Ihr plant einen Tagesausflug von Ubud mit dem Motorrad? In diesem Artikel auf unserem Reiseblog verraten wir euch, welche Orte wir angesteuert haben und was es beim Scooter-Fahren zu beachten gilt.

Ja, Bali ist touristisch – so auch Ubud. Hier gibt es sogar einen Starbucks – oh nein! Nichtsdestotrotz: Bali ist großartig! Was uns an Bali besonders gut gefallen, besser gesagt so richtig umgehauen hat, war die beeindruckende Landschaft: saftiges Grün, Reisterrassen, Vulkanlandschaft. Balis Einzigartigkeit liegt in der Natur und nicht – wie oft angenommen – in den Stränden. Wir haben Ubud zu unserer Homebase gemacht und von dort die zentrale Insel erkundet. Am ersten Tag strampelten wir uns noch mit dem Fahrrad ab, tags darauf mieteten wir uns ein Moped. Ehrlich: das ist das beste, was ihr machen könnt! Vergesst Taxis und private Fahrer. Die sind teuer und berauben euch eurer Freiheit, jederzeit und wann immer ihr es wollt, stehenzubleiben. Mietet euch ein Moped und genießt eure Freiheit, genießt den Fahrtwind, genießt die Unbeschwertheit. Verdammt, das tut so gut!

Noch ein kleiner Tipp: Wir haben für Indonesien zwei Reiseführer: Den englischen Indonesia-Lonely-Planet sowie jenen von Stefan Loose auf Deutsch. Wir mögen beide sehr gerne, jener von Lonely-Planet ist allerdings kürzlich als Neuauflage herausgekommen und ist somit aktueller.

Motorrad-Bali

Eine Tagestour mit dem Moped

Heute möchten wir euch auf unserem Reiseblog von unserer Moped-Route für Ubuds Umgebung erzählen. Die Landschaft dort ist so atemberaubend schön. Dazu noch das Gefühl, auf dem Moped durch die von Reisfeldern gesäumte Landschaft zu flitzen – unser Herz wird ein klein wenig schwer beim Verfassen dieses Blogeintrags.

Wir beginnen den Tag frühmorgens. Während wir unser Frühstück genießen, beobachten wir eine junge Angestellte unserer Unterkunft dabei, wie sie kleine Schälchen aus Palmblättern gefüllt mit Blümchen – die Opfergaben – liebevoll, gezielt und andächtig auf dem Boden plaziert. Anschließend zündet sie Räucherstäbchen an. Das macht sie jeden Tag. Sie wirkt konzentriert. Heute sehen wir ihr dabei zu und freuen uns. Die Zeremonie wirkt meditativ und ist die perfekte Einstimmung für einen wunderbaren Tag.

Schmetterling-Bali

Mit dem Moped geht es nun raus aus Ubud. Und das geht schneller als gedacht: Wir biegen beim großen, zentralen Markt in Richtung Norden ab, schon ein paar hundert Meter weiter sehen wir keine Touristinnen oder Touristen mehr. Auch keine Geschäfte oder Autos. Wir sehen überhaupt niemanden mehr. Nur die wundervoll grüne Landschaft, die sehen wir. Denn wir befinden uns mitten drin. Manchmal kommt uns ein Moped oder ein Auto entgegen, ansonsten sind da nur wir. Wir auf dem Moped und der Fahrtwind, der unsere Kleidung flattern lässt. Den Moment einfach festnageln, das wärs jetzt.

Reisterrassen von Tegalalang

Allmählich wird der Verkehr dichter, wir sehen wieder vermehrt Menschen. Ein Blick nach rechts und uns ist klar, dass wir unser erstes Ziel bereits erreicht haben. Wir parken unser Moped. Wir spazieren die Reisterrassen entlang und genießen Zimteistee schlürfend den Ausblick. Der Moment wäre perfekt, wären da nicht die vielen Souvenirshops und die Touristenmassen um uns herum. Es zieht uns weiter.

Ubud-Reisterrassen

Tegalalang-Reisterasse

Kaffeeplantage: Luwak Kopi

Mit unserem Moped düsen wir Richtung Norden, vorbei an unzähligen Kaffeeplantagen. Moment mal, das wollen wir uns genauer ansehen! Ein schneller U-Turn und wir parken erneut unser Moped. Kaum hereinspaziert, werden wir schon von einer Touristenführerin begrüßt und durch die inszenierte Kaffeeplantage geschleust. Ein armer Kerl röstet sogar Kaffeebohnen und wird dabei von Touristen und Touristinnen fotografiert. Hmmm. Wir finden es ein bisschen komisch hier. Das Besondere an diesem Kaffee ist jedenfalls – so lernen wir –, dass die Kaffeebohnen von einem katzenähnlichen Tier gegessen, verdaut und erst anschließend weiterverarbeitet werden. Mahlzeit! Im Anschluss an die kurze Führung darf man – gratis wohlgemerkt – verschiedenste Tee- und Kaffeesorten verkosten. Lecker! Die Führung endet in einem Shop, in dem man um läppische 30 Euro ein kleines Säckchen der Kaffeebohnen kaufen kann. In einer unbeobachteten Sekunde machen wir uns aus dem Staub. Das ist uns dann doch alles zu inszeniert hier.

Luwak-Kaffee-Bali

Kaffeeplantage-Ubud

Möbelgeschäfte

Wer uns kennt, weiß von unserer Schwäche: Möbel! Wir lieben individuelle Möbelstücke und insgeheim würden wir am liebsten sofort einen Container voller Kommoden, Kästchen und anderer Schmuckstücke aus Indien importieren. Da verwundert es nicht, dass wir vom nächsten Streckenabschnitt ganz besonders begeistert sind. Hier reiht sich nämlich Möbelgeschäft an Möbelgeschäft. Dazwischen liegen immer wieder Werkstätten, in denen die Möbel hergestellt werden. Wir halten mehrmals an, bestaunen die Möbelstücke, erkundigen uns über die Produktion und die Verschiffung. Unsere Bali-Möbelstory geht an einem anderen Ort noch weiter, aber das ist eine andere Geschichte. Für uns geht es jetzt erstmal mit dem Moped weiter, wir möchten ja noch einiges sehen.

Gunung Batur

Ohne es zuvor geplant zu haben, landen wir plötzlich beim Gunung Batur. Da ist er wieder, der Moment, an dem alles um dich herum ganz still und unbedeutend wird. Andächtig schweift unser Blick in die Ferne. Genießen, etwas anderes kannst du in einem solchen Moment nicht machen. Genießen und ganz leise werden.

Gunung-Batur-Bali

Gunung-Batur-Aussichtsplattform

Tirta Empul

Es dauert einige Zeit, dann haben wir uns wieder gefangen und sind bereit für den nächsten Streckenabschnitt. Wir falten die Karte auf, versuchen uns zu lokalisieren und merken, dass Ubud nun nicht mehr so recht ums Eck ist. So weit sind wir also tatsächlich gefahren? Wie gut, dass der Wassertempel Tirta Empul praktisch auf dem Heimweg liegt. Als wir unser Moped auf dem Parkplatz abstellen, ist es schon beinahe 17 Uhr. Wir sind also gerade noch rechtzeitig dran – Glück gehabt! Wenn ihr den Ritualen der Balinesen und Balinesinnen etwas abgewinnen könnt, werdet ihr den Tempel lieben! Wir verbrachten gefühlt eine Stunde damit, diesem kleinen Jungen und seinem Papa zuzusehen.

Tirta-Empul-Bali

Tirta-Empul-Frauen

Gunung Kawi

Dass einer von uns beiden die Orientierung eines blinden Schafs hat, haben wir an anderer Stelle ja bereits gebeichtet. (Das ist nicht negativ gemeint, wir lieben Schafe!). Für das zügige Vorankommen kann es jedoch hinderlich sein. So schaffen wir es irgendwie, am Gunung Kawi vorbeizudüsen, obwohl dieser – laut Landkarte – wirklich praktisch gegenüber liegt. (Wir glauben immer noch an einen Fehldruck!). Den Schlaueren unter euch empfehlen wir, den Besuch beider Tempel zu verbinden. Es lohnt sich! Da wir zugegebenerweise hin und wieder zur Sorte „wenn ich schon mal hier bin, muss ich das gesehen haben“ zählen, machten wir uns an einem anderen Tag erneut Richtung Norden auf und besuchten den Gunung Kawi. Vorsicht: es gibt zwei Gunung Kawis, die gar nicht allzu weit voneinander entfernt liegen. Beide Tempel sind toll, aber der „richtige“, also der große mit den vielen Stufen ins Tal, der hat uns umgehauen! So richtig.

Ubud-Gunung-Kawi

Schoene-Reisterasse-Bali

Noch ein Tipp zum Rollerfahren

Uns wurde gesagt, dass die Polizei rund um Ubud regelmäßig Kontrollen durchführt und Touristen dabei fast immer zahlen müssen. Obwohl wir wirklich an vielen Tagen mit dem Moped unterwegs waren und sogar bis Denpasar gekommen sind, wurden wir kein einziges Mal aufgehalten oder kontrolliert. Wir haben versucht, Hauptverkehrsstraßen – allein schon der Sicherheit wegen – zu vermeiden und sind bevorzugt auf den abgelegenen, weniger befahrenen Straßen gefahren.

Unser Reiseführer für Bali

Wir haben für Indonesien zwei Reiseführer, die wir abwechseln nutzen: Den Indonesia-Lonely-Planet (auf Englisch) sowie jenen von Stefan Loose (auf Deutsch). Wir mögen beide sehr gerne. Jener von Lonely-Planet kommt allerdings demnächst als Neuauflage heraus und ist somit aktueller.


Wart ihr schon mal in Ubud und habt einen Ausflug in die Umgebung gemacht? Verratet uns doch eure Tipps!

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