Der gemütliche Ort Tekapo am gleichnamigen See ist einer unserer liebsten Orte auf der Südinsel Neuseelands. Die Kombination aus dem tiefblauen Gletschersee und der majestätischen Bergkulisse im Hintergrund hat uns schon 2013, bei unserer ersten Reise durch Neuseeland, nachhaltig begeistert. Der Lake Tekapo befindet sich in einem kaum besiedelten Gebiet, doch gerade das macht den Ort für uns so reizvoll, denn in puncto Natur gibt’s Einiges zu entdecken.

Tekapo Tipps

1. Das erwartet dich am Lake Tekapo

Der Lake Tekapo befindet sich ziemlich genau im Zentrum der Südinsel und liegt auf der Strecke zwischen Christchurch und Queenstown. Die Region rund um den Gletschersee ist sehr dünn besiedelt. Hier steht ganz klar die Natur im Fokus.

Tekapo selbst ist der einzige Ort am gleichnamigen See. Obwohl Tekapo offiziell nur ein paar Hundert Einwohner hat, ist in der Hochsaison im Zentrum Einiges los. Tekapo soll wohl immer beliebter werden und das können wir (im Vergleich zu unserer Reise 2013) ebenfalls bestätigen. Bei unserem letzten Besuch im Januar 2018 waren vor allem ungewöhnlich viele asiatische Reisegruppen vor Ort.

Aber keine Sorge: Tekapo ist immer noch ein beschauliches Plätzchen – vor allem, wenn man es mit Queenstown vergleicht. Und das Beste: Sobald man den Ort hinter sich gelassen hat, ist man mutterseelenallein. Unsere liebste Beschäftigung in Tekapo war es, mit unserem kleinen Flitzer coole Spots mit Blick auf den See zu erkunden.

Tekapo Reisebericht

2. Anreise zum Lake Tekapo: traumhafte Fotospots an jeder Ecke

„Der Weg ist das Ziel“ – es klingt SO banal, aber hier am Lake Tekapo stimmt es wirklich. Der See liegt so idyllisch, dass schon die Anreise dorthin ein unglaubliches Erlebnis ist.

Anreise vom Norden

Wenn du von Christchurch aus zum Lake Tekapo fährst, dann achte unbedingt darauf, dass du die Route über das Landesinnere wählst. Diese Strecken namens „Inland Scenic Route“ dauert zwar eine gute halbe Stunde länger, doch glaub uns: Der Umweg lohnt sich. Vielleicht möchtest du sogar einen Abstecher bei Castle Hill machen? In diesem Artikel findest du unsere Tipps dafür: Ein Wochenende in Christchurch.

Die „Inland Scenic Route“ führt dich zunächst über den State Highway 73 und 77. Diese Strecke bringt dich direkt an der beeindruckenden Rakaia Gorge vorbei. Ein bisschen schade fanden wir, dass wir zu wenig Zeit für die Wanderung hier hatten („Rakaia Gorge Walkway“). Stattdessen haben wir nur kurz angehalten und den beeindruckenden Blick von der Brücke genossen.

Weiter geht es dann über den Highway 72 bis Geraldine. Der kleine Ort bietet sich für einen kurzen Kaffeestopp an. Im Feinkostladen „Barker’s of Geraldine“ haben wir ein paar lokale Produkte für die nächsten Wochen besorgt. Du findest hier Marmeladen, Sirupe und andere Köstlichkeiten.

Nach Geraldine bringt dich der State Highway 79 direkt nach Tekapo. Für die Strecke haben wir noch einmal ca. eine Stunde benötigt. Insgesamt musst du von Christchurch aus mindestens 4 Stunden für die Anfahrt einplanen, wenn du ein paar Zwischenstopps machen möchtest. Wenn du Castle Hill ebenfalls besichtigen möchtest, solltest du dich schon früh aus Christchurch aufmachen. Denn allein die zusätzliche Strecke „kostet“ dich eine Stunde Fahrzeit.

Rakaia Gorge

Anreise vom Süden (Queenstown)

Wenn du vom Süden zum Lake Tekapo anreist, dann startest du vermutlich in Wanaka oder Queenstown. Diese Strecke ist landschaftlich unglaublich beeindruckend. Von Queenstown aus kannst du entweder über den State Highway 6 oder aber über die Crown Range Road fahren. Letztere Strecke dauert etwas länger, hat uns aber total beeindruckt. Dort haben wir auch wieder einmal unsere Drohne geflogen, um die berühmten Haarnadelkurven von oben einzufangen.

Wanaka selbst ist ebenfalls unbedingt einen mehrtägigen Aufenthalt wert. Von Wanaka führt dich der State Highway 8 in etwa 2,5 Stunden Fahrzeit nach Tekapo. Einen Zwischenstopp können wir in Twizel empfehlen. Der Ort ist bekannt für seine Lachsfarmen. Bei „High Country Salmon“ haben wir ein leckeres Mittagessen gegessen und uns auch gleich ein Stück Fisch fürs Abendessen mitgenommen. (Unsere Empfehlung: Hot Smoked Salmon!)

Drohne Neuseeland Straße

Anreise vom Süden (Dunedin)

Die Strecke von Dunedin nach Tekapo ist landschaftlich nicht ganz so spektakulär, aber auch hier gibt es lohnenswerte Zwischenstopps. Die Strecke führt zunächst über den State Highway 1. Hier kannst du bei den Moeraki Boulders stehenbleiben, den berühmten kugelförmigen Felsformationen. Vom Parkplatz führt ein kurzer Fußweg direkt zum Strand mit den Moeraki Boulders. Kleine Warnung: Du wirst nicht allein sein. Aber wenn man schon vorbeikommt, kann man auf jeden Fall kurz anhalten.

Kurz vor den Moeraki Boulders liegt Katiki Point. Wenn du etwas mehr Zeit zur Verfügung hast, lohnt sich ein Zwischenstopp hier sehr. Ein etwa 10-minütiger Weg führt dich die raue Küste entlang. Mit ziemlicher Sicherheit kannst du hier unzählige Robben bestaunen und mit viel Glück sogar Pinguine.

Kurz vor Oamaru führt die Strecke nun über das Landesinnere (State Highway 83) Richtung Lake Pukaki. Der See ist so malerisch schön gelegen, dass wir die Route über das Landesinnere jener Strecke, die Richtung Timaru verläuft, den Vorzug gegeben haben. Bei Twizel lohnt sich ein Zwischenstopp bei „High Country Salmon“. Auf dieser ziemlich bekannten Lachsfarm kann man zu Mittag essen und sich auch frischen Fisch mitnehmen.

Katiki Point Robben

Unser Mietwagen

Wie du bestimmt schon herauslesen kannst, würden wir dir unbedingt empfehlen, Neuseeland mit dem eigenen Auto oder Camper zu bereisen. Wir haben unseren Mietwagen über Sunny Cars gebucht. Sunny Cars agiert als Vermittler, d.h. du bekommst einen lokalen Vermieter zugewiesen (also z.B. Hertz, Europcar etc.). Das Tolle an Sunny Cars ist, dass im Schadensfall der Selbstbehalt übernommen wird.

Die Sache ist nämlich die: Wenn du z.B. einen unverschuldeten Kratzer ins Auto bekommst (wie uns das auf einem Parkplatz in Neuseeland vor einigen Jahren passiert ist), und es keinen Schuldigen gibt, dann musst du den Selbstbehalt bezahlen. Wenn du aber ein Auto buchst, wo der Selbstbehalt erstattet wird (was bei Sunny Cars der Fall ist), dann entstehen keine Kosten für dich. All unsere Tipps zum Mieten eines Autos in Neuseeland findest du in einem unserer nächsten Artikel auf unserem Blog.

3. Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in und um Tekapo

Mount John Observatory

Wir sind auf Reisen ja immer auf der Suche nach coolen Fotospots, daher wollten wir uns das Mount John Observatory nicht entgehen lassen. Es liegt an der südlichen Westseite des Lake Tekapos.

Eigentlich kann man hier – wie der Name schon verrät – Sterne beobachten. Dadurch, dass die Region so dünn besiedelt ist, ist es abends nämlich stockfinster und die Sterne blitzen nur so vom Himmel. Wenn dich die Sternebeobachtung interessiert, kannst du vorab hier eine Tour buchen: Earth & Sky New Zealand.

Wir haben uns stattdessen dazu entschlossen, dem Ort untertags einen Besuch abzustatten. Dann hat nämlich auch das Astro Café geöffnet und man kann bei einem Flat White und einem Stück Kuchen den atemberaubenden Blick auf den See genießen. Kleiner Tipp: Das Café ist bei schönem Wetter gut besucht, aber wenn du nur ein paar Minuten spazierst, hast du den Ausblick ganz für dich allein.

Weitere Infos zum Mount John Observatory

Anfahrt: Vom Zentrum Tekpos sind es etwa 15 Minuten Fahrt mit dem Auto über die Godley Peaks Road. Die Zufahrt auf den Berg führt über eine Privatstraße, für deren Benützung 8 NZD zu bezahlen sind. Achtung: Die Strecke ist nur während der Café-Öffnungszeiten befahrbar. Alternativ kannst du den Mount John auch zu Fuß erklimmen. Startpunkt des Tracks („Mount John Summin Circuit Track“) ist der Tekapo Springs complex.
Öffnungszeiten Astro Café: täglich 9 bis 18 Uhr (Sommer), 10 bis 17 Uhr (Winter)

Mount John Observatory

Ausblick Lake Tekapo

Sternenhimmel beobachten

Kennst du das, wenn du – ohne es zu erwarten – ganz spontan wieder einmal erkennst, wie beeindruckend unsere Erde eigentlich ist? In Tekapo hatten wir einen solchen Moment. Als wir abends am Balkon unseres Apartments saßen und in die Höhe blickten, konnten wir unseren Augen kaum trauen. Wir hatten schon ewig keinen so imposanten Sternenhimmel mehr gesehen.

Erst dann haben wir realisiert: Dadurch, dass Tekapo so dünn besiedelt ist, funkeln hier bei klarem Himmel die Sterne um die Wette. Spontan haben wir also unser Kameraequipment zusammengepackt und sind um 23 Uhr ins Ortszentrum gefahren.

Unser Ziel war die Kirche namens „Church of the Good Shepard“. Vor der Kirche versammeln sich bei klarem Himmel jede Nacht ein paar Dutzend Menschen, um das berühmte Fotomotiv mit der Kirche samt dem glitzernden Sternenhimmel zu schießen.

Auch wir haben unser Glück versucht. Leider hatten wir das große Stativ auf unserer 3-monatigen Reise nicht dabei. Für solche Momente hätte es sich dann doch gelohnt. Aber auch ohne die perfekte Ausrüstung haben wir ein hübsches Bild zustande gebracht.

Sterne beobachten an der „Church of the Good Shepard“

Adresse: Pioneer Drive, Tekapo
Hinweis: Stell dich darauf ein, von unzähligen Menschen umgeben zu sein – bei unserem Besuch waren es vorwiegend asiatische Reisegruppen. Wir waren gegen 23 Uhr dort.

Sternenhimmel Tekapo

Die Umgebung erkunden

Was wir am liebsten tun, wenn wir an spektakulären Orten sind? Einfach ins Auto setzen und die Umgebung erkunden! In Tekapo funktioniert das perfekt. Hier gibt’s unzählige menschenleere Plätze mit beeindruckendem Blick auf den See. Einen unserer liebsten Spots haben wir an der Westseite entlang der Godley Peaks Road gefunden. Wir waren am späten Nachmittag hier und die Lichtstimmung war einfach nur ein Traum.

Lake Tekapo Tipps

Mount Cook Nationalpark

Tekapo bietet sich perfekt als Ausgangsbasis für eine Wanderung durch den Mount Cook Nationalpark an. Von Tekapo ist es etwa eine Stunde und 20 Minuten Fahrzeit bis zum Mount Cook Village. Von hier starten zahlreiche Tracks. Natürlich kannst du auch direkt im Mount Cook Village übernachten, doch die Möglichkeiten sind sehr begrenzt und hinzu kommt, dass wir lieber mehrere Tage an einem Ort verbringen anstatt täglich umzuziehen. Daher haben wir uns dazu entschlossen, den Mount Cook von Tekapo aus zu erkunden.

Hooker Valley Track

Die beliebteste Tageswanderung durch den Mount Cook Nationalpark nennt sich Hooker Valley Track und lässt sich (inklusive Fahrzeit nach Tekapo) locker an einem Tag bewältigen. Die Wanderung führt fast ausschließlich über ebene Wege und dauert insgesamt gerade einmal drei Stunden. Somit ist sie auch für Familien mit Kindern oder ältere Personen bestens geeignet.

Trotzdem ist der Hooker Valley Track unglaublich variantenreich: Du kommst an mehreren Hängebrücken vorbei, überquerst reißende Flüsse, hast gigantische Ausblicke auf die Berggipfel und findest hier auch eines der beliebtesten Fotomotive: den Berg samt Holzsteg. Am Ende der Wanderung gelangst du zum Gletschersee, in dem meist sogar Eisschollen treiben.

Dass diese Wanderung so einfach zugänglich ist, hat seinen Preis: An schönen Tagen gleicht der Hooker Valley Track einem Trampelpfad. Noch ein Haken: Du musst die Strecke doppelt gehen – die Wanderung ist also kein „Rundweg“. Allein schon wegen der tollen Fotomotive können wir dir den Track allerdings sehr empfehlen.

Mount Cook Tipps

Mount Cook Nationalpark

4. Unterkunft in Tekapo: unser Tipp

Der wunderschöne Ort Tekapo hat einen Nachteil: Das Preisniveau für Unterkünfte ist übertrieben hoch. Neuseeland ist ja generell schon nicht ganz günstig, aber in Tekapo liegen die Preise noch einmal ordentlich über dem Durchschnitt.

Wir haben daher zwei Augen zugedrückt und uns für die zwei Nächte ein richtig tolles Apartment geleistet, das wir dir sehr empfehlen können. (Und das sagen wir trotz des Preises: Für zwei Nächte haben wir nämlich fast 400 Euro bezahlt – einfach irre!)

Die Unterkunft nennt sich Starview 88 Apartment und liegt etwas abseits des Ortszentrums auf einem Hügel. Das Apartment war bei unserem Besuch (Januar 2018) ganz neu. Das Apartment ist sehr hell und modern eingerichtet, war aber trotzdem sehr gemütlich. Die Küche ist perfekt ausgestattet, daher haben wir in Tekapo auch kaum Restaurant-Tipps für dich, denn die meiste Zeit haben wir uns selbst verpflegt.

Von der Terrasse sieht man auf den See, doch der Blick ist durch andere Häuser etwas getrübt. Das Bett war übrigens super bequem (und da sind wir sehr anspruchsvoll).

Hier kannst du das Apartment buchen: Starview 88 Apartment

5. Unser Reiseführer für Neuseeland

Während unseres Roadtrips durch Neuseeland haben wir diese beiden Reiseführer zur Recherche genutzt.

Lonely Planet New Zealand

Der klassische Reiseführer von Lonely Planet (Englisch) beschäftigt sich sowohl mit der Nord- als auch mit der Südinsel Neuseelands. Wir können dir diesen Reiseführer empfehlen, wenn du einen Reiseführer suchst, der zwar nicht so schwer sein soll, aber doch alles Wichtige abdeckt. Natürlich hätten wir uns an manchen Orten etwas mehr Details gewünscht, aber alles in allem waren wir sehr zufrieden.

Du kannst den Reiseführer übrigens auch auf Deutsch kaufen: Lonely Planet Neuseeland Reiseführer

Lonely Planet Best of New Zealand

Wie der Name schon verrät, geht es in diesem Reiseführer um die ganz großen Highlights in Neuseeland. Der Reiseführer ist ebenfalls von Lonely Planet, doch das Konzept ist ein anderes. Einige Orte sind gar nicht vertreten, dafür wiederum ist die Aufmachung des Reiseführers etwas individueller und ansprechender. Tekapo findet in diesem Reiseführer leider keine Erwähnung, daher mussten wir auf den oben angeführten Reiseführer vertrauen.

6. Weitere Reiseberichte aus Neuseeland


Transparenz: Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Coole Sache, oder? Für unseren Mietwagen in Neuseeland haben wir von Sunny Cars einen Rabatt bekommen – vielen lieben Dank! An unserer Meinung ändert sich daran überhaupt nichts. Wir haben schon mehrmals privat bei Sunny Cars gebucht (also den vollen Preis bezahlt) und immer gute Erfahrungen gemacht. 

Warst du schon einmal am Lake Tekapo und hast noch weitere Tipps? Oder reist du demnächst nach Neuseeland und hast noch Fragen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!