenlose Ausblick in unserem Blogartikel ist jener vom Tokyo Metropolitan Government Building. Dafür, dass der Zutritt gratis ist, kann sich der Ausblick wirklich sehen lassen, wie wir finden.

Das Metropolitan Government Building beherbergt das Rathaus und besteht genau genommen aus zwei Türmen – auf beiden ist eine Aussichtsplattform zu finden.

Bei unserem Besuch wurde der Nordturm gerade renoviert, daher war lediglich der Südturm zugänglich. Das macht aber gar nichts, denn der Ausblick ist bei beiden Türmen fantastisch. Das Fotografieren ist ein bisschen schwierig, da die Fenster doch ziemlich stark spiegeln, aber gut – bei einem kostenlosen Aussichtspunkt darf man sich nicht beschweren.

Aufgefallen ist uns, dass doch eines los war, was wohl daran liegt, dass das Metropolitan Government Building kostenlos zu besichtigen ist. Wir waren um etwa 17:30 Uhr vor Ort und mussten gerade einmal 10 Minuten anstehen, ehe wir mit dem Lift in die Höhe fahren durften.

Infos zum Besuch des Tokyo Metropolitan Government Building

Anfahrt: Die nächstgelegene U-Bahn-Station (Tochōmae Station; erreichbar mit der Ōedo Line) ist ca. 5 Gehminuten entfernt.
Öffnungszeiten: 10 bis 22 Uhr, letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss
Eintritt: kostenlos

Metropolitan Government Building

6. World Trade Center („Seaside Top Observatory„)

Kommen wir zu einem kleinen Geheimtipp unter allen Aussichtsplattformen: jenem auf dem World Trade Center in Tokio. Leider hat der Bau eines neuen Wolkenkratzers den Fernblick etwas beeinträchtigt. Einst konntest du von hier oben nämlich noch bei klarer Sicht den Fuji sehen. Das ist nicht mehr der Fall.

Du kannst aber relativ elegant am Hochhaus vorbeifotografieren und hast dennoch einen schönen Blick auf den Tokyo Tower. Spannend fanden wir auch, die Züge zu beobachten. Von hier oben blickst du nämlich direkt auf jene Gleise, auf denen auch die Shinkansen-Züge vorbeifahren.

Bei unserem Besuch waren wir fast die einzigen Gäste. Wir waren echt überrascht, wie wenig hier oben los war. Das Gebäude selbst ist schon etwas in die Jahre gekommen – aber gut, im Fokus steht ohnehin der Ausblick.

Infos zum Besuch des World Trade Center

Anfahrt: Die nächstgelegenen Stationen sind die JR-Station Hamamatsuchō (erreichbar mit der Yamanote und der Keihin-Tōhoku Line) und die U-Bahn-Station Daimon (erreichbar mit der Asakusa und der Ōedo Line). Von beiden Stationen sind es nur wenige Gehminuten.
Öffnungszeiten: 10 bis 22:30 Uhr, letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss
Eintritt: 620 Yen

Tokyo World Trade Center

7. Aussichtsplattform Shibuya Crossing

Ein Aussichtspunkt, der etwas aus der Reihe tanzt, ist jener an der weltberühmten Kreuzung in Shibuya. Den vermutlich besten Blick auf Shibuya Crossing hast du vom Dach des Einkaufszentrums Magnet by Shibuya 109.

Wenn alle Fußgängerampeln gleichzeitig auf grün schalten, gleicht die Kreuzung einem Ameisenhaufen. Am stärksten frequentiert soll Shibuya Crossing übrigens zwischen 17 und 19 Uhr sein. Unser Foto ist in diesem Zeitraum entstanden.

Leider ist die Aussichtsplattform ziemlich klein und es gibt nur ganz wenige Plätze, von denen du einen guten Blick auf die Kreuzung hast. Beim Fotografieren ist also Geduld gefragt.

Infos zum Besuch der Aussichtsplattform Magnet by Shibuya 109

Anreise: Die nächstgelegene Station ist Shibuya Station (mehrere U-Bahnen und JR-Züge). Vom Bahnhof aus kannst du die Kreuzung bereits sehen.
Öffnungszeiten: 11 bis 23 Uhr
Eintritt: 300 Yen

8. Unser Hotel in Tokio mit Ausblick

Last but not least ein Hotel-Tipp mit Ausblick: Von unserem Zimmer im OMO5 Tokyo Otsuka hatten wir nämlich ebenfalls einen tollen Blick über Tokio. Natürlich darf man sich keine solche spektakuläre Fernsicht wie beispielsweise vom Tokyo Tower erwarten, aber es war jeden Morgen ziemlich fein, bei diesem Ausblick aufzustehen.

Unser Zimmer lag recht weit oben im 10. Stockwerk – falls du also ebenfalls in diesem Hotel einchecken möchtest, frag am besten nach einem ähnlich hoch gelegenen Zimmer.

Das Hotel selbst können wir übrigens sehr empfehlen. Es liegt zwei Gehminuten von einer JR-Station (Yamanote Line) entfernt – dadurch erreichst du sehr viele Sehenswürdigkeiten ziemlich schnell. Die Zimmer sind maisonetteartig aufgebaut, wobei sich die sehr bequemen Betten auf einer Art Hochbett befinden und über ein paar Holztreppen zu erreichen sind. Für ältere Personen könnte das etwas mühsam sein – uns hat’s nicht gestört, ganz im Gegenteil.

Das Frühstück ist kein Highlight, aber das war es – um ehrlich zu sein – fast nirgendwo in Japan. Am besten, du frühstückst außerhalb.

Hier kannst du das Hotel buchen: OMO5 Tokyo Otsuka


Transparenz: Einladung & Affiliate Links

Wir wurden von All Nippon Airways (ANA) nach Japan eingeladen – vielen herzlichen Dank für diese tolle Möglichkeit! Damit ihr euch auskennt: Hin- und Rückflug sowie das Programm für die ersten 5 Tage (Tokio, Hakone, Osaka) wurden in finanzieller Hinsicht von ANA übernommen. In der Programmgestaltung waren wir frei – wir waren die gesamte Zeit über auf eigene Faust unterwegs. Wir entschieden uns, unseren Aufenthalt in Japan auf eigene Kosten zu verlängern.

Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

Welche Aussichtspunkte in Tokio muss man deiner Meinung nach unbedingt sehen? Hast du noch weitere Tipps für Aussichtsplattformen oder Rooftop Bars? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!