Sehnsuchtsziel Südfrankreich. Schon eine gefühlte Ewigkeit steht ein Roadtrip durch diesen Teil des Landes auf unserer persönlichen Wunschliste. Sind es die Lavendelfelder? Die Bergdörfer der Provence? Die Küstenstraßen der Côte d’Azur? Nach zwei Wochen „on the road“ sagen wir: Es ist definitiv der Mix, der den Süden Frankreichs so besonders macht.

An einem Tag noch genossen wir die Hausboot-Idylle in der Camargue, am nächsten Tag schon stürzten wir uns ins Markttreiben von L’Isle-sur-la-Sorgue. Südfrankreich kann sowohl Klischees erfüllen (wir denken da etwa an die Provence), aber genauso gut überraschen. Oder hättest du gedacht, dass Südfrankreich auch spektakuläre Canyonlandschaften für dich bereithält?

In diesem Blogartikel verraten wir dir in aller Kürze die einzelnen Stopps unseres zweiwöchigen Roadtrips durch Südfrankreich. Am Ende des Artikels findest du noch nützliche Tipps für die Planung deiner Reise sowie eine Karte mit den wichtigsten Orten unserer Reiseroute. Fernweh garantiert!

1. Route durch Südfrankreich in zwei Wochen

Über Carcassonne nach Narbonne

Unser Roadtrip durch Südfrankreich startet am Flughafen in Toulouse. Die Stadt soll bezaubernd sein – leider ist ein Zwischenstopp hier diesmal zeitlich nicht drin und wir fahren gleich weiter nach Carcassonne ins Département Aude. Die mittelalterliche Festungsstadt Carcassonne ist zurecht das meistbesuchte Ziel der Region. Weiter geht’s nach Narbonne. Das hübsche französische Städtchen am Canal de la Robine begeistert uns auf Anhieb.

In diesem Blogartikel findest du unseren ausführlichen Reisebericht: Aude in Südfrankreich: Carcassonne, Narbonne und unsere Tipps

Lozère: Die Schluchten des Tarn und der Jonte

Von Narbonne führt uns unsere Südfrankreich-Reise ins Landesinnere Richtung Norden: Zwei Tage lang erkunden wir die Lozère, das bevölkerungsärmste Département Frankreichs. Mit unserem Mietwagen kurven wir die spektakulären Schluchten des Tarn und der Jonte entlang und erkunden die winzigen Bergdörfer. Die Region ist derart dünn besiedelt, dass uns oft kilometerlang kein anderes Auto entgegenkommt. Ein Highlight ist auch unser Besuch bei Schafzüchterin Anaïs und der Fromagerie La Fédou.

In diesem Blogartikel findest du all unsere Tipps: Lozère: Die Schluchten des Tarn und der Jonte im Nationalpark Cevennen

Lozere Sehenswürdigkeiten

Pont du Gard & Camargue

Weiter geht’s zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs: dem Pont du Gard. Das Aquädukt ist eines der besterhaltenen römischen Bauwerke. Wir erkunden das Monument zu Fuß und paddeln mit dem Kajak sogar unter dem Pont du Gard durch. Anschließend wartet noch eines der Highlights unserer Südfrankreich-Reise auf uns: unsere Fahrt mit dem Hausboot! Richtig gehört, mit unserem 12 Meter langen Kahn entdecken wir die Camargue und fahren bis ins hübsche Städtchen Aigues-Mortes.

In diesem Blogartikel haben wir alle Reisetipps zusammengefasst: Der Pont du Gard: Kajakfahren unter dem römischen Aquädukt

Pont du Gard Blog Tipps

Provence: Die Dörfer des Luberon

Startschuss für die Provence! Zwei Tage lang erkunden wir einen der schönsten Flecken dieser Erde: die Dörfer des Luberon, darunter Bonnieux, Lourmarin und Roussillon. Wenn irgendwo Provence-Klischees Wirklichkeit werden, dann hier: Lavendel-Duft, provenzalische Bauernmärkte und Bilderbuch-Straßen, die von Olivenbäumen gesäumt sind. Glaub uns, dieser Abschnitt des Roadtrips wird dich genauso begeistern wie uns.

Alle Infos über unsere Reise durch den Luberon findest du hier: Provence: Unser Roadtrip durch die schönsten Dörfer im Luberon

Bonnieux Sehenswürdigkeiten

Aix-en-Provence

Weiter geht’s in die alte Hauptstadt der Provence: Aix-en-Provence. Kein Zweifel – die junge, lebendige Stadt weiß zu begeistern. In den engen Gassen der Altstadt fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Wir besuchen das Atelier von Paul Cézanne, bewundern die vielen alten Brunnen und machen sogar einen Ausflug in die Berge. Allerdings nicht auf irgendeinen Berg, sondern auf den wohl berühmtesten Berg der Region, den Montagne Sainte-Victoire. Cézanne hat den Berg wiederholt auf Leinwand verewigt und ihn damit berühmt gemacht.

Hier verraten wir dir unsere Highlights in Aix-en-Provence: Aix-en-Provence: Die schönsten Sehenswürdigkeiten & unsere Tipps

Roquebrune-sur-Argens

Von Aix-en-Provence geht unser Roadtrip weiter nach Roquebrune-sur-Argens. Das hübsche, vergleichsweise untouristische Dorf liegt direkt an einem Felsmassiv: dem Rocher de Roquebrune. Und wenn wir schon einmal da sind, dann möchten wir natürlich auch einmal die Aussicht vom Gipfel sehen. Gesagt, getan. Eine etwa 3-stündige, ziemlich fordernde Wanderung belohnt uns mit spektakulären Fernblicken. Am anderen Tag erkunden wir die Gegend vom Wasser aus: Während unserer Kanutour entlang des Flusses Argens taucht der Rocher de Roquebrune immer wieder vor uns am Horizont auf.

Alles, was du über die Wanderung wissen musst, verraten wir dir hier: Roquebrune-sur-Argens: Wandern und Kajakfahren beim Rocher de Roquebrune

Rocher de Roquebrune Klettern

Cannes an der Côte d’Azur

Der letzte Stopp unserer Südfrankreich-Reise ist das pulsierende Cannes an der Côte d’Azur. Allein entlang der Côte d’Azur könnte man ja locker zwei Wochen verbringen, so viele sehenswerte Orte gibt es hier. Unsere Wahl fällt auf die Filmfestival-Stadt Cannes – kleiner als Nizza, aber nicht ganz so luxuriös wie Saint Tropez. Wir genießen die sympathische Kombination aus urbanem und mediterranem Flair und machen einen Ausflug zur vorgelagerten Insel Sainte-Marguerite.

Unseren Reisebericht findest du hier: Cannes an der Côte d’Azur: Die schönsten Sehenswürdigkeiten & unsere Tipps

Cannes Aussicht

2. Weitere Reisetipps für einen Roadtrip durch den Süden von Frankreich

Mietwagen: Tipps & Infos

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du reist mit deinem Auto aus Deutschland bzw. Österreich nach Frankreich. Oder aber du mietest dir einfach vor Ort einen Wagen. Wir selbst haben unser Mietauto direkt am Flughafen von Toulouse übernommen und nach zwei Wochen am Flughafen von Nizza wieder abgegeben.

Wichtig bei der Mietwagenbuchung ist, dass du auf die richtige Versicherung achtest. Wir selbst buchen ausnahmslos immer die Option mit Erstattung des Selbstbehalts. Das bedeutet, dass du im Schadensfalls zwar zunächst den Selbstbehalt zahlen musst, dieser dir aber im Anschluss erstattet wird.

Gute Erfahrungen haben wir mit Sunny Cars gemacht. Wir sind gebrannte Kinder, denn in Neuseeland hatten wir einen unverschuldeten Parkschaden (mit Fahrerflucht). Sunny Cars hat uns ohne Wenn und Aber die 700 Euro erstattet, die wir ohne entsprechende Versicherung hätten zahlen müssen.

Mautgebühren auf Autobahnen

Wichtig zu wissen: Die meisten Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig und die Gebühren sind ganz schön hoch. Das Autobahnnetz wird allerdings von mehreren Gesellschaften betrieben. Die Höhe der Gebühren ist somit dementsprechend unterschiedlich und nicht einheitlich. Für unsere Route haben wir insgesamt etwa 40 Euro Mautgebühren bezahlt.

Bezahlt wird jeweils an den Mautstellen, den sogenannten „Péages“ – entweder in bar oder mit Kreditkarte. Es gibt auch ein elektronisches Abrechnungssystem, das sogenannte „Télépéage“. Hierfür benötigst du eine spezielle Box im Auto (zusätzliche Kosten), weshalb es für uns nicht in Frage kam. Achtung: Du solltest dich bei den Mautstellen unbedingt in die richtige Spur einreihen. Das Symbol mit Geld und Münzen z.B. bedeutet, dass du nur in bar bezahlen kannst.

Route Südfrankreich

Sicherheit in Südfrankreich

Vor unserer Reise haben wir im Internet einige Horror-Stories über Autoeinbrüche in Südfrankreich und entlang der Côte d’Azur gelesen. Soviel vorweg: Uns ist niemals etwas passiert! Wir haben aber vor Ort mit mehreren Einheimischen über das Thema gesprochen und sehr viele haben uns bestätigt, dass das tatsächlich ein Problem ist.

Um das Risiko zu minimieren, solltest du also möglichst keine Sachen und schon gar keine Wertgegenstände im Auto zurücklassen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, denn sehr oft möchte man bei einem Ortswechsel ja auf dem Weg die eine oder andere Sehenswürdigkeit besichtigen. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als die Koffer im Auto zurück zu lassen.

Wir haben in solchen Fällen immer zwei Dinge beachtet: 1. Soweit möglich haben wir überwachte oder zumindest sehr frequentierte Parkplätze gesucht. 2. Wir haben darauf geachtet, dass von außen nicht zu sehen ist, dass sich im Kofferraum Gepäck befindet. Das sind natürlich nur Vorsichtsmaßnahmen und letztlich kann man auch einfach Pech haben. Lass dich am besten nicht verrückt machen.

Stichwort Terrorgefahr in Südfrankreich. Zugegeben: Wenn man die Medienberichterstattung verfolgt, dann kann man schnell einmal ziemlich verängstigt sein. Allerdings raten wir dir unbedingt, dich auch hier nicht verrückt machen zu lassen. Die Chance, dass etwas passiert, ist trotz allem sehr, sehr gering. Woran man sich allerdings wirklich erst gewöhnen muss, ist der Anblick von Militär, das an manchen Orten mit Maschinengewehr patrouilliert. Aufgefallen ist uns das beispielsweise in Aix-en-Provence. Generell hatten wir aber zu keinem Zeitpunkt ein ungutes Gefühl.

Essen & Trinken in Südfrankreich

Frankreich ist ein Genussland. Mahlzeiten, allen voran das Abendessen, werden hier regelrecht zelebriert. Daher isst man auch selten nur eine Hauptspeise, sondern meist ein Menü, bestehend aus Entrée, Plat und Dessert. Zuvor wird meist frisches Baguette mit Tapenade (eine köstliche Olivenpaste) gereicht. Zum Menü trinkt man Vin in rauen Mengen. Na gut, so schlimm ist es auch wieder nicht, aber die Französinnen und Franzosen lieben ihren hervorragenden Wein und bestellen daher fast immer gleich mindestens eine Flasche für den Tisch. In Südfrankreich wird übrigens besonders gerne Rosé getrunken.

Fleisch- und Fischgerichte dominieren die Speisekarte. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn oft findet man – abgesehen von Vorspeisen und Desserts – nur diese Zweiteilung in der Karte. Fleisch ist in Frankreich traditionellerweise immer Teil einer Mahlzeit. Man glaubt es kaum, aber wir wurden tatsächlich das eine oder andere Mal sehr verwundert angesehen, als wir nach einem vegetarischen Gericht gefragt haben. Aber keine Sorge: Die vegetarische Küche erlebt nach und nach ihren Aufschwung – immerhin haben wir in Aix-en-Provence sogar in einem hervorragenden veganen Bistro gespeist. Manchmal muss man allerdings in Kauf nehmen, dass die Auswahl an fleischlosen Gerichten sehr begrenzt ist.

Was an kreativen, vegetarischen Gerichten fehlt, macht Frankreich mit der Patisserie wett. Die ist nämlich schlichtweg umwerfend. Wir haben aufgehört zu zählen, wie viel Tartes au citron wir in den zwei Wochen verspeist haben. Und auch andere französische Desserts sind zum Niederknien. Wir sagen nur: Crème brûlée!

In puncto Kaffee hat man in Frankreich unserer Meinung nach noch Aufholbedarf. Anders gesagt: Richtig guten Espresso haben wir selten bekommen. An dieser Stelle noch eine kleine französische Kaffeekunde: Das, was bei uns als „Espresso Macchiato“ (oder in Österreich „Kleiner Brauner“) bekannt ist, nennt man in Frankreich einen „Noisette“.

Reisekosten: Preisniveau in Südfrankreich

Essen & Trinken im Restaurant: Essen gehen hat in Frankreich leider seinen Preis. Restaurantbesuche sind mindestens 50 Prozent teurer als bei uns in Österreich. Hauptgerichte in einem guten Restaurant kosten meist um die 15 bis 20 Euro. Bei speziellen Fleischgerichten muss man auch mal mit 30 Euro rechnen. Das dreigängige Abendmenü wird meist ebenfalls mit rund 30 Euro angeboten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei diesen Menüs meist super, allerdings ist man bei zwei Personen dann schnell einmal bei 80 Euro für einen Abend angekommen. Wein ist allerdings verhältnismäßig erschwinglich.

Spritpreise: Tanken ist in Frankreich ebenfalls eine Spur teurer als in Deutschland und Österreich. Ein Liter Benzin kostete bei unserem Besuch (September 2018) 1,50 Euro. Für einen Volltank haben wir etwa 70 Euro gezahlt.

Maut und Parkgebühren: Für unsere Reiseroute musst du mit etwa 40 Euro Mautgebühren rechnen. (Mehr Infos findest du weiter oben in diesem Artikel.) Die Höhe der Parkgebühren ist sehr unterschiedlich: Je touristischer und größer der Ort, desto teurer üblicherweise das Parken. In kleinen Orten kannst du manchmal umsonst parken, aber in Cannes beispielsweise haben wir für einige Stunden knapp 20 Euro bezahlt.

Hotelpreise: Hotelübernachtungen sind natürlich ein flexibler Kostenfaktor. In der Hochsaison steigen die Preise. Mit einem Budget von etwa 100 Euro für ein Doppelzimmer pro Nacht sollte man auf jeden Fall rechnen, wenn man einen gewissen Komfort haben möchte. Aber keine Sorge: Nicht einmal in Cannes hat unser Hotel viel mehr als das gekostet. Das Klischee, dass Südfrankreich also unleistbar ist, stimmt keineswegs.

Die beste Reisezeit für Südfrankreich

Die Sommermonate Juli und August sind absolute Hochsaison. Die Strände sind oft überfüllt, weil auch die Einheimischen während der Sommerferien Urlaub im eigenen Land machen. Noch etwas macht den Sommer zu einer äußerst beliebten Reisezeit: die Lavendelblüte. Sie beginnt etwa Anfang/Mitte Juni und dauert bis Anfang/Mitte August. Besonders das Blütenmeer der Provence ist in diesem Zeitraum der TouristInnen-Magnet schlechthin. Weitere Infos zur Lavendelblüte findest du in unserem Blogartikel: Provence-Reisetipps.

Ruhiger wird es im September. Wir selbst waren in der 2. und 3. Septemberwoche in Südfrankreich und fanden diese Zeit ideal, weil es nicht mehr ganz so voll war. Es hatte untertags immer noch an die 30°C und wir konnten problemlos im Meer schwimmen gehen. Auch im Oktober kannst du noch Wetterglück haben. Ebenfalls ein beliebter Reisezeitraum ist der Frühling. Das Meer ist da zwar noch nicht aufgewärmt, doch dafür kannst du Zeuge werden, wenn die Landschaft langsam zu blühen beginnt.

Montagne Sainte Victoire

Ohne Französisch-Kenntnisse nach Frankreich?

Keine Sorge: Es ist ein Märchen, dass man Französisch sprechen muss, um nach Frankreich zu reisen. Auch, wenn das Englisch der Französinnen und Franzosen oft (vor allem in ländlichen Regionen) mehr schlecht als recht ist, kommt man mit Englisch meist gut durch. Man findet so gut wie immer noch jemanden, der zumindest ein paar Brocken Englisch spricht. Notfalls kann man sich ja auch mit Händen und Füßen verständigen und in Zeiten ohne Roamingkosten sind einzelne Begriffe auch schnell gegoogelt.

Allerdings: Wir sprechen aus Erfahrung, dass es definitiv einfacher ist, wenn man zumindest ein paar Phrasen Französisch versteht. Wir selbst haben beide Französisch in der Schule gelernt. Obwohl wir das meiste (leider!) wieder vergessen haben, ist natürlich trotzdem noch einiges hängen geblieben. Das kam uns sehr zugute, denn so konnten wir beispielsweise die Speisekarte lesen ohne parallel allzu viel übers Handy übersetzen zu müssen. Außerdem hatten wir sehr nette Begegnungen mit Einheimischen, die sich meist sehr freuen, wenn UrlauberInnen ihre Sprache sprechen. In diesem Sinne: Bon voyage!


Transparenz: {Werbung}

Für diesen Blogartikel haben wir mit der Französischen Zentrale für Tourismus (Atout France) zusammengearbeitet. Im Rahmen der Naturkampagne #gesichterfrankreichs durften wir zwei Wochen lang durch Südfrankreich reisen. Auf unsere Meinung hat diese Zusammenarbeit selbstverständlich keinen Einfluss.

Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

Hast du schon einmal einen Roadtrip durch Südfrankreich oder eine andere Region in Frankreich gemacht? Wie verlief deine Reiseroute? Wenn du noch mehr Tipps oder auch Fragen hast, dann hinterlass uns sehr gerne einen Kommentar!