Die Provence – kaum ein Wort hat in den letzten Jahren bei uns größeres Fernweh ausgelöst als dieses. Wir wissen nicht, wie lange ein Roadtrip durch die Dörfer der Provence schon auf unserer Wunschliste steht. Sehr, sehr lange jedenfalls. Dabei ist der Grund für unseren Wunsch so banal. Kennst du das, wenn du Fotos von einem Ort siehst und das Gefühl bekommst: Du musst dahin? So war das mit uns und der Provence.

Soviel können wir schon einmal versprechen: Die Provence ist einer der schönsten Flecken dieser Welt. Es ist verblüffend, wie sehr Klischees hier Wirklichkeit werden. Lavendel-Duft, provenzalische Bauernmärkte und Bilderbuch-Straßen, die von Olivenbäumen und Zypressen gesäumt sind – dass wir uns augenblicklich in die Provence verliebt haben, müssen wir an dieser Stelle nicht erwähnen, oder?

In diesem Blogartikel verraten wir dir die Stopps auf unserem Roadtrip durch die schönsten Dörfer in der Provence und unsere Reisetipps. Wenn wir übrigens von der Provence reden, dann meinen wir in erster Linie die Gebirgszüge des Luberon im Département Vaucluse. Bereit für eine Extraportion Urlaubsgefühle? Los geht’s!

1. Startpunkt unseres Provence-Roadtrips: L’Isle-sur-la-Sorgue

Ein idealer Ausgangspunkt für eine Reise durch die Provence ist die provenzalische Kleinstadt L’Isle-sur-la-Sorgue. Sie trägt den sympathischen Beinamen „Venedig der Provence“ und das aus gutem Grund: Die Altstadt von L’Isle-sur-la-Sorgue gleicht einer Insel und wird von einem Fluss, der Sorgue, umringt. Gut ein Dutzend Brücken – manche davon privat – führen Richtung Altstadt.

Märkte in L’Isle-sur-la-Sorgue

Wenn du an einem Sonntag Vormittag durch L’Isle-sur-la-Sorgue spazierst, dann merkst du ziemlich schnell, wofür die Stadt bekannt ist. Einige Stunden lang ähnelt die gesamte Altstadt einem einzigen Markttreiben. Zwei Märkte sind in L’Isle-sur-la-Sorgue besonders frequentiert: der Wochenmarkt sowie der Antiquitätenmarkt.

Auf dem Wochenmarkt von L’Isle-sur-la-Sorgue kannst du provenzalische Köstlichkeiten kaufen, darunter Gemüse, Obst, Käse, Oliven und Honig. Dieser Bauernmarkt zieht sich durch die gesamte Altstadt sowie entlang des Flusses. Direkt angrenzend findest du den Antiquitätenmarkt. Zwei Mal im Jahr (zu Ostern und im August) findet in L’Isle-sur-la-Sorgue außerdem eine der landesweit größten Trödelmessen statt.

Infos & Öffnungszeiten der Märkte in L’Isle-sur-la-Sorgue

Wochenmarkt (Bauernmarkt) im Ortszentrum: Sonntag von ca. 8 bis ca. 13 Uhr
Antiquitätenmarkt entlang der Avenue des 4 Otages: Sonntag von ca. 8 bis ca. 18 Uhr

Isle sur la Sorgue Tipps

Fondation Villa Datris

Üblicherweise trifft man uns ja eher draußen in den Gässchen einer Stadt an, aber für die Fondation Villa Datris haben wir eine Ausnahme gemacht: In einer wunderschönen, historischen Villa ist hier ein modernes Skulpturen-Museum untergebracht. Auch den Garten schmücken einige Skulpturen. Die sehr sehenswerten Themen-Ausstellungen wechseln jährlich und werden jeweils von Mai bis November gezeigt. Der Eintritt ist obendrein kostenlos.

Adresse: 7 Avenue des 4 Otages, 84800 L’Isle-sur-la-Sorgue
Eintritt: kostenlos
Öffnungszeiten findest du auf der Website: Villa Datris

Mittagessen im „Vert Bouteille“

Veganes Bistro? Ja bitte! In Frankreich ist vegetarische Küche ja leider noch eher unterrepräsentiert. Als wir also von diesem veganen Restaurant gelesen haben, haben wir keine Sekunde gezögert und sind spontan zum Mittagessen vorbeigekommen. Und siehe da: Wir Glückskinder haben sogar ein Plätzchen im Freien ergattert.

Im „Vert Bouteille“ werden ausschließlich vegane Speisen serviert. Die Auswahl ist überschaubar, aber das macht gar nichts, denn dafür war unsere „Buddha Bowl“ unglaublich lecker. Einziger Nachteil: Das Preisniveau. Für das, was du auf dem Foto siehst (2 Hauptspeisen, 2 kleine Getränke), haben wir zu Mittag immerhin 40 Euro bezahlt. Wenn dir aber veganes bzw. gesundes Essen wichtig ist, und du bereit bist, dafür auch mehr auszugeben, dann wirst du das „Vert Bouteille“ lieben – versprochen!

Adresse: 3 Rue Raspail, 84800 L’Isle-sur-la-Sorgue
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr (abends nur nach Reservierung ab 10 Personen)

Pâtisserie „Jouvaud“

Von Éclair bis Tarte au citron: Französische Patisserie hat es uns ziemlich angetan. Wenn sie dann auch noch so köstlich schmeckt wie in der Pâtisserie „Jouvaud“, dann ist es um uns geschehen. Und das Beste: In diesem gemütlichen Laden gibt es nicht nur Kulinarisches, sondern man kann auch jede Menge hübsche Wohn-Accessoires kaufen. Ein Concept Store par excellence, wie wir meinen.

Adresse: 5 Avenue des 4 Otages, 84800 L’Isle-sur-la-Sorgue

Abendessen im Restaurant „L’Atelier du Jardin“

Sehr gut zu Abend gegessen haben wir im „L’Atelier du Jardin“. Das L’Atelier gehört zum sehr feinen Restaurant „Le Jardin du Quai“, ist aber deutlich legerer und ähnelt eher einem Bistro. Beide Restaurants sind in einem wunderschönen Garten untergebracht. Bei gutem Wetter kannst du auch draußen sitzen.

Die Speisekarte im „L’Atelier du Jardin“ ist überschaubar, aber es ist für jeden Geschmack etwas dabei und bei Bedarf erfüllt man natürlich auch Sonderwünsche. Das vegetarische Gericht – eine Gemüsequiche, die du auf dem Foto siehst – war ausgezeichnet. Preislich liegt das Restaurant im Rahmen: Hauptgerichte kosten etwa 16 bis 18 Euro.

Adresse: 91 Avenue Julien Guigue, 84800 L’Isle-sur-la-Sorgue

La Fontaine de Vaucluse

Das wohl beliebteste Ausflugsziel rund um L’Isle-sur-la-Sorgue ist das Dorf Fontaine-de-Vaucluse. Dort befindet sich nämlich die berühmte Quelle der Sorgue und diese kann man besichtigen. Die Quelle ist tatsächlich die größte in ganz Frankreich. Daher kannst du dir schon denken, was das bedeutet: So einsam, wie es das Foto vermuten lässt, ist es dort leider nicht.

Um zur eigentlichen Quelle zu gelangen, musst du zunächst einen ca. 15-minütigen Fußweg entlang der Sorgue zurücklegen. Die Natur ist hier wirklich spektakulär, keine Frage. Doch der gemütliche Spaziergang gleicht leider eher einem Spießrutenlauf durch Souvenirstände und andere BesucherInnen. Wir müssen allerdings auch erwähnen, dass wir an einem Sonntag dort waren und der Ort daher dementsprechend voll war.

Wichtig zu wissen: Je nach Jahreszeit erlebst du die Quelle völlig anders. Im Frühling nach der Schneeschmelze ist der Wasserstand der Quelle sehr hoch und der Fluss rauscht nur so dahin. Je später im Sommer du kommst, desto eher sinkt der Wasserstand und desto unaufregender ist die Quelle. Bei unserem Besuch etwa hat sich der Wasserpegel sehr weit in die Grotte zurückgezogen.

Infos zum Besuch der Fontaine de Vaucluse

Anfahrt: Mit dem eigenen Auto in ca 15 Minuten von L’Isle-sur-la-Sorge
Eintritt: Kostenlos
Parken: 4 Euro

Fontaine de Vaucluse

Unsere Unterkunft in L’Isle-sur-la-Sorgue

Die erste Nacht auf unserem Roadtrip durch die Provence haben wir in L’Isle-sur-la-Sorgue verbracht – genauer gesagt in einer wunderschönen Lodge auf dem Campingplatz La Sorguette. Den Campingplatz gibt es schon länger, aber die Lodges wurden erst 2018 errichtet.

Eine Sache ist uns (vom großartigen Outdoor-Badefass einmal abgesehen) besonders in Erinnerung geblieben und das ist der Duft nach Holz. Jedes Mal, wenn wir die Lodge betreten haben, haben wir uns sofort wie Zuhause gefühlt. Obwohl man sich hier auf einem Campingplatz befindet, wohnt man in der Lodge sehr komfortabel und es fehlt einem an nichts. Einziger Nachteil: Der Campingplatz liegt etwa 5 Autominuten von L’Isle-sur-la-Sorgue entfernt und man ist somit auf ein Auto angewiesen. Uns hat das aber nicht weiter gestört.

Ach und so nebenbei: Das nordische Outdoor-Bad haben wir natürlich getestet, versteht sich. Mit einem Gläschen Wein in der Hand, den wir um gerade einmal 6 Euro an der Rezeption des Campingplatzes gekauft haben. Herrlich!

Hier findest du weitere Infos & Preise: Natura Lodge auf dem Campingplatz La Sorguette

2. Roadtrip durch die Provence: Die schönsten Dörfer des Luberon im Département Vaucluse

Und nun zu dem, worum es in diesem Blogartikel eigentlich gehen soll: unserem Roadtrip durch die malerischen Bergdörfer der Provence im Luberon. Der Luberon ist eine Gebirgskette im Süden des Départements Vaucluse und kommt der Idealvorstellung von dem, was wir hierzulande unter „der Provence“ verstehen, ziemlich nahe. Soll heißen: Weinberge und Olivenhaine soweit das Auge reicht, winzige Bergdörfer mit charmanten Steinhäusern und last but not least: Lavendelfelder. (Die in diesem Zusammenhang wohl meistgestellte Frage – „Wann blüht der Lavendel?“ – beantworten wir weiter unter in diesem Artikel.)

Der Superlativ („Die schönsten Dörfer“) ist übrigens keine Erfindung unsererseits, denn es gibt tatsächlich eine offizielle Klassifizierung mit diesem Namen – auf Französisch Les plus beaux villages de France genannt. Einige der Dörfer im Luberon tragen diese Auszeichnung.

Gordes

Unser erster Stopp ist das Dörfchen Gordes. Beeindruckend ist besonders dessen Lage: Gordes thront nämlich auf einem Felsvorsprung. Kein Wunder, dass Gordes ein sehr beliebtes Fotomotiv in Frankreich ist und dessen Silhouette in vielen Reiseführern und Büchern zu finden ist, oder? In der Hochsaison ist Gordes ziemlich voll und sehr touristisch. Das Schönste an Gordes ist dann eindeutig dessen wunderschöne Panoramaansicht aus etwas Entfernung. Eine tolle Aussicht auf Gordes hast du gleich bei der Einfahrt ins Dorf. Folge dazu (von L’Isle-sur-la-Sorgue kommend) der Landstraße D2 und dann D15.

Natürlich ist ein Spaziergang durch die Gassen der Altstadt ebenfalls lohnenswert. Die wichtigste Sehenswürdigkeit im Dorfzentrum ist die Burganlage namens Château de Gordes. Ein Touristenmagnet außerhalb des Zentrums ist das Zisterzienserkloster Notre-Dame de Sénanque. In der Lavendelzeit ist es das vermutlich meistbesuchte Ziel in der Region, denn die Lavendelfelder direkt vor dem fotogenen Monument machen es zum absoluten Provence-Klassiker.

Gordes Provence

Roussillon

Roussillon tanzt farblich aus der Reihe: Das Dorf ist für seine rötlichen Ockerfelsen bekannt, um die es gebaut ist. Allein für diesen Anblick lohnt sich ein Zwischenstopp unbedingt. Wir selbst haben Roussillon „nur“ von der Ferne gesehen, als wir mit der Kutsche unterwegs waren (dazu gleich mehr).

Je nach Tageszeit und Sonnenstand leuchten die Ockerfelsen in den unterschiedlichsten Rot- und Orangetönen. Entlang des beliebten „Sentier des Ocres“ kannst du direkt durch die Ockerlandschaft wandern. Stell dich in der Hauptsaison allerdings auf ziemlichen BesucherInnen-Andrang ein. Etwas weniger frequentiert (und außerhalb von Roussillon) befindet sich noch ein zweiter Weg, der „Colorado provençal“.

Saint-Saturnin-lès-Apt

Weiter geht’s zu jener Region, in der wir einige der eindrücklichsten Momente unserer Provence-Reise erlebt haben – und das aus gutem Grund. Oder besser gesagt aus zwei Gründen: Ollivier & Coquet. Der sympathische Landwirt Ollivier hat uns mit seinem Pferd Coquet auf eine Kutschenfahrt mitgenommen. Obwohl es schwer in Worte zu fassen ist, was dieses Erlebnis so besonders gemacht hat, versuchen wir es einmal.

Kutschenfahrt durch die Provence

Beginnen wir von ganz vorne: Ollivier ist – genau wie wir – Weltreisender. Bevor er (wieder) in seiner Heimat, der Provence gelandet ist, hat er mit einem Tandem die Welt umrundet. 3 Jahre, 3 Monate & 3 Tage dauerte seine ungewöhnliche Expedition. Wäre uns Ollivier nicht von Anfang an sympathisch gewesen, dann spätestens in dem Moment, in dem er mit dieser Story rausrückte. „We left in this direction“ (deutet in eine Richtung) „and returned from the other direction.“ Er saß allerdings nicht die ganze Zeit auf dem Tandem, sondern hat sich unter anderem auf die Suche nach Wildpferden gemacht, um deren Verhalten zu erforschen.

Apropos Pferde: Pferde begleiten Ollivier schon seit seiner Kindheit. Seit frühen Kindheitstagen reitet er nämlich. Als er also von seiner Weltreise zurück in die elterliche Bio-Landwirtschaft kehrte, kam ihm die Idee, BesucherInnen die Schönheit der Provence mithilfe von Pferden näherzubringen. Das war die Geburtsstunde von Provence Hipposervices.

Heute bietet Ollivier gemeinsam mit seiner Freundin Kutschenfahrten durch die unbekannten Landstriche der Provence rund um Saint Saturnin les Apt an. Die enge Bindung zwischen ihm und seinen Pferden war unübersehbar. An erster Stelle stand das Wohl von Coquet: Hat ihn während der Fahrt etwas verschreckt, wurde eine Pause eingelegt und er wurde beruhigt. Haben die Fliegen ihn zu sehr gestört, sind wir möglichst rasch weitergefahren. Wir haben selten jemanden gesehen, der seinen Tieren so nahestand wie Ollivier. Und ganz abgesehen davon war die Fahrt ein derart naturnahes Erlebnis, das wir nicht missen möchten.

Mines de Bruoux

Ein sehenswerter Zwischenstopp auf unserer Kutschenfahrt waren die Mines de Bruoux nahe des Dorfes Gargas. Im Rahmen eines geführten Rundgangs durch den unterirdischen Ockerstollen erfährst du, wie Ocker früher abgebaut wurde. Die Führung dauert etwa eine Stunde.

Vorab reservieren ist sicher keine schlechte Idee, denn dann kannst du auch nach den (seltener durchgeführten) deutschsprachigen Führungen fragen. Die Führung findet nämlich üblicherweise auf Französisch statt. Tipp: Nimm dir unbedingt einen warmen Pulli mit. In den dunklen Gängen hat es gerade einmal 10 Grad! Fotografieren im Inneren ist leider nicht erlaubt. (Für uns wurde netterweise eine Ausnahme gemacht, damit wir dir ein Bild zeigen können.)

Preis: 8,90 Euro (Hochsaison), 7,90 Euro (Nebensaison)
Adresse: 1434 Route de Croagnes, 84400 Gargas
Öffnungszeiten & Reservierungen auf der offiziellen Website: Mines de Bruoux

Mittagessen auf einem Weingut

Die Mittagspause verbrachten wir bei einer Weinverkostung auf dem malerischen Weingut Château Perreal. Seht ihr diesen wunderschön gedeckten Tisch? Köchin Nadège Mestre hat für uns das großartigste vegetarische & biologische Mittagessen unserer gesamten Frankreich-Reise gezaubert.

Die gute Nachricht: Weinverkostungen sind im Château Perreal jederzeit möglich (und eine solche können wir dir auch sehr empfehlen). Die schlechte Nachricht: Dieser Zwischenstopp mitsamt dem herrlichen Mittagessen wurde außertourlich für uns organisiert. Für eine Weinprobe im Château Perreal kannst du jeweils von Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr vorbeikommen. Übrigens: An diesem Ort der Ruhe kannst du auch übernachten! Alle Infos findest du auf offiziellen Website: Château Perreal.

Infos zur Kutschenfahrt auf einen Blick

Dauer: je nach gewählter Fahrt zwischen 2 Stunden und einem Tag
Adresse: Domaine de seoule, 84490 Saint-Saturnin-lès-Apt, Frankreich (Achtung: befindet sich außerhalb von Saint-Saturnin-lès-Apt!)
Website: www.provencehipposervices.com

Saignon

Von Saint-Saturnin-lès-Apt ging es weiter Richtung Süden ins wunderschöne Dorf Saignon. Mit der mittelalterlichen Festung ist Saignon schon von Weitem ein Fotomotiv par excellence. Wir empfehlen dir aber unbedingt, auch das Dorf selbst zu erkunden, denn hier verbirgt sich ein fantastischer Aussichtspunkt, der Rocher de Bellevue. Du erreichst ihn nach einem kurzen (ca. 10-minütigen) Aufstieg vom Ortszentrum aus. Und das Beste: Von den Touristenströmen, an die wir uns zu diesem Zeitpunkt fast schon gewöhnt hatten, war in Saignon nichts zu sehen. Den Aussichtspunkt hatten wir die meiste Zeit tatsächlich für uns allein.

Saignon

Saignon Aussicht

Saignon Frankreich

Bonnieux

Weiter ging’s über Buoux bis ins malerische Bonnieux. Es liegt auf einem Plateau des Luberon und ist unbedingt einen Besuch wert. Obwohl Bonnieux sehr beliebt ist, war in den Gassen weniger los als erwartet. Sehr zu empfehlen ist der kurze Spaziergang hinauf bis zur Kirche („Église haute“) an der Spitze des Hügels. Auf dem Weg nach oben hast du durch die Baumkronen hindurch einen herrlichen Blick über die Ebene des nördlichen Luberon bis zum Mont Ventoux.

Bonnieux Ausblick

Bonnieux Sehenswürdigkeiten

Provence Raodtrip

Lourmarin

Für den vorerst letzten Stopp unseres Roadtrips hat sich das Département Vaucluse noch ein Highlight aufgehoben: Die Silhouette von Lourmarin im Abendlicht ist zu schön um wahr zu sein. Das Ortszentrum mit seinen hübschen Gassen ist sehr gepflegt, allerdings auch wie erwartet sehr touristisch. Vor der wichtigsten Sehenswürdigkeit, dem Château de Lourmarin, tummeln sich zahlreiche Reisegruppen. Das kann man einem der schönsten Dörfer Frankreichs allerdings kaum verübeln.

Lourmarin

Unsere Unterkunft in Lourmarin: Hotel Le Mas de Guilles 

Eine Nacht durften wir im wunderschönen Hotel Le Mas de Guilles verbringen, das sich ein paar Autominuten außerhalb von Lourmarin befindet. Wobei „Hotel“ hier gar nicht so passend klingt. Vielmehr erinnert es an einen luxuriösen Rückzugsort im Landhaus-Stil. Wenn du für einige Tage abschalten willst, bist du hier bestens aufgehoben! Am liebsten wären wir viel länger geblieben.

Der Pool ist ein Traum, die Zimmer (wir hatten eine Suite) sehr großzügig und die Mitarbeiter ausgesprochen zuvorkommend. Besonders begeistert waren wir vom Frühstück, das man bei schönem Wetter im idyllischen Garten genießen kann. Herrlich!

Hier kannst du das Hotel buchen: Le Mas de Guilles 

3. Weitere Reisetipps für die Provence

Wann blüht der Lavendel in der Provence?

Kaum etwas symbolisiert die Provence stärker als ihre blühenden Lavendelfelder. Die Bilder des lilafarbenen Blütenmeers sind weltberühmt und für viele ein Grund, während der Lavendelblüte in die Provence zu reisen. Doch wann blüht der Lavendel? Dazu ist zunächst einmal interessant zu wissen, dass es unterschiedliche Lavendel-Sorten gibt: Den echten Lavendel einerseits sowie den industriell genutzten Lavandin.

Grob gesagt blüht der Lavendel zwischen Anfang/Mitte Juni und Anfang/Mitte August, wobei der genaue Zeitpunkt immer wetterabhängig ist: Je früher es im Frühling warm wird, desto eher beginnt der Lavendel zu blühen. Das klassische Lavendel-Fotomotiv ist meist das günstigere Lavandin. Es wächst gleichmäßiger und beginnt etwas später zu blühen als der echte Lavendel. Der echte Lavendel ist deutlich seltener und wächst eher in bergigen Gebieten (ab ca. 600 Höhenmetern).

Wenn du sichergehen möchtest, die Lavendelblüte zu erleben, dann solltest du deine Reise also in den Juli legen. (Zu den Nachteilen kommen wir gleich noch.) Aber natürlich kannst du Mitte August auch noch Glück haben. Definitiv bestätigen können wir allerdings, dass Mitte September (während unseres Roadtrips) vom Lavendel in der ganzen Provence nichts mehr zu sehen war und er längst abgeerntet war.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Zeit der Lavendelblüte hat einen entscheidenden Nachteil: Sie fällt in die Hauptreisezeit. Im Juli und August herrscht an vielen Orten in der Provence ein ziemliches Getümmel. Wenn du also den Lavendel sehen möchtest, dann musst du das wohl oder übel in Kauf nehmen.

Wir selbst waren in der 2. und 3. Woche im September in Südfrankreich und selbst da war immer noch viel los (wenngleich lange nicht so viel wie im Hochsommer). Allerdings siehst du im September nur noch abgeerntete Lavendelfelder, was – zugegeben – natürlich schon auch ein wenig schade ist. Davon einmal abgesehen können wir den September sehr empfehlen: Es ist üblicherweise immer noch angenehm warm und an der Küste kannst du meist problemlos noch im Meer schwimmen.

Ebenfalls eine beliebte Reisezeit ist der Frühling, allen voran April und Mai, wenn die Pflanzen in der Provence zu blühen beginnen. Genau wie im Herbst hast du auch im Frühling den Vorteil, dass die Preise in vielen Hotels günstiger sind als im Sommer – von den Osterfeiertagen einmal abgesehen.

Lourmarin Sehenswürdigkeiten

Wieviel Zeit soll ich für die Provence einplanen?

Unsere beschriebene Reiseroute durch die Dörfer der Provence kannst du in drei Tagen (d.h. zwei Nächten) problemlos schaffen. Mehr Zeit ist natürlich immer besser, keine Frage. Dann könntest du dir noch mehr Zeit für die einzelnen Dörfer nehmen.

Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Provence natürlich noch zahlreiche andere Gebiete umfasst: Vor unserer Tour durch die typischen provenzalischen Dörfer haben wir zwei Nächte im Département Gard, genauer gesagt beim Pont du Gard sowie in der Camargue, verbracht. Diese Region zählt ebenfalls zur Provence, obwohl sie rein landschaftlich in weiten Teilen völlig anders aussieht als man sich das vielleicht erwarten würde.

Von Lourmarin sind wir schließlich weiter nach Aix-en-Provence (eine Nacht) und Roquebrune-sur-Argens (zwei Nächte) gereist. Verpasst haben wir leider die sehr berühmte und wohl auch wirklich spektakuläre Verdonschlucht sowie Avignon. Um es kurz zu machen: Etwa eine Woche solltest du dir mindestens Zeit für einen Roadtrip durch die Provence nehmen.


Transparenz: {Werbung}

Für diesen Blogartikel haben wir mit der Französischen Zentrale für Tourismus (Atout France) zusammengearbeitet. Im Rahmen der Naturkampagne #gesichterfrankreichs durften wir zwei Wochen lang durch Südfrankreich reisen – darunter auch in das Département Vaucluse. Auf unsere Meinung hat diese Zusammenarbeit selbstverständlich keinen Einfluss.

Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

Hast du schon einmal einen Roadtrip durch die Provence gemacht? Wie verlief deine Reiseroute? Wenn du noch mehr Tipps oder auch Fragen hast, dann hinterlass uns sehr gerne einen Kommentar!