Granada. 100 Punkte, wenn es nach dem Namen geht. Die Spanier*innen haben ganz einfach ein Händchen für melodische Namen. Da wir vor unserer Reise wenig Ahnung hatten, was uns in Granada erwarten würde, waren wir umso gespannter auf die andalusische Stadt.

Soviel vorweg: Nicht einmal der Nieselregen und das graue Wetter konnten unserer Begeisterung etwas anhaben! Wie in Granada orientalische Einflüsse das Lebensgefühl prägen, ist beispiellos. Endgültig um uns geschehen war es, als wir Zeuge einer der schönsten Sehenswürdigkeiten dieser Welt wurden: der Alhambra. Soviel gestaunt wie in den drei Stunden unseres Besuchs haben wir selten.

In diesem Blogartikel erzählen wir dir, was du bei einer Städtereise nach Granada nicht verpassen solltest. Außerdem zeigen wir dir die schönsten Sehenswürdigkeiten und verraten, was es mit der Tapaskultur Granadas auf sich hat. Übrigens: Von unserem Roadtrip durch Andalusien haben wir auch ein Video gemacht, das du am Ende des Artikels findest.

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Das Zentrum Granadas

Granada hat eine sehr hübsche Innenstadt, die – wie erwartet – zu viele Souvenirshops besitzt, uns aber trotzdem sehr schnell überaus sympathisch war. Die arabischen Einflüsse kann man nicht leugnen: Immer wieder erinnerten uns marokkanische Fliesen und arabische Lampen daran, wie nahe doch Marokko liegt.

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Die Kathedrale von Granada & die Capilla Real

Im Zentrum Granadas steht, eingezwängt zwischen nahegelegenen Häuserfronten, die imposante Renaissance-Kathedrale Granadas (Santa María de la Encarnación de Granada). Nach der Alhambra ist die Kathedrale die wichtigste Sehenswürdigkeit Granadas. Mit ihrer ungewöhnlichen Höhe ist die Kathedrale auch von innen sehr beeindruckend und reiht sich definitiv in die Liste der schönsten Kirchen ein, die wir je gesehen haben. Der Eintritt ist allerdings nicht kostenlos. Pro Person muss man immerhin 5 Euro berappen. Ein Audioguide ist inkludiert. Tipp: Bei Vorreservierung hast du jeden Sonntag zwischen 15 und 17:45 Uhr kostenlosen Eintritt.

Direkt an die Kathedrale grenzt die Königskapelle, die sogenannte Capilla Real. Hier befinden sich die sterblichen Überreste vieler spanische Könige. Der Zutritt zur Capilla Real erfolgt nicht über die Kathedrale, sondern über die Calle Oficios. Der Eintritt kostet auch hier 5 Euro. Tipp: In der Capilla Real hast du jeden Mittwoch zwischen 14:30 und 18:30 Uhr bei Vorreservierung kostenlosen Eintritt.

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La Madraza de Granada – die ehemalige maurische Universität

Die Madraza ist die ehemalige islamische Universität Granadas und liegt nur einen Katzensprung von der Kathedrale entfernt. Wenn uns unsere Marokko-Reise eines gelehrt hat, dann, dass man an (ehemaligen) Universitäten nicht vorbeigehen sollte, ohnen ein Blick hineingeworfen zu haben. Von außen ist die Madraza unscheinbar, aber hinter den Mauern verbergen sich architektonische Highlights. De facto siehst du bei einem Rundgang durch die Madraza zwar nur ganz wenige Räume, aber die haben uns dafür sehr begeistert. Nimm dir unbedingt ein bisschen Zeit, und die aufwändigen Reliefs auf dich wirken zu lassen. Der Eintritt kostet gerade einmal 2 Euro.

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La Alcaicería

Marrakesch oder Granada? Wenn man den ehemaligen arabischen Seidenmarkt betritt, ist man sich kurz nicht so sicher, wo man sich eigentlich befindet. La Alcaicería ist zwar mittlerweile klar auf Touristen ausgerichtet und kein ganz großes Highlight in Granada, aber ein kurzer Zwischenstopp lohnt sich allemal. In den quirligen Gassen findest du jede Menge Souvenirshops mit orientalischen Lampen und anderen Accessoires.

Die Alhambra: Granadas wichtigste Sehenswürdigkeit

In einem Atemzug mit Granada fällt auch das Wort „Alhambra“. Die Alhambra gehört zu Granada wie der Eiffelturm zu Paris und es gibt wohl kaum jemanden, der die Stadt verlässt ohne dort gewesen zu sein. Sie gilt als das wohl schönste Monumente maurischer Architektur und ist außerdem die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens.

Die Alhambra ist ein riesiger Architekturkomplex, der auf den ersten Blick überfordern kann. Die wichtigsten Gebäude, die du besuchen kannst, sind:

  • Die Nasridenpaläste: Sie sind sozusagen das Herzstück der Alhambra.
  • Die Alcazaba: Die Stadtmauer, die das ehemalige Verteidigungssystem und der älteste Teil der Alhambra ist.
  • Der Palast von Karl dem V: Er gleicht einer Arena und ist ein ziemlicher Stilbruch zur restlichen Alhambra.
  • Der Generalife: Der wunderschöne Sommerpalast, der etwas entfernt von den restlichen Gebäuden liegt.

 

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Alhambra: Tickets & Führungen

Du solltest dich unbedingt (!) vorab um Tickets kümmern, denn pro Tag werden nur etwa 7.000 bis 8.000 Besucher*innen zugelassen. Daher sind Tickets für die Alhambra oft schon wochenlang vorher ausgebucht. Kleine Warnung: Der Ticketkauf für die Alhambra ist ziemlich undurchsichtig, denn es gibt nicht nur verwirrend viele Optionen, sondern vor allem auch sehr viele unterschiedliche Websites, über die du Tickets kaufen kannst. Hinzu kommt, dass beispielsweise die Nasridenpaläste nicht bei allen Ticketoptionen inkludiert sind. Wir haben dir die aus unserer Sicht wichtigsten Varianten und unsere Empfehlung im Folgenden aufgelistet.

Option 1: Privater Guide (Unsere Empfehlung)

Wer uns kennt, der weiß, dass wir das wirklich selten raten, aber in der Alhambra können wir dir von Herzen eine private Führung empfehlen. Du musst dir das so vorstellen: Das Gelände der Alhambra ist groß. Sehr groß! Man weiß eigentlich nicht, wohin man zuerst gehen soll. Und: Die Alhambra ist ziemlich überlaufen. Überall tummeln sich Schulklassen und Reisebus-Gruppen.

Tja, und dann kam unser privater Guide Pedro und brachte Ordnung ins Chaos. Er kennt die Alhambra in- und auswendig und wusste genau, wohin wir zu welchem Zeitpunkt gehen müssen, um den Massen auszuweichen. Wir haben ungelogen noch niemals zuvor (und niemals danach) eine dreistündige Führung derart genossen. Genug der Lobeshymne, schreib ihn einfach an und richte ihm ganz liebe Grüße von uns aus. Noch ein Plusplunkt: Pedro spricht perfektes Deutsch.

Option 2: Gruppenführung

Sollte dir eine private Führung zu teuer sein, kannst du auch an einer Gruppenführung teilnehmen. Wenn du eine solche Tour buchen möchtest, können wir dir die Website GetYourGuide empfehlen. Der Vorteil: Du kannst oft auch kurzfristiger an Tickets gelangen als etwa über die offizielle Website, wo du „nur“ die Standard-Tickets erwerben kannst (dazu gleich mehr).

Hier kannst du die Tickets für dein gewünschtes Datum ganz bequem schon vorab kaufen: Führung: Alhambra, Generalife & Nasridenpaläste.

Option 3: Einfaches Eintrittsticket („Alhambra General“)

Das Standard-Ticket berechtigt dich zum Eintritt aller wichtiger Gebäude und Gärten in der Alhambra an einem Tag. Der Nachteil ist, dass du mit diesem Ticket keine Führung erhältst. Außerdem sind diese vergleichsweise günstigen Tickets meist wochenlang vorher ausgebucht! Bei der Buchung musst du bereits angeben, zu welcher Uhrzeit du die Nasridenpaläste besuchen möchtest.

Hier kannst du das Ticket auf der offiziellen Website kaufen: Alhambra General Ticket

Option 4: Nachtführung

Die meisten Besucher kommen untertags, aber ein besonderes Erlebnis muss auch eine Führung bei Nacht sein, wenn die Alhambra und die Gärten beleuchtet sind. Vor allem in den heißen Sommermonaten, in denen die Sonne untertags vom Himmel knallt und die Temperaturen unerträglich werden, ist eine Abendbesichtigung eine gute Alternative.

Hier kannst du eine solche Nachttour in einer Kleingruppe buchen: Alhambra & Nasridenpaläste: Nachttour

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Alhambra: Weitere Tipps

Wie komme ich zur Alhambra? – Tipps zur Anreise

Du kannst die Alhambra sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto oder mit dem Bus erreichen. Wir selbst sind zu Fuß gegangen. Da die Alhambra auf einem Hügel liegt, ist der Weg dorthin relativ steil und man benötigt dementsprechend etwas mehr Zeit. Vom Zentrum (Plaza Nueva) erreichst du die Alhambra zu Fuß in etwa 25 Minuten. Alternativ fährt der Bus (Buslinie C3) ca. alle 5 bis 10 Minuten bis direkt vor den Haupteingang der Alhambra (Haltestelle Taquillas-Generalife; Preis 1,20 Euro). Wenn du mit dem eigenen Auto kommst, kannst du auf dem dazugehörigen, kostenpflichtigen Parkplatz parken.

Was ist die beste Besuchs- und Reisezeit für die Alhambra?

Die Alhambra ist das meistbesuchte Monument in ganz Spanien. Dass man die wichtigsten Orte in der Alhambra niemals vollkommen für sich alleine hat, sollte einem also bewusst sein. Generell gilt: Je früher am Tag du die Alhambra besuchst und je weiter außerhalb der Hauptreisezeit du nach Granada kommst, desto weniger Menschen sind unterwegs.

Wir selbst waren Anfang November in Granada und starteten unseren Rundgang um 10 Uhr. Selbst im November (und bei bescheidenem Wetter) waren immer noch unfassbare viele Menschen auf dem Gelände der Alhambra unterwegs. Da wir die Alhambra aber mit einem erfahrenen Guide besucht haben, konnten wir den Menschenmassen weitgehend ausweichen. Die E-Mail-Adresse unseres (sehr empfehlenswerten) Guides haben wir dir oben verlinkt.

Abschließend noch ein Tipp: Egal, für welche Ticket-Variante du dich entscheidest – nimm dir für deinen Besuch der Alhambra ausreichend Zeit. Wir selbst waren gut drei Stunden vor Ort und fanden das schon sehr kurz. Wir können gut verstehen, dass es Menschen gibt, die gleich einen ganzen Tag hier verweilen.

Stadtviertel Albaicín

Eines der schönsten Viertel Granadas ist Albaicín (oft auch Albaycín geschrieben). Es ist der älteste und ursprünglichste Teil Granadas und zählt sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Du solltest Granada defintiv nicht verlassen, ohne einen Spaziergang durch Albaicín gemacht zu haben.

Albaicín ist ein Bilderbuch-Stadtviertel. Es ist für seine malerischen Gässchen und weißen Häuser bekannt. Obwohl Albaicín Granadas Altstadt ist, sind hier deutlich weniger Menschen unterwegs als im touristischen Zentrum rund um die Kathedrale. Albaicín liegt auf einem Hügel. Daher hast du von manchen Stellen einen wunderschönen Ausblick auf die Alhambra.

Zum Sonnenuntergang zieht es viele zum Mirador de San Nicolás, dem vermutlich bekanntesten Aussichtspunkt Granadas. Zwar ist dort dann einiges los, aber der Blick auf die Alhambra ist auch wirklich beeindruckend. Wundere dich übrigens nicht über die teils verrückte Lichtstimmung in unseren Bildern. Am Nachmittag/Abend unseres Besuchs herrschte in Granada Weltuntergangsstimmung, dafür wurden wir anschließend mit dem großartigsten Sonnenuntergang über der Alhambra belohnt.

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Die Geschichte mit den Tapas in Granada

Eine Sache, die wir an Granada schnell lieben gelernt haben, ist die Tapaskultur der Stadt. Und die sieht folgendermaßen aus: Wenn man in Granada etwas trinken geht, dann erhält man kostenlos zum Getränk ein Tapasgericht dazu. Das Gericht kann man sich nicht aussuchen, man erhält das, was der Chef des Hauses gerade für richtig hält. Beim nächsten Getränk erhält man wieder ein Gericht und beim nächsten noch eines. Man kann also ziemlich schnell satt werden, ohne fürs Essen zu bezahlen. Klingt gut, oder?

Die Tapasbars Granadas kann man natürlich sehr gut auf eigene Faust entdecken oder aber man entscheidet sich für eine der Tapastouren der Stadt. Wir waren mit Garnata Tours unterwegs: Die Auswahl der Bars war toll und außerdem haben wir sehr viele spannende Details über die spanische Küche erfahren.

Hier kannst du die Tour, die wir gemacht haben, buchen: Geführte Tapas-Tour

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Ein kleiner Geheimtipp: Besuch eines traditionellen Hammam

Wir haben ja schon durchklingen lassen, dass orientalische Einflüsse das tägliche Leben in Granada prägen. Daher findest du in Granada auch etwas, was man zunächst nicht vermuten würden: Hammams. Das Wetter war bei unserem Aufenthalt ohnehin bescheiden, somit kam uns ein Hammam-Besuch sehr gelegen.

Das Hammam Al Ándalus kommt an die Vorstellung des perfekten, orientalischen Hammam ziemlich nah ran: Wunderschöne Mosaikfliesen, schummriges Kerzenlicht und marokkanisches Interieur. Beim Betreten der Baderäumlichkeiten waren wir sofort tiefenentspannt.

Wissenswertes vor einem Hammam-Besuch

Eine Badeeinheit dauert 90 Minuten und beginnt und endet für alle anwesenden Personen zur selben Zeit. Männer und Frauen baden gemeinsam – lediglich die Umkleiden sind voneinander getrennt. Man trägt Badekleidung (Bikini oder Badeanzug bzw. Badeshorts). Innerhalb der 90 Minuten kannst du frei entscheiden, in welchen Becken du dich aufhalten möchtest.

Es gibt unterschiedlich temperierte Becken und auch einen Ruheraum, in dem du frischen Minztee trinken kannst. Solltest du auch eine Massage gebucht haben, holt dich der Masseur während der 90 Minuten ab und führt dich zur Massageliege.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fanden wir den Hammam-Besuch unglaublich entspannend und würden jederzeit wiederkommen. Gestört hat uns nur, dass die Mitarbeiter teilweise reserviert und unfreundlich waren. Wir hätten uns von den Damen an der Rezeption eine bessere Erklärung gewünscht. Gerade wenn man zum ersten Mal in einem Hammam ist, ist der Ablauf nämlich definitiv nicht selbstverständlich.

Hier kannst du einen Besuch im Hammam Al Ándalus reservieren: Hammam-Besuch

Das Video unseres Roadtrips

Von unserem Roadtrip haben wir nicht nur viele Fotos, sondern ebenso hunderte Filmsequenzen mitgebracht, die wir nun endlich zu einem Video geschnitten haben. Tadaaa, wir hoffen, es gefällt euch und wir freuen uns natürlich wie immer sehr über eure Kommentare!


Transparenz: {Unbezahlte Pressereise}: Wir wurden von Granada Tourismus und Spanien Tourismus nach Andalusien eingeladen – vielen Dank! Auf unsere Meinung hat diese Zusammenarbeit keinen Einfluss.

Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

Planst du ebenfalls eine Städtereise nach Granada und hast noch Fragen? Oder warst du schon einmal in Granada und hast noch Tipps? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen!