Der Norden Neuseelands ist vielleicht weniger frequentiert als der Rest des Landes, aber bestimmt nicht weniger beeindruckend. Von Auckland über Bay of Islands bis zum Cape Reinga und wieder zurück über den Waipoua Forest in einer Woche – hier kommen unsere Highlights und Tipps für einen Roadtrip durch Neuseelands „Northland“.

Airbus-A380-Auckland

Vor der Reise

Wir haben den Stefan-Loose-Reiseführer Neuseeland verwendet und waren sehr zufrieden damit. Unser Auto haben wir über Sunny Cars gebucht (wie fast immer) – klare Empfehlung, denn Sunnycars übernimmt im Falle eines Schadens den Selbstbehalt. Für unsere Reise in Neuseelands Norden haben wir uns eine Woche Zeit genommen.

Die Route

1. Auckland: gemütliches, überschaubares Städtchen

Trotz der Tatsache, dass Auckland die mit Abstand größte Stadt Neuseelands ist, geht es absolut ruhig zu. Auckland ist total überschaubar, wir haben alle Wege zu Fuß zurückgelegt. Wenn wir so nachdenken, haben wir kein einziges Mal ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt. Wenn man – so wie wir – Glück mit dem Wetter hat, kann man sich in Auckland wirklich eine nette Zeit machen. Für uns war die Stadt jedenfalls perfekt, um uns zu akklimatisieren.

Auckland-Hafen

Richtig schön fanden wir es am Hafen. Dort war es zwar unglaublich windig, aber die Stimmung mit den vielen Lokalen beim „Viaduct Harbour“ mochten wir sehr. Aucklands Wahrzeichen – den Skytower – haben wir nur von außen bestaunt, obwohl man dort verrückte Dinge wie Sky Jumping machen kann. Überhaupt hat man ein bisschen das Gefühl, in Neuseeland würden sich junge Menschen mit Vorliebe waghalsigen Aktivitäten hingeben, um ihr sonst sehr ruhiges, unaufregendes, verlassenes Leben zu kompensieren. Darauf kommen wir an späterer Stelle, nämlich in unserem Bericht über Queenstown, noch zurück.

Auckland-Fernsehturm

Wer erst mal bloß ein bisschen durch die Stadt spazieren möchte und vielleicht in dem ein oder anderen Geschäft noch etwas kaufen möchte, der tut dies am besten entlang der Queen Street, Aucklands größter, allerdings nicht unbedingt schönster Einkaufsstraße. Viel netter fanden wir das Viertel rund um die Chancery Street und die High Street, gleich in der Nähe des Hafens. Dort findet man ausgefallene Shops und viele, viele nette Lokale und Pubs.

Unsere Unterkunft in Auckland: Rendevouz Hotel Auckland (sehr großzügige Zimmer, zentral gelegen, nicht ganz billig)

2. Bay of Islands/Paihia

Von Auckland etwa 3 Autostunden nördlich liegt Bay of Islands, ein Küstenabschnitt mit vielen vorgelagerten Inseln. Wir erwischten wohl die Hauptferienzeit, denn so beschaulich wie im übrigen Neuseeland ging es bei uns nicht zu. Vor allem viele NeuseeländerInnen verbringen ihren Urlaub in dieser Region. Die Hauptstraße von Paihia, dem bekanntesten Ort, ist sehr touristisch. Hier reiht sich Hotel an Motel, dazwischen liegen einige gastronomische Angebote, die eindeutig auf die breite Masse ausgerichtet sind (Pizza, Fish and Chips und Nudelstände lassen grüßen). Würden wir wieder in die Gegend zurückkehren, würden wir unsere Zelte wohl in einem anderen Ort aufschlagen. Nichtsdestotrotz ist Bay of Islands einen Besuch wert: Allein schon aufgrund der Möglichkeit, freilebende Delfine zu beobachten. Wir taten dies im Rahmen der Dolphin Discoveries Tour, die knapp 100$ pro Person kostete und auf einem quietschgelben, menschenüberfüllten Boot stattfand (Man merkt schon, wie sehr die Gegend auf Touristen zugeschnitten ist, oder?). Egal: Dafür konnten wir immerhin dutzende springende Delfine beobachten.

Bay-of-Islands-Delfine-2

Bay-of-Islands-Delfine-1

Die Landschaft, die man während der Tour zu sehen bekommt, war wirklich ziemlich schön und neben den Delfinen bestimmt das zweite große Highlight dieser Gegend.

Unsere Unterkunft in Bay of Islands: Scenic Hotel Bay of Islands (große und einfache Zimmer, ca. 5 Minuten Gehweg zum Strand)

Norden-Neuseeland

Bay-of-Islands-Leuchtturm

3. Cape Reinga

Lange hatten wir überlegt, ob wir den weiten Weg nach Norden in Kauf nehmen sollten, nur um einen einsamen Leuchtturm zu besuchen. Jetzt, da wir dort waren, können wir sagen: JA! Macht es unbedingt, die Reise lohnt sich! Wären wir nicht bis dorthin gekommen, hätten wir das Gefühl gehabt, etwas verpasst zu haben, definitiv! Je weiter man Richtung Norden fährt, desto ausgestorbener und verlassener wird die Gegend. Auf den letzten geschätzt einhundert Kilometern steht kaum mehr ein Haus und man trifft kaum mehr einen Menschen – abgesehen von vereinzelten Mietautos und Campern, die sich ihren Weg durch die verlassene Landschaft bahnen. Allein die Fahrt zum Cape Reinga lohnt sich, die Aussicht und die Stimmung toppen jedoch alles. Unser Tipp: keinesfalls auslassen!

Cape-Reinga-Strand

Von Bay of Islands zum Cape Reinga benötigt man gut 2 1/2 Stunden. Vom Parkplatz führt ein Weg direkt zum Leuchtturm. Das ist übrigens oft in Neuseeland so: Mit dem mobilen Untersatz fährt man zu einem Parkplatz und legt den letzten Weg (meisten 10 bis 20 Minuten) zu Fuß zurück.

Cape-Reinga-Inder

Die Nebelschwaden, die Stille gepaart mit dem unglaublichen Rauschen der aufeinandertreffenden Meeresströmungen, der unendlich weite Blick – all diese Eindrücke werden wir wohl nie vergessen. Und die Luft, die Luft roch so besonders. So frei, so sauber, so erfrischend.

Cape-Reinga-Leutturm

Cape-Reinga-Schilder

4. Der 90 mile Beach & der Waipoua Forest

Etwas südlich liegt an der Westküste der 90 mile beach, der entgegen seines Namens bloß 55 Meilen lang ist. Bekannt ist der Strand dafür, dass man ihn mit dem Auto befahren kann, vorausgesetzt man besitzt einen Allradantrieb. Ein kleiner Tipp: Mietautos und Mietcampingwagen ist das Befahren des Strandes in den allermeisten Fällen per Mietvertrag verboten. Grund dafür ist, dass die Flut schon Autos weggespült hat, die stecken geblieben waren. Obwohl wir zu gern den Strand entlang gefahren wären, war uns das letztendlich doch zu viel Risiko und wir fuhren bloß die Zufahrtsstraße entlang. Die Sanddünen dort waren ein tolles Fotomotiv, der 90 mile beach wäre bestimmt auch eines gewesen.

Ninty-Miles-Beach

Auf unserem Rückweg nach Auckland übernachteten wir im kleinen Ort Mangonui, da uns die gesamte Strecke Bay of Islands – Cape Reinga – Auckland an einem Tag zu lang gewesen wäre. Außerdem wollten wir tags darauf noch den größten Kauri Baum Neuseelands im Waipoua Forest, den Tane Mahuta, bestaunen, der mehr oder weniger auf der Strecke von Mangonui nach Auckland liegt. Der Baum ist riesig und der Wald und die dazugehörigen Picknick Wiese bieten sich für einen Zwischenstopp gut an. Nehmt bestenfalls eure eigene Verpflegung mit. Abgesehen von einem mittelmäßig grandiosen, mobilen Snack-Stand gibt es in der Nähe des Kauri Waldes nichts zu kaufen.

Unsere Unterkunft in Mangonui: Acacia Lodge Mangonui (sehr einfache Zimmer mit Küche, nette Terrasse)

Waipura-Wald

Obwohl Neuseelands nördlichster Norden im Vergleich zum restlichen Land auf den ersten Blick weniger spektakulär, weniger außergewöhnlich, weniger ausgefallen erscheint, kann man dort wirklich tolle Dinge erleben. Wir nahmen uns für die oben angeführte Route (inklusive Auckland) etwa eine Woche Zeit. Eine Zeit, die wir wirklich nicht missen wollen!

Weitere Neuseeland-Berichte von uns:


Wart ihr schon einmal im Norden Neuseelands und habt weitere Tipps? Erzählt uns doch hier in den Kommentaren davon – wir freuen uns! Unsere gesamte Route in Neuseeland könnt ihr übrigens hier nachlesen. 

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