Ach Neuseeland, du machst es uns echt nicht leicht. Schon wieder einer dieser Orte, für die man eigentlich viel mehr Zeit benötigt, als man eingeplant hat. Mit seinen goldenen Sandbuchten, dem blitzblauen Wasser und dem unberührten, üppig bewachsenen Hinterland ist der Abel Tasman Nationalpark im Norden der Südinsel zurecht einer der meist besuchten Nationalparks in Neuseeland.

Durch den Abel Tasman Nationalpark schlängelt sich einer der sogenannten Great Walks, jene neun berühmtesten und beliebtesten Wanderungen in Neuseeland. Abel Tasman Coast Track heißt die Wanderung, die auf insgesamt über 60 Kilometern entlang der Küste durch den Nationalpark führt. Für die gesamte Stecke benötigst du mehrere Tage. Das war für uns zeitlich leider nicht drin, daher haben wir ganz einfach eine Tageswanderung im Abel Tasman Nationalpark gemacht. Soviel vorweg: Auch für nur wenige Stunden lohnt sich ein Ausflug in diesen wunderschönen Nationalpark.

1. Das erwartet dich im Abel Tasman Nationalpark

Klein, aber oho: Der Abel Tasman Nationalpark ist der flächenmäßig kleinste Nationalpark Neuseelands. Wenn man aber einmal im Park ist, merkt man davon ehrlich gesagt nichts. Ganz im Gegenteil: Wir hatten das Gefühl, der abgeschiedenen Natur hier sehr, sehr nahe zu sein.

Das liegt vor allem auch daran, dass die einzelnen Stopps entlang des Wanderwegs ausschließlich über den Wasserweg erreichbar sind. Keine Straßen, keine Autos, nur Natur. Mehr als drei Viertel des Nationalparks besteht aus Wald. Teile des Hinterlands sind sehr hügelig: Die höchste Erhebung liegt immerhin auf 1.150 Höhenmetern.

Berühmt ist der Abel Tasman Nationalpark vor allem auch für seine goldfarbenen Sandstrände und winzigen Buchten. Von der Hauptstrecke des Tracks führen dich meist kleine Seitenwege direkt zu den Buchten.

Abel Tasman Tipps

Die beste Jahreszeit für einen Besuch des Abel Tasman Nationalparks

Die gute Nachricht: Das Klima im Abel Tasman Nationalpark ist sehr mild. Angeblich genießt Neuseeland hier die meisten Sonnenstunden im Jahr. Wir waren bisher zwei Mal jeweils im neuseeländischen Sommer (Januar bzw. Februar) im Abel Tasman Nationalpark und hatten richtig Glück: Strahlender Sonnenschein und gut 25 Grad Celsius. Das Wasser ist in den Sommermonaten auch warm genug, sodass einem Sprung ins Meer nichts im Wege steht. Wie überall in Neuseeland gilt natürlich: Ausnahmen bestätigen die Regel. Etwa eine Woche nach unserem Besuch kam eine Schlechtwetterfront mit ziemlichem Temperatursturz.

Kommen wir zur schlechten Nachricht in puncto Sommer: Der neuseeländische Sommer ist gleichzeitig auch Hauptreisezeit. Dass du auf dem Abel Tasman Coast Track mutterseelenallein sein wirst, kannst du dir also leider gleich aus dem Kopf schlagen. Auf dem Wanderweg selbst sind uns die vielen Reisenden weniger aufgefallen als etwa in den Badebuchten oder den Campingplätzen.

Wenn du gegen den Strom schwimmen willst, dann könnte ein Besuch abseits der Hochsaison für dich geeignet sein. Hier musst du dich allerdings auf widrigere Wetterbedingungen einstellen. So richtig eiskalt wird es allerdings selbst im Winter nicht. Im Winter liegen die maximalen Tagestemperaturen meist um die 13 Grad Celsius.

Kayak Abel Tasman

Tipp: Unsere Reiseführer für den Abel Tasman Nationalpark

Für deine Reise durch Neuseeland und zum Abel Tasman Nationalpark können wir dir diese beiden Reiseführer empfehlen.

Stefan Loose Reiseführer Neuseeland

Bei unserer ersten Reise durch Neuseeland hatten wir den Neuseeland-Reiseführer von Stefan Loose dabei. Er ist sehr ausführlich recherchiert und dadurch auch relativ schwer. Diesen kleinen Nachteil nehmen wir aber gerne in Kauf.

Hier kannst du den Reiseführer kaufen: Stefan Loose Reiseführer Neuseeland

Lonely Planet New Zealand

Wir können bestätigen: Einer der beliebtesten Neuseeland-Reiseführer unter Touristen ist jener von Lonely Planet. Er ist etwas kompakter und dadurch leichter als der Loose-Reiseführer.

Hier kannst du den Reiseführer auf Deutsch kaufen: Lonely Planet Neuseeland Reiseführer
Hier kannst du den Reiseführer auf Englisch kaufen: Lonely Planet New Zealand

2. Unsere Tagesroute entlang des Abel Tasman Coast Track

Zugang zum Abel Tasman Nationalpark: Die Wassertaxis

Der Abel Tasman Nationalpark ist Naturschutzgebiet. Vom „Eingang“ des Parks kannst du somit entweder nur zu Fuß gehen oder aber ein Wassertaxi zu deinem gewünschten Ziel im Nationalpark nehmen.

Die meisten Besucher nutzen den südlichen Zugang zum Abel Tasman Nationalpark. Marahau ist der letzte Ort vor dem Nationalpark. Einige Kilometer weiter südlich befindet sich Kaiteriteri – ein ziemlich touristischer Ort mit einigen Unterkünften, einer Strandpromenade und einem Campingplatz. Wir waren überrascht, wie voll Kaiteriteri im Hochsommer war. Das liegt unter anderem auch daran, dass viele Neuseeländer in ihren Ferien (Januar) nach Kaiteriteri an den Strand reisen.

Es gibt mehrere Wassertaxi-Anbieter. Manche starten von Kaiteriteri, manche von Marahau und manche von beiden Orten – so auch die Boote von AquaTaxi, für die wir uns entschieden haben. Bei AquaTaxi kannst du einerseits einfache Fahrten buchen (etwa, weil du ganz in den Norden zum Ausgangspunkt des Great Walks gebracht werden möchtest). Andererseits kannst du zwischen vielen kombinierten Fahrten wählen: Hier bringt dich ein Boot zum gewünschten Ausgangspunkt deiner Wanderung und holt dich einige Stunden später von einer anderen Destination wieder ab. Ziemlich cool: Es gibt auch kombinierte Wander- und Kajaktouren. Aus Zeitgründen haben wir uns allerdings aufs Wandern beschränkt.

Wenn du eine Tageswanderung im Abel Tasman Nationalpark machen möchtest, hast du somit genau zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1 (haben wir auch schon gemacht, ist aber nicht allzu empfehlenswert): Du wanderst vom südlichen Eingang in Marahau soweit du möchtest Richtung Norden und anschließend wieder zurück.

Möglichkeit 2 (unsere Empfehlung): Du buchst mindestens eine Fahrt (oder besser eine kombinierte Fahrt) mit einem Wassertaxi.

Abel Tasman Nationalpark

Wassertaxi Abel Tasman

Unsere Route: Von Torrent Bay zu Bark Bay

Die Frage aller Fragen: Welcher Streckenabschnitt im Abel Tasman Nationalpark ist der schönste für eine Tageswanderung? Wir müssen dich leider enttäuschen: Diese Frage können wir dir nicht beantworten. Denn: Zunächst einmal kennen wir nicht die ganze Strecke des Abel Tasman Coast Tracks. Und: Wir haben mit mehreren Leuten vor Ort gesprochen, die uns bestätigt haben, dass es schwierig ist die schönste Strecke festzulegen, denn jeder Abschnitt hat so seine Besonderheiten.

Nenn es Bauchgefühl, Zeitdruck oder Entscheidungsnot: Aus irgendeinem Grund haben wir uns für die Wanderstrecke von Torrent Bay nach Bark Bay entschieden. Wir glauben ja, dass die Hängebrücke, die du auf dieser Route passierst, ausschlaggebend für unsere Entscheidung war.

Die reine Wanderzeit für diese Strecke beträgt etwa drei Stunden, wobei diese Zeit sehr großzügig kalkuliert ist. Wenn du schnell gehst und wenige Pausen machst, schaffst du es bedeutend schneller.

Der Weg selbst ist sehr einfach zu gehen. Es gibt keine nennenswerten Steigungen, dafür richtig tolle Ausblicke auf winzige, goldfarbene Buchten. Immer wieder wirst du ab Abzweigungen vorbeikommen, die dich hinab zu den Buchten führen.

Den Abholzeitpunkt von Bark Bay kannst du aus mehreren Optionen selbst bestimmen. Wir haben uns gerne etwas mehr Zeit gelassen und daher eine spätere Uhrzeit gewählt. So konnten wir noch ein bisschen am Strand liegen und die Natur genießen.

Der Split Apple Rock

Wenn es im Abel Tasman Nationalpark so etwas wie eine Sehenswürdigkeit gibt, dann ist es der Split Apple Rock. Der Name ist Programm: Etwa 50 Meter vor der Küste befindet sich diese Felsformation, die wie ein zweigeteilter Apfel aussieht.

Der Split Apple Rock liegt vor der Küste zwischen Marahau und Kaiteriteri und lockt unzählige Besucher an. Der Vorteil, wenn du eine Fahrt mit AquaTaxi buchst: Alle Boote (auch jene von Marahau) bringen dich zum Split Apple Rock und halten für ein paar Minuten an, damit du ein Foto machen kannst. Anschließend brachte uns unser Bootsfahrer auch noch zu einem weiteren Spot, an dem wir freilebende Robben sehen konnten. Erst dann steuerten wir Torrent Bay an.

Split Apple Rock

3. Übernachten beim Abel Tasman Nationalpark

Die meisten Tagesausflügler suchen sich eine Unterkunft in Kaiteriteri. Das ist zwar nicht der nächstgelegene Ort zum Eingang des Nationalparks (das wäre Marahau), aber jener mit der größeren touristischen Infrastruktur. In Kaiteriteri findest du einige Motels, einen Campingplatz, eine Strandpromenade und ein paar Sandstrände. In den Sommermonaten (Dezember, Januar) wird es in Kaiteriteri sehr voll. Das liegt unter anderem auch daran, dass viele Kiwis ihre Ferien hier verbringen. Wir waren überrascht, wie viel in Kaiteriteri los war.

Wir selbst haben uns dazu entschlossen, uns in Nelson eine Unterkunft zu suchen und den Tagesausflug in den Abel Tasman Nationalpark von dort aus zu machen. Nelson liegt ziemlich genau eine Stunde Fahrzeit von Marahau entfernt. Wir sind also morgens losgefahren und waren am späten Nachmittag wieder zurück in Nelson. Zwei Stunden im Auto waren für uns absolut in Ordnung. In Nelson hast du in puncto Unterkunft auf jeden Fall die größte Auswahl in der Region.

Unsere Unterkunft in Nelson können wir dir sehr empfehlen: Das Quest Nelson ist ein modernes, zentral gelegenes Apartment-Hotel mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Bett war besonders bequem und wir hatten in unserem Apartment sogar eine Waschmaschine.

Hier kannst du das Apartment buchen: Quest Nelson

4. Weitere Neuseeland-Reiseberichte


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Irgendwann möchten wir unbedingt noch den gesamten Abel Tasman Coast Track gehen. Hat das vielleicht schon jemand von euch gemacht? Oder hast du auch „nur“ einen Tagesausflug in den Abel Tasman Nationalpark gemacht? Welche Strecke bist du gewandert? Wir freuen uns deinen Kommentar!