Kaffeehäuser gibt es in Wien wie Sand am Meer. Doch junge, hippe Cafés waren lange Zeit unterrepräsentiert. Das hat sich mittlerweile geändert: Gefühlt eröffnet jede Woche ein neues Hipster-Café in Wien. In diesem Blogartikel verraten wir euch, wo in unserer Heimatstadt Wien wir am liebsten bei einem Flat White und einem leckeren Frühstück unser mobiles Büro aufschlagen.

Waldemar Tagesbar

Eines unserer liebsten Hipster-Cafés in Wien ist das Waldemar – und das nicht nur, weil es gleich bei uns ums Eck liegt. Das Waldemar hat erst 2016 eröffnet und ist eine Bereicherung für den 13. Bezirk, der sonst nicht gerade für sein großes Gastronomieangebot bekannt ist.

Das Frühstück ist hervorragend. Die Kombis sind nach berühmten Straßen in der Welt benannt. Die Kombi unserer Wahl ist meist „Mott Street“ (Soho – Manhattan) mit Granola, Eierspeise, Avocado und mehr (siehe Foto). Eine große Empfehlung gibt es auch für den Avocado Toast. Der ist nämlich der beste, den wir überhaupt kennen. Auch der Kaffee ist ausgezeichnet. Er stammt aus der Grazer Kaffeerösterei Tribeka.

Das Waldemar ist sehr groß, ziemlich hell und im „Industrial“-Stil eingerichtet, also: sehr puristisch und clean. Manchen mag die Atmosphäre zu wenig gemütlich sein. Uns stört das nicht – ganz im Gegenteil. Die Gäste sind bunt gemischt: Es kommen Schüler, Studenten, Touristen und auch Pensionisten zum Zeitunglesen. Junge Mütter treffen sich hier ebenfalls gerne. Im Sommer gibt’s draußen einen kleinen Schanigarten. Einziger Kritikpunkt: Wenn das Café sehr voll ist, dann ist der Lärmpegel doch recht hoch.

Tipp für Wien-Besucher: Das Waldemar liegt nicht weit entfernt vom Eingang zum Schlosspark Schönbrunn. Ihr könnt den Besuch des Schloss Schönbrunn also perfekt mit einem Frühstück im Waldemar kombinieren.

Nähere Infos zum Frühstück in der Waldemar Tagesbar

Frühstück/Brunch: Montag bis Freitag ab 8 Uhr, Samstag und Sonntag ab 9 Uhr
Anreise: U4 bis Hietzing
Adresse: Altgasse 6, 1130 Wien

Waldemar Frühstück

Augustin

Das Augustin liegt im 15. Bezirk, weit abseits der Hotspots von Wien und trotzdem ist es immer voll. Warum? Weil es einfach den Nerv der Zeit trifft. Das Augustin ist ein bisschen wie ein großes Wohnzimmer, recht düster, sehr vollgeräumt, aber einfach super gemütlich.

Wir waren schon mehrmals zum Frühstück dort und können nur Positives berichten. Es gibt verschiedene Kombinationen, sowohl klassische (mit Schinken, Käse usw.) als auch ausgefallenere und solche, die für Veganer geeignet sind. Der Kaffee ist ebenfalls sehr gut.

Das Augustin ist in der Wiener Frühstücksszene extrem beliebt und daher immer voll. Wir empfehlen euch unbedingt zu reservieren (besonders, wenn ihr mehrere Personen seid). Achtung: Das Café hat nur Samstag und Sonntag zum Frühstück geöffnet. An den restlichen Tagen könnt ihr es nur abends besuchen. Und noch ein Hinweis: Wer unter einer Katzenhaarallergie leidet, sollte das Augustin eher meiden, denn es gibt Katzen und die springen schon mal gerne aufs Sofa – Wohnzimmer-Atmosphäre, wir sagen’s ja.

Nähere Infos zum Brunch im Augustin

Frühstück/Brunch: nur Samstag, Sonntag und Feiertag ab 9:30 Uhr
Anreise: U3 bis Johnstraße
Adresse: Märzstraße 67, 1150 Wien

Augustin Frühstück Wien

Café Telegraph

Dafür, dass das Café Telegraph erst 2017 eröffnet hat, ist es schon ganz schön bekannt in der Wiener Hipster-Café-Szene. Das Café befindet sich in einem ehemaligen Postamt und ist in optischer Hinsicht wirklich schön geworden. Besonders die Plätze am Fensterbrett finden wir toll. Das Café Telegraph ist sehr puristisch, aber doch gemütlich eingerichtet und erinnert uns ein wenig an eine französische Patisserie (was gar nicht so weit hergeholt ist, denn im Café Telegraph wird tatsächlich hausgemachte Patisserie angeboten).

Auf der sehr umfangreichen Frühstückskarte stehen Gerichte aus aller Welt. Vertreten sind natürlich die Klassiker wie z.B. ein Wiener Frühstück (mit Schinken, Käse, Marmelade, Honig und Gebäck) oder ein englisches Frühstück (mit Baked Beans & Co.). Aber es gibt auch Ausgefallenes wie z.B. ein Frühstück aus der Ukraine (Pfannkuchen namens „Syrniki“) oder Russland. Natürlich dürfen die Hipster-Klassiker wie Acai-Bowl und jede Menge Avocado-Gerichte auch nicht fehlen.

Wir haben das Wiener Frühstück und den Avocado Toast getestet. Beides war sehr gut. Auch der Kaffee ist ausgezeichnet. Es stimmt allerdings, dass man ganz schön lange auf das Essen warten muss. Sehr eilig sollte man es nicht haben. Und noch ein kleiner Kritikpunkt: Irgendwie scheint die Lüftung nicht ausreichend zu funktionieren, denn es hat im ganzen Lokal sehr stark nach Essen gerochen (was eigentlich für ein Café dieser Art unüblich ist).

Tipp für Wien-Besucher: Das Café Telegraph befindet sich in der Nähe des prachtvollen Hauptgebäudes der Universität Wien. Schau dort unbedingt kurz vorbei, die Universität ist wirklich sehenswert! Unser Lieblingsort ist der Große Lesesaal.

Nähere Infos zum Frühstück im Café Telegraph

Frühstück/Brunch: jeden Tag ab 9 Uhr
Anreise: U2 bis Schottentor (Universität)
Adresse: Garnisongasse 7, 1090 Wien

Tewa

Das Tewa ist seit Jahren unser „all time favorite“ am Naschmarkt. Gut, zugegeben: vielleicht passt es nicht perfekt in die Hipster-Kategorie wie die anderen Cafés in dieser Liste. Aber wir gehen einfach so gerne ins Tewa, dass es in diesem Blogartikel nicht fehlen durfte.

Im Tewa wird Bio-Küche serviert. Essen gibt’s den ganzen Tag, aber besonders gerne kommen wir zum Frühstück. Im Tewa gibt’s nämlich das von uns heiß geliebte „Hummus Ful“, also Hummus mit Wachtelbohnen. Das könnten wir echt zu jeder Tageszeit essen. Zum Frühstück wird dazu außerdem ein Mango Lassi sowie ein Kaffee nach Wahl serviert.

Das Tewa können wir euch besonders in den warmen Monaten empfehlen, wenn man draußen sitzen kann. Dank Heizstrahler ist das auch noch im Herbst möglich. Genau wie fast alle Lokale am Naschmarkt ist auch das Tewa in der Schanigarten-Saison extrem gut besucht. Achtung: Am Sonntag hat der Naschmarkt und damit auch alle Restaurants dort geschlossen.

Unser Tipp für den süßen Abschluss: Wir verlassen niemals den Naschmarkt ohne eine frische Mohnzelte. Wir lieben die Dinger einfach!

Nähere Infos zum Frühstück im Tewa

Frühstück/Brunch: von Montag bis Samstag ab 7 Uhr
Anreise: U4 bis Kettenbrückengasse oder U1, U2, U4 bis Karlsplatz
Adresse: Naschmarkt 672, 1060 Wien

Burggasse 24

Das Burggasse 24 ist ein Hipster-Café par excellence. Es ist ein Concept Store – im Laden nebenan gibt es Second Hand Mode zu kaufen. Das dazugehörige Café ist eine schräge Kombi aus Vintage-Möbeln. Man fühlt sich ein bisschen wie in Omas Wohnzimmer.

Frühstücken kann man im Burggasse 24 täglich ab 10 Uhr. Das Angebot ist zwar überschaubar, aber wir bevorzugen ohnehin Qualität anstatt Quantität. Und die Qualität stimmt hier auf jeden Fall. Wir haben bisher zwei Mal das Bulgur-Porridge probiert und fanden es ausgezeichnet. Sehr gut war auch die Kombi namens „Neubau“ mit Schinken, Käse, weichem Ei, Butter, Marmelade und: dem warmen, angetoasteten Brot! Der Kaffee schmeckt gut, aber hier ist unserer Meinung nach noch Luft nach oben.

Bei unseren letzten Besuchen waren im Burggasse 24 vorwiegend junge Leute, die auf der Suche nach einem ruhigen Platz zum Arbeiten waren. Wir haben das Gefühl, dass das Burggasse 24 immer noch so etwas wie ein Geheimtipp unter den Hipster-Cafés in Wien ist. Warum verstehen wir auch nicht, aber so haben wir zumindest selbst am Wochenende immer noch einen Platz bekommen.

Nähere Infos zum Frühstück im Burggasse 24

Frühstück/Brunch: jeden Tag ab 10 Uhr
Anreise: U2 bis Volkstheater
Adresse: Burggasse 24, 1070 Wien

Velobis

Relativ unbekannt, aber sehr empfehlenswert ist das Velobis, das eigentlich ein Bike Store mit angeschlossenem Café ist – daher auch der Name: Velo & Bistro = Velobis. Es befindet sich im ehemaligen Gloriette-Kino im 14. Bezirk und liegt somit etwas außerhalb der Innenstadt in einem Wiener Wohnbezirk.

Für das Frühstück lohnt sich die Anreise aber auf jeden Fall: Das ist hier nämlich hervorragend. Auf der Speisekarte gibt es jede Menge Frühstückskombis – von klassisch bis ausgefallen. Sehr gut geschmeckt hat uns das „Tour d’Afrique“. Der sehr nette Besitzer legt viel Wert auf die Qualität der Speisen und das merkt man als Gast auch: Die Zutaten sind möglichst bio und/oder regional. Der Kaffee im Velobis ist ebenfalls sehr lecker.

Frühstück wird im Velobis nur Samstag und Sonntag serviert. Wer ganz sicher einen Platz haben möchte, sollte reservieren. Wir haben jedoch am Samstag auch ohne Reservierung einen Tisch für 2 bekommen. Im Sommer kann man auch im begrünten Innenhof Platz nehmen.

Nähere Infos zum Frühstück im Velobis

Frühstück/Brunch: Samstag und Sonntag ab 9 Uhr
Anreise: von Hietzing mit der Straßenbahnlinie 10 oder vom Westbahnhof mit der Straßenbahnlinie 52 bis Linierstraße/Johnstraße
Adresse: Johnstraße 1-3, 1140 Wien

Frühstück Velobis


Habt ihr noch weitere Tipps für coole Hipster-Cafés in Wien? Wir freuen uns auf eure Kommentare!