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Unsere Bootsfahrt über den Inle See

Unverhofft kommt oft. Der Inle See lag ursprünglich nicht auf unserer Reiseroute durch Myanmar. Unser Plan sah vor, dass wir den Weihnachtsabend in Thailand verbringen. Möglichst am Strand. Möglichst unter Palmen. Doch Weihnachten rückte näher und näher und irgendwie wollten wir nicht weg aus Myanmar.

Und so kam es, dass wir kurzfristig einen Flug von Mandalay an den Inle See buchten. Und keine zwei Tage später unseren Heiligabend im fabelhaften Novotel verbrachten. Ohne Strand, dafür umringt von atemberaubender Naturkulisse. Ohne Palmen, dafür inmitten der wundervollsten weihnachtlichen Stimmung, die wir außerhalb unserer Heimatstadt Wien finden konnten. Mit ein paar Tränchen in den Augen. Aber einmal von Anfang an.

1. Mit dem Boot über den Inle See

An unserem ersten vollen Tag unternahmen wir, weshalb die meisten Touristen an den Inle See reisen: eine Bootsfahrt. Denn das Leben der Menschen am Inle See spielt sich größtenteils am und auf dem Wasser ab. Daher ist eine Fahrt mit dem Fischerboot zweifellos die beste Möglichkeit, einen Einblick zu bekommen.

Inle See Geheimtipps

Einbeinruderer und schwimmende Gärten

Unsere Tagestour quer über den Inle See startete morgens um 8:30 Uhr. Wir können euch nur wärmstens empfehlen, ebenfalls eher früh loszufahren, denn das Morgenlicht mitsamt der Nebelschwaden schenkt dem See eine ganz besondere Atmosphäre. Ach und noch etwas können wir euch empfehlen: Packt euch fest ein. Denn trotz wärmender Sonnenstrahlen war es besonders während der ersten Stunden des Tages empfindlich kalt.

Gleich zu Beginn unserer Tour trafen wir auf den ersten Einbeinruderer. Was jetzt folgt, wird euch vielleicht nicht gefallen, aber sehr viele davon sind schlichtweg „fake“. Soll heißen: Sie fischen nicht (mehr), sondern posieren lediglich für Touristen – und nehmen dafür die abenteuerlichsten Verrenkungen in Kauf. Wir hatten uns auf dieses Szenario schon eingestellt, daher war es keine große Überraschung für uns. Schade ist es natürlich trotzdem.

Die gute Nachricht: Wir dachten erst, der ganze See würde nur so von „falschen“ Einbeinruderern wimmeln. Tatsächlich haben wir jedoch nur einen einzigen gesehen, bei dem es ganz offensichtlich auffiel, dass er kein Fischer ist.

Fischer Inle See

Weiter ging’s quer über den Inle See und vorbei an unzähligen Stelzenhäusern zu den schwimmende Gärten („Floating Gardens“). Und während wir so im Boot saßen und die Landschaft an uns vorbeiziehen sahen, wurde uns klar, weshalb der Inle See zu den absoluten Myanmar-Highlights zählt.

Inle See Boot

Das Netz aus den unzähligen Wasserstraßen war nämlich derart faszinierend, dass unser Zeigefinger gar nicht anders konnte, als permanent am Kameraauslöser zu kleben. Wir hatten ja damit gerechnet, dass um den See herum einiges los sein würde. Allerdings hatten wir niemals gedacht, dass ganze Dörfer auf dem See errichtet wären.

Inle See schwimmende Dörfer

Manufakturen und Handwerksbetriebe

Im Laufe der Bootsfahrt machten wir an einigen Manufakturen Halt. In den Stelzenhäusern der Einheimischen befinden sich nämlich unzählige Handwerksbetriebe, die mittlerweile zum Teil an Touristen angepasst sind. Das Schema ist meist dasselbe: Zunächst betritt man einen Schauraum, in dem man den Menschen bei der Arbeit zusehen kann. Anschließend kann man die hergestellten Produkte im dahinterliegenden Shop erwerben.

Besuchen kann man neben Silbermanufakturen, Lotus- und Seidewebereien auch Cheroot-Manufakturen, in denen typische burmesische Zigaretten hergestellt werden. Meistens werden bei Tagestouren ähnliche Handwerksbetriebe angesteuert. Am besten, ihr gebt vorab Bescheid, wenn euch etwas nicht interessiert.

Wir hatten anfangs Sorge, dass man uns drängen würde, etwas zu kaufen. Doch das war glücklicherweise überhaupt nicht der Fall. Die Menschen waren überall sehr freundlich und unaufdringlich.

Manufakturen Inle See

Besuch der Phaung Daw Oo Pagode

Ein lohnenswerter Zwischenstopp ist die Phaung Daw Oo Pagode mitsamt dem dahinterliegenden Markt. Wir haben hier etwa eine halbe Stunde verbracht und waren vom Markttreiben sehr angetan. Obwohl es mittlerweile einige Souvenier-Stände gibt, hat sich der Markt seinen authentischen Charakter bewahrt.

Besichtigung des Dorfs Indein („Shwe Inn Thein-Pagode“)

Ein Besuch des antiken Pagodenfelds von Indein wird bei den meisten Boottrips optional angeboten. Da die Fahrt dorthin noch einmal etwa 30 Minuten dauert, lassen viele Touristen Indein links liegen. Wir können euch allerdings nur wärmstens empfehlen, den kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Indein hat uns nämlich ziemlich begeistert. Über eintausend Stupas ragen hier auf einer Anhöhe in den Himmel. Einige davon sind verfallen, manche von Unkraut überwuchert und auf einigen wachsen sogar Bäume.

Preis für eine Bootstour über den Inle See

Jeder Tourist, der an den Inle See kommt, muss zunächst einmal eine Gebühr von 13.500 Kyat (oder 10 Dollar) bezahlen. Hinzu kommen in weiterer Folge noch die Kosten für eine Bootstour. Preislich variieren die meisten Bootstouren zwischen 25.000 und 40.000 Kyat, je nachdem wo man die Tour bucht und welche Stops inkludiert sind. Wir haben unsere Tour direkt übers Hotel gebucht, weil wir das einfach am praktischsten fanden. Wir haben jedoch auch die Erfahrung gemacht, dass man so gut wie überall angesprochen wird, ob man nicht eine Bootstour machen möchte.

2. „Little-U-Bein-Brücke“ am Inle See

Ein sehr schöner (Foto-)Spot, den ihr abseits der Bootstour besichtigen könnt, ist die Brücke im Dorf Maing Thauk. Die Holzbrücke erinnert optisch sehr an die berühmte U-Bein-Brücke in Mandalay, ist jedoch kleiner und vor allem viel weniger frequentiert. Die Lichtstimmung und Atmosphäre kurz vor Sonnenuntergang fanden wir großartig.

Ihr findet die Holzbrücke von Maing Thauk übrigens an der Ostseite des Inle Sees, keine 10 Minuten mit dem Fahrrad vom Novotel entfernt.

3. Unser Hotel am Inle See: Novotel Inle Lake Myat Min

Übernachtet haben wir im herrlich gelegenen Novotel Inle Lake Myat Min. Und – glaubt uns – wir haben erst einmal minutenlang am Stück gegrinst, nachdem wir die Tür zu unserer „Superior Villa“ aufgemacht hatten. Nicht einmal mit viel Fantasie hätten wir uns eine schönere Bleibe für unser erstes Weihnachten außerhalb Wiens wünschen können.

Unser kleines „Reich“ (ja, so hat es sich wirklich angefühlt) war nicht nur unglaublich geräumig, sondern auch genau nach unserem Geschmack eingerichtet. Ein Highlight war die freistehende Badewanne. Wir schämen uns zwar ein bisschen für die schlechte Ökobilanz, aber wir konnten einfach nicht anders und haben jeden Abend, also drei Abende hintereinander, darin gebadet. Es war einfach zu verlockend!

Das Hotel ist übrigens an der Ostseite des Inle-Sees gelegen. Das bedeutet: Man kann von der Restaurant-Terrasse des Hotels die herrlichsten Sonnenuntergänge über dem See bestaunen. (Das haben wir übrigens an allen drei Tagen gemacht – Happy Hour sei dank.)

Pool mit Blick auf den Inle See

Einer der schönsten Plätze des Hotels ist zweifellos der wunderschöne, etwas erhöht gelegene Pool. Dort haben wir es uns am 24. Dezember richtig gut gehen lassen, haben frische Kokosnüsse getrunken und bei 28 Grad im Schatten den Christmas Songs von Michael Bublé gelauscht. Irgendwie kurios, aber nach nur kurzer Zeit fanden wir ziemlich großen Gefallen daran.

Weihnachten am Inle See

Apropos Weihnachten: Wir haben es ja am Beginn dieses Artikels schon angekündigt: Unsere Zusammenarbeit mit dem Novotel hat sich in letzter Minute ergeben und wir sind überaus dankbar, dass wir Weihnachten – wenn schon nicht mit unserer Familie – dann wenigstens in einer solch wunderbaren Unterkunft verbringen durften. Bis zu unserem Ankunftstag, dem 22. Dezember, waren wir übrigens sowas von überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung.

Das änderte sich dann ziemlich schlagartig, denn das Hotel hat keine Mühen gescheut, damit auch wirklich alle ein wunderschönes Fest haben. So haben wir beispielsweise schon zu Mittag des 24. Dezembers die leckersten Pralinen geschenkt bekommen. Abends wurde ein riesiges Christmas Dinner veranstaltet, von dem uns der überaus sympathische, italienische Chefkoch schon zwei Tage zuvor ganz aufgeregt erzählte. Es wurden Weihnachtslieder gesungen und Cocktails getrunken. Im Zimmer warteten dann sogar noch Weihnachtskekse und eine kleine Holzkrippe auf uns.

Fazit: Für wen ist das Novotel geeignet?

Die Hotels direkt am Inle See, zu denen auch das Novotel gehört, sind übrigens tendenziell teurer als jene in Nyaung Shwe. Wir sind aber der Meinung, dass sich der höhere Preis wirklich lohnt, denn der Blick auf den See ist einfach unvergesslich. Das Novotel könen wir können euch ohne Einschränkungen empfehlen, wenn ihr euch eine schöne Unterkunft gönnen möchtet und ihr –  genau wie wir – ein wenig Ruhe und Abgeschiedenheit sucht. Wir haben uns rundum wohl gefühlt.

Hier kannst du das Hotel buchen: Novotel Inle Lake Myat Min

4. Restaurant-Tipp für den Inle See

Eine ganz große Empfehlung können wir für das kleine, familiengeführte Restaurant Bamboo Hut aussprechen. Wir haben dort ein verspätetes Mittagessen verputzt, das ganz hervorragend geschmeckt hat und noch dazu sehr günstig war. Die Location ist traumhaft: Man hat das Gefühl, im offenen Wohnzimmer der Familie zu speisen. In alle Richtungen sieht man viel grüne Natur. Das Personal ist außerdem unglaublich herzlich.

Wir haben das Restaurant Bamboo Hut übrigens direkt vom Novotel mit den hoteleigenen Fahrrädern erreicht. Man ist etwa 45 Minuten unterwegs und die Straße ist teils ganz schön befahren. Trotzdem fanden wir es super so, denn so hatten wir wirklich das Gefühl, einiges von der Landschaft zu sehen.

5. Anreise zum Inle See

Unsere Variante: Anreise mit dem Flugzeug

Der nächstgelegene Flughafen trägt den Namen Heho. Von Mandalay kommend haben wir uns für die Anreise mit dem Flugzeug entschieden. Der Flug dauerte gerade einmal 25 Minuten. Wir haben uns für die Fluglinie Myanmar National Airlines entschieden und können nichts Negatives berichten. Die kleinen Propellermaschinen (ATR-72) erschienen uns gut gewartet und relativ modern. Bezahlt haben wir für den Flug 50 Euro pro Person (one way). Heho wird übrigens von einigen anderen nationalen Flughäfen angeflogen, darunter Yangon, Bagan und Thandwe (Ngapali Beach).

Etwas zeitintensiver als der Flug ist der Transport vom Flughafen Heho an den Inle See: Hier ist man auf private Taxi angewiesen. Pro Auto kostet der Transport zu den Hotels am See 40.000 Kyat. Etwas günstiger (30.000 Kyat) ist der Transport bis nach Nyaung Shwe, jenem Ort, an dem sich tendenziell die eher günstigen Unterkünfte befinden. Wir haben übrigens beim Ausgang des Flughafens ein weiteres Paar abgepasst und so ganz einfach die Transportkosten durch zwei geteilt.

Weitere Möglichkeit: Anreise mit dem Bus

Je nachdem, von wo ihr anreist, könnte eine Fahrt mit dem Bus ebenfalls eine Option sein. Die Preise sind natürlich günstiger als mit dem Flugzeug: Für die Strecke von Mandalay bis an den Inle See müsst ihr 15 Dollar rechnen. Allerdings ist man auch ganz schön lange unterwegs: Von Mandalay sind es etwa 8, von Yangon sogar 10 Stunden. Wir haben ein paar „Horrorstories“ von der sehr kurvenreichen Busfahrt gelegesen und uns dann spontan für den Flug entschieden, weil wir einfach keine Lust mehr auf eine weitere Nachtbusfahrt hatten.

6. Weitere Myanmar-Reiseberichte


Transparenz: Einladung & Affiliate Links

Wir wurden vom Novotel Inle Lake Myat Min für drei Nächte eingeladen – vielen Dank, dass ihr uns ein so wunderbares Weihnachtsfest ermöglicht habt! Alle anderen Kosten (Verpflegung, Bootsfahrt, Christmas Dinner) haben wir von unserem eigenen Geld bezahlt.

Dieser Blogartikel enthält unsere persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Tausend Dank von uns beiden!

War jemand von euch schon einmal am Inle See? Wart ihr auch so begeistert? Wir freuen uns auf eure Erfahrungsberichte!

2 Kommentare

  1. Step

    Ich fand den Inle See nach meiner Ballonfahrt über die Pagoden von Bagan sogar eigentlich mein größtes Highlight. Geheimtipp ist er keiner – er steht eigentlich bei jeder Myanmar Rundreise auf dem Programm. Trotzdem ist das Leben mit den Märkten, Webereien, Tempeln, schwimmenden Gärten sehr schön zu beoachten – besonders nett finde ich auch die vielen besonders schön bunt gekleideten Frauen aus der Volksgruppe der Pa O mit ihren bunten Turbanen. Indein fand ich auch ganz toll, die alten Tempel haben mich mit der wuchernden Vegetation fast ein wenig an Ta Prohm in Angkor erinnert. Ich wohne allerdings nicht ganz so luxuriös, sondern in Nyaung Shwe – ist aber auch schön und dank der vielen Reisenden gibt es auch ein reht schönes Angebot an kulinarischen Optionen. Alles in Allem wunderschön, der Inle See.

  2. Christine

    Wow! Ich habe bis jetzt noch nie etwas vom Inle See gehört, eure Bilder haben mich aber ganz verzaubert :-) Ich wünsche euch noch eine tolle Reise und freue mich schon auf weitere Beiträge!

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