Tulum in Mexiko ist das Paradebeispiel dafür, was wir einen Hype nennen würden. Wir hatten bisher auf unseren Reisen noch nie das Gefühl, dass der Tourismus an einem Ort so sehr von „Instagram-Hotspots“ dominiert wird, wie in Tulum. Im Internet kursieren haufenweise Listen mit den besten Fotospots, den fotogensten Smoothie-Bowls und den „most instagrammable“ Cocktails. Dass Tulum in touristischer Hinsicht eine derartige Entwicklung hingelegt hat, bringt natürlich sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Kleiner Spoiler: Die Vorteile überwiegen (noch).

In unserem Blogartikel zeigen wir dir, was dich bei einem Urlaub in Tulum alles erwartet. Und natürlich verraten wir unsere besten Tipps für deine Reise. Am Ende des Artikels findest du eine Karte, in der wir dir alle Highlights eingezeichnet haben.

1. Tulum an der Riviera Maya: Das erwartet dich

Beginnen wir mit dem, was Tulum im Kern ausmacht: Den paradiesischen Karibik-Stränden. Der Sand an der Küste ist wunderbar hell, fein und weich – hach. Da möchte man den ganzen Tag nur barfuß herumlaufen.

Apropos Strand. Das bringt uns schon zum nächsten wichtigen Punkt: Tulum ist zweigeteilt. Es besteht aus Tulum Pueblo und Tulum Beach. Tulum Pueblo ist die Bezeichnung für das Ortszentrum. Dieses befindet sich im Landesinneren, etwa fünf Kilometer vom Strand entfernt. Hier liegen die günstigeren Unterkünfte und Restaurants. Durch dieses Zentrum führt auch die Hauptverkehrsstraße Richtung Norden (Playa del Carmen) und Süden (Bacalar). Idyllisch sieht anders aus – ein Schmuckstück ist das Ortszentrum nicht. Tulum Beach beschreibt die Hotelzone entlang der Küste, welche einzig und allein aus einer langgezogenen Straße besteht. Hier sind die gehobenen Hotels, Shops und Restaurants angesiedelt.

Die Unterkünfte und Boutiquen in Tulum Beach wirken wie einem Boho-Hippie-Instagram-Feed entsprungen. Hier wird übertrieben viel Wert auf Ästhetik gelegt. (Zu) oft vergisst man, dass man sich eigentlich in Mexiko befindet. Tulum hat sich zur In-Destination der „High Society“ entwickelt und das merkt man im Preisniveau: Ein Kleid für 500 US-Dollar? Abendessen für 150 US-Dollar? Übernachten für 600 US-Dollar? Alles dabei! Diese Beispiele sind natürlich nicht stellvertretend für ganz Tulum. Aber fest steht, dass das Preisniveau besonders in Tulum Beach wirklich hoch ist.

Ebenfalls gut zu wissen: In Tulum befindet sich eine Maya-Stätte, die für ihre beeindruckende Lage direkt an der Küste bekannt ist. Wenn du also wenig Zeit für Kultur einplanst, dann kannst du in Tulum zumindest ein bisschen in die Geschichte Mexikos eintauchen, ohne weit fahren zu müssen. So ehrlich müssen wir aber sein: Im Vergleich zu anderen Stätten sind die Ruinen von Tulum eher unspektakulär – von der Lage am Strand einmal abgesehen.

Tulum Tipps Sehenswürdigkeiten

Tulum Sehenswürigkeiten

Wie lange soll ich in Tulum bleiben?

Tulum war der allererste Stopp auf unserem 3-wöchigen Roadtrip durch Yucatán. Und retrospektiv würden wir Tulum sofort wieder als erstes ansteuern. Warum? Tulum ist sehr touristisch. Gerade, wenn man – so wie wir – zum ersten Mal in Mexiko ist, hat man ja so seine Bedenken. Und die legt man in Tulum sofort ab, das können wir schon einmal versichern.

Wir selbst waren 4 Nächte in Tulum. Für uns persönlich war dieser Zeitraum ideal. Wir sind definitiv nicht der Typ Mensch, den du den ganzen Tag am Strand triffst. Da wir also viel unternommen haben, konnten wir die drei vollen Tage locker füllen. Viel Zeit, um faul am Strand zu liegen, blieb nicht. Falls du also wirklich ein paar Tage abschalten möchtest und aber auch Ausflüge unternehmen möchtest, dann bleib am besten länger in Tulum.

Die beste Reisezeit für Tulum

Obwohl du Mexiko und Tulum ganzjährig bereisen kannst, gelten die Monate von November/Dezember bis April/Mai als die ideale Reisezeit. In diesem Zeitraum herrscht Trockenzeit. Die Luftfeuchtigkeit ist dann nicht ganz so hoch, es regnet wenig und die Temperaturen sind angenehm warm.

Das Pendant zur Trockenzeit ist die Regenzeit, welche von Mai/Juni bis Oktober herrscht. In dieser Zeit fällt deutlich mehr Niederschlag. In die Regenzeit fällt auch die Hurrikansaison, wobei die Wahrscheinlichkeit für einen Hurrikan zwischen August und Oktober am höchsten ist. Doch keine Sorge: Dramatische Hurrikans sind auf der Yucatán-Halbinsel selten.

Wir selbst waren zwischen Ende November und Mitte Dezember auf Yucatán. Unsere Reise hat mal wieder gezeigt, dass sich das Wetter dann doch nicht immer an die Klimaprognosen hält. Wir hatten nämlich einige Regentage dabei. Auch in Tulum ging der eine oder andere heftige Regenguss nieder. Was wir damit sagen möchten: Auf der sicheren Seite bist du mit dem Wetter in den Tropen niemals.

Tulum Tipps

2. Strände in Tulum

Tulum ist mit kilometerlangen Küstenabschnitten gesegnet. Dementsprechend langgezogen sind die Strände, aus denen du wählen kannst. Der Sand ist sehr hell und weich, das Meer bei Sonnenschein azurblau. Zwar reiht sich an manchen Abschnitten ein Hotel an das nächste, doch Hotelbunker gibt es keine und wirklich überladen wirkt der Strand auch nicht.

Falls du in einem der Hotels in Tulum Beach nächtigst, dann wirst du dich vermutlich meist am Hotelstrand aufhalten. Falls du von Tulum Pueblo anreist, dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du suchst dir einfach so ein schönes Plätzchen (mit ein bisschen Glück im Schatten eines Baumes) oder du gönnst dir eine Liege in einem der Beachclubs. Sehr bekannt und beliebt sind zum Beispiel Coco Tulum oder Ziggy’s Beach Club.

Da wir selbst ohnehin nicht zur Sorte Mensch gehören, die den ganzen Tag am Strand faulenzt, haben wir es uns jeweils für ein paar Stunden direkt am Strand gemütlich gemacht. Unsere beiden Strandfavoriten waren dabei die folgenden:

Playa Paraíso

Dieser Strandabschnitt bedeutet übersetzt so viel wie „Paradiesstrand“ und liegt ziemlich weit nördlich (allerdings noch südlich der Ruinen von Tulum). Der Playa Paraíso ist ein recht breiter, langer Sandstrand, der vergleichsweise wenig bebaut ist. Wenn du den Strand Richtung Norden entlang spazierst (bis zum Playa Maya bzw. Playa Santa Fe), dann kannst du sogar einen Blick auf die Ruinen von Tulum in der Ferne werfen.

Es ist ein bisschen schwierig, einen öffentlichen Zugang zu finden. Wir selbst haben uns (unerlaubter Weise) Zugang verschafft, indem wir durch einen Camping Platz spaziert sind. Es gibt aber zwischen Playa Paraíso und Playa Maya auch einen Zugang, wo es sogar ein paar Parkplätze gibt. Unser Auto haben wir einfach entlang der Hauptstraße geparkt.

Playa Paraiso Tulum

Strand neben dem Azulik Hotel

Wir wollten ursprünglich nur einen Blick auf das ungewöhnliche Eco-Hotel namens Azulik werfen und landeten unverhofft an einem wirklich schönen Strandabschnitt. Der Strand gleicht einer Bucht und ist sehr gemütlich. Sehr viel zu tun gibt es nicht, aber wenn du in Ruhe ein paar Stunden am Strand genießen möchtest, bist du hier richtig. Der Zugang liegt ziemlich versteckt direkt an der Hauptstraße auf der Höhe des Punta Piedra.

Strand Azulik Tulum

Tulum Mexiko Tipps

Wichtig: Seegras entlang der Riviera Maya in Mexiko

Falls du mit dem Gedanken spielst, nach Mexiko zu reisen, dann bist du vermutlich schon über die Seegras-Thematik gestolpert. Bis vor einigen Jahren war diese Problematik in der Region nicht wirklich ein Thema. Die Situation hat sich in den letzten ein bis zwei Jahren leider dramatisch zugespitzt.

Zur Erklärung: Was ist Seegras und woher kommt es?

Seegras (auch Sargassum oder im Englischen „Seaweed“ genannt) ist eine Gattung von Braunalgen. Dass Seegras an den Stränden Mexikos angespült wird, ist – besonders in den wärmeren Sommermonaten – prinzipiell nichts Ungewöhnliches. In den letzten ein bis zwei Jahren allerdings geriet die Situation außer Kontrolle. In manchen Monaten wurden täglich tonnenweise Seegras ans Ufer gespült. Das Schwimmen im Meer war (und ist) mitunter kaum möglich, da aufgrund der Seegras-Teppiche kein Durchkommen ist.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie es es zu so einer Tragödie kam (und immer noch kommt)? Wir haben während unserer Mexiko-Reise keine Gelegenheit ausgelassen, die Menschen vor Ort danach zu fragen. Umso ernüchternder die Antwort: Es ist nicht vollständig geklärt. Dass das Problem auf den Klimawandel oder zumindest auf Umweltsünden zurückzuführen ist, stellen wir mal außer Frage. Je wärmer das Wasser, desto eher kann sich das Seegras offenbar vermehren. Wir haben auch selbst recherchiert. Die amerikanische Lebensmittelindustrie ist allem Anschein nach mitverantwortlich. Überschüssige Düngemittel und giftige Substanzen werden in umliegende Flüsse gespült und gelangen in den Golf von Mexiko. Dort entsteht ein Nährstoff- und Nitrat-Überschuss, der zur Vermehrung von Seegras beiträgt. Wir sind keine Experten, aber wir gehen einmal davon aus, dass das Ausmaß der Katastrophe das Resultat vieler verschiedener Faktoren ist.

Beeinträchtigt Seegras einen Urlaub am Strand?

Obwohl die Situation dramatisch ist, möchten wir mal ein bisschen besänftigen: Seegras wird (zum Glück) nicht ständig angespült. Während unserer Reise (November und Dezember 2018) erinnerten in Tulum nur hohe Berge aus trockenem Seegras und sehr schmale Seegras-Streifen an die Problematik – wie du auch auf den Fotos erkennen kannst. Bei uns war es problemlos möglich, im Meer schwimmen zu gehen. Einzig der Gestank war etwas störend, denn Seegras riecht sehr unangenehm.

Wir haben allerdings schon ganz andere Berichte gelesen, denn in manchen Monaten muss die Situation wirklich heftig gewesen sein. Allein optisch macht es natürlich einen Unterschied, ob man auf ein azurblaues Meer blickt oder fast nur Algenteppiche vor sich sieht. Wir empfehlen dir – falls du ein Hotel am Strand buchst – direkt beim Hotel nachzufragen. Je teurer das Hotel, desto größer die Chance, dass der Strand regelmäßig vom Seegras befreit wird.

Falls du gerne wissen möchtest, wie ein bestimmter Strand gerade aussieht, dann haben wir noch einen Tipp für dich. In dieser Facebook-Gruppe werden täglich Updates und Fotos von verschiedensten Stränden entlang der Riviera Maya gepostet: Facebook-Gruppe „Sargasso Seaweed Updates Riviera Maya“.

Strände Tulum Tipps

3. Cenoten bei Tulum

Die geheimnisvollen, unterirdischen Süßwasserpools sind auf ganz Yucatán zu finden. Cenoten (oder Cenotes) sind Kalksteinhöhlen, welche mit glasklarem Wasser gefüllt sind. Jene rund um Tulum sind sehr einfach zu erreichen und damit richtige Besuchermagnete. Falls du die eine oder andere Cenote besuchen möchtest, dann empfehlen wir dir, gleich in der Früh dort zu sein. Am Nachmittag sind viele Cenoten hoffnungslos überlaufen. Falls du doch nachmittags kommen möchtest, dann bedenke, dass viele Cenoten bereits um 16 oder 17 Uhr schließen.

Gran Cenote

Die Gran Cenote (oft auch Grand Cenote genannt) ist so etwas wie der Klassiker unter den Cenoten rund um Tulum. Wir waren am Nachmittag dort – unser Fehler! Um diese Uhrzeit gleicht die Anlage einem Vergnügungspark. Es waren unzählige Menschen vor Ort und der Geräuschpegel war dementsprechend hoch.

Bevor du die Stiegen hinab zur Cenote steigen darfst, musst du dich komplett duschen (selbst die Haare müssen nass sein). Das dient dem Schutz von Flora und Fauna und wird vor Ort von zwei Aufpassern auch kontrolliert. Das Wasser ist kristallklar und herrlich erfrischend. Tauchen ist allerdings nicht möglich, dazu ist das Wasser viel zu flach. Auf einer großen Wiese kannst du dich nach dem Schwimmen ausruhen und etwas Sonne tanken.

Angesichts der vielen Leute grenzt es an ein Wunder, dass wir ein Foto ganz ohne Menschen hinbekommen haben. Unser Tipp: Morgens kommen, dann kannst du diesen wunderschönen Ort in aller Ruhe genießen. Nicht verpassen: In einem separaten Bereich kannst du Schildkröten beobachten.

Infos zum Besuch der Gran Cenote

Adresse: Auf der Straße von Tulum nach Cobá (auf der rechten Seite), ca. 5 Kilometer außerhalb von Tulum
Anreise: Von Tulum Pueblo mit dem Auto (ca. 5 Minuten) oder mit dem Fahrrad (ca. 15 Minuten), kostenlose Parkplätze sind vorhanden
Eintritt: 180 Pesos pro Person; Schnorchel-Equipment und Schließfächer kosten extra (bei unserem Besuch waren alle vergeben)

Gran Cenote Erfahrungen

Cenote Carwash

Eine etwas andere, aber sehr sehenswerte Cenote ist die Cenote Carwash (seltener auch Cenote Aktun Ha genannt). Die Cenote wirkt auf einen Laien eher wie ein kleiner See. Sie ist keine klassische höhlenartige Cenote und damit nicht so spektakulär wie andere Cenoten. Das ändert aber nichts daran, dass es sich darin herrlich schwimmt. Angeblich lebt hier sogar ein kleines (offenbar ungefährliches) Krokodil, wir haben es allerdings nicht gesehen.

Infos zum Besuch der Cenote Carwash

Adresse: Auf der Straße von Tulum nach Cobá (auf der linken Seite), ca. 8 Kilometer außerhalb von Tulum
Anreise: Von Tulum Pueblo mit dem Auto (ca. 10 Minuten) oder mit dem Fahrrad (ca. 25 Minuten), kostenlose Parkplätze sind vorhanden
Eintritt: 50 Pesos pro Person

Cenote Calavera

Die dritte Cenote, die wir besucht haben, nennt sich Cenote Calavera. Von allen genannten eignet sie sich am wenigsten zum Schwimmen und Schnorcheln. Der Grund: Unten ist es sehr dunkel und es schwirren Hunderte Fledermäuse kreuz und quer durch die Höhle. Hinzu kommt, dass das Wasser – zumindest bei unserem Besuch – nicht wirklich klar war.

Die Cenote bietet dafür etwas Spezielles: Mit ein bisschen Mut kannst du in ein kleines Loch im Boden springen und landest einige Meter unterhalb im Becken der Cenote. Die Cenote ist außerdem bei Tauchern sehr beliebt. Wir selbst waren gleich in der Früh um 9 dort und waren gemeinsam mit einem anderen Paar die einzigen Besucher.

Infos zum Besuch der Cenote Calavera

Adresse: Auf der Straße von Tulum nach Cobá (auf der rechten Seite), ca. 2 Kilometer außerhalb von Tulum
Anreise: Von Tulum Pueblo mit dem Auto (ca. 5 Minuten) oder mit dem Fahrrad (ca. 15 Minuten), kostenlose Parkplätze sind vorhanden
Eintritt: 100 Pesos pro Person

Beste Cebote Tulum

4. Maya-Stätten in Tulum und Umgebung

Maya-Ruinen von Tulum

Keine Maya-Stätte in Yucatán kann mit dieser spektakulären Lage direkt an den Klippen mithalten. Einen Besuch der Ruinen von Tulum sollte man daher unserer Meinung nach keinesfalls auslassen. Rein architektonisch gibt es beeindruckendere Ruinen in Yucatán. Das macht aber gar nichts, denn hier steht definitiv die außergewöhnliche Kulisse im Fokus.

Der Besuch der Ruinen erfolgt entlang einer Art Rundweg. Wir empfehlen dir, ungefähr 1,5 Stunden dafür einzuplanen. Unten am Strand kannst du schwimmen gehen – Badekleidung also nicht vergessen, falls du das möchtest. Was du wissen solltest: Durch die Nähe der Ruinen zu Tulum einerseits, vor allem aber auch zu Playa del Carmen, sind sie ein Touristenmagnet schlechthin. Früh aufstehen ist daher angesagt.

Tipps zum Besuch der Maya-Stätte von Tulum, um den Massen zu entgehen

  • Zeitig kommen! Das Gelände öffnet um 8 Uhr – wir waren bereits kurz vor 8 Uhr dort. Zu dieser Tageszeit ist es auf dem Areal zumindest für kurze Zeit halbwegs ruhig. Ab ungefähr 10 Uhr wird es rappelvoll!
  • Nicht am Sonntag kommen! Mexikaner haben an diesem Wochentag freien Eintritt und du kannst davon ausgehen, dass am Sonntag noch einmal mehr los ist als an anderen Tagen.

Infos zum Besuch der Maya-Stätte von Tulum

Eintritt: 70 Pesos
Anreise:
ca. 10 Minuten mit dem Auto von Tulum Pueblo bzw. je nach Lage 5-30 Minuten von Tulum Beach
Parken: 50 Pesos (Du musst etwas entfernt vom Ticketschalter parken und den restlichen Weg – ca. 5-10 Minuten – zu Fuß gehen.)

Maya Ruinen Tulum

Tulum Ruinen

Ruinen von Cobá

Falls du von Tulum aus lieber eine etwas abgelegenere Ruinenstätte besuchen möchtest, dann legen wir dir Cobá ans Herz. Diese Maya-Ruinen liegen im Landesinneren und sind von Dschungel umgeben. Das Besondere dabei: Auf die höchste Pyramide („Nohoch Mul“) darfst du klettern. Das Ganze ist ein bisschen abenteuerlich, da die Ruine sehr steil ist. Wir würden sogar sagen, dass der Aufstieg zur Nohoch-Mul-Pyramide in Cobá der schwindelerregendste unserer Yucatán-Reise war.

Oben wartet ein toller Fernblick über den Dschungel auf dich. Vorsicht beim Hinabsteigen, denn man neigt dazu, zu oft nach unten zu sehen und gerät damit schnell aus dem Gleichgewicht. Seitlich oder rückwärts bist du trittsicherer und zur Sicherheit gibt es auch ein Seil, an dem du dich festhalten kannst. Doppelte Vorsicht ist bei Regen geboten (wie es bei uns der Fall war), denn die Steine sind dann sehr rutschig.

Das Gelände der Ruinen von Cobá ist sehr weitläufig, weshalb es die wenigsten zu Fuß erkunden. Daher gibt es kurz nach dem Eingang die Möglichkeit, dir entweder ein Fahrrad zu mieten oder dich von einem Fahrer auf einer Fahrradrikscha führen zu lassen. Wir entschieden uns für Letzteres. Bezahlt wird im Nachhinein. Der Vorteil an der Fahrradrikscha-Variante: Du musst dir keine Gedanken in puncto Orientierung machen, denn der Fahrer weiß natürlich, wo es langgeht und bringt dich automatisch zu den Highlights.

Sehenswert ist definitiv nicht nur die große Pyramide, sondern auch die kleinen Ruinen. Für deinen Besuch solltest du insgesamt mindestens zwei Stunden vor Ort einplanen. Wir waren gut 1,5 Stunden mit der Rikscha unterwegs und haben am Ende die Ruinen nahe des Eingangs noch zu Fuß erkundet. Cobá ist zwar kein Geheimtipp, doch der Besucheransturm hält sich – vor allem im Vergleich zu den Ruinen von Tulum – halbwegs in Grenzen.

Infos zum Besuch der Ruinen von Cobá

Eintritt: 70 Pesos (240 Pesos zwischen 16:30 und 19 Uhr)
Transport vor Ort:
am besten mit der Fahrradrikscha samt Fahrer (125 Pesos pro Stunde) oder mit dem Fahrrad (beide Verleihstationen kurz nach dem Eingang)
Anreise:
ca. 45 Minuten mit dem Auto von Tulum Pueblo
Parken: 50 Pesos (Es gibt einen großen Parkplatz mit Schranken an der Einfahrt.)

Coba Tulum

Coba Ruinen

5. Restaurants und Cafés in Tulum: Unsere Tipps

Bei der großen Auswahl an Restaurants und Cafés in Tulum kann man schnell den Überblick verlieren. Die gute Nachricht: Es ist für jeden Geschmack und jedes Budget das Passende dabei. Da Tulum bei Expats sehr beliebt ist, findest du auch genügend Angebot abseits der mexikanischen Küche.

Tulum Art Club

Unsere liebste Zufallsentdeckung in Tulum Pueblo. Hier haben wir uns unsere tägliche Dosis Koffein schmecken lassen. Ebenfalls köstlich ist der Avocado Toast. Das Ambiente erinnert an eine weitläufige Galerie, die sich auch in New York oder London befinden könnte. Es gibt einen sehr schönen, grünen Innenhof.

Die Mitarbeiter sind ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Die meisten Gäste waren in unserem Alter und viele von ihnen kamen zum Arbeiten (es gibt kostenloses Wifi). Fazit: Kein Wunder, dass wir so oft hier waren.

Adresse: Avenida Tulum 111, 77780 Tulum (in Tulum Pueblo direkt an der Hauptstraße auf der Höhe der Avenida Satélite)
Preise: Espresso Macchiato 30 Pesos, Avocado Toast 125 Pesos

Matcha Mama

Die kleine Hütte direkt an der Hauptstraße von Tulum Beach hat sich in den letzten Jahren zum Instagram-Hotspot entwickelt. Das wurde uns erst bewusst, als wir – während wir uns unsere Açai Bowl schmecken ließen – binnen kürzester Zeit Zeuge mehrerer (teils fragwürdiger) Fotoshootings wurden.

Nichtsdestotrotz ist das Matcha Mama einen Besuch wert. Hier werden frischgepresste Säfte, Smoothies und natürlich Smoothie Bowls serviert. Da alles ganz frisch zubereitet wird, dauert es etwas länger als üblich, doch das macht gar nichts. Der Platz ist leider sehr begrenzt. Insgesamt gibt es nur sechs Schaukeln sowie ein paar vereinzelte Hocker, auf denen du Platz nehmen kannst.

Adresse: Carretera Tulum-Boca Paila (=Beach Road), Kilometer 8,2
Preise: Açai Bowl 200 Pesos (20 Pesos extra für Peanut Butter), Green Smoothie 120 Pesos

Farm to Table

Unser recht spontaner Besuch in diesem stylishen Restaurant in Tulum Pueblo hat uns den mit Abstand besten Margarita unserer gesamten Yucatán-Reise beschert. Ganz abgesehen davon haben wir hier hervorragend gegessen, wenngleich das Restaurant sehr preisintensiv ist. Auf der (sehr überschaubaren) Speisekarte stehen kreative, mexikanische Gerichte mit internationalen Einschlägen. Die vegetarische Auswahl ist begrenzt, aber es sind immerhin ein paar Speisen dabei.

Leider gibt es keine klassische Speisekarte, sondern „nur“ eine große Tafel. Das Personal erklärt einem bei jedem Gericht, was man sich darunter vorstellen kann, doch wenn man bei der dritten Speise angekommen ist, hat man schon vergessen, was das erste war. (So geht es uns jedenfalls immer in Restaurants mit diesem Konzept.) Aber gut, das Farm to Table möchte sich ein wenig von der Fülle an Restaurants abheben und das gelingt ihm definitiv.

Adresse: Avenida Tulum, zwischen Calle Júpiter Sur und Calle Alfa Sur, 77780 Tulum (Tulum Pueblo)
Preise: Cocktails ca. 170 Pesos, Speisen zwischen 200 und 600 Pesos

Restauranttipps Tulum

Hartwood

Das Hartwood ist derzeit eines der angesagtesten Restaurants in ganz Tulum. Das bedeutet: Die Menschen stehen Schlange, um hier zu essen und ohne Reservierung hast du wenig Chance auf einen Platz. Weshalb das Restaurant so einen unglaublichen Hype erfahren hat, ist uns nach unserem Besuch nicht vollständig klar.

Die Speisen sind köstlich, keine Frage. Wir haben ganz hervorragend gegessen. Allerdings ist das Preisniveau wirklich überzogen. Wir haben zu zweit etwa 80 Euro bezahlt (inkl. Trinkgeld). Dabei haben wir aber noch ziemlich aufs Geld geschaut und uns beispielsweise insgesamt nur eine Vorspeise und eine Hauptspeise mit Beilage geteilt. Eine klassische Speisekarte gibt es leider nicht. Stattdessen bringt der Kellner eine große Tafel und erklärt die einzelnen Tagesgerichte. Es gibt leider nur wenig Vegetarisches, das meiste sind Fisch- und Fleischgerichte. Unser Resümee: Man isst wirklich köstlich, aber ob es das Geld wert ist, stellen wir mal dahin.

Adresse: Carretera Tulum-Boca Paila (= Beach Road), Kilometer 7,6
Preise: Cocktails ca. 170 Pesos, Speisen zwischen 200 und 600 Pesos

Del Cielo

Das Del Cielo ist ein recht gehyptes Frühstückslokal in Tulum Pueblo. Die Speisekarte ist sehr umfangreich: Von Avocado Toast bis Porridge und Granola wird alles angeboten. Die Gerichte waren sehr lecker. Zu trinken gibt’s jede Menge frische Smoothies und Säfte, aber auch guten Kaffee. Bei unserem Besuch war das Del Cielo recht voll, daher fanden wir die Atmosphäre ein bisschen zu hektisch und den Geräuschpegel ein wenig zu laut. Innen ist es uns persönlich fast zu schummrig, aber draußen im Innenhof sitzt man sehr nett.

Adresse: Avenida Satélite Sur 5, 77780 Tulum (Tulum Pueblo)
Preise:
Superbowl (vegan mit Kokosjoghurt) 160 Pesos, Espresso Macchiato 30 Pesos

El Asadero

Das El Asadero ist eigentlich ein beliebtes Steak-Restaurant, aber auch für uns als Vegetarier war genügend Auswahl dabei. Es wurde uns vom Mitarbeiter unseres Hotels empfohlen. Die Preise sind fair, das Ambiente eher international, das Personal sehr freundlich. Zur Begrüßung gibt’s Nachos mit fünf verschiedenen Dips. Fazit: Sehr solide und durchaus empfehlenswert.

Adresse: Avenida Satélite Norte, 77780 Tulum (Tulum Pueblo)
Preise: 350 Peso für 2 Gerichte und 2 Corona

6. Übernachten in Tulum: Unsere Tipps

Wir haben insgesamt vier Nächte im Hotel Biwa Tulum verbracht. Es befindet sich in Tulum Pueblo und damit nicht am Strand. (Zu den Vorteilen und Nachteilen von Tulum Pueblo und Tulum Beach kommen wir gleich.) Wir hätten uns das Biwa Tulum etwas kleiner vorgestellt, aber wir haben uns trotzdem sehr wohl gefühlt. Die Zimmer sind riesig (und das, obwohl wir ein Standard-Doppelzimmer hatten) und das Bett ist sehr bequem.

Die Dachterrasse ist toll. Dort wird auch das Frühstück serviert, das wir persönlich jedoch verbesserungswürdig fanden. Die Auswahl war recht bescheiden, daher hat es uns am dritten Tag ins nahegelegene Art Club verschlagen. Die Mitarbeiter im gesamten Haus waren dafür umso freundlicher und überaus zuvorkommend. Es gibt auch einen Pool im Innenhof, den wir jedoch nicht getestet haben. Außerdem kannst du dir kostenlose Fahrräder ausborgen. Alles in allem: Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ideal gelegen, wenn du in Tulum Pueblo übernachten möchtest.

Hier kannst du das Hotel buchen: Biwa Tulum

Wo übernachten: Tulum Pueblo oder Tulum Beach?

Die meisten Hotels sind entweder in Tulum Pueblo (d.h. in der Stadt) oder entlang der Straße in Tulum Beach angesiedelt. Da stellt sich natürlich die Frage, wo man am besten übernachtet. Wir fassen einmal die Vorteile und Nachteile zusammen.

Übernachten in Tulum Pueblo (Stadtzentrum)

Das Stadtzentrum von Tulum ist kein Schmuckstück, doch wir haben uns sehr wohl gefühlt. Es besteht aus einer großen Hauptstraße, auf der recht viel Verkehr herrscht, sowie einigen schachbrettartig angelegten Seitenstraßen. Tulum Pueblo ist mit Sicherheit die authentischere Gegend zum Übernachten.

Das Preisniveau der Unterkünfte im Stadtzentrum ist niedriger. Das heißt nicht, dass es hier keinen schönen Hotels gibt, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist besser und du bekommst für dein Geld üblicherweise mehr geboten. Auch die Restaurants sind allgemein preiswerter.

Dass du dich hier im Ortszentrum befindest, hat unserer Meinung nach sowohl Vor- als auch Nachteile. Der größte Nachteil ist natürlich, dass du etwa 10 Autominuten (bzw. 15-20 Minuten mit dem Fahrrad) vom Strand entfernt bist. Mal schnell noch abends gemütlich vom Zimmer zum Strand spazieren ist also nicht drin.

Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, dann solltest du wissen, dass die Parkplatzsituation in Tulum Beach eine Katastrophe ist, da man mittlerweile fast nirgendwo mehr einfach so auf der Straße parken darf. Das war mal so, aber mittlerweile findest du fast überall das Verkehrsschild mit dem durchgestrichenen „E“, was so viel wie „Parken verboten“ heißt. Wir waren leider meistens mit dem Auto unterwegs und haben es oft sehr bereut. Mit dem Fahrrad bist du am Ende vermutlich schneller.

Tulum Beach

Tulum Beach besteht sozusagen einzig und allein aus einer langgezogenen Straße, die sich über mehrere Kilometer entlang der Küste schlängelt. Allzu romantisch darf man sich die Straße allerdings nicht vorstellen, denn es herrscht unerwartet viel Verkehr und der Straßenzustand ist an manchen Abschnitten katastrophal.

Der größte Vorteil von Tulum Beach ist natürlich, dass du dich hier in Strandnähe befindest. Du musst untertags nicht drüber nachdenken, was du für deinen Strandtag einpackst, weil du es ohnehin nicht weit zum Zimmer hast. Wenn Strandurlaub also bei dir im Fokus steht, solltest du dich besser für Tulum Beach entscheiden.

Der größte Nachteil an Tulum Beach ist das Preisniveau. Die Hotels sind teilweise extrem überteuert. Das bedeutet, dass du hier für einen gewissen Standard ordentlich in die Tasche greifen musst. Selbiges gilt übrigens auch für die Restaurants, wobei der Preisunterschied bei Unterkünften unserer Meinung nach eklatanter ist.

Ergänzen möchten wir noch, dass Tulum Beach wirklich sehr touristisch ist und die gesamte Straße mit all ihren Shops und Restaurants rein auf den Tourismus ausgerichtet ist. Es macht jedenfalls – auch wenn du in Tulum Beach nächtigst – Sinn, dass du dir ein Fahrrad ausborgst.

Fazit: Wo übernachten?

Wenn du es dir leisten kannst und möchtest bzw. wenn du für Strandurlaub nach Tulum kommst, dann entscheide dich für Tulum Beach. Wenn du lieber in einer authentischen Gegend wohnen möchtest und dich nicht in Unkosten stürzen willst, dann ist Tulum Pueblo die bessere Wahl.

7. Transport in Tulum

Wenn du nicht gerade die ganze Zeit in deinem Hotel verbringen möchtest, dann kommst du um ein Transportmittel kaum herum. Viele Ausflugsziele sind nur mit dem Fahrrad und/oder dem Auto zu erreichen. Hinzu kommt, dass Tulum Pueblo und Tulum Beach doch ein gutes Stück voneinander entfernt liegen.

Fahrrad

Viele Hotels bieten kostenlosen Fahrradverleih für ihre Gäste an. Ansonsten gibt es auch einige Shops, in denen du Fahrräder ausborgen kannst. Der Preis für einen Tag liegt bei ungefähr 150 Pesos. Mit dem Fahrrad kannst du sowohl von Tulum Pueblo als auch von Tulum Beach viele Orte erreichen, darunter die Ruinen von Tulum und einige Cenoten. Der Vorteil am Fahrrad ist, dass du dir keine Gedanken übers Parken machen musst (das gilt besonders für Tulum Beach).

Auto

Wir selbst waren die ganze Zeit mit dem Auto unterwegs, das wir direkt nach unserer Ankunft am Flughafen in Cancún in Empfang genommen haben. Für weiter entfernte Ziele ist das Auto die beste Wahl – nur so kannst du beispielsweise auf eigene Faust Cobá erreichen. Auch um die Cenoten anzusteuern, ist das Auto ideal.

Dennoch würden wir ein Auto als alleiniges Transportmittel definitiv nur dann empfehlen, wenn du gleich einen richtigen Roadtrip durch Yucatán machst und es daher ohnehin dabeihast. Der Grund: Die Parkplatzsituation an manchen Abschnitten der Tulum Beach Road ist mehr als problematisch. Die meisten Parkplätze gehören zu Hotels, auf denen natürlich nur Hotelgäste parken dürfen. Es gibt ein paar größere, kostenpflichte Parkplätze, die jedoch unerhört teuer sind (und abgesehen davon gibt es davon leider auch nur wenige). Entlang der Straße zu parken ist fast überall verboten (du erkennst das Parkverbot am Verkehrsschild mit dem durchgestrichenen „E“).

Taxi

Sehr bequem kommst du natürlich mit dem Taxi von A nach B. Die Preise sind fair: Je nachdem, wie weit dein Ziel entfernt ist, zahlst du für die Distanz zwischen Tulum Pueblo und Tulum Beach etwa 100 bis 150 Pesos. Wichtig: Der Preis wird vor der Fahrt verhandelt.


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Warst du schon einmal in Tulum? Wenn ja, wie war dein Eindruck? Hast du noch weitere Tipps für Tulum – dann freuen wir uns sehr über deinen Kommentar. Vielen Dank!