Dir wird nicht gefallen, was wir jetzt sagen, aber es muss raus. Zwischen Singapur und uns, da funkt es nicht so recht. Singapur ist uns zu geordnet, zu straight. Zu viel Shopping-Glamour, zu wenig Authentizität. Zu viel „DON’T“, zu wenig „DO“. Verstehst du, was wir meinen?

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Wie dem auch sei. Das heißt nicht, dass Singapur nicht sehenswert ist. Denn das ist es! Es gibt da einige Plätze, die wir besonders mögen. Auch Singapur hat sie: Orte mit Ecken und Kanten. Orte, die uns den Atem rauben, uns faszinieren, uns zum Nachdenken anregen, uns Geschichten erzählen. Orte, an denen wir uns wohl fühlen. Und das sind sie, unsere Tipps für Singapur…

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Little India

Wir mögen es: Das laute Gedudel indischer Bollywood-Musik. Die strengen Gerüche. Die Shops, in denen man von Schmerzmittel über Zahnbürsten bis hin zu Old-School-Handys alles kaufen kann. Wir waren leider noch nie in Indien, aber nach einem Spaziergang durch Singapurs Little India hat man eine klitzekleine Vorstellung, wie es denn dort so sein könnte: Hinterhöfe, in denen sich Müll stapelt, Kakerlaken, die beinahe über deinen Fuß laufen, Menschen, die dich anstarren. Wir behaupten jetzt einmal: Nirgendwo sonst in Singapur geht es so ungeregelt zu wie in Little India. Und wir verraten dir jetzt noch etwas: In Little India kannst du hervorragend und ziemlich preiswert essen. Überzeugt?

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Kampong Glam

Woran wir erkennen, dass wir richtig sind? Ehrlich gesagt: Einzig an der goldenen Kuppel der Moschee. „Little Arabia“ liegt quasi Tür an Tür zu Little India und ist weniger „arabic“ als wir es uns erwartet hätten (vielleicht haben wir auch einfach zuviel orientalisches Flair erhofft). Wie auch immer. Gemeinsam mit Little India ist es eine der wenigen Gegenden, die ein bisschen „anders“ sind als der Rest. Es ist ein bisschen schmutziger hier und auch ein bisschen geruchsintensiver. Ein bisschen düsterer und ein bisschen ungeordneter. Aber nur ein bisschen, wir sind ja schließlich immer noch in Singapur.

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Gardens by the Bay

Hörst du die Extravaganz im Namen? „Gardens by the Bay“. Einen wohlklingenderen Namen hätte man sich wohl nicht ausdenken können, oder? Und die bombastischen Fake-Bäume? Das sind die „Supertrees“. Und die sind selbstredend mit einer Brücke verbunden. Klar doch. Anschließend begibt man sich in den „Cloud Forest“ und den „Flower Dome“. „Dome“ ist wieder einmal treffend gewählt, denn das Gewächshaus ist wirklich riesig. Singapur kann’s mal wieder. Auch preislich. 28 SGD kostet der Eintritt zu den beiden Gewächshäusern. Pssst: Wir verzichten darauf und lassen uns stattdessen (kostenlos) durch die Gardens by the Bay treiben.

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Restaurant Edge

Den Seafood-Himmel Singapurs findet man jeden Mittwoch und Donnerstag im Pan Pacific Hotel. Zugegeben: Wir sind keine Meeresfrüchte-Junkies wie so manch andere, aber wir waren sehr beeindruckt von dem, was dort geboten wird. Und während neben uns die Menschen mit Hummer-beladenen Tellern vorbei spazieren, kosten wir uns durch das exzellente Sushi. Und die indische Ecke, die testen wir ausgiebig: Curries, Dal und Naan sind unser Revier, jawohl! Und zur Nachspeise – Halleluja! – tunken wir Erdbeeren in den Schokobrunnen. Das Restaurant Edge liegt sehr zentral (quasi ums Eck von Marina Bay) und ist ein heißer Tipp für all jene, die sich gerne einmal ein besonderes Dinner in Singapur gönnen möchten. Bring großen Hunger mit, denn man bezahlt einen Fixpreis.

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Skybar Cé La Vi

Eine Stadt ist in unseren Augen am beeindruckendsten von ganz hoch oben. Und wir finden: Einen der schönsten Blicke aller Skybars dieser Welt hat man vom „Cé La Vi“ am Dach des Marina Bay Sands Hotel. Ja, richtig kombiniert, hier ist auch der weltberühmte Infinity-Pool beheimatet. Und wenn dir – so wie uns – das nötige Kleingeld für eine Übernachtung fehlt, dann kannst du wenigstens vom Club aus einen Blick darauf erhaschen. Nur so nebenbei: Der Blick ist noch schöner, wenn man ihn mit dem „Berry Bellini“ kombiniert.

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Und darauf kann man gerne verzichten

(Es sei denn du hast zu viel Zeit, Geld und/oder bist besonders leidensfähig)

  • Sentosa: Singapur par excellence! Die vorgelagerte Insel voller Vergnügungsparks ruft bei uns wenig Begeisterung hervor. Die künstlichen Strände sind ganz nett, aber natürlich nicht zu vergleichen mit denen Indonesiens oder Thailands. Unsere Zeit auf Sentosa verbringen wir im Tanjong Beach Club und teilen uns um sündhaft teures Geld eine frische Kokosnuss und eine Cheesecake. Fragt uns in 10 Jahren nochmal, was wir von Sentosa halten. Vielleicht sind wir der Insel dann – mit Kind und Kegel – sehr dankbar für ihre Ausflugsmöglichkeiten.

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  • Shopping am Wochenende: Es sei denn, du stehst darauf, dich mit tausenden von Menschen durch die Gänge der Shopping Malls zu quetschen. Die Malls sind auch unter der Woche gut gefüllt (Macht man in Singapur etwas anderes als arbeiten und shoppen?), aber am Wochenende in ein Einkaufszentrum… Himmel, lass es sein!

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  • Platzangst hervorrufende Hotelzimmer: Singapur ist nicht unbedingt bekannt für besonders große Hotelzimmer. Hier haben wir erstmals erfahren, dass es „Capsule“-Hostels gibt. Ja richtig, du mietest dir deine eigene Kapsel – nichts für Menschen mit Platzangst. Wir raten dir also, bei der Buchung deines Zimmers auf die m2-Angabe zu achten und gegebenenfalls eine höhere Kategorie zu buchen. Singapur ist ohnehin endlos teuer, da kommt es auf diesen Aufpreis auch nicht mehr an. Das Hotel unserer Wahl ist übrigens das Wanderlust. Während die Standard-Pantone-Zimmer erdrückend eng sind, haben wir uns in den Mono-Zimmern sehr wohl gefühlt.

Wart ihr schon einmal in dieser asiatischen Metropole? Was sind eure Tipps für Singapur?

Vielen Dank an das Pan Pacific Hotel für die Einladung ins Edge Restaurant. Unsere Meinung bleibt davon unberührt.

Wir durften in Singapur das Service von Blacklane testen. Man bucht die Fahrt im Voraus ganz unkompliziert über die Website. Warum wir das hier erwähnen? Nun, wir haben wohl besonderes Glück gehabt, denn wir haben – ohne zu übertreiben – den lustigsten, liebenswürdigsten, interessantesten und euphorischsten Fahrer ganz Singapurs erwischt. Anstatt uns knapp 3 Stunden vor Abflug am Flughafen mit Sack und Pack abzusetzen, kam ihm die Idee mit uns noch eine Runde zum Foodmarket in einer abgelegeneren Ecke Singapurs zu fahren. Er lädt uns ein. Auch auf die Drinks. Und Trinkgeld? Ne, möchte er nicht annehmen. So etwas haben wir tatsächlich noch nie erlebt. Vielen Dank, lieber Unbekannter!