Das koloniale Städtchen Campeche war die größte Überraschung auf unserem Roadtrip durch Yucatán. Der Grund: Campeche ist wunderschön bunt, herrlich unaufgeregt und allen voran sehr authentisch. Wir hatten wenig erwartet und waren letztendlich schwer begeistert. In Campeche findest du keine imposanten Sehenswürdigkeiten, dafür Mexiko-Vibes in Perfektion.

Yucatán ist ja nicht gerade dafür bekannt, ein Reiseziel abseits des Massentourismus zu sein. Campeche tanzt da allerdings glücklicherweise ziemlich aus der Reihe. In diesem Blogartikel zeigen wir dir, weshalb sich einen Zwischenstopp in Campeche unbedingt lohnt. Außerdem verraten wir dir natürlich unsere Tipps für die bunte Kolonialstadt.

1. Campeche: Authentische Kolonialstadt auf Yucatán

Wer Yucatán abseits der üblichen Touristenpfade erleben möchte, sollte sich an die Westküste begeben. Dort befindet sich nämlich das sympathische Kolonialstädtchen Campeche im gleichnamigen Bundesstaat. Campeche, das offiziell mit dem klingenden Namen „San Francisco de Campeche“ getauft wurde, entspricht so ziemlich der Klischeevorstellung einer mexikanischen Stadt.

In jeder Gasse strahlen dir bunte Häuser mit schmiedeeisernen Fenstergittern entgegen. Viele Fassaden sind zu unserer Überraschung renoviert und leuchten in den schönsten Farben. Alte VW-Käfer brettern über das Kopfsteinpflaster. Frauen und Männer schieben ihre Fahrräder mit mobilen Essensständen durch die Straßen. Und am Hauptplatz vor der Kathedrale („Plaza de la Independencia“) versammelt sich Alt und Jung zum Herumtoben, Entspannen und Zeitunglesen.

Campeche ist weniger quirlig, als man das vielleicht vermuten würde. Das liegt auch ein wenig an der Größe: In ganz Campeche leben etwas mehr als 200.000 Einwohner. Für eine mexikanische Stadt also gar nicht mal so viel. Es ist die Langsamkeit und die Gemütlichkeit, für die wir Campeche kennen und lieben gelernt haben.

Campeche Sehenswürdigkeiten

Für wen ist Campeche geeignet?

Campeche ist für all jene geeignet, die Yucatán etwas abseits ausgetretener Pfade bereisen möchten. Aus irgendeinem Grund (den wir bis dato nicht kennen) steht Campeche nicht so sehr auf der Agenda vieler Reisender. Man könnte Campeche also als einen kleinen Geheimtipp bezeichnen. Die meisten zieht es nämlich ins nahegelegene Mérida. Nichtsdestotrotz ist der Tourismus in Campeche natürlich längst angekommen. Eine unentdeckte mexikanische Stadt darfst du dir somit nicht erwarten.

Obwohl Campeche am Meer liegt, gibt es keine Strände. Man kann in Campeche selbst also nicht schwimmen gehen. Für Strandurlaub ist es somit komplett ungeeignet. Campeche begeistert vielmehr jene, die das entspannte mexikanische Lebensgefühl spüren möchten und sich in den bunten Gässchen einfach ein wenig treiben lassen möchten.

Wie lange soll ich in Campeche bleiben?

Campeche ist vergleichsweise klein. Nüchtern betrachtet hast du daher an einem Nachmittag alle Highlights gesehen. Dennoch würden wir dir empfehlen, zwei Nächte zu bleiben (so wie wir es ebenfalls getan haben). Wir fanden diesen Zeitraum gerade richtig, da er auch genügend Spielraum lässt, um ohne Plan und Ziel durch die Gassen zu schlendern.

2. Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Campeche

Campeche verspricht bunte Fotomotive an jeder Ecke, dafür umso weniger klassische Sehenswürdigkeiten. Das Gute daran: Du kannst dich in Campeche herrlich treiben lassen, ohne von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen.

Plaza de la Independencia & Kathedrale von Campeche

Das Herzstück des historischen Zentrums von Campeche ist der Hauptplatz namens „Plaza de la Independencia“. Rund um den rechteckigen Platz sind einige der wichtigsten Bauwerke der Stadt angesiedelt. Eines davon ist die Kathedrale von Campeche mit dem kaum zu merkenden Namen „Catedral de Nuestra Señora de la Purísima Concepción“.

Im Park auf dem Hauptplatz reiht sich – wie auch in Mérida und Valladolid – ein Schuhputzer an den nächsten. Der Schuh-Besitzer oder die Besitzerin macht es sich im Sessel Zeitung lesend bequem, während die Schuhe fein säuberlich gereinigt und poliert werden. Klingt gut, oder?

Centro Cultural Casa No. 6

Der Blick durch das geöffnete Fenster des Centro Cultural Casa No. 6 machte uns neugierig. Und so entschlossen wir uns ganz spontan, diesem Kulturzentrum einen Besuch abzustatten. Es befindet sich an der westlichen Seite des Hauptplatzes („Plaza de la Independencia“) und soll einen Einblick in das einstige Leben in Campeche geben.

Im 18. Jahrhundert residierte in dieser herrschaftlichen Kolonialvilla nämlich eine einflussreiche Familie. Im ebenerdigen Gebäude sind mehrere Zimmer zu besichtigen, wobei das Highlight unserer Meinung nach der Innenhof ist. Erwarte dir nicht zu viel, aber wir persönlich fanden das Centro Cultural ganz interessant und vor allem sehr fotogen.

Adresse: Calle 57 (beim Hauptplatz), 24000 Campeche
Eintritt: 20 Pesos pro Person
Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 21 Uhr (Samstag und Sonntag ab 9 Uhr)

Stadtmauer & Museo de La Arquitectura Maya

Einen Teil der ehemaligen Stadtmauer kannst du begehen. Das klingt vielleicht ein wenig spektakulärer als es ist, doch gerade am späten Nachmittag, vor Sonnenuntergang, fanden wir es da oben sehr nett. Einen richtigen Ausblick hast du nicht, allerdings kannst du zumindest die Türme der Kathedrale sehen.

Der Zugang zu diesem Teil der Stadtmauer erfolgt über das Museo de La Arquitectura Maya. Um auf die Stadtmauer zu gehen, musst du Eintritt für das Museum bezahlen. Daher haben wir uns jenes natürlich auch angesehen, wenn wir schon einmal dort waren. Fazit: Kein Must-see, aber nicht uninteressant.

Adresse: Calle 8, 24000 Campeche
Eintritt: 45 Pesos pro Person
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 8 bis 17 Uhr (Den tatsächlichen Sonnenuntergang kannst du also leider nicht auf der Stadtmauer erleben.)

Stadtmauer Campeche

Campeche Maske

Spaziergang durch die Altstadt

Die Gassen rund um den Hauptplatz und die Stadtmauer sind natürlich lange nicht alles, was es in Campeche zu sehen gibt. Sehenswert fanden wir beispielsweise auch die ehemalige Kirche namens Ex Templo de San Jose. Sie wirkt zwar schon ziemlich verfallen, doch mit den bunten Fliesen auf der Fassade ist sie definitiv etwas Besonderes. Im Inneren ist heute ein kleiner Kunstmarkt untergebracht.

Ex Templo de San Jose

Sonnenuntergang an der Strandpromenade

Die kilometerlange Uferpromenade („Malecón“) ist eher eine Verkehrsader als ein prächtiger Boulevard. Das soll sich offenbar ändern, denn während unseres Besuchs wurde gerade an jeder Ecke gebaut. Es scheint, als möchte man der Uferpromenade mehr Glanz verleihen.

Wie dem auch sei: Zum Sonnenuntergang lohnt es sich vorbeizuschauen, denn du kannst von hier der Sonne dabei zusehen, wie sie am Horizont hinter dem Meer verschwindet.

Sonnenuntergang Campeche

Strand Capeche

3. Essen & Trinken in Campeche: Tipps für Restaurants und Cafés

Klein, aber fein – so würden wir die Restaurantauswahl in Campeche beschreiben. Es gibt nicht allzu viele Optionen, aber die Restaurants, die wir besucht haben, fanden wir wirklich toll. Unsere Favoriten möchten wir dir natürlich nicht vorenthalten.

La María Cocina Peninsular

Wow! In diesem, von außen unscheinbaren Lokal wurde uns tatsächlich die beste Guacamole unserer gesamten Yucatán-Reise serviert. Auch die anderen beiden bestellten Gerichte waren ein Traum. Der große Vorteil: Es gab vergleichsweise viele vegetarische Gerichte. (Wir reden hier zwar nur von einer Handvoll, aber für Mexiko ist das recht viel.)

Schade, dass man nicht draußen sitzen kann. Das wäre sozusagen das Tüpfelchen auf dem i. Aber auch drinnen sitzt man inmitten der bunten Wände gemütlich und authentisch. Das Restaurant scheint bei TouristInnen sehr beliebt zu sein, doch uns hat das nicht weiter gestört. Fazit: Jederzeit gerne wieder!

Adresse: Calle 8 (zwischen Calle 53 und 55), 24000 Campeche
Preise: Abendessen inkl. Getränke für zwei ca. 350 Pesos

La Maria Campeche

Luan

Das sehr sympathisch und gemütlich eingerichtete Luan haben wir für ein Frühstück besucht. Um uns herum waren ausschließlich mexikanische Gäste – die meisten davon gut situiert.

Die Speisekarte ist ausschließlich auf Spanisch verfügbar und dementsprechend authentisch sind auch die Gerichte. Es gibt unzählige Eigerichte, aber auch anderes wie beispielsweise Pancakes oder Müsli mit Früchten. Das Personal ist sehr zuvorkommend, versteht jedoch leider kaum ein Wort Englisch. Google Translate war mal wieder unser Retter in Not.

Adresse: Calle 14 (zwischen Calle 57 und 59), 24000 Campeche
Preise: Frühstück für zwei inkl. Kaffee 250 Pesos

Chocol´Ha

Unser Lieblingsplatz für ein paar kreative Arbeitsstunden in Campeche ist das klimatisierte Chocol´Ha. In der kleinen Chocolaterie wird guter Kaffee und natürlich auch Kakao (heiß oder kalt) in mehreren Varianten serviert. Es gibt auch ein paar kleine Snacks und Süßes, allerdings haben wir diese nicht getestet. Im Eingangsbereich werden ein paar Souvenirs zum Verkauf angeboten, darunter Kaffee und Seifen.

Adresse: Calle 59 (bei Calle 30), Campeche
Preise: Kalter Kakao 42 Pesos, Espresso 25 Pesos

Sotavento Café

Für Kaffee und Kuchen (und um der Nachmittagshitze zu entfliehen) hat es uns ins Sotavento Café verschlagen. Die Einrichtung ist typisch mexikanisch: farbenfroh, durcheinander gewürfelt, wunderschöne Fliesen und einfach sympathisch! Wir hatten einen Flan und zwei Espresso. Beides war sehr gut. Gerne wieder!

Adresse: Calle 55 (zwischen Calle 12 und 14), 24000 Campeche
Preise: 1 Flan und 2 Espressi 132 Pesos

4. Übernachten in Campeche: Unsere Unterkunfts-Empfehlung

Wir haben für zwei Nächte in der Casa Mazejuwi übernachtet, die wir euch wärmstens empfehlen können. Die Unterkunft war eindeutig jene mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis unserer gesamten Yucatán-Reise.

Unser Zimmer (Deluxe mit Kingsize Bed) lag im ersten Stock und war riesig. Die Einrichtung ist sehr geschmackvoll: ein bisschen mexikanisch, ein bisschen orientalisch und vor allem mit sehr viel Liebe fürs Detail! In dem sehr breiten Bett haben wir richtig gut geschlafen. Bezahlt haben wir etwa 90 Euro für zwei Nächte. Es gibt auch günstigere Zimmer im Erdgeschoß.

Die Eigentümer waren der Wahnsinn: So zuvorkommend und hilfsbereit, das haben wir selten erlebt. Abraham hat dafür gesorgt, dass wir uns vom ersten Moment an wie zu Hause gefühlt haben. Das Frühstück ist hervorragend und ebenfalls mit sehr viel Liebe zubereitet.

Die Lage ist ebenfalls super: Sehr zentral, nur wenige Gassen vom Hauptplatz entfernt, aber dennoch ruhig. Fazit: Sollten wir wieder nach Campeche reisen, dann übernachten wir ganz bestimmt wieder dort.

Hier kannst du die Unterkunft buchen: Casa Mazejuwi 


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Hat es dich auch schon einmal nach Campeche verschlagen?  Wenn ja, hat es dir auch so gut gefallen wie uns? Wenn du noch weitere Tipps oder Erfahrungsberichte hast, dann freuen wir uns sehr über deinen Kommentar. Vielen Dank!