Manchmal passiert’s eben. Man steckt zu hohe Erwartungen in eine Sache. Von Erwartungen sollte man sich ja grundsätzlich lösen, aber das ist eine andere Geschichte. Dieses Mal waren unsere Erwartungen jedenfalls zu hoch. Und so kam es, dass wir in einem Straßenlokal im malaysischen Tanah Rata saßen, mit eiskalten Händen unser (mittelmäßiges) indisches Curry löffelten und uns fragten, was uns denn an diesem Ort störte.

Hier in den Cameron Highlands, die auf etwa 1.500 Metern Seehöhe liegen, wird seit vielen Jahrzehnten Tee angebaut. Das Klima hier oben im hügeligen Hochland ist ideal für die Landwirtschaft. Als wir vor unserer Reise die beeindruckenden Fotos der Teeplantagen gesehen hatten, stand fest: hier müssen wir hin. Unser Resüme? Die Cameron Highlands sind ohne Zweifel beeindruckend, ABER…

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Cameron-Highlands-Teeplantagen

Punkt Nummer 1 (und damit ist eigentlich auch schon fast alles gesagt): Wir mögen keine künstlich gehypten Dinge. Mit „Dinge“ meinen wir im Fall der Cameron Highlands die unzähligen Plantagen, die um das idyllische Städtchen Tanah Rata erbaut wurden: Butterfly Farm, Honeybee Farm und nicht zu vergessen die dutzenden Strawberry Farms. Angeblich sind asiatische Tourist*innen ja ganz verrückt darauf, Erdbeeren direkt vom Feld zu naschen. Verübeln kann man’s ihnen nicht. Aber mal ehrlich: das war einfach zu viel des Guten! Der Honig, der auf der Honey Bee Farm verkauft wurde, kam übrigens aus China. Spätestens an diesem Punkt wollten wir einfach nur eines: raus!

Cameron-Highlands-Strawberry-Farm

Ihr seid also gut beraten, wenn ihr euch wirklich nur auf die Teeplantagen konzentriert. Diejenige von „Boh“ hat uns super gut gefallen (ist zwar ebenfalls gehypt, aber in jedem Fall um einiges sehenswerter als die mickrigen Erdbeer-„Felder“).

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Cameron-Highlands-Teeplantagen-Boh-Arbeiter

Punkt Nummer 2: Die Monster-Hotel-Bauten gliedern sich nicht gar so schön ins Landschaftsbild ein. Genau genommen verursacht uns ihr Anblick Brechreiz. Irgendwo müssen die Tourist*innen untergebracht werden, darüber sind wir uns im Klaren. Aber wir denken, dass das auch anders möglich wäre. Fest steht: Die Cameron Highlands sind ein gut besuchtes Reiseziel, was in Anbetracht der gigantischen Teeplantagen auch nicht überrascht.

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Punkt Nummer 3 (und dann hören wir auch schon auf mit der negativen Energie – danach wird’s positiver, versprochen): Es war uns schlichtweg zu kalt! Dafür können die Cameron Highlands nichts, nein. Doch wir haben es tatsächlich geschafft, in Südostasien zu frieren.

Dem könnte man nun entgegenhalten, dass der Ausblick auf die Teeplantagen grandios und die Landschaft phänomenal ist. Vollkommen richtig, das ist sie! Wir möchten euch auch gar nicht ausreden, zu den Cameron Highlands zu reisen. Macht nur bitte, bitte nicht denselben Fehler wie wir und lasst euch von einem mäßig gut gelaunten Taxifahrer von Touri-Station zu Touri-Station kutschieren.

Noch ein paar Tipps:

Ein Moped zu mieten, war leider schwieriger als gedacht (keine Automatik, Motorradführerschein erforderlich, extrem teuer). Daher haben wir uns schweren Herzens für einen Fahrer entschieden. Beim nächsten Mal würden wir wohl hartnäckiger an die Sache herangehen. Ihr solltet euch bei beiden Varianten am besten vorab informieren, welche Ziele ihr ansteuern möchtet. Wir haben wohl den Fehler gemacht und unseren Fahrer „einfach machen lassen“. Ihr könnt übrigens ganz einfach einen Taxifahrer in Tana Ratah ansprechen. Er wird euch für etwa 25 MYR (= 6 Euro) pro Stunde fahren.

Auf eine vorgefertigte (Gruppen-)Tour, die man ebenfalls buchen kann, hatten wir keine Lust. Mag aber sein, dass solche Touren gar nicht so übel sind. Von einem Freund haben wir übrigens gehört, dass die Treks durch den Dschungel rund um Tanah Rata toll sein sollen.

Cameron-Highlands-Wasserfall


Wart ihr schon einmal in den Cameron Highlands? Was waren eure Erfahrungen?