Etwa 90 Kilometer vor der Küste von Khao Lak entfernt liegt ein kleines, unberührtes Inselparadies mitten in der Andamensee: die Surin Islands. Sie gelten als einer der schönsten Schnorchelplätze in ganz Thailand. Klar war also, dass wir während unseres Aufenthalts in Khao Lak eine Schnorcheltour zu den Surin Islands gebucht haben. Unser Resümee? Das fällt zwiegespalten aus. Unsere Erfahrungen verraten wir dir in diesem Blogartikel.

Schnorcheln Khao Lak

1. Unser Tagesausflug zu den Surin Islands: Anbieter & Abholung

Wir haben unsere Schnorcheltour bei dem Anbieter SeaStar gebucht (den wir nicht empfehlen können, aber mehr dazu später). Los ging es zeitig am Morgen: Wir wurden pünktlich um 7:20 Uhr von unserem Hotel in Khao Lak mit einem Minibus abgeholt. Um etwa 8 Uhr kamen wir am Pier an. Und waren gleich einmal ziemlich überrascht: Wir hatten ja mit vielen Urlaubern gerechnet, aber nicht mit SO vielen. Die ganze Meute wurde – der Sprache entsprechend – auf mehrere Boote aufgeteilt. Und damit wir die Zugehörigkeit zum richtigen Boot auch ja nicht vergessen, bekamen wir ein Plastikband in entsprechender Farbe umgebunden. „You are team blue„. Uff.

Kurz darauf wurden uns Taucherbrille, Schnorchel und Flossen ausgehändigt. Das ging alles ruckzuck – kein Wunder bei der Masse an Menschen, die hier versorgt werden mussten. Es gab zwar nur eine Größe an Taucherbrillen, aber ansonsten können wir über das Equipment selbst nichts Negatives sagen. Noch eine positive Überraschung folgte: Es gab ein Frühstücksbuffet. Somit konnten wir die Zeit bis zur Abfahrt des Bootes kaffeeschlürfend verbringen. Yay!

Schnorcheln Surin

2. Die Überfahrt mit dem Speedboat zu den Surin Inseln

Der erste Schreck erfolgte bei der Einschulung. Nein, die kleinen Pillen waren keine Zuckerln, sondern uns wurden tatsächlich Tabletten gegen Seekrankheit ausgehändigt. Die Wellen seien meterhoch und bei der gestrigen Überfahrt hätten sich Personen reihenweise übergeben. Es war das erste, aber nicht das letzte Mal, dass wir uns an diesem Tag verängstigt in die Augen blickten.

Die Bestätigung unserer Sorgen erfolgte prompt: Die Überfahrt war eines der schlimmsten Erlebnisse (wenn nicht das schlimmste), das wir in Thailand je hatten. (Und ihr müsst wissen: Wir sind einiges gewohnt, denn immerhin sind wir insgesamt schon monatelang durch dieses Land gereist.)

Dem schlechten Wetter geschuldet waren die Wellen tatsächlich meterhoch. Das war keine Fahrt mehr, und auch nicht einfach nur ein Geschaukel. Das war nichts als eine einzige Katastrophe auf offener See. Und so verbrachten alle knapp 40 Bootsinsassen etwa zwei Stunden damit, in die Augen der Mitreisenden zu blicken und zu beten. Achja, und damit, ihr Frühstück zweimal zu sehen. Denn auch auf unserem Boot mussten sich einige übergeben.

Wie wir etwas später erfahren haben, kehrten an diesem Tag alle anderen Boote wegen des schlechten Wetters wieder um. Nur jene drei Boote von SeaStar nicht. Wir fragten daraufhin unseren Guide, warum das so sei. Seine Antwort war: „Wenn Touristen zahlen, dann fahren wir. Wir sind noch nie umgedreht.“ Das ist Grund genug für uns, nie wieder eine Tour bei diesem Anbieter zu buchen. Wenn Geldgier der Sicherheit zu Lasten fällt, dreht sich uns der Magen um.

Seastar Andaman

3. Schnorchelspot Nr. 1

Kommen wir zum schöneren Teil der Tour: der Unterwasserwelt auf den Surin Islands. Üblicherweise werden bei einem Schnorchelausflug insgesamt drei Spots angesteuert. Bei uns waren es allerdings nur zwei – aufgrund der Strömungen sagte man uns. Generell werden je nach Wetterlage und Saison andere Spots angesteuert.

Wir hatten Glück und durften gleich bei unserem ersten Stopp viele Nemos und ganz viele andere bunte Fische sehen. Zwar hat uns das Korallensterben (wieder einmal) sehr schockiert, aber immerhin konnten wir noch die ein oder andere farbenfrohe Koralle bestaunen.

Wir hatten an diesem Schnorchelplatz knapp eine Stunde Zeit, was super war, denn so hatten wir keine Eile und konnten auch eine kurze Pause auf dem Boot einlegen.

Surin Inseln

Nemo Surin Islands

Schnorcheln Surin Inseln

4. Landausflug und Mittagessen

Da an unserem Tag die Strömung wie gesagt sehr stark war, gingen wir gleich nach dem ersten Schnorchelspot an Land. Nach einem kurzen Fußweg erreichten wir diesen wunderschönen Strand, an dem wir eine gute Stunde Zeit für Mittagessen und Erholung hatten. Das Mittagessen wird in einem unerwartet großen Restaurant in Buffetform serviert und war sehr lecker.

Surin Islands Ausflug

5. Das Dorf der Moken auf Ko Surin Tai

Das nächste Ziel unseres Ausflugs war ein Strand auf der Südinsel („Ko Surin Tai“), an dem einige Moken-Familien leben. Spannendes Detail: Beim Tsunami 2004 kam hier kein einziger Mensch ums Leben. Da die Seenomaden direkt am Wasser leben, kennen sie den Ozean wie niemand sonst. Als sich das Wasser zurückzog, konnten sie die Anzeichen der Katastrophe richtig deuten und flüchteten ins Landesinnere.

Besuche bei indigenen Völkern dieser Art haben für uns fast immer etwas Befremdliches. Es fühlt sich für uns nicht richtig an, Menschen und ihre Behausungen wie im Zoo zu inspizieren. Wenn es möglich gewesen wäre, hätten wir diesen Zwischenstopp ausgelassen. Spannend war es natürlich trotzdem, keine Frage.

Moken Village

Moken Surin

Moken Kinder

Surin Einwohner

Surin Insel Moken

6. Schnorchelspot Nr. 2

Der zweite und letzte Schnorchelspot des Tages war zwar nicht so beeindruckend wie der erste, aber trotzdem wunderschön. Wir haben auch hier wieder Nemos gesehen und konnten sie sogar mit dem Makro-Modus unserer Unterwasser-Kamera festhalten.

Tauchen Surin Islands

Unterwasserwelt Surin Inseln

7. Rückfahrt nach Khao Lak

Dem Himmel sei Dank, dass die Wellen bei der Rückfahrt um ein Vielfaches niedriger waren. Somit konnten wir eine immer noch holprige, aber nicht mehr Herzstillstand-verursachende Rückfahrt nach Khao Lak erleben. Bei der Ankunft im Hafen um etwa 18 Uhr wartete sogar noch ein kleines Abendessen auf uns – das fanden wir super, denn wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon recht Hunger.

8. Schnorcheln auf den Surin Inseln: unser Fazit

Die Frage aller Fragen: Können wir einen Schnorcheltour zu den Surin Islands empfehlen? Immerhin haben wir pro Person 2.700 Baht (ca. 70 Euro) für diesen Tagesausflug bezahlt, was für Thailand doch eine stolze Summe ist. Unsere Antwort: jein. Seid euch dessen bewusst, dass die Korallenriffe zerstörter sind, als man das vielleicht vermuten würde. Nichtsdestotrotz ist die Unterwasserwelt sehr vielseitig und die Strände auf den Surin Islands einfach traumhaft.

Begeht aber bitte nicht denselben Fehler wie wir und sucht euch einen anderen Anbieter als SeaStar aus. Das war wirklich unter jeder Kritik, was da abgelaufen ist. Außerdem können wir euch nur wärmstens ans Herz legen, den Ausflug an einem sonnigen Tag zu machen. Wenn ihr – so wie wir – durchgehend bedecktes Wetter habt, dann überlegt euch gut, ob ihr euch diese Strapazen wirklich antun möchtet.


Wir sind neugierig: Habt ihr auch schon einmal eine Schnorcheltour zu den Surin Islands gemacht? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Wir freuen uns auf eure Erfahrungen!