Warum ausgerechnet Koh Samui? Warum reisen wir gerade auf jene Insel, die so sehr für Pauschaltourismus bekannt ist? Für große Hotelbunker und durchzechte Nächte? Nun, unsere pragmatische Antwort lautet: aufgrund des Wetters. Im Juni herrscht an Thailands Westküste nämlich Regenzeit, somit fiel die Wahl auf die Ostküste. Die Wahrheit ist aber auch: wir wollten uns einfach mal selbst ein Bild von Koh Samui machen. Wir wollten wissen, was dran ist an den Vorurteilen, mit denen Koh Samui unter vielen Rucksackreisenden konfrontiert ist.

Unser Fazit? Koh Samui ist wie ein großer Mix aus allem, was Thailand zu bieten hat: es gibt überfüllte Sonnenanbeter-Strände genau wie menschenleere Buchten. Es gibt heruntergekommene, zwielichtige Bars und solche, die so großartig sind, dass man am liebsten für immer bleiben möchte. Es gibt an einer Ecke mittelprächtige Touri-Restaurants und an der nächsten herrliches Streetfood. Kurzum: es gibt für jeden etwas und egal, wonach man sucht – auf Koh Samui kann man es finden. Man muss nur wissen, wo! Wir verraten euch unsere Geheimtipps für Koh Samui.

Unser Hoteltipp: Amari Koh Samui

Die ersten vier Nächte haben wir im Hotel Amari Koh Samui verbracht. Das Hotel liegt an der Ostküste am Strand Chaweng Yai und zwar im sehr ruhigen nördlichen Abschnitt. Im Gegensatz zum Zentrum von Chaweng gibt es hier keinen Partylärm, sondern es geht sehr beschaulich zu. Die Lage des Hotels ist perfekt, um die Insel zu erkunden: man ist nämlich mit dem Roller ziemlich schnell im Norden im Fisherman’s Village und beim Big Buddha (mehr dazu später), und gleichzeitig hat man es auch Richtung Süden (z.B. zum Strand Lamai) nicht so weit.

Wir haben auf Koh Samui wirklich viele Strände gesehen, aber der Strandabschnitt vor dem Amari Hotel war bis zuletzt einer unserer Favoriten! Der Sand dort ist so fein und weiß wie sonst nirgendwo auf der Insel. Der Nachteil: bei Ebbe (besonders im Mai und Juni) sind die Strände an der Ostküste zum Schwimmen nur wenig geeignet. Das hat uns persönlich nicht gestört, man muss es jedoch wissen.

Amari Koh Samui Strand

Die Zimmer im Amari Koh Samui wurden erst letztes Jahr (2016) neu renoviert. Sie sind zwar modern eingerichtet, haben aber dennoch einen gewissen traditionellen Charme. Das finden wir toll und wir haben uns in unserem kleinen Reich vom ersten Moment an sehr wohl gefühlt. Das Bett fanden wir unglaublich bequem, das Bad war sehr geräumig und wir hatten sogar eine Kaffeemaschine am Zimmer (juhu!).

Amari Koh Samui Zimmer

Das Frühstück ist für asiatische Verhältnisse überdurchschnittlich gut. Die Auswahl ist groß, aber nicht zu groß. Und die Qualität stimmt definitiv. Wir haben uns immer schon am Vorabend auf das leckere, frische Obst und den „Bread Pudding“ gefreut – ihr müsst wissen, wir lieben Hotelfrühstück! Ziemlich cool fanden wir übrigens auch das Amaya Café, das zum Hotel dazu gehört. Dort bekommt man wirklich guten Kaffee und auch Kuchen bzw. Pâtisserie.

Hier könnt ihr das Hotel buchen: Amari Koh Samui

Die schönsten Spots und Geheimtipps:

1. Jungle Club

Hier müsst ihr hin! Der Jungle Club liegt versteckt im hügeligen Hinterland von Koh Samui. Die Anreise mit dem Roller ist abenteuerlich (man sollte halbwegs geübt im Fahren sein), aber jeder Schweißtropfen lohnt sich. Oben angekommen habt ihr einen großartigen Ausblick auf die Bucht von Chaweng. Da schmeckt die Kokosnuss gleich doppelt, nein, dreimal so gut! Im Jungle Club kann man übrigens auch übernachten, aber die meisten kommen nur für einen Drink.

Koh Samui Jungle Club

Infos zum Jungle Club

Anreise: am besten mit dem Roller. Entlang der Ringstraße führt von Norden kommend eine Abzweigung nach rechts (gleich nach dem Schild vom Sheraton Hotel). Danach folgt ihr einfach immer weiter den Wegweisern. Achtung: man sollte halbwegs geübt im Rollerfahren sein, denn die Straße wird gegen Ende ziemlich steil.
Preise: 350 Baht für eine frische Kokosnuss, einen Eistee und eine Portion Thai-Frühlingsrollen

2. Beryl Bar

Die wohl coolste Bar für den Sonnenuntergang auf ganz Koh Samui befindet sich am nordwestlichen Zipfel von Koh Samui. Die Besitzer der Beryl Bar sind äußerst entspannt – Hektik ist hier ein Fremdwort. Wir haben uns an der Bar einfach zwei Chang-Bier geholt und uns damit auf die Steine gesetzt – allein schon für diesen Moment hat sich die Anfahrt gelohnt.

Tipps Sonnenuntergang Bar Koh Samui

Tipps Sonnenuntergang Koh Samui

Beryl Bar Koh Samui Tipps

Beryl Bar Koh Samui

Infos zur Beryl Bar

Anreise: Von der Ringstraße führt von Osten (Chaweng) kommend rechterhand eine Abzweigung zur Beryl Bar. Der kurze Weg ist holprig und sandig, aber mit dem Roller leicht machbar. Insgesamt benötigt man von Chaweng etwa 40 Minuten mit dem Roller.
Preise: 80 Baht für ein kleines Bier

3. Ausflug in den Ang Thong Marine Nationalpark

Unser Tagesausflug in den Ang Thong Marine Nationalpark war eines der Highlights während unserer Zeit auf Koh Samui. Der Archipel liegt westlich von Koh Samui und besteht aus insgesamt 42 Inseln, von denen nur eine einzige bewohnt ist. Die unberührten Strände im Ang Thong Marine Nationalpark könnt ihr im Rahmen einer Bootstour entdecken. Wir waren mit der Crew von Boutique Yachting unterwegs (sehr empfehlenswert). Zu unserer Tour in den Marine Nationalpark werden wir euch demnächst noch mehr erzählen.

Ang Thong Marine Nationalpark

Traumstrand Koh Samui

Ang Thong Strand

4. Big Buddha und Wat Plai Laem

Der Big Buddha ist natürlich kein Geheimtipp, denn er ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Koh Samui. Und zwar berechtigter Weise: wir können euch einen Besuch auf jeden Fall empfehlen. Wenn man die etwas mehr als 70 Stufen erst einmal zurück gelegt hat, dann wird man mit einem schönen Ausblick auf den Strand von Bo Phut belohnt. Abends, wenn die Sonne nicht mehr so vom Himmel brennt, bietet sich ein Besuch besonders an. Noch ein Tipp: Wenn ihr schon in der Gegend seid, dann schaut euch doch auch gleich den nahegelegenen Wat Plai Laem an.

Big Buddha Koh Samui Tipps

Big Buddha Koh Samui Aussicht

Infos zum Besuch des Big Buddhas

Anreise: Der Big Buddha liegt auf einer kleinen vorgelagerten Insel im Nordosten Koh Samuis, zu der eine Straße führt. Mit dem Roller ist der Big Buddha leicht zu erreichen, ansonsten könnt ihr auch ein Sammeltaxi (= „Songthaew“) nehmen.
Eintritt: kostenlos

Wat Plai Laem

5. Fisherman’s Village Walking Street

Ebenfalls sehr touristisch, aber durchaus einen Besuch wert, ist die wöchentliche Walking Street im Fisherman’s Village. Sie findet jeden Freitag von ca. 17 bis 23 Uhr statt. Verkauft werden überwiegend Souvenirs, Kleidung und Accessoires. Die Walking Street ist kein klassischer Food Market, aber man findet auch den ein oder anderen Stand, der Pad Thai, Pancakes oder Thai-Süßigkeiten anbietet.

Weitere Tipps für eure Reise nach Koh Samui

Reiseführer

Wenn ihr primär den Süden Thailands bereist, dann können wir euch den Stefan Loose Reiseführer „Thailand – Der Süden“ sehr empfehlen. Wir hatten den Reiseführer bei dieser Reise dabei und waren sehr zufrieden. Er konzentriert sich – wie der Name schon verrät – auf den Süden Thailands. Es gibt aber auch ein sehr ausführliches Kapitel über Bangkok und eines über den Norden Malaysias.

Anreise

Am bequemsten und auch am teuersten ist die Anreise per Flugzeug. Der Flughafen befindet sich im Osten der Insel und ist wirklich der idyllischste, den wir je gesehen haben. Achtung: die Taxi-Preise vom Flughafen sind wirklich überzogen. Für die 10-minütige Fahrt bis zu unserem Hotel nach Chaweng hätten wir 500 Baht zahlen müssen, die wir mit Ach und Krach auf 400 heruntergehandelt haben.

Alternativ könnt ihr auch mit dem Boot vom Festland (Chumpon oder Surat Thani) anreisen. Wir nutzen hier so gut wie immer die Lomprayah Boote und können bisher nichts Negatives berichten.

Flughafen Koh Samui Erfahrungen

Restaurants

Wir haben auf Koh Samui ganz hervorragend gegessen. Sehr zu empfehlen ist das kleine Thai-Restaurant Khaw Glong, das sich in Gehweite zum Amari Hotel befindet. Wer sich nach gesunden „Hipster“-Gerichten sehnt, der ist im Vikasa Life Café gut aufgehoben. Es gehört zum gleichnamigen Yoga-Studio und bietet neben einem wundervollen Ausblick auf die Küste sehr leckere vegetarische und auch vegane Speisen an.

Roller mieten

Um ehrlich zu sein: Wir haben schon unzählige Orte in Thailand mit dem Roller erkundet. Koh Samui ist jedoch in unseren Augen einer der gefährlichsten Plätze dafür. Vor allem die Ringstraße, die einmal um die Insel führt, ist an manchen Stellen ziemlich unangenehm zu fahren. Man wird ständig von Lkws überholt und allgemein herrscht auf den Straßen viel Verkehr.

Wir haben an einem unserer letzten Tage auch mit einem Expat gesprochen, der unseren Eindruck bestätigt hat. In seinen fünf Jahren auf Koh Samui hat er unfassbare drei Freunde (!) im Straßenverkehr verloren. Das hat uns extrem zu denken gegeben. Er hat uns empfohlen, in Zukunft ein Auto auszuleihen – das sei zwar etwas teurer, aber um Welten sicherer. Falls ihr euch also einen Roller mietet, dann passt vor allem abends auf. Viele Touristen und Einheimische fahren dann alkoholisiert.

Man ist übrigens gesetzlich verpflichtet, einen Helm zu tragen, was sehr, sehr viele (sowohl Touristen als auch Einheimische) ignorieren. Da die Helme, die man beim Rollerverleih erhält, meist ein Witz sind, haben wir uns diesmal welche beim großen Tesco/Lotus Supermarkt gekauft (nahe Chaweng). Die 300 bzw. 500 Baht sind gut investiert, denken wir.

Roller Mieten Koh Samui Erfahrungen

Bei all den negativen Dingen: es geht trotzdem nichts über das Gefühl der Freiheit, wenn man mit dem Roller eine leere Straße entlang braust. Und: man ist einfach so flexibel: kein zeitraubendes Warten auf Taxis, kein Verhandeln, einfach losfahren! Daher haben wir uns auch diesmal wieder mit ein bisschen Bauchweh auf den Roller geschwungen.

Für 24 Stunden kostet ein Roller zwischen 250 und 300 Baht. Es wird außerdem ein Einsatz verlangt (wir lassen immer Kathis Führerschein dort, den braucht sie nicht, da ohnehin Romeo fährt). Denkt daran, dass in Thailand Linksverkehr herrscht. Es dauert also anfangs ein bisschen, bis man sich daran gewöhnt. Tanken könnt ihr ganz bequem an der Tankstelle (ca. 28 Baht pro Liter) oder unterwegs an kleinen Shops, die Benzin in Liter-Flaschen zu etwa 40 bis 50 Baht anbieten.


Transparenz: Wir wurden vom wundervollen Hotel Amari Koh Samui für vier Nächte eingeladen. Vielen Dank! Wir würden jederzeit wieder kommen! Danke auch an Boutique Yachting für die Einladung zum wirklich großartigen Tagesausflug in den Marine Nationalpark. Dieser Blogartikel enthält Affiliate Links. Wenn ihr etwas über den Link kauft oder bucht, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich dadurch überhaupt nichts.

War von euch schon einmal jemand auf Koh Samui? Wir freuen uns sehr über weitere Tipps oder Erfahrungsberichte!