Das idyllische Hpa-an und dessen saftig grüne Umgebung waren eines unserer Highlights während unserer Reise durch Myanmar. Unser Bus war noch nicht einmal angekommen, da hatten wir uns schon in die wunderschöne Landschaft aus grün bewachsenen Kalksteinfelsen verliebt. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja noch nicht, dass der Ausblick vom Mount Zwegabin das noch einmal toppen würde.

In diesem Blogartikel verraten wir dir, welche Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse du in Hpa-an in Myanmar nicht verpassen solltest. Dazu zählt allen voran die Besteigung des Mount Zwegabin – unser schweißtreibendstes, aber auch eines der beeindruckendsten Erlebnisse in ganz Myanmar.

Hpa An Myanmar

1. Überblick Hpa-an: Kalksteinfelsen und Höhlen

Hpa-an liegt etwa sechs Busstunden östlich von Yangon entfernt und ist das exakte Gegenteil zum Großstadtchaos. Klar, im Ortszentrum der 50.000 Einwohner-Stadt wuselt es auch hier, aber das restliche Hpa-an und vor allem die Umgebung sind Idylle pur. Eingebettet zwischen dem Thanlwin-Fluss und den Kalksteinfelsen ist Hpa-an mit Sicherheit eines der landschaftlich eindrucksvollsten Ziele Myanmars.

Die meisten Besucher zieht es in die beeindruckenden Tropfsteinhöhlen, von denen es rund um Hpa-an jede Menge gibt. Ebenfalls viel besucht ist die Kyauk Ka Lat Pagode: Inmitten eines kleinen Sees ragt auf der Spitze eines steilen, grün bewachsenen Felsen, eine Pagode in den Himmel. Die Kyauk Ka Lat Pagode ist zurecht eine der meist fotografierten Sehenswürdigkeiten Hpa-ans.

Unser persönliches Highlight in Hpa-an haben wir auf dem Gipfel des Mount Zwegabin gefunden. Der Ausblick zum Sonnenaufgang war einer unserer schönsten Momente unserer Myanmar-Reise.

2. Besteigung des Mount Zwegabin

Stundenlang haben wir hin und her überlegt, ob wir die beschwerliche Besteigung des Mount Zwegabin auf uns nehmen sollen. Letztlich haben wir uns dazu durchgerungen. Zum Glück! Denn – so viel sei schon einmal verraten – der Ausblick im Morgengrauen entschädigt wirklich alle Mühen!

Ja, ihr lest richtig: Morgengrauen. Die meisten starten ihre Wanderung zum Gipfel nämlich nach  Sonnenaufgang, aber wir wollten unbedingt den Sonnenaufgang von hoch oben bestaunen. Kein einfaches Unterfangen für zwei Langschläfer wie wir es sind: Um 4:00 läutete unser Wecker, um 4:40 Uhr startete unsere Wanderung.

Die Wanderung zum Gipfel des Mount Zwegabin

800 Höhenmeter gilt es zurückzulegen – ein schweißtreibendes Unterfangen, wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt. Der größte Teil des Weges besteht aus Stufen – und diese sind mal in sehr gutem Zustand und mal kaum (mehr) vorhanden. An manchen Abschnitten gibt es ein Geländer zum Anhalten, doch hier und da muss man sich mit Baumwurzeln oder Baumstämmen begnügen. Soll heißen: Der Weg mitsamt den Stufen ist sehr unregelmäßig und man muss ständig aufpassen, wohin man tritt.

Mit Ausnahme von ein paar sehr kurzen ebenen Strecken geht es durchgehend bergauf. Und obwohl wir sozusagen mitten in der Nacht losgingen, waren unsere T-Shirts binnen kürzester Zeit komplett verschwitzt. Wir haben das Kloster am Gipfel um 6:15 erreicht. Insgesamt waren wir etwas mehr als 1,5 Stunden unterwegs – 1,5 Stunden, die sich zugegeben angefühlt haben wie eine Ewigkeit. Denn obwohl wir beide recht fit sind, war die Wanderung für uns schon sehr hart. Apropos: Richtig anstrengend wurde es dann noch ein zweites Mal, nämlich beim Bergablaufen. Wir hatten kaum mehr Kraft in unseren Beinen. Am liebsten wären wir stehen geblieben, aber irgendwie haben wir dann doch die Zähne zusammengebissen und es wieder ins Tal geschafft.

Was du beachten solltest, wenn du ebenfalls vor Sonnenaufgang losgehst:

  • Nimm genügend Wasser mit: 1,5 Liter pro Person sind das Minimum.
  • Der Weg ist stockfinster. Ohne Licht sieht man noch nicht einmal die Hand vor dem Gesicht. Nimm also unbedingt eine Taschenlampe mit. Wir haben uns eine im Hotel ausgeborgt. Im äußersten Notfall tut es auch die Smartphone-Taschenlampe.
  • Der Sonnenaufgang variiert je nach Monat, checke also vorab den tatsächlichen Zeitpunkt ab.
  • Übrigens: Wir haben auf unserem Weg nach oben keinen einzigen anderen Wanderer getroffen. Wir waren weit und breit die einzigen Menschen. Erst beim Bergabgehen kamen uns immer wieder Leute entgegen.

Zwegabin Aussicht

So erreichst du den Ausgangspunkt für die Wanderung auf den Mount Zwegabin:

Der Wanderweg zum Gipfel startet direkt hinter dem Lubini Garden, jenem weitläufigen Feld, auf dem über 1000 Buddha-Statuen stehen. Fahre einfach mit dem Roller an den Buddhas vorbei bis du anstehst. Auf dem kleinen Parkplatz kannst du parken. Direkt dahinter startet der Wanderweg.

Vom Ortszentrum in Hpa-an ist es übrigens ein gutes Stück: ca. 25 Minuten mit dem Roller solltest du mindestens einplanen. Wenn du nicht mit dem Roller fahren möchtest, kannst du dir auch ein privates Taxi nehmen. Bitte den Fahrer aber, dich auch wieder abzuholen.

Es gibt übrigens ein geringes Eintrittsgeld von 4.000 Kyat, das du vor Ort entrichten musst. Als wir in der Früh dort waren, war allerdings noch niemand da, der sich darum gekümmert hätte. Dass es den Eintritt gibt, wissen wir nur, weil wir bereits am Vortag den Lumbini Garden besucht hatten.

Zwegabin Erfahrungen

3. Weitere Sehenswürdigkeiten in Hpa-an

Die meisten Besucher in Hpa-an begeben sich auf eine organisierte Tempel- und Höhlentour. So kann man in relativ geringer Zeit sehr viele Sehenswürdigkeiten ansteuern. Wir haben uns dazu entschlossen, die Höhlen und Tempel mit dem eigenen Roller anzufahren. Dadurch haben wir zwar nicht ganz so viele Höhlen gesehen, aber dafür umso mehr von der wunderschönen Natur. Wir würden es jederzeit wieder so machen!

Sadan Cave

Die größte Höhle Hpa-ans wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher haben wir die ca. 30-minütigen Rollerfahrt quer über Sandpisten auf uns genommen. Die Dimensionen der Sadan Höhle sind wirklich beeindruckend. Was uns allerdings gestört hat: Wie leider sehr oft in Myanmar blinken und leuchten einem hier an allen Ecken grauenvolle LED-Lichter entgegen. Wenn Buddha-Figuren plötzlich neonfarbenen Leuchtkronen tragen, hört sich für uns der Spaß auf.

Hinzu kommt, dass die Höhle auf uns keinen allzu gepflegten Eindruck gemacht hat. Auch das ist in Myanmar leider keine Seltenheit. Dennoch sind wir froh, der Sadan Höhle einen Besuch abgestattet zu haben.

Vom Eingang geht man durch die Höhle etwa 15 Minuten, ehe man den Ausgang auf der anderen Seite erreicht. Hier hast du zwei Möglichkeiten. Variante A (nicht empfehlenswert): Du gehst den gesamten Weg durch die Höhle wieder zurück. Variante B (unbedingt empfehlenswert): Du bittest einen der Bootsfahrer am Ausgang, dich zurückzufahren. Die kurze Bootsfahrt war ganz klar unser Highlight beim Besuch der Sadan Höhle. Wir haben zu zweit 6.000 Kyat bezahlt.

Sadan Cave

Sadan Cave Hpa an

Weitere Höhlen in Hpa-an

Die Sadan Cave ist zwar die größte Höhle in Hpa-an, es gibt jedoch noch viele weitere. Da wir unsere Zeit aber lieber in freier Natur verbringen wollten, haben wir uns auf diese eine beschränkt. Zeitlich leider nicht geschafft haben wir es zur Bat Cave (Fledermaushöhle). Kurz vor Sonnenuntergang fliegen hier tausende Fledermäuse aus der Höhle hinaus ins Freie. Das muss ein ziemliches Spektakel sein. Ebenfalls sehr sehenswert soll die Kawgon-Höhle mit ihren beeindruckenden Felsenreliefs sein.

Kyauk Ka Lat Pagode

Das typische Hpa-an-Postkartenmotiv liegt etwas südlich des Ortszentrums: Die Kyauk Ka Lat Pagode liegt sehr idyllisch inmitten eines Sees. Ihre Besonderheit: Die Pagode befindet sich auf der Spitze eines steilen Felsens – ein sehr skurriler Anblick. Wir waren kurz vor Sonnenuntergang dort und mochten die Atmosphäre zu dieser Tageszeit sehr.

Kyauk Ka Lat Pagode

Die Reisfelder rund um Hpa-an

Ebenfalls sehr empfehlen können wir dir, die Reisfelder rund um Hpa-an mit dem Roller zu erkunden (mehr zum Rollerfahren in Hpa-an findest du weiter unten in diesem Artikel). Vom Ortszentrum aus fährst du Richtung Süden (entlang der Straße „Yone Kone“). Diese Straße führt auch zum Eingang für die Besteigung des Mount Zwegabin. Etwa 500 Meter bevor du zur Hpa-an Lodge gelangst, biegst du rechter Hand in eine Schotterpiste ab. Folge diesem Weg und nach kurzer Zeit bist du umgeben von wunderschönen Reisfeldern.

Unser Tipp: Die Reisfelder lassen sich perfekt mit einem Besuch der Kyauk Ka Lat Pagode kombinieren. Wenn du dem beschriebenen Weg folgst, gelangst du am Ende direkt zur Pagode.

Lumbini Garden

Kein absolutes Must-See, aber doch irgendwie beeindruckend ist der Lumbini Garden. Das Wort „Garden“ ist relativ irreführend, denn eigentlich handelt es sich eher um ein unglaublich weitläufiges Feld, auf dem über eintausend Buddha Statuen stehen. Den Besuch des Lumbini Garden kannst du ideal mit der Wanderung auf den Mount Zwegabin kombinieren, denn diese startet direkt dahinter. Der Eintritt für beides kostet zusammen 4.000 Kyat pro Person.

Lumbini Garden Hpa an

4. Unser Hotel-Tipp: Hpa-an Lodge

Die Hpa-an Lodge ist derzeit die schönste und gleichzeitig wohl auch teuerste Unterkunft in Hpa-an. Obwohl wir unser Tagesbudget für Myanmar viel niedriger angesetzt hatten, konnten wir einfach nicht widerstehen und haben uns kurzerhand dazu entschlossen, zwei Nächte in der Hpa-an Lodge zu verbringen.

Tja und was sollen wir sagen? Wir haben unsere Entscheidung keine einzige Sekunde bereut. Die Hpa-an Lodge ist ein Traum von einer Unterkunft. Ingesamt gibt es nur 19 „Cottages“, also alleinstehende Bungalows. Man genießt hier die absolute Ruhe fernab jeglichen Trubels. Mit unserem Cottage hatten wir besonderes Glück: Von unserer Terrasse hatten wir einen grandiosen Blick auf die Berge. Das Frühstück wird à la carte serviert und war fantastisch.

Dass die Hpa-an Lodge nicht im Zentrum liegt, sondern etwa 20 Minuten entfernt, hat uns keine Sekunde gestört, denn mit unserem Roller waren wir ohnehin mobil. (Hinzu kommt, dass wir von der Lodge schneller bei den Sehenswürdigkeiten waren.)

Wenn ihr euch ein bisschen Luxus in Myanmar gönnen möchtet, dann können wir euch die Hpa-an Lodge wirklich von ganzem Herzen empfehlen. Wir haben uns rundum wohlgefühlt. Für unser Doppelzimmer haben wir übrigens pro Nacht 140 Euro bezahlt.

Hpa an Lodge

5. Unsere Lieblingsrestaurants in Hpa-an

Thai Village Restaurant

Sehr leckeres und authentisches Thai Food wird im Thai Village Restaurant serviert. Die Auswahl für uns als Vegetarier war zwar leider etwas beschränkt, aber die Gerichte haben wirklich hervorragend geschmeckt. Hinzu kommt, dass die Preise sehr günstig sind: Für uns beide zusammen haben wir gerade einmal 7000 Kyat, also etwas mehr als 4 Euro bezahlt und das, obwohl wir sogar ein Bier getrunken haben.

Das Thai Village Restaurant liegt außerhalb des Ortszentrums auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses. Wenn du mit dem Roller kommst, dann überquere vom Zentrum kommend die Brücke (Than Lwin Bridge). Achte anschließend linkerhand auf ein Schild mit dem Namen des Restaurants. Von der Hauptstraße musst du noch durch ein paar kleine Gassen fahren, doch keine Sorge: Der Weg ist beschildert.

Veranda Youth Community Café

Ihr kennt uns: Wir lassen keine Gelegenheit aus, uns auf die Suche nach gutem Kaffee zu machen. Und obwohl das in Myanmar zum Teil eine richtige Challenge ist, wurden wir im Veranda Youth Café fündig.

Das Konzept hinter dem Café ist außerdem ziemlich cool: Es versteht sich als große Community für junge Leute der Region. Diese sollen mit dem Veranda Youth Community Café einen Ort finden, an dem sie gerne verweilen können.

6. Rollerfahren in Hpa-an

Anders als in sehr vielen touristischen Orten wie beispielsweise Bagan oder Ngapali, ist es Touristen in Hpa-an derzeit (Stand Dezember 2017) noch gestattet, einen gewöhnlichen Roller auszuleihen. Wir haben für einen Tag 8.000 Kyat bezahlt.

Das Fahren lief problemlos, doch du musst dich darauf einstellen, dass die Straßenverhältnisse zum Teil dürftig sind. Hinzu kommt, dass viele Wege (u.a. jener zur Sadan Cave) nur Sandpisten sind. Man wird somit beim Rollerfahren ordentlich staubig. (Weiße Kleidung haben wir in Hpa-an eher gemieden, denn die bleibt nicht lange weiß.)

Roller Fahren Hpa an

7. Reiseführer für Myanmar

Sehr empfehlen können wir dir den Stefan Loose Reiseführer für Myanmar. Wie wir es von diesem Verlag gewohnt sind, ist der Reiseführer super recherchiert. Dadurch ist das Buch selbst etwas schwer, aber diesen Nachteil nehmen wir gerne in Kauf.

Hier kannst du den Reiseführer kaufen: Stefan Loose Reiseführer Myanmar

8. Weitere Myanmar-Reiseberichte


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Kennst du Hpa-an in Myanmar und hast vielleicht noch weitere Erfahrungsberichte? Oder hast du vor, demnächst nach Hpa-an zu reisen und hast vielleicht noch eine Frage? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!