1.650 Kilometer misst Vietnam von Norden nach Süden. Mit Vietnam erwartet dich daher nicht nur ein äußerst langgezogenes, sondern auch ein unvergleichlich facettenreiches Land. Eine zerklüftete Karstfelslandschaft im Norden, ein faszinierendes Flussdelta im Süden. Und dazwischen: Hunderte Kilometer voller Kultur, Abenteuer und weiterer Highlights.

Wir müssen zugeben: Vietnam ist keines jener Länder in Südostasien, an das wir vom ersten Moment an unser Herz verschenkt haben. Daran änderte auch eine zweite Reise nach Vietnam nichts. Es wollte irgendwie nicht so sehr funken wie in anderen Ländern. Das ändert aber nichts daran, dass Vietnam ein äußerst sehenswertes und kulturell höchst interessantes Reiseland ist.

Planst du eine Reise nach Vietnam und bist auf der Suche nach der idealen Reiseroute? In diesem Blogartikel stellen wir dir unsere Route mit allen Stopps vor. Sie führt dich zu den Highlights in Vietnam – von der ikonischen Halong-Bucht im Norden bis hin zum eindrucksvollen Mekong Delta am südlichsten Zipfel Vietnams.

1. Vietnam Reiseroute für drei Wochen: Alle Stopps und Highlights

Hanoi

Los geht’s in der Stadt der Städte in Vietnam: Hanoi. Hanois Altstadt ist für uns der Inbegriff von Vietnam. Auf den Straßen tummeln sich Schwärme von hupenden Rollern. Von den Garküchen am Straßenrand strömen dir exotische Gerüche jeglicher Art entgegen. Und zwischendurch muss man aufpassen, die Menschen, die auf den winzigen, niedrigen Plastikschemeln sitzen, nicht zu übersehen.

Vietnam wie aus dem Bilderbuch – so fühlt sich Hanoi an manchen Ecken an. Hanoi ist energiegeladen, chaotisch, laut und ziemlich überfordernd. Hanois Altstadt ist ein Labyrinth aus tausend Gässchen, geschmückt mit teils hübschen, teils ziemlich verfallenen Kolonialhäusern.

Eines der beliebtesten Fotomotive Vietnams findest du ebenfalls in Hanoi. In der sogenannten Train Street verlaufen die Bahngleise so nah an den Wohnhäusern, dass man glaubt, der Zug rammt gleich eines der Häuser. Mittlerweile (Stand Mai 2020) ist der Zugang zur Train Street durch Polizisten bewacht, doch wenn du in einem der Cafés etwas trinkst, kannst du dennoch auf die Bahngleise.

Unser Hotel-Tipp für Hanoi: Hanoi La Siesta Hotel Trendy
Empfohlener Aufenthalt: 3 Nächte

Vietnam Reiseroute Hanoi

Vietnam Rundreise Hanoi

Sa Pa

Die Bergregion rund um die Kleinstadt Sa Pa wird von vergleichsweise vielen Reisenden links liegen gelassen. Der Grund: Sa Pa liegt nicht wirklich auf der restlichen Reiseroute und die Anreise von Hanoi mit dem Nachzug (oder Nachtbus) mag für manche ein wenig abschreckend sein. Wir können aber Entwarnung geben: Im Nachzug reist es sich ziemlich bequem.

Sa Pa selbst ist definitiv nicht das Highlight der Region. Das Städtchen ist mittlerweile ziemlich touristisch. Die üppig grüne Vegetation hier im Nordwesten Vietnams an der Grenze zu China ist jedoch wirklich sagenhaft. Hier thront beispielsweise der höchste Berg Vietnams, der Fansipan. Dessen Gipfel erreichst du kurioserweise mittlerweile sogar mit der Seilbahn.

Ansonsten legen wir dir eine Trekking-Tour sehr ans Herz. Empfehlenswert sollen die Touren von Sa Pa Sisters sein. Apropos Touren: In Hanoi bekommst du oft fix durchgebuchte Ausflüge nach Sa Pa angeboten. Das ist wirklich nicht notwendig. Organisier dir die Anreise lieber auf eigene Faust und nimm dir etwas mehr Zeit für Sa Pa.

Unser Hotel-Tipp für Sa Pa: Sapa Eco Bungalows & Spa
Empfohlener Aufenthalt: 2 bis 3 Nächte

Sapa Reisfelder Vietnam

Halong-Bucht

Der nächste Stopp auf der Reiseroute ist eines jener Highlights in Vietnam, von dem du vermutlich schon einmal gehört hast: die Halong-Bucht. Etwa 150 Kilometer östlich von Hanoi ragen in der der Halong-Bucht hunderte Kalksteininseln aus dem Meer in die Höhe. Die Halong-Bucht ist wirklich das Postkartenmotiv schlechthin. Allerdings: Die Idylle wird leider durch den regen Bootsverkehr mitunter sehr getrübt. Nein, die Halong-Bucht ist kein Geheimtipp, und ja, an vielen Ecken ist die Halong-Bucht wirklich extrem touristisch.

Wir selbst haben uns gegen einen kurzen Tagesausflug von Hanoi aus entschieden, sondern stattdessen unsere Zeit auf der größten Insel der Halong-Bucht verbracht, auf Cat Ba. Das würden wir auch jederzeit wieder so machen.

Leider hat es das Wetter während unseres Besuchs nicht gut mit uns gemeint. Unser geplanter Ausflug mit dem Boot fiel daher ins Wasser. Am schönsten erlebst du die Halong-Bucht nämlich bei einer Tour mit Übernachtung. Achtung: Nicht alle Anbieter sind empfehlenswert.

Unser Hotel-Tipp für die Halong-Bucht: Cocoon Inn Cat Ba
Empfohlener Aufenthalt: 3 Nächte (z.B. 2 auf Cat Ba und 1 auf dem Boot)

Halong Bucht Vietnam

Hue

Die ehemalige Kaiserstadt Hue ist das richtige Reiseziel für dich, wenn du ins historische Vietnam eintauchen möchtest. Das Highlight von Hue ist die kaiserliche Zitadelle, welche nach dem Vorbild der verbotenen Stadt in Peking erbaut wurde. Obwohl viele Teile der Zitadelle leider im Vietnamkrieg zerstört wurden, ist sie dennoch sehr eindrucksvoll.

In Hue ragen außerdem viele weitere Tempel und Pagoden in die Höhe. Die bekannteste Pagode und eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt ist die Thien-Mu-Pagode. Solltest du dich für Paläste und Tempel interessieren, dann sollte Hue unbedingt auf deiner Route liegen.

Unser Hotel-Tipp für Hue: Hue Riverside Villa
Empfohlener Aufenthalt: 2 bis 3 Nächte

Hoi An

Hoi An gilt als eine der schönsten Städte Vietnams – wenn nicht die schönste! In der malerischen Altstadt von Hoi An reiht sich ein hübsches Kolonialhaus an das nächste und bunte Lampion-Ketten prägen das Straßenbild. Allerdings: Hoi An ist ganz ohne Zweifel auch einer der touristischsten Orte. Vor allem die vielen Busreisegruppen, die untertags die Straßen Hoi Ans überfluten, trüben das Erlebnis doch ziemlich.

Dennoch hat uns Hoi An sehr gut gefallen und wir würden dir unbedingt empfehlen, einen Stopp in Hoi An in deine Reiseroute zu integrieren. Auch die Region rund um Hoi An ist sehr hübsch. So kannst du beispielsweise einen Ausflug mit dem Rad zum Strand machen.

Unser Hotel-Tipp für Hoi An: The Quin Riverside Villa
Unser ausführlicher Blogartikel: Tipps für Hoi An
Empfohlener Aufenthalt: 3 Nächte

Hoi an Tipps

Saigon (Ho Chi Minh City)

Ein kleiner Hinweis vorab: Zwischen Hoi An und Saigon würden theoretisch zwei Badeorte liegen: Nha Trang sowie Mui Ne. Wir selbst waren in Mui Ne – wirklich empfehlen können wir es aber nicht. Unsere Eindrücke kannst du in diesem Artikel nachlesen: Mui Ne Erfahrungen.

Saigon (oder Ho Chi Minh City, wie die Stadt mittlerweile heißt) ist neben Hanoi die zweite große Stadt in Vietnam. Anders als Hanoi ist Saigon allerdings westlicher und urbaner. Hier findest du viel mehr Hochhäuser, kannst jedoch ebenfalls ins wuselige, authentische Treiben eintauchen. In Saigon wirst du außerdem Zeuge der bewegten Geschichte Vietnams. Sehenswert ist beispielsweise der Wiedervereinigungspalast.

Unser Hotel-Tipp für Ho-Chi-Minh-City: Fusion Suites Saigon
Empfohlener Aufenthalt: 3 Nächte

Mekong Delta: Can Tho & Ben Tre

Last but not least: Deine Reiseroute sollte dich unbedingt auch ins Mekong Delta führen. Das Flussdelta am südlichsten Zipfel Vietnams war unser liebster Stopp in Vietnam. Hier erhältst du einen authentischen Einblick ins tägliche Leben der Menschen, das sich hier im Mekong Delta auf und nahe des Wassers abspielt.

Eines der Highlights im Mekong Delta ist ein Besuch der schwimmenden Märkte. Zwei der bekanntesten schwimmenden Märkte findest du in der Nähe von Can Tho, der größten Stadt im Mekong Delta. Ebenfalls sehr gut gefallen hat es uns in der sogenannten Kokosnuss-Provinz Ben Tre.

Übrigens: Viele Reisende besuchen das Mekong Delta leider nur im Rahmen eines Tagesausflugs. Das ist zwar prinzipiell möglich, würden wir aber nicht empfehlen. Wir haben es keine Sekunde bereut, ganze vier Nächte im Mekong Delta verbracht zu haben.

Unser Hotel-Tipp für Can Tho: Binh Minh Eco Lodge
Unser Hotel-Tipp für Ben Tre:
Mekong Home
Empfohlener Aufenthalt: 2 bis 4 Nächte (z.B. 2 in Can Tho und 2 in Ben Tre)

Schwimmende Märkte Can Tho

Tipps schwimmende Märkte Vietnam

2. Karte: Vietnam-Route im Überblick

All unsere Stopps haben wir in dieser Karte für dich eingezeichnet, sodass du dir die Reiseroute ungefähr vorstellen kannst. Was du unbedingt bedenken solltest: Vietnam ist sehr langgezogen und die Distanzen dementsprechend weit. Für die Strecke zwischen Hanoi und Sa Pa musst du ungefähr 10 Stunden einplanen. Nähere Infos und Tipps zum Transport verraten wir dir im nächsten Kapitel.

3. Weitere Tipps für deine Vietnam-Reise

Von Norden nach Süden oder umgekehrt?

Vermutlich hast du dich schon gefragt, was mehr Sinn macht: Von Norden nach Süden zu reisen oder von Süden nach Norden? Unsere vielleicht unbefriedigende Antwort: Es kommt darauf an. Egal, für welche Variante du dich entscheidest – sowohl im Norden als auch im Süden hast du mit Hanoi bzw. Saigon (Ho Chi Minh City) den perfekten Ausgangs- bzw. Endpunkt deiner Reise.

Wir persönlich würden die Entscheidung von zwei Dingen abhängig machen:

1. Flüge: Ganz pragmatisch, aber nicht unwesentlich – für welche Variante findest du die günstigeren/optimaleren Flüge? Wir empfehlen hier (sofern du wirklich das gesamte Land bereisen möchtest) unbedingt einen Gabelflug, z.B. mit Ankunft in Hanoi und Abflug von Saigon (Ho Chi Minh City).

2. Jahreszeit/Klima: Bedenke, dass es im Norden Vietnams in den europäischen Wintermonaten richtig kalt sein kann. Wenn du z.B. im Jänner nach Vietnam reist und unbedingt den Norden mitnehmen möchtest, dann würden wir persönlich dort starten. Je südlicher du im Verlauf der Reise kommst, desto wärmer wird es. (Das ist definitiv angenehmer als andersrum.)

Was ist die beste Reisezeit für eine Vietnam-Reise?

Die schlechte Nachricht vorweg: Es gibt keine ideale Reisezeit, die für ganz Vietnam gilt! Da Vietnam dermaßen langgezogen ist, findest du hier grob gesagt drei Klimazonen: Nord-, Zentral und Südvietnam. Je nach Monat unterscheidet sich das Klima in den einzelnen Regionen massiv voneinander. Während es beispielsweise im Jänner im Süden angenehm heiß und sonnig ist, kann es im Norden oft richtig kalt werden. Eine Bootstour in der Halong-Bucht macht da wenig Spaß.

Die gute Nachricht: Du kannst prinzipiell das gesamte Jahr über nach Vietnam reisen, musst allerdings je nach Region auch mal Abstriche machen. Manche entscheiden sich daher auch dazu, die Reise überhaupt nur auf eine Region zu beschränken.

Unsere persönlichen Erfahrungen

Wir selbst waren zwei Mal in Vietnam: Unsere erste Reise führte uns im August nach Nordvietnam. Wir können bestätigen, dass das Klima in diesem Monat sehr feucht und regnerisch war. Idealer wäre September bis November gewesen. In der Halong-Bucht hatten wir beispielsweise drei Tage lang Dauerregen.

Unsere zweite Reise führte uns im Dezember/Januar nach Zentral- und Südvietnam. Im Süden war das Wetter richtig angenehm und sehr sonnig – genau so, wie man es sich wünscht. In Zentralvietnam war es allerdings sehr wechselhaft und eher frisch.

Ein wichtiger Hinweis: Das Wetter in Südostasien hält sich nicht immer an Klima-Prognosen. Das heißt: Du solltest prinzipiell auf alles vorbereit sein – auch in den vermeintlich trockenen Monaten sind Regengüsse nicht ausgeschlossen. Die Regenjacke sollte daher zu jeder Reisezeit in den Koffer. Außerdem empfehlen wir dir unbedingt, genügend warme Kleidung mitzunehmen, solltest du im europäischen Winter nach Nordvietnam reisen. Man unterschätzt wirklich, wie kühl es werden kann.

Transport in Vietnam: Wie komme ich von A nach B?

Ein wichtiger Tipp vorneweg: Vietnam ist sehr langgezogen. Bedenke daher, dass die Distanzen mitunter weit sind. Nicht selten sitzt man bis zu 10 Stunden im Zug oder Bus, ehe man das nächste Reiseziel erreicht. Vietnam ist jedenfalls ein Land, in dem man sich auf längere Reisen einstellen muss.

Busfahren in Vietnam

Am gängigsten ist es, Vietnam mit dem Bus zu bereisen. Es gibt unzählige Anbieter. Wir selbst haben häufig auf das recht empfehlenswerte Busunternehmen Phuong Trang (Futa Bus Lines) gesetzt. Busfahren in Vietnam ist sehr günstig, aber nicht immer komfortabel. Generell würden wir es vor allem bei etwas kürzeren Distanzen empfehlen.

Tickets kannst du entweder direkt vor Ort kaufen (z.B. in einem der unzähligen kleinen Reisebüros oder über deine Unterkunft) oder aber du buchst dein Ticket bereits vorab. Das ist z.B. über die Website 12go.asia problemlos möglich.

Zugfahren in Vietnam

Viele Reiseziele in Vietnam sind mit der Bahn erreichbar. Meist benötigst du für eine Strecke mit dem Zug ungefähr genauso lange wie mit dem Bus. Wir persönlich finden Zugfahren vor allem bei längeren Distanzen einfach gemütlicher, weil du aufstehen kannst und nicht auf deinem engen Sitz festgenagelt bist.

Wir selbst sind beispielsweise mit dem Nachtzug von Hanoi bis Sa Pa gefahren und können das durchaus empfehlen. Tickets für die Bahnfahrt kannst du ebenfalls über 12go.asia buchen.

Fliegen in Vietnam

Wenn man sich die Distanzen in Vietnam einmal genauer ansieht, wird man merken: So richtig schnell von A nach B kommt man selten. Wir verstehen also sehr gut, warum Fliegen mitunter eine attraktive Alternative für den Landweg ist. Das Streckennetz in Vietnam ist groß: Viele Orte sind mit dem Flugzeug miteinander verbunden.

Wir persönlich sind mit der staatlichen Fluglinie Vietnam Airlines geflogen und können nichts Negatives berichten. Je nachdem, wann du buchst, sind Flugtickets für Inlandsflüge ziemlich günstig. Die Preise können bei entsprechender Nachfrage aber auch recht teuer werden.

Reiseführer für Vietnam: Unser Tipp

In Südostasien vertrauen wir am liebsten auf die Reiseführer von Stefan Loose – so auch in Vietnam. Den Stefan Loose Reiseführer Vietnam können wir sehr empfehlen. Er ist wie erwartet ziemlich ausführlich, aber nicht zu ausschweifend und einfach super recherchiert. Perfekt für alle Individualreisenden!

Mui Ne Tipps


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Hast du bereits eine Reise durch Vietnam gemacht? Wie verlief deine Reiseroute und was waren deine Highlights? Oder hast du noch Fragen zur Route? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!