Mal ehrlich: Der Wienerwald ist vermutlich nicht gerade das erste Reiseziel, an das du denkst, wenn es um Urlaub in Österreich geht, oder? Dabei gibt es direkt vor den Toren von Wien mehr zu entdecken, als du wohl vermuten würdest.

Ganz getreu dem Motto „Warum in die Ferne schweifen“ nehmen wir dich in diesem Artikel mit auf einen Ausflug nach Baden und in den Wienerwald. Von einer Bootsfahrt in Laxenburg bis hin zum wohl schönsten Sonnenuntergangsplatz auf dem Peilstein – wir versprechen: Du wirst überrascht sein, wie vielfältig ein Ausflug in den Wienerwald aussehen kann.

Wienerwald Tipps

1. Baden & der Wienerwald: Erste Infos und Wissenswertes über die Region

Tschüss Großstadt, hallo Landluft! Wer eine Auszeit vom Betondschungel Wiens benötigt, dem können wir den Wienerwald nur wärmstens ans Herz legen. Der Wienerwald ist sozusagen die grüne Oase direkt vor den Toren von Wien. Hier erwartet dich eine weitläufige, hügelige und größtenteils bewaldete Region, die sich perfekt für einen Tagesausflug oder einen Kurzurlaub eignet.

Der Wienerwald ist somit zurecht eines der beliebtesten Naherholungsziele der WienerInnen – und er liegt teilweise sogar auf Wiener Stadtgebiet. Genauer gesagt befindet er sich im Westen Wiens und erstreckt sich vom Süden Wiens in einem Halbkreis bis in den Norden nach Klosterneuburg.

2005 wurde der Wienerwald zum UNESCO-Biosphärenpark ernannt, um die Naturlandschaft noch besser zu schützen. Der Wienerwald ist in Europa damit der einzige Biosphärenpark am Rande einer Millionenstadt. Tolle Sache, oder?

Die wohl bedeutendste Stadt im Wienerwald ist Baden bei Wien, hierzulande meist einfach nur Baden genannt. Wenn man einmal durch die Gässchen Badens spaziert, dann merkt man schnell: Baden ist ziemlich herausgeputzt und versprüht imperiales Flair.

In den meisten Gebieten im Wienerwald geht es deutlich ländlicher zu als in Baden. So ist der Wienerwald beispielsweise ein kleines Wander-Paradies mit unzähligen Spaziergangs- bzw. Wander- und Rad-Routen. Last but not least: Der Wienerwald ist auch für seinen ausgezeichneten Weinbau bekannt. Einen Ausflug in den Wienerwald lässt man somit idealerweise mit einem Gläschen Rotgipfler ausklingen.

2. Ausflugsziele und Tipps für Baden und den Wienerwald

Baden bei Wien

Los geht’s in Baden, einem kleinen Städtchen mit kaiserlichem Flair, das sich gut 25 Kilometer südlich von Wien befindet. All jene, die aus Wien stammen, assoziieren Baden vermutlich mit einem Casinobesuch. In Baden befindet sich nämlich eines der schönsten Casinos in Österreich. Aber glaub uns: Es gibt hier viel mehr zu entdecken!

Der imperiale Glanz in Baden kommt nicht von ungefähr. Baden war einst ein bedeutender Sommerfrische-Ort. Kaiser Franz und Ludwig van Beethoven etwa verbrachten die Sommermonate regelmäßig in Baden. Ein Spaziergang durch die Altstadt Badens fühlt sich daher ein wenig wie eine kleine Zeitreise an. In Baden erwartet dich jedenfalls ein sympathisches, schmuckes und ziemlich herausgeputztes Städtchen.

Rundgang zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Baden

Baden ist sehr überschaubar, sodass alle Sehenswürdigkeiten nur einen Katzensprung voneinander entfernt liegen. Nach einem köstlichen Frühstück (unseren Tipp findest du an späterer Stelle in diesem Blogartikel) steuere am besten direkt den Hauptplatz von Baden an. Mit der Dreifaltigkeitssäule, dem Rathaus sowie dem Kaiserhaus erwartet dich hier ein wirklich hübsches Gebäudeensemble.

Weiter geht’s zum Beethovenhaus. Was viele nämlich nicht wissen: Ludwig van Beethoven fuhr regelmäßig auf Sommerfrische nach Baden. Im Haus an der Adresse Rathausgasse 10 nächtigte er mehrere Sommer lang und schrieb wesentliche Teile der Neunten Sinfonie. Daher ist das Haus heute als Beethovenhaus bekannt. Das Beethovenhaus beherbergt ein interaktiv gestaltetes Museum.

Apropos Museum: Ebenso einen Besuch wert ist das Arnulf Rainer Museum. Vom Beethovenhaus erreichst du es in wenigen Minuten zu Fuß. Das Museum hat uns vor allem in architektonischer Hinsicht beeindruckt. Es ist nämlich in einer ehemaligen Badeanstalt untergebracht.

Nach dem Museumsbesuch wird es Zeit, die schönen Grünflächen Badens zu erkunden. Da darf der Doblhoffpark mit dem Rosarium nicht fehlen. 30.000 Rosenstöcken sind hier zu Hause – was für eine Blütenpracht! Wir empfehlen dir unbedingt den Weg durch das romantische Schlossergässchen zu wählen.

Last but not least solltest du in Baden auch dem Kurpark einen Besuch abstatten. Diese bezaubernd angelegte Parkanlage ist so etwas wie das grüne Herz Badens. Wir empfehlen dir unbedingt auch, den kurzen Anstieg zum Beethoventempel in Angriff zu nehmen. Hier darfst du dich nämlich auf einen netten Ausblick auf Baden freuen.

Doblhoffpark Baden

Rosarium im Doblhoffpark

Thermalbad Vöslau

Hallo Retro-Charme! Das Thermalbad Vöslau ist neben Bad Fischau bei Wiener Neustadt eines unserer allerliebsten in der Umgebung von Wien. Seit dem 19. Jahrhundert wird hier gebadet. Und beim Anblick der Jahrhundertewende-Architektur des Thermalbads mit seinen historischen Kabanen wird man tatsächlich in alte Zeiten versetzt.

Im Thermalbad Vöslau schwimmst du in quellfrischem Mineralwasser. Hier entspringt nämlich in 660 Metern Tiefe die Vöslauer Ursprungsquelle. Die Temperatur im naturbelassenen Grünen Becken beträgt daher konstante 21 Grad. Wer es lieber etwas wärmer mag, der wählt das Blaue Becken, einen modernen Swimming Pool, in dem das Wasser etwa 24 bis 26 Grad hat. Ein separates Kinderbecken gibt’s natürlich auch.

Tolle Sache: Die Parkanlage rund um die Schwimmbecken ist riesig, sodass man immer ein gemütliches Plätzchen findet. Fürs kulinarische Wohl ist ebenso gesorgt. Sehr nett sitzt man auf der Terrasse des Kabane 21 mit Blick aufs Grüne Becken. Beliebt sind auch der Eispavillon und die Milchbar.

Thermalbad Bad Vöslau

Schloss Mayerling

So friedlich gelegen und gleichzeitig so geschichtsträchtig! Im Jahr 1889 nahm sich Kronprinz Rudolf gemeinsam mit seiner Geliebten Mary Vetsera im Schloss Mayerling das Leben. Weil sein Selbstmord von offizieller Seite anfangs vertuscht wurde, wurde Rudolfs Tod zum Mythos.

Sein Vater Kaiser Franz Joseph ließ das Jagdschloss noch im selben Jahr zu einem Kloster umbauen. Mit Ausnahme des historischen Teepavillons sind die Originalräumlichkeiten daher nicht mehr erhalten. Am einstigen Schauplatz der Tragödie, dem Bett des Kronprinzen, steht heute der Altar der Kapelle.

Die Ausstellung rund um Kronprinz Rudolf und den Doppelselbstmord ist sehr eindrücklich gestaltet. Die Nacht der Tragödie wird mithilfe von (Original-)Schriftstücken und Aussagen von Zeitzeugen rekonstruiert. Wer geschichtlich interessiert ist, dem können wir einen Besuch des Schloss Mayerling jedenfalls empfehlen.

Stift Heiligenkreuz

Nur fünf Autominuten vom Schloss Mayerling entfernt gelangst du zu einem weiteren sehr eindrücklichen Bauwerk: dem Stift Heiligenkreuz. Seit dem 12. Jahrhundert existiert dieses Zisterzienserkloster.

Schon der Innenhof mit der Fassade der Stiftskirche sowie der Dreifaltigkeitssäule ist sehr sehenswert. Um zu bestimmten Bereichen zu gelangen (z.B. Kreuzgang), ist eine Führung notwendig. Diese wird aktuell (Stand August 2020) in Form eines Audioguide-Rundgangs angeboten. Im Anschluss an die Besichtigung bietet sich eine Einkehr im Klostergasthof an.

Besonders eindrucksvoll muss es sein, an einem Chorgebet der Mönche zu teilzunehmen. Dieses findet täglich zu mehreren Uhrzeiten statt. An diesen Chorgebeten kannst du als Gast teilnehmen und so dem Gesang der Mönche lauschen.

Schlosspark Laxenburg

Was für eine Oase! Wir geben’s zu: Den Schlosspark Laxenburg haben wir lange Zeit unterschätzt. Dabei ist er in unseren Augen eines der tollsten Ausflugsziele im Wienerwald bzw. rund um Wien.

Dich erwartet hier eine unfassbar weitläufige, romantische Parklandschaft mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie Schlössern, Brücken und Pavillons. Unglaublich, aber wahr: Schon Sisi und Franzl haben ihre Flitterwochen hier verbracht.

Das Herzstück des Schlossparks ist die markante Franzensburg samt Schlossteich. Die mittelalterlich anmutende Franzensburg stammt aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts und ist wahrlich ein Blickfang.

Unser Tipp: Vor Ort kannst du dir ein Boot ausborgen und damit über den See fahren. Ein Elektroboot für eine Stunde kostet etwa 15 Euro – und die sind hier wirklich gut investiert, das versprechen wir dir! Es ist einfach so herrlich gemütlich, über den See zu gleiten und Burg vom Wasser aus zu bestaunen.

Plane unbedingt genügend Zeit für einen Besuch des Schlossparks Laxenburg ein. Man kann hier problemlos mehrere Stunden verbringen. Übrigens: Unweit des Eingangs zum Schlosspark befindet sich der legendäre Eissalon Laxenburg. Hier hat sich Kathi schon als Kind das köstliche Eis schmecken lassen. Sehr zu empfehlen!

Schlosspark Laxenburg

Wanderung auf den Peilstein im Wienerwald

Einer unserer absoluten Lieblingsplätze in Niederösterreich ist der Gipfel des Peilsteins. Wer unseren Blog kennt, der ist vielleicht sogar schon auf dieses wunderschöne Fleckchen Natur gestoßen.

Der Peilstein ist ein gut 700 Meter hoher Kalkberg im südlichen Wienerwald. Er ist dank seiner steil abfallenden Felswände ein beliebtes Klettergebiet und landschaftlich einfach spektakulär anzusehen. Zur anderen Seite hin verläuft er flach, weshalb der Anstieg von Schwarzensee ganz gemütlich in 30 Minuten zu schaffen ist. Die Route über die Forststraße ist sogar mit Kinderwagen möglich.

Ganz besonders schön ist es hier oben zum Sonnenuntergang. Der Blick über die steilen Felswände hinab Richtung Wiederwald ist einmalig. Weitere Infos zur Wanderung findest du in diesem Artikel: Wanderungen in Niederösterreich.

Peilstein Wienerwald

3. Kulinarik: Restaurant-Tipps für den Wienerwald

Klostergasthaus Thallern in Gumpoldskirchen

Zum Freigut Thallern, einem der ältesten Weingüter Österreich, gehört das sehr nette Klostergasthaus Thallern. Hier erwartet dich ein traditionelles Landgasthaus auf etwas gehobenem Niveau.

Auf der Speisekarte stehen wie zu erwarten viele Fleisch- und Fisch-Gerichte, aber auch für VegetarierInnen gibt es genügend Auswahl. Unsere Wahl fiel etwa auf das Eierschwammerl-Gulasch. Gekocht wird vorwiegend mit saisonalen Zutaten aus der Region.

Das Freigut Thallern (bzw. das dazugehörige Klostergasthaus) liegt inmitten von Weinbergen und wunderschöner Natur. (Man kann hier übrigens auch übernachten.) Besonders nett sitzt man im Innenhof unter den Kastanienbäumen. Unser Fazit: Wer ein gediegenes Gasthaus sucht, ist hier bestens aufgehoben.

Klostergasthaus Thallern

Café Clementine in Baden

Die Auswahl an Frühstücks-Locations im Wienerwald ist überschaubar. Wie gut, dass es das Café Clementine gibt. Das Frühstück hier ist wirklich überraschend gut! Zur Auswahl stehen jede Menge Frühstücksvariationen – vorwiegend klassische, wie man auf dem Foto ganz gut erkennt.

Sehr zu empfehlen sind die hausgemachten Mehlspeisen. Zum Café Clementine gehört nämlich auch eine Patisserie und deren Kuchen und Torten schmecken ausgezeichnet. Am liebsten hätten wir uns gleich eine große Ration für zu Hause mitgenommen.

Bei schönem Wetter kannst du draußen im Schanigarten Platz nehmen. Man sitzt zwar an der Straße, doch dafür direkt gegenüber vom altehrwürdigen Kurpark Baden. Drinnen erinnert das Ambiente ein wenig an ein Wiener Kaffeehaus.

Clementine Baden


Transparenz: Werbung

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Niederösterreich Werbung. Im Sommer 2020 dürfen wir insgesamt drei Sommerfrische-Ziele in Niederösterreich erkunden. Vielen Dank für diese tolle Kooperation!

Erzähl mal: Welche Ausflugsziele im Wienerwald kannst du empfehlen? Wir freuen uns sehr auf deine Erfahrungen und zusätzlichen Tipps!