Ein Highlight unserer Südfrankreich-Reise haben wir uns bis zuletzt aufgehoben: unsere persönliche Zeitreise. Unglaubliche 14 Jahre ist es her, als wir uns das letzte Mal durch die schmalen Gässchen im „Le Suquet“ von Cannes gedrängt und beeindruckt die Segelyachten im Hafen beobachtet haben. Damals als Schülerin und Schüler auf Sprachreise, heute als Reisebloggerin und Reiseblogger unterwegs. Auf Cannes haben wir uns daher ganz besonders gefreut!

Vorweg: Cannes hat sich den sympathischen, maritimen Charme bewahrt. Das Städtchen an der berühmten Côte d’Azur ist noch genauso schön, wie wir es in Erinnerung hatten. In diesem Blogartikel verraten wir dir, welche Highlights du bei einer Reise nach Cannes nicht verpassen solltest. Außerdem zeigen wir dir Impressionen von unserem Ausflug auf die wundervolle Insel Sainte-Marguerite.

1. Cannes an der Côte d’Azur: Das erwartet dich

Cannes – oder: Wenn Meeresbrise und Urlaubsgefühle eine Städtereise dominieren. Neben Nizza und Saint Tropez zählt Cannes zu den beliebtesten Reisezielen entlang der mondänen Côte d’Azur. Die 70.000-EinwohnerInnen-Stadt ist definitiv das pulsierendste Ziel auf unserem Roadtrip durch Südfrankreich.

Dass Cannes nicht gerade als günstiges Pflaster bekannt ist, dürfte allgemein bekannt sein. Und wenn man die vielen Segelyachten im Hafen so bewundert, dann wird auch schnell klar, dass die Promi- bzw. Millionärsdichte hier an der Côte d’Azur relativ hoch ist. Kuriose Zwischeninfo: So viele Helikopter wie in Cannes haben wir in einer Stadt überhaupt noch nie gesehen. Und: In Cannes hat uns das Transportunternehmen Uber doch tatsächlich einen Flug mit einem Helikopter angeboten.

Wie dem auch sei – die gute Nachricht: Als Reisende haben wir Cannes im Vergleich zu unseren anderen Zielen in Südfrankreich definitiv nicht außergewöhnlich teuer erlebt. Also keine Sorge: Mit ein bisschen Planung wird dir eine Städtereise nach Cannes kein Loch in die Geldbörse fressen! Voraussetzung: Du musst dich von den teuren Hotels und Luxusboutiquen entlang der Croisette fernhalten.

Cannes Sehenswürdigkeiten

Cannes Reisetipps

2. Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Cannes

Um den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Highlights in Cannes einen Besuch abzustatten, nimm dir am besten etwa einen ganzen Tag Zeit. Cannes sollte man definitiv nicht auf klassische Sehenswürdigkeiten reduzieren. Was diese Stadt unserer Meinung nach viel mehr ausmacht, ist ihr lebendiges mediterranes Flair.

Marché Forville

Unser Tipp: Starte deine Besichtigung möglichst zeitig am Vormittag beim Marché Forville, dem bekanntesten Wochenmarkt von Cannes. Wir zählen zu jenen Menschen, die sich am trubeligen Marktreiben niemals satt sehen können. Wenn du zur selben Sorte gehörst, dann ist ein Besuch des Marché Forville Pflicht!

In der überraschend weitläufigen Markthalle werden allerhand Köstlichkeiten aus der Provence zum Verkauf angeboten, darunter Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Oliven, Käse und und und. Möchtest du eine Spezialität der Region probieren? Dann haben wir eine Empfehlung für dich: Socca – eine Art Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, der im Holzofen gebacken und dann mit Pfeffer bestreut wird. Halte Ausschau nach dem roten Schild mit der Aufschrift „Socca’nnes“. Du findest den Stand im äußersten Gang des Marktes gegenüber des Spar-Supermarktes.

Öffnungszeiten: täglich außer Montag von 7 bis 13 Uhr
Adresse: 6 Rue du Marché Forville, 06400 Cannes

Marche Forville

Markt Cannes

Le Suquet

Die Altstadt von Cannes mit dem klingenden Namen „Le Suquet“ ist ein Gassen-Labyrinth wie aus dem Bilderbuch. Die schlechte Nachricht: Souvenirläden und Reisegruppen wechseln einander ab. Le Suquet ist ziemlich, ziemlich touristisch. Die gute Nachricht: Wenn du ein paar Mal abbiegst, kannst du dem Getümmel schnell entgehen. Es gibt nämlich sehr wohl auch Gässchen, die du ganz für dich allein hast.

Le Suquet ist auf einen Hügel gebaut. Du wirst also einige Höhenmeter und Treppen überwinden müssen. Aber wir versprechen dir: Es lohnt sich! Wo du diese beiden wunderschönen Graffitis findest, haben wir dir übrigens am Ende des Artikels in der Karte eingezeichnet.

Aussicht von der Église Notre Dame d’Esperance

Wenn wir schon beim Thema Höhenmeter sind: Ein Spaziergang, den wir dir wärmstens empfehlen, ist jener auf die Spitze des Hügels zur Église Notre Dame d’Esperance. Die Kirche aus dem 16. Jahrhundert thront hoch über der Altstadt und ist eines der Postkartenmotive von Cannes. Von hier oben genießt du einen herrlichen Ausblick über die Bucht von Cannes. Der Platz vor der Kirche ist zwar sehr frequentiert, doch wir mochten das Urlaubs-Flair hier oben sehr.

Ein kleiner Wermutstropfen: Einige Bäume verhindern leider einen ungetrübten Panoramablick. Aber wir haben einen Geheimtipp für dich: Gleich neben der Kirche befindet sich der Eingang zum „Musée de la Castre“, welches sich in einer ehemaligen Burg befindet. Das Museum zeigt allerhand Kunstobjekte und Antiquitäten, doch das Beste befindet sich außerhalb der Museumsmauern: Den Turm des Museums kannst du nämlich besteigen und hast von oben einen grandiosen Blick in alle Himmelsrichtungen. Für uns, die wir in aller Ruhe gute Fotos machen wollten, war dies eindeutig der beste Platz dafür.

Öffnungszeiten Musée de la Castre: findest du auf der offiziellen Cannes-Website (leider nur auf Französisch)
Eintritt Musée de la Castre: 6 Euro für Erwachsene; für Studenten (mit Ausweis) unter 26 sogar kostenlos

Cannes Aussicht

Palais des Festivals & „Walk of Fame“

Cannes wäre nicht Cannes ohne die Filmfestspiele. Jedes Jahr im Mai trifft sich die Filmprominenz aus aller Welt an der Côte d’Azur. Da es eher unwahrscheinlich ist, dass du exakt zur Zeit des Filmfestivals in Cannes zu Gast bist, haben wir einen kleinen Trost: Den Ort des weltberühmten Spektakels kannst du besichtigen – zumindest von außen. Denn der rote Teppich vor dem Palais des Festivals ist das ganze Jahr über zu sehen und daher auch ein äußerst beliebter Fotospot.

Vor dem Palais des Festivals kannst du einen Mini-„Walk of Fame“ bestaunen. Einige französische und internationale Prominente haben hier ihren Handabdruck samt Autogramm verewigt.

Walk of Fame Cannes

Strände in Cannes

Wer Luxus sucht, wird an der „Croisette“ fündig: Entlang der berühmten Strandpromenade sind die teuersten Hotels der Stadt und noble Boutiquen angesiedelt. Wir persönlich bevorzugen jene Seite des Boulevard de la Croisette, die zum Meer gerichtet ist: Der rund drei Kilometer lange Strandabschnitt beherbergt Strandcafés, -restaurants und einige Beachclubs. „Sehen und gesehen werden“ ist das Motto – wundere dich also nicht, wenn plötzlich ein Luxusschlitten mit dröhnendem Motor dahergebraust kommt. Selbiges Motto gilt auch für die Beachclubs: Modelmaße und Sixpack sind hier überproportional vertreten.

Cannes Strand Tipps

Gemütlicher geht es auf der anderen Seite der Bucht am Strand namens Gazagnaire zu. Dieser öffentliche Strand ist zwar relativ schmal und ziemlich nahe an der Straße, aber gut zum Schwimmen geeignet.

Wir selbst haben uns am nördlichen Ende des Strandes bei Cannes Jeunesse ein Kajak geliehen und sind damit raus aufs Meer gepaddelt. Im Vergleich zu unseren ruhigen Touren beim Pont du Gard und in Roquebrune-sur-Argens war die Fahrt am offenen Meer doch ein ziemlich abenteuerliches Erlebnis. Ein Doppelsitzer-Kajak kostet 18 Euro pro Stunde.

Westlich der Croisette gibt es ebenfalls einige empfehlenswerte Strände. Besonders schön soll der Strand namens „Rochers de la Bocca“ sein. Charakteristisch für diesen Strand sind seine eindrucksvollen Felsformationen, die diesem Ort ein recht wildes und naturbelassenes Flair verleihen.

3. Ausflug auf die Insel Sainte-Marguerite

Einige Hundert Meter vor dem Festland von Cannes ragt eine winzige Inselgruppe aus dem Wasser, die „Îles de Lérins“. Sainte-Marguerite, die größte der vier Inseln, ist in der Sommersaison ein beliebtes Ausflugsziel. Die schroffen, naturbelassenen Badebuchten ziehen BesucherInnen zurecht magisch an.

Und jetzt kommt’s: Hast du schon einmal einen Roman gelesen und anschließend dessen Schauplätze besichtigt? Nein? Dann lass dir an dieser Stelle schon einmal gesagt sein, dass das eine ziemlich coole Sache ist. Das Beste in unserem Fall: Die Krimibuchautorin Christine Cazon höchstpersönlich begleitete uns. Und zwar – richtig erraten – auf die Insel Sainte-Marguerite, denn auf diesem Fleckchen Erde spielt ihr Roman „Stürmische Côte d´Azur„. Stürmisch war es am Tag unseres Besuchs nicht (hochsommerlich warm träfe es eher), dennoch war es ein ganz besonderes Erlebnis, auf den Spuren der Charaktere des Romans zu wandern.

Sainte Marguerite

Was du auf der Insel Sainte-Marguerite erleben kannst

Viele kommen für einen Badenachmittag nach Sainte-Marguerite. Die Buchten, Klippen und das azurblaue Wasser sind ein Traum und – wenn man ein bisschen sucht – findet man immer noch ein ruhiges Plätzchen im Schatten der Kiefern. Kleine Vorwarnung: Vor der Küste tummeln sich in der Hochsaison Dutzende Boote. Ein Geheimtipp ist Sainte-Marguerite also leider keinesfalls.

Wenn dir mehr nach Sightseeing ist, dann lohnt sich der kurze Spaziergang zum Fort Royal (Eintritt: 6 Euro). Du erreichst es nach etwa zehn Gehminuten von der Bootsanlegestelle. Ein Teil des Forts diente über Jahrhunderte als Staatsgefängnis. Elf Jahre lang war der mysteriöse „Mann mit der eisernen Maske“ hier inhaftiert. Dessen Zelle kannst du heute noch besichtigen, denn der älteste Teil des Geländes beherbergt heute ein Museum. Ausgestellt sind unter anderem archäologische Fundstücke. Wenn du durch die Räumlichkeiten der Wechselausstellungen gehst, gelangst du zu einer tollen Panorama-Terrasse.

Anreise nach Sainte-Marguerite

Die Überfahrt von Cannes auf die Insel Sainte-Marguerite dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Wir selbst waren mit der Bootsgesellschaft „Trans Côte d’Azur“ unterwegs. Die Boote verkehren ganzjährig etwa alle 1 bis 2 Stunden, wobei das Intervall in der Hochsaison erhöht wird. Die Boote legen am Port de Cannes ab (Port de Cannes, quai Laubeuf 06400 Cannes).

Auf Sainte-Marguerite selbst gibt es keinen Autoverkehr oder öffentliche Busse. Die braucht es in Anbetracht der Größe der Insel auch nicht. Die Strecken legst du also einfach zu Fuß zurück.

Hier kannst du dein Ticket für die Bootsfahrt vorab buchen: Ticket Sainte-Marguerite (Hin & retour)

Sainte Marguerite Fahrplan

4. Restaurant- und Café-Tipps für Cannes

Bei der großen Restaurant-Szene in Cannes kann man schnell den Überblick verlieren. Daher erzählen wir dir in diesem Kapitel, wo wir selbst gegessen haben und geben auch ein paar Tipps weiter, die uns Christine Cazon verraten hat (vielen Dank an dieser Stelle).

Mittagessen mit Blick aufs Meer? Ja, bitte! Das Riviera Beach ist Beach Club, Bar und Restaurant in einem (Adresse: Boulevard du Midi Jean Hibert). Es liegt direkt am Strand und ist sehr gemütlich eingerichtet – ein Ort zum Wohlfühlen also. Das Preisniveau ist wie erwartet nicht gerade niedrig, allerdings für Cannes und die Lage absolut im Rahmen: Hauptgerichte kosten etwa 20 Euro. Auf der Speisekarte stehen viele Fisch- und Fleischgerichte, aber auch tolle Salatkreationen.

Ebenfalls besucht haben wir die zentral gelegene Brasserie namens Le Petit Paris (Adresse: 3 Rue des Belges). Trotz Verkehr sitzt man auch draußen sehr gemütlich. Die Speisekarte ist typisch französisch, d.h. es gibt vorwiegend Fisch und Fleisch. Am Tag unseres Besuchs stand sogar ein veganes Gericht auf der Karte. Das dreigängige Menü kostet 32 Euro, Hauptgerichte allein siedeln sich preislich etwa zwischen 20 und 30 Euro an.

Von vielen Seiten empfohlen wurde uns das Restaurant Tredici, das wir leider nicht besuchen konnten. Es wird von jungen Leuten geführt und wir sind uns ziemlich sicher, dass es großartig ist. Das Tredici liegt direkt im Suquet, also in der Altstadt von Cannes (Adresse: 13 Rue Louis Perrissol). Auf der Speisekarte stehen italienisch inspirierte Gerichte. Dort solltest du unbedingt vorbeischauen, wenn du in Cannes bist!

Wenn du ein tolles Café suchst, dann ist das Fleur & Chloé vielleicht etwas für dich (Adresse: 14 Avenue de Lyon). Dieser „Salon de thé“ befindet sich außerhalb der Innenstadt ganz in der Nähe unseres Hotels (dazu gleich mehr). Die Inneneinrichtung ist puristisch, aber sehr gemütlich. Das Fleur & Chloé ist für seine leckere Pâtisserie bekannt, allerdings gibt es auch eine kleine Mittagskarte.

Abschließend noch einen Tipp, wenn du in der Altstadt nobel speisen möchtest: Das Relais des Semailles serviert gehobene Küche mitten im Suquet (Adresse: 9-11 Rue Saint-Antoine). Das Ambiente in diesem verwinkelten Restaurant ist gediegen und definitiv etwas Besonderes. Das Abendmenü (3 Gänge) kostet 33 Euro.

5. Unser Hotel-Tipp für Cannes

Übernachtet haben wir im Hotel Oxford, das sich außerhalb der Altstadt befindet. Das Hotel ist in einer historischen, charmanten Villa untergebracht. Die Zimmer sind winzig, aber uns persönlich hat’s nichts ausgemacht. Einen Pluspunkt gibt’s für die kostenlosen Parkplätze. Einziger Nachteil: Zu Fuß sind es leider doch fast 30 Minuten bis in die Altstadt. Fazit: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt auf jeden Fall und das Hotel Ofxord ist eine leistbare Alternative zu den Hotels entlang der Croisette.

Hier kannst du das Hotel buchen: Hotel Oxford

Hotel Oxford Cannes


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Für diesen Blogartikel haben wir mit der Französischen Zentrale für Tourismus (Atout France) zusammengearbeitet. Im Rahmen der Naturkampagne #gesichterfrankreichs durften wir zwei Wochen lang durch Südfrankreich reisen – darunter auch nach Cannes an der Côte d’Azur. Auf unsere Meinung hat diese Zusammenarbeit selbstverständlich keinen Einfluss.

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Warst du schon einmal in Cannes oder an der Côte d’Azur? Wenn du noch mehr Tipps oder auch Fragen hast, dann hinterlass uns sehr gerne einen Kommentar!