„Wie wär’s mal mit der Ostsee?“ Es ist mittlerweile viele, viele Monate her, dass wir diese E-Mail im Posteingang hatten. Unsere erste Assoziation: BRRR, kalt! Unsere zweite: YES, unbedingt! Der Kinderfilm „Pünktchen und Anton“ ist schuld, dass die Ostsee zu einem imaginären Sehnsuchtsort geworden ist. Keine Sekunde haben wir also gezögert, und die Einladung angenommen. Und jetzt, wo wir zurück sind, können wir bestätigen: Liebe Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, du bist noch schöner als erwartet. In diesem Blogartikel verraten wir euch unsere Tipps für Urlaub an der Ostsee.

Fischland Darss Zingst Tipps

1. Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Fischland-Darß-Zingst

Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst liegt im Nordosten Deutschlands im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist 45 Kilometer lang und relativ dünn besiedelt. Die Insel ist – wie der Name schon verrät – dreigeteilt:

Fischland: der südliche Teil der Halbinsel
Darß: der mittlere Teil der Halbinsel, der zu einem großen Teil von Wald bedeckt ist
Zingst: der nordöstliche Teil der Halbinsel mit der gleichnamigen Stadt Zingst

Wanderung zum Darßer Leuchtturm

Der Darßer Leuchtturm ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten auf Fischland-Darß-Zingst. Er befindet sich an der Nordwest­spitze der Halbinsel nahe des Ortes Prerow. Der Leuchtturm wurde bereits 1848 erbaut und ist immer noch in Betrieb. Ihr könnt den 35 Meter hohen Leuchtturm auch besteigen. Von der Spitze habt ihr einen tollen Blick über den Darßwald und den Darßer West­strand.

Anfahrt: Der Leuchtturm befindet sich mitten im Darßer Wald und kann nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der Pferdekutsche erreicht werden. Von Prerow (Parkplatz Bernsteinweg) sind es etwa fünf Kilometer zu Fuß. Einen Teil des Weges könnt ihr mit der Darßbahn (4 Euro) zurücklegen. Von der Endstation der Bahn sind es dann noch 2,5 Kilometer zu Fuß. Mit dem Fahrrad könnt ihr direkt bis zum Leuchtturm fahren.
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober: täglich von 10 bis 18 Uhr; November bis April: Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Ausblick Leuchtturm Darss

Hirsche am Darßer Ort beobachten

Direkt beim Darßer Leuchtturm startet ein einfacher Rundwanderweg, der auf 4 Kilometern einmal durch den Darßer Ort führt. „Ort“ ist übrigens eine irreführende Bezeichnung, denn ihr seid hier mutterseelenallein in der Natur. Der Weg verläuft zum Teil über Holzstege, zum Teil über Sandstrand quer durch die gigantische, raue Küstenlandschaft. Ein ganz besonderes Spektakel ist hier im Herbst zu erleben: Der Darß ist nämlich dafür bekannt, dass hier Hirsche während der Hirschbrunft (Anfang September bis Anfang Oktober) zu beobachten sind. Wir hatten übrigens Glück: Dutzende Hirsche durften wir von der Ferne bestaunen. Und dann kreuzten auch noch mehrere Kraniche unseren Weg. An dieser Stelle schon einmal ein wichtiger Hinweis: Nehmt Fernglas und Tele-Objektiv mit!

Hirschbrunft Darss Tipps

Tipps Fischland Darss Zingst

Fahrt mit dem Zeesboot

Ein Erlebnis, das wir euch wirklich empfehlen können, ist eine Segeltour mit einem Zeesboot. Fast geräuschlos segelt man mit diesen traditionellen Fischerbooten über den Saaler Bodden, einer Lagune, die die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vom Süden her begrenzt. Wir waren mit dem Anbieter „Boddenskipper“ unterwegs und können euch eine Fahrt mit Skipper Reini nur wärmstens empfehlen!

Start der Zeesboot-Fahrt: Hafen Dierhagen
Preis: 14 Euro für 1,5 Stunden

Zeesboot Dierhagen

Zeesbootfahren Dierhagen

Kraniche beobachten in Zingst

Auf ihrer Reise Richtung Süden rasten jedes Jahr im Herbst tausende Kraniche auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Diese gigantischen Tiere zu beobachten, ist natürlich etwas ganz Besonderes und neben der Hirschbrunft auch ein weiterer Grund, weshalb es so viele Besucher im Herbst an die Ostsee zieht.

Die Kranichrast findet immer etwa ab September bis Anfang November statt. Wir waren Mitte September in Fischland-Darß-Zingst unterwegs und vor Ort sagte man uns, dass die Kranichrast wohl erst begonnen hätte und der Höhepunkt meist Mitte Oktober ist. Die meisten Besucher (so auch wir) beobachten Kraniche abends, wenn diese über Nacht zu ihren Schlafplätzen fliegen. Ab 17 Uhr kann man die Tiere etwa südlich von Zingst mit Blick auf die Insel Große Kirr beobachten. Mit dem Fahrrad könnt ihr hier den Deich entlangfahren und euch ein schönes Plätzchen suchen. Kleiner Hinweis: auch hier sind Fernglas und Teleobjektiv von Vorteil!

Kunstmuseum Ahrenshoop

Dem Regen ist es zu verdanken, dass wir dieses kleine Kunstmuseum im Ort Ahrenshoop kennengelernt haben. Und wir müssen zugeben: auch bei schönem Wetter ist es auf jeden Fall einen Besuch wert – vorausgesetzt natürlich, man interessiert sich für Kunst. Ausgestellt werden Gemälde und Skulpturen von Künstlern, die in oder in der Nähe von Ahrenshoop gelebt haben.

Adresse: Weg zum Hohen Ufer 36, 18347 Ostseebad Ahrenshoop
Öffnungszeiten: April bis Oktober: täglich von 11 bis 18 Uhr; November bis März: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Eintritt: 8 Euro

Kunstmuseum Ahrenshoop

Weststrand

Unser Lieblingsstrand auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst trägt den Namen „Weststrand“. Er ist wild und abgeschieden und wird regelmäßig – zurecht – zu einem der schönsten Strände Deutschlands und Europas gewählt. Das Besondere an diesem Strand ist, dass er nicht „aufgeräumt“ wird. Die Natur ganz allein ist somit für das Aussehen des Strandes verantwortlich. Mal werden Bäume entwurzelt, mal liegen Baumstämme am Ufer. Bei jedem Besuch sieht der Strand anders aus.

Anfahrt: Der Weststrand liegt, wie der Name schon verrät, im Westen der Halbinsel und zwar mitten im Nationalpark. Dementsprechend ist der Strand nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Vom Parkplatz („Drei Eichen“) in der Nähe von Ahrenshoop sind es zu Fuß noch etwa 20 Minuten.

Weststrand Darss

Steilufer zwischen Ahrenshoop und Wustrow

Ein sehenswerter Küstenabschnitt befindet sich zwischen den Orten Ahrenshoop und Wustrow. Das „Hohe Ufer“ der Halbinsel wirkt im Vergleich zu den langen Sandstränden sehr rau und wild. Entlang der Steilküste führt ein Weg, der sowohl von Fußgängern als auch Radfahrern genutzt wird. An manchen Stellen gelangt ihr außerdem über eine Treppe nach unten zum Wasser.

Steilufer Ahrenshoop

Hohes Ufer Ahrenshoop

2. Essen & Trinken: Restaurant-Tipps für Fischland-Darß-Zingst

Ganz allgemein ist Fischland-Darß-Zingst ganz bestimmt kein Hotspot für Hipster-Cafés oder besonders ungewöhnliche Restaurants. Die meisten Restaurants sind vergleichsweise austauschbar: Serviert wird Fisch in jeglicher Variation. Die Atmosphäre ist meist urig bis traditionell. Wir haben immer gut gegessen, keine Frage, hätten uns aber mehr „junge“ Restaurants erwartet. Nichtsdestotrotz haben wir zwei richtig tolle Lokal-Tipps für euch.

Der beste Kaffee: Kaffeemühle Ahrenshoop

Gleich drei Mal waren wir in der Kaffeemühle Ahrenshoop zu Gast, weil wir es hier so geliebt haben! Die Atmosphäre im Inneren einer alten Mühle ist großartig: ein bisschen Shabby Chic, ein bisschen schwedisch und sehr gemütlich. An wärmeren Tagen könnt ihr außerdem im wunderschönen Garten Platz nehmen. Der Kaffee ist der beste, den wir in ganz Fischland-Darß-Zingst finden konnten. Außerdem werden hier einige Mittagsgerichte, darunter Suppen und Brote, angeboten. Wir haben einmal dort gegessen – sehr lecker!

Adresse: Feldweg 7, 18347 Ahrenshoop

Etwas Besonderes: Zur Alten Filmkiste

Unter allen Restaurants, die wir besucht haben, können wir die „Alte Filmkiste“ ganz besonders empfehlen. Das Restaurant ist winzig klein, sehr skurril eingerichtet und wird unglaublich liebevoll und persönlich geführt. Als Gast fühlt man sich hier von der ersten Minute an sehr willkommen. Die Speisekarte ist mit nur wenigen Gerichten sehr überschaubar, dafür ist das Essen wirklich ausgezeichnet. Achtung: unbedingt reservieren. Wir haben unser Glück an einem Abend ohne Reservierung versucht – keine Chance, denn es gibt nur ganz wenige Tische. Noch ein Hinweis: das Restaurant ist relativ preisintensiv. Wir haben für 2 Personen (jeweils 1 Hauptspeise, jeweils 1 Getränk) knapp 60 Euro bezahlt.

Adresse: Neue Reihe 3, 18374 Ostseeheilbad Zingst

Zur Alten Filmkiste

3. Die beste Reisezeit für Fischland-Darß-Zingst

Generell ist die Ostsee ein Reiseziel, das ganzjährig bereist werden kann (und wird). Jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz und zieht auch das dementsprechende Publikum an.

Im Sommer ist Hochsaison. Zu dieser Zeit trifft man vor allem viele Familien mit schulpflichtigen Kindern. Der Vorteil in den Sommermonaten ist natürlich, dass man im Meer schwimmen kann. Die Wassertemperatur bleibt allerdings frisch: mehr als 20 Grad darf man sich nicht erhoffen.

Im Herbst wird es etwas ruhiger, doch immer noch zieht es jede Menge Touristen auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Das hat einen Grund: Die Natur ist im Herbst besonders beeindruckend. So kann man etwa im September die Hirschbrunft und im Oktober die Kranichrast beobachten. Wir hatten übrigens das Gefühl, dass im Herbst jahreszeitbedingt fast ausschließlich Pensionisten unterwegs waren. Mit unseren 30 Jahren haben wir uns jedenfalls sehr, sehr jung gefühlt.

Im Winter ist Nebensaison. Trotzdem könnt ihr Fischland-Darß-Zingst auch in den Wintermonaten besuchen, schließlich haben die von Schnee bedeckten Strände etwas besonders Faszinierendes.

Und natürlich ist der Frühling ebenfalls sehr reizvoll. Was viele nicht wissen: Auch zu dieser Jahreszeit kann man zwischen Mitte März und Mitte April auf der Halbinsel Kraniche beobachten.

Strandkoerbe Ostsee

4. Anreise und Transport vor Ort

Von Österreich kommend haben wir uns für eine Anreise mit dem Flugzeug nach Hamburg entschieden. Von Wien aus wird Hamburg täglich mehrmals direkt angeflogen. Vom Flughafen Hamburg sind es mit dem Auto noch ca. 3 Stunden bis Zingst. Hierfür haben wir einen Mietwagen gebucht, der uns netterweise von Auto Europe zur Verfügung gestellt wurde (Vielen Dank!) und den wir direkt am Flughafen abholen konnten. Auto Europe ist ein Vermittler, d.h. ihr könnt euch bei der Buchung über deren Website dann für einen Anbieter (in unserem Fall Buchbinder) entscheiden.

Nicht nur für die Anreise, sondern auch für den Transport vor Ort ist ein Mietwagen jedenfalls empfehlenswert. So liegen etwa Ahrenshoop und Zingst knapp 30 Kilometer auseinander. Alternativ könnt ihr euch vor Ort auch mit dem Bus fortbewegen. Das Busnetz ist gut ausgebaut, allerdings ist man natürlich weniger flexibel als mit dem Auto. Soweit möglich raten wir euch dazu, vor Ort das Fahrrad zu nutzen, denn das Parken ist auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst teilweise relativ problematisch. (Es gibt recht wenige und dazu kostenpflichtige Parkplätze.) Fahrräder könnt ihr überall auf der Halbinsel mieten. Rechnet mit einem Preis von etwa 5 Euro pro Tag.

5. Unterkunft in Zingst: Haus 54

Unterkünfte auf Fischland-Darß-Zingst gibt es jede Menge. Von günstigeren Apartments bis hin zu teuren Hotels ist alles dabei. Wir haben für vier Nächte im Haus 54 übernachtet. Das Haus 54 läuft zwar unter dem Zusatz „Hostel“, die Atmosphäre würden wir allerdings eher wie in einem einfachen Hotel beschreiben – vor allem, wenn man wie wir in einem Doppelzimmer übernachtet. Die Betten waren bequem, das Bad neu renoviert. Die Zimmer werden nicht täglich gereinigt, allerdings stört uns das persönlich nicht. Einziges Manko: der Cappuccino beim Frühstück kostet extra. Das Haus 54 liegt etwas außerdem des Zentrums von Zingst.

Haus54 Zingst


Transparenz: Werbung. Wir wurden vom Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst für vier Nächte eingeladen. Für das Video wurden wir bezahlt. Das Mietauto haben wir von Auto Europe kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Selbst bezahlt haben wir den Tank, die hier angeführten Restaurantbesuche sowie die meisten Aktivitäten. In der Programmgestaltung waren wir komplett frei. Dieser Blogartikel enthält einen Affiliate Link. Wenn ihr etwas über den Link kauft oder bucht, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich dadurch überhaupt nichts.

Habt ihr schon einmal Urlaub an der Ostsee gemacht? Habt ihr noch weitere Tipps für Fischland-Darß-Zingst? Wir freuen uns über eure Erfahrungen!